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GRI 201

Wirtschaftliche Leistung

Der langfristige Unternehmenserfolg der REWE Group basiert auf ihrer genossenschaftlichen Struktur, die durch Werte wie Solidarität, Zusammenhalt und Nachhaltigkeit geprägt ist. Das genossenschaftliche Selbstverständnis, die daraus erwachsene Führungskultur und die damit verbundene langfristige, generationenübergreifende Ausrichtung schaffen für alle Stakeholder Sicherheit und Stabilität – ob Mitglieder, Mitarbeiter:innen, Kund:innen, Lieferanten oder das gesamte sozioökonomische Umfeld. Aufsichtsrat, Anteilseigner:innen, Kaufleute und der Vorstand der REWE Group bekennen sich daher zu der auf Dauer angelegten genossenschaftlichen Struktur als Garant für Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.

GRI 201: Wirtschaftliche Leistungen

Managementansatz

Grundsätze

Die REWE Group will ökonomisch langfristig erfolgreich sein und ihre Geschäftstätigkeiten umwelt- und sozialverträglich gestalten. Dieser Grundsatz ist in der Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften verankert, die für alle Mitarbeiter:innen und die Vertragspartner der REWE Group maßgeblich ist. In der Leitlinie bekennt sich das Unternehmen unter anderem zur Reduzierung der durch die Geschäftsprozesse entstehenden Treibhausgasemissionen, zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen und zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen. Darüber hinaus trägt das Unternehmen durch die Entwicklung sozial- und umweltverträglicherer Produkte und Dienstleistungen sowie durch die Erweiterung des nachhaltigeren Sortiments dazu bei, negative Auswirkungen der Geschäftstätigkeit zu minimieren.

Sustainable Finance

Die REWE Group hat 2021 erstmals eine Kreditlinie vereinbart, die sich an dem ESG-Rating der Ratingagentur ISS ESG orientiert. Sie umfasst ein Volumen von 750 Millionen Euro und eine Laufzeit von 18 Monaten mit einer Verlängerungsoption um weitere 12 Monate. Damit weitet die REWE Group ihre Nachhaltigkeitsstrategie auch auf den Finanzsektor aus – denn die Kreditlinie ist an Nachhaltigkeitsfaktoren wie beispielsweise Arbeitsstandards, Klimaschutz sowie ökologisch und sozial vorteilhafte Produkte geknüpft. Die REWE Group wurde durch ISS ESG mit „C+“ bewertet. Das entspricht dem Level „Prime“. Das Transparenzniveau des Unternehmens bekommt dabei den Status „very high“. Das ESG-Rating wird über die Laufzeit der Kreditlinie jährlich von ISS ESG überprüft.

Um ihr Engagement in Sachen Nachhaltigkeit im Finanzsektor zu unterstreichen, war die REWE Group durch die Bereichsleitung Finanzen im Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung in der 19. Legislaturperiode vertreten. Dieser setzt sich aus Vertreter:innen aus Finanz- und Realwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammen und berät die Bundesregierung bei der Ausarbeitung und Umsetzung ihrer Sustainable-Finance-Strategie.

GRI 201-1:

Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert

Der Gesamtaußenumsatz der REWE Group stieg im Jahr 2021 auf 76,5 Milliarden Euro. Der Umsatz des REWE-Konzerns – ohne selbstständigen Einzelhandel und At-Equity-Gesellschaften – wuchs wechselkursbereinigt um 2,5 Prozent von 67,7 Milliarden Euro auf 69,4 Milliarden Euro (für weitere Angaben siehe auch den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 ab Seite 15).

Die Lockerung der coronabedingten Reisebeschränkungen führten im Geschäftsfeld Touristik zu einer Markterholung und damit einem deutlichen Umsatzanstieg von 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 2,0 Milliarden Euro im Jahr 2021.

Das Geschäftsfeld Baumarkt verzeichnete einen Umsatzrückgang von 11,5 Prozent und konnte somit das hohe Umsatzniveau des Vorjahres (Umsatzanstieg 2020: 19,9 Prozent) nicht fortführen, das vornehmlich durch die im Zuge der Coronamaßnahmen deutlich gestiegene Nachfrage nach Heimwerker- und Gartenartikeln getrieben war. Zudem wirkte sich der coronabedingte „Lockdown“ negativ auf die Umsatzentwicklung aus, da Baumärkte Anfang 2021 teilweise geschlossen waren bzw. enormen Verkaufsrestriktionen unterlagen.

Umsatzentwicklung

in Mio. € 2021 2020 Veränderung absolut Veränderung in Prozent
Handel Deutschland 35.030,2 34.737,5 292,7 0,8
Handel International 15.653,0 15.299,1 353,9 2,3
Convenience 13.659,9 13.083,8 576,1 4,4
Baumarkt 2.352,2 2.656,3 -304,1 -11,5
Touristik 2.041,8 1.296,2 745,6 57,5
Sonstige 618,8 578,4 40,4 7,0
Gesamt 69.355,9 67.651,3 1.704,6 2,5

Ergebniskennzahlen

in Mio. € 2021 2020 Veränderung absolut Veränderung in Prozent
Umsatzerlöse 69.355,9 68.229,3 1.704,6 2,5
Materialaufwand einschließlich Bestandsveränderungen -54.083,2 -52.850,6 -1.650,5 3,1
Rohertrag 15.272,7 15.378,7 54,1 0,4
Rohertragsquote 22,0 % 22,5 %
EBITDA 4.388,1 4.368,2 79,7 1,8
Abschreibungen/Zuschreibungen und Wertminderungen (ohne Firmenwerte) -2.899,6 -3.145,7 184,3 6,0
EBITA 1.488,5 1.222,5 264,0 21,6
Nachrichtlich: internes EBITA 1.052,3 1.012,7 39,6 3,9
Wertminderungen auf Firmenwerte 0,0 -2,6 2,6 100,0
EBIT 1.488,5 1.219,9 266,6 21,8
Finanzergebnis -385,3 -493,1 101,9 20,9
EBT 1.103,2 726,8 368,5 50,2
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -310,6 -281,3 -30,4 -10,8
Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen 792,6 445,5 338,1 74,4
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -37,0 -30,2 2,2 5,6
EAT/Jahresergebnis 755,6 415,3 340,3 81,9

GRI 201-3:

Verbindlichkeiten für leistungsorientierte Pensionspläne und sonstige Vorsorgepläne

REWE Group-Pensionskasse

Eine zusätzliche Vorsorge für das Alter gewinnt angesichts der demografischen Entwicklung zunehmend an Bedeutung. Dessen ist sich auch die REWE Group bewusst und bietet ihren Mitarbeiter:innen mit der REWE Group-Pensionskasse eine betriebliche Altersversorgung, die sich speziell an den Bedürfnissen von Beschäftigten im Handel orientiert.

Die REWE Group-Pensionskasse sieht neben der Altersvorsorge Leistungen im Falle von Invalidität und Tod vor und kann auch bei einem Wechsel des Arbeitgebers weitergeführt werden. Darüber hinaus haftet die REWE Group für die Sicherheit der eingezahlten Beiträge und unterstützt die Mitarbeiter:innen mit einem arbeitgeberfinanzierten Beitrag von bis zu 300 Euro im Jahr. Eigene Beiträge aus der Bruttoentgeltumwandlung der Beschäftigten fördert das Unternehmen mit einem Zuschuss von bis zu 15 Prozent. In Österreich bietet die REWE International AG ein vergleichbares Modell an.

REWE Group-Höherversorgung

Die Leistungen der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung sind bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze limitiert. Für Beschäftigte mit Einkommen oberhalb dieser Grenze ist der Handlungsbedarf für eine zusätzliche Altersvorsorge daher größer, weil der Abstand zwischen dem letzten Gehalt und dem höchstmöglichen gesetzlichen Rentenanspruch sehr groß werden kann. Um auch den Interessen dieser Zielgruppe gerecht zu werden, bietet die REWE Group mit der REWE Group-Höherversorgung ein eigenes Altersversorgungsmodell an. Der Vorteil besteht insbesondere in der steuerbefreiten Ansparmöglichkeit auch größerer arbeitnehmerfinanzierter Beiträge durch Bruttoentgeltumwandlung. Ab dem 01.01.2022 gibt es zudem auch für Beschäftigte mit einem Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze die Möglichkeit zur Teilnahme an der REWE Group- Höherversorgung. Voraussetzung ist, dass diese den steuer- und sozialversicherungsfreien Maximalbeitrag bereits in die REWE Group-Pensionskasse einbringen und darüber hinaus noch weitere Beiträge steuer- und sozialversicherungsfrei in die betriebliche Altersversorgung einbringen wollen. Da nationales Sozialversicherungs- und Steuerrecht die Rahmenbedingungen betrieblicher Altersvorsorge bestimmt, finden sich im Ausland eigene Vorsorgeformen.

Historische Altersversorgungsmodelle

Neben den oben angeführten aktiven Altersversorgungsmodellen werden sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Zusagen der Beschäftigten von in der Vergangenheit zugekauften Unternehmen fortgeführt und spiegeln sich gegebenenfalls in den Pensionsrückstellungen des Geschäftsberichts wider.

2021 entsprach der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation, kurz DBO) 1.240,2 Millionen Euro (zuzüglich 235,6 Millionen Euro pensionsähnlicher Verpflichtungen; 2020: 1.270,5 Millionen Euro bzw. 261,5 Millionen Euro). Weitere Angaben finden sich im Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 ab Seite 145.

Weitere Leistungen

Weitere Leistungen für Arbeitnehmer betreffen die unten dargestellten freiwilligen übertariflichen Sonderzahlungen und freiwillige Sozialleistungen wie Hinterbliebenenbezüge und Ruhestandsbeihilfen, deren Volumen als Bestandteil der sogenannten „pensionsähnlichen Verpflichtungen“ sichtbar wird.

Freiwillige übertarifliche Sonderzahlungen nach Vertriebslinie, in Euro

Vertriebslinie Jahr Euro
Handel Deutschland 2019 62.693.400
2020 65.196.148
2021 73.636.246
Handel International (Österreich)1 2019 -
2020 -
2021 -
Convenience 2019 106.477
2020 214.620
2021 705.038
Touristik 2019 234.000
2020 212.000
2021 198.000
Baumarkt 2019 2.758.171
2020 2.758.635
2021 2.895.940
Sonstige 2019 7.781.263
2020 8.245.782
2021 8.644.030
Gesamt (Scope NH-Bericht) 2019 73.573.310
2020 76.627.185
2021 86.079.254
1
Das 13. und 14. Gehalt (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) sind in Österreich kollektivvertraglich geregelt und damit nicht übertariflich.

Betriebliche Altersvorsorge nach Vertriebslinie, in Euro

Vertriebslinie Jahr Anteil der Teilnehmer an der betrieblichen Altersvorsorge (an der Summe aller Bezugsberechtigten) in % Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge (Arbeitnehmer + Arbeitgeber) in Euro
Handel Deutschland 2019 18,5 44.178.609
2020 17,2 42.298.170
2021 17,2 46.711.792
Handel International (Österreich)1 2019 5,3 661.800
2020 5,2 655.800
2021 5,5 677.100
Convenience 2019 9,5 137.747
2020 35,8 1.885.645
2021 35,2 2.553.569
Touristik 2019 58,2 5.182.000
2020 63,7 4.615.000
2021 66,7 4.364.000
Baumarkt 2019 23,9 4.250.087
2020 20,6 4.262.740
2021 20,6 4.898.343
Sonstige 2019 38,5 7.184.973
2020 36,0 6.671.908
2021 40,8 7.433.568
Gesamt (Scope NH-Bericht) 2019 17,6 61.595.216
2020 16,7 60.389.263
2021 16,8 66.638.371
1
In Österreich gibt es seit September 2010 eine betriebliche Altersvorsorge für Mitarbeiter:innen. Die Firmenpension für Führungskräfte in Österreich ist nicht in der Tabelle aufgeführt.
GRI 102-48: Seit dem Berichtsjahr 2020 werden neben der Pensionskasse und der Höherversorgung auch weitere Anlagearten der betrieblichen Altersvorsorge (Direktversicherung, Unterstützungskasse) berücksichtigt. Daten wurden rückwirkend angepasst und entsprechen nicht mehr denen des Nachhaltigkeitsberichts 2019.