Unsere Maßnahmen richten sich konsequent an der Achtung von Menschenrechten in globalen Lieferketten aus. Wir setzen die Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) um. Unsere Menschenrechtsbeauftragte kontrolliert und evaluiert diese Umsetzung.
Wir arbeiten mit Bündnissen, Standards, Initiativen oder in langfristigen Kooperativen zusammen wie amfori, Cotton made in Africa®, dem Forum „Nachhaltiger Kakao“ oder dem Abkommen „International Accord for Health and Safety in the Garment Industry“. Wir beteiligen uns an der „Arbeitsgruppe des deutschen Einzelhandels zu existenzsichernden Einkommen und Löhnen“ (Sustainable Agricultural Supply Chain Initiative, SASI).
Wir unterstützen als REWE Group den Aufbau von Beschwerdemechanismen in relevanten Lieferketten und arbeiten seit 2023 mit einem eigenen Beschwerdekanal. Des Weiteren hat sich REWE in Deutschland am Aufbau von appellando, einer Initiative zur Entwicklung eines internationalen Beschwerdemanagements für Einzelhändler und ihre Zulieferer, beteiligt. Seit 2024 ist appellando im Bereich Obst und Gemüse in Spanien aktiv. 2025 wurde das System auch in Südafrika und Italien gestartet.
Wir haben auf Basis von Risikoanalysen für Fokusrohstoffe wie Kaffee, Kakao, Bananen oder Natursteine Leitlinien mit Anforderungen und Zielen definiert und soziale Themen in unsere Beschaffungsprozesse integriert:
Für Lieferanten haben wir ein Schulungsangebot auf der Nachhaltigkeitsplattform EcoVadis aufgebaut. Ausgewählte strategische Lieferanten haben zudem ein EcoVadis-Intensivtraining durchlaufen. In unserem Factory-Improvement-Training unterstützen wir strategische Produktionsstätten, etwa beim Aufbau betriebsinterner Beschwerdemechanismen und Schulungen zu Themen wie Gesundheit und Sicherheit, Löhne und Arbeitszeit sowie ethischem Personalmanagement, auch mit Fokus auf Frauen. Zudem sind alle Food- und Non-Food-Tier-1-Produktionsstätten in Risikoländern in unser Social-Improvement-Programm integriert. Davon haben 99,7 Prozent ein anerkanntes Sozialaudit (2024: 99,9 Prozent).
Sorgfaltspflichten nach dem deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) sind in unserem Supplier Code of Conduct verankert und werden an strategische Lieferanten kommuniziert. Unsere Mitarbeitenden informieren wir regelmäßig zu den Kerninhalten des LkSG – etwa über das Intranet, in unserer konzernweiten Compliance-Schulung oder für den Bereich Einkauf bei REWE und PENNY über ein internes E-Learning.
Die DERTOUR Group ist seit 2015 Mitglied der Nachhaltigkeitsinitiative der deutschsprachigen Reisebranche Futouris e. V. Im Rahmen dessen werden u. a. Projekte zur Minimierung menschenrechtlicher Auswirkungen durchgeführt. Zudem werden für Partner Schulungen zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in der touristischen Wertschöpfungskette angeboten.
Zur Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in der gesamten Wertschöpfungskette analysieren wir regelmäßig die Risiken und passen unsere Maßnahmen an (siehe Kapitel Lieferkette).
Wir haben 2025 unser Ziel erreicht, die Zugänglichkeit von Beschwerdemechanismen in der Lieferkette zu verbessern: Durch unsere Mitwirkung in amfori-Arbeitsgruppen wurde der branchenweite Mechanismus „amfori Speak for Change“ implementiert und ist bereits operativ in Vietnam, der Türkei, Bangladesch, Kambodscha und Teilen Indiens im Einsatz; weitere Länder werden folgen. Damit unterstützen wir einen einheitlichen Ansatz für Produktionsstätten in Risikoländern.
Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, im Dialog mit Standardgebern, der Branche und weiteren Stakeholdern auf existenzsichernde Einkommen hinzuwirken und Maßnahmen zu unterstützen, die die Lebensumstände in unseren Rohstoff-Lieferketten verbessern. 2025 standen Kakao, Bananen und Kaffee im Fokus. Wir haben in Pilotprojekten deutliche Fortschritte erzielt und Lösungen skaliert:
Wir engagieren uns für einen nachhaltigeren Kakaoanbau mit dem Ziel, die sozialen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen in den Anbauländern kontinuierlich zu verbessern. Die faire Entlohnung von Kakaobäuer:innen ist hierbei ein wichtiger Hebel. In 2025 hat die REWE Group gemeinsam mit einem strategischen Eigenmarken Lieferanten ein Pilotprojekt für sechs REWE und PENNY Bio Tafelschokoladen in Deutschland umgesetzt. Dabei lag der Ab Hof Preis der im Jahr 2025 verwendeten Bio-Kakaobohnen aus Ecuador mindestens auf dem Referenzpreis für ein existenzsicherndes Einkommen. Ein unabhängiges Audit stellte sicher, dass dieser Preis bei den Kakaobäuer:innen ankommt.
Wir pflegen jahrzehntelange Partnerschaften, etwa seit 1993 mit Fairtrade. REWE bietet heute eines der größten Fairtrade-Produktsortimente in Deutschland.
Die Klimakrise beeinträchtigt die Landwirtschaft in Südeuropa. Da rund 20 Prozent unseres Obst- und Gemüsebedarfs durch Erzeugnisse aus Spanien gedeckt werden, setzen wir bei Obst und Gemüse, das wir über unser Tochterunternehmen Eurogroup beziehen, seit 2020 auf das TRES-Erzeugerprogramm. Gestartet mit vier Zitrus-Erzeugern in Valencia, umfasst TRES heute auch Blattgemüse und Steinobst, etwa aus Katalonien. Fünf Säulen – soziale Verantwortung, Biodiversität, Düngung, Pflanzenschutz sowie Wasser und Energie – stärken die Widerstandskraft der Betriebe. Im Sinne menschenrechtlicher Sorgfalt unterstützt TRES zudem den Zugang zu wirksamen, niedrigschwelligen Beschwerdemechanismen – beispielsweise über appellando. Bis 2028 soll das Programm alle Obst- und Gemüsegruppen abdecken. So tragen wir zu Qualitätssicherung, Versorgung und ökologischer Verantwortung bei.