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GRI 102-11

Risikomanagement

Die REWE Group ist bestrebt, ökonomische, ökologische und soziale Auswirkungen ihres Handelns, wo immer möglich, in Einklang zu bringen. Dafür prüft sie ihre eigenen Leistungen und Fortschritte kontinuierlich. Zielkonflikte reflektiert sie sowohl mit Expert:innen im eigenen Unternehmen als auch mit externen Anspruchsgruppen.

GRI 102-11:

Vorsorgeansatz oder Vorsorgeprinzip

Als international tätiges Handels- und Touristikunternehmen ist die REWE Group im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeiten unterschiedlichen wirtschaftlichen Risiken wie beispielsweise logistischen Risiken, Preisentwicklung, Gesetzesänderungen und Vorschriften mit zum Teil kurzen Reaktionszeiten ausgesetzt. Ein einheitliches Risikomanagement begegnet diesem Gefahrenpotenzial erfolgreich und sichert nachhaltig Chancen. Jährlich werden die Führungs- und Aufsichtsgremien über die aktuelle Risikolage des Konzerns in standardisierter Form unterrichtet. Hierzu melden die Risikoverantwortlichen über Inventuren stichtagsbezogen relevante Einzelrisiken aus den Risikofeldern. Risiken mit ähnlichen Inhalten und Ursachen werden anschließend auf Ebene der Konzerne zu Risikoarten aggregiert und gemäß ihrem Bedrohungspotenzial für die Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cashflows sowie Reputation der REWE Group klassifiziert.

Für weitere Informationen zum Risikomanagement siehe auch den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021, Seite 24–30.

Analyse der sozialen und ökologischen Risiken in den Lieferketten

Um das Thema Nachhaltigkeit im Bereich der Lieferketten gezielt umzusetzen, arbeitet die REWE Group in Deutschland mit einem Due-Diligence-Ansatz, der sich an den OECD-Richtlinien für verantwortungsvolle landwirtschaftliche Lieferketten orientiert. Der Prozess umfasst fünf Stufen: Risikoanalyse, Ableitung von Schwerpunkten und Zielen, Maßnahmen, Definition und Umsetzung von Maßnahmen, Monitoring und Reporting. Zu weiterführenden Informationen zur Analyse der sozialen und ökologischen Risiken in den Lieferketten siehe Abschnitt Produktbezogene Risikoanalysen.

Klimabezogene Risiken und Chancen

Die REWE Group ist durch den Klimawandel als Handels- und Touristikunternehmen sowohl von physischen als auch von transitorischen Risiken betroffen. Zum einen wirken sich Hitze, Unwetter, Dürren oder Hochwasser auf den Lebensmittelsektor und die Rohstoffgewinnung aus. Die Landwirtschaft trägt laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) weltweit allein 63 Prozent der Schäden und Verluste durch Extremwetterereignisse. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft lagen beispielsweise die deutschen Hektarerträge bei Getreide im Dürresommer 2018 um 16 Prozent unter dem dreijährigen Mittel der Vorjahre. Allein eine Erderwärmung von zwei Grad Celsius könnte die Rohstoffkosten im Lebensmittel- und Getränkesektor nach einer Studie der Wirtschaftsberatung PwC bis 2030 um zehn Prozent steigen lassen. Auch die eigenen Standorte können durch Extremwetterereignisse betroffen sein, wie die Flutkatastrophen im Juli 2021 in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen zeigten. Bei REWE, nahkauf und PENNY wurden allein durch das Hochwasser im Ahrtal insgesamt 55 Märkte zum Teil vollständig zerstört. In der Touristik könnten langfristig ganze Destinationen durch den Klimawandel gefährdet werden. Dazu gehören vor allem Inseln, Küstenregionen oder Skigebiete. Zum anderen ergeben sich im Rahmen der internationalen und nationalen politischen Bemühungen zur Reduktion der Treibhausemissionen wie dem Pariser Klimaabkommen oder dem deutschen Klimaschutzgesetz transitorische Risiken für die REWE Group: Ein Beispiel ist hier die Bepreisung der CO2-Emissionen, die die Kosten für Energie und Rohstoffe steigen lässt. Auch die Gesellschaft fordert immer stärker Klimaschutzmaßnahmen von Politik und Unternehmen ein.

Der Klimawandel hat aber auch Auswirkungen auf das Verbraucherverhalten: Deutsche Verbraucher:innen wünschen sich auch aufgrund der stärker sichtbaren Folgen des Klimawandels nachhaltigere Lebensmittel. So zeigt eine Studie im Auftrag der Verbraucherzentrale Bundesverband 2021, dass für 92 Prozent der Studienteilnehmer:innen die Einhaltung hoher Umweltstandards genauso wie die regionale Herkunft der Lebensmittel wichtig ist, 95 Prozent wollen, dass Beschäftigte in der Lebensmittelproduktion gute Arbeitsbedingungen haben und außerdem hohe Tierschutzstandards eingehalten werden. Zudem können Investitionen in die Transformation – also etwa die Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energien und eine Dekarbonisierung, wie es die REWE Group bereits anstrebt – die zu erwartenden Kosten der negativen Auswirkungen des Klimawandels nicht nur ausgleichen: Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte kann die Wirtschaft durch den grünen Umbau auf lange Sicht stärker wachsen als ohne die Investitionen in das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens.

Die REWE Group hat ihre Auswirkungen auf Umwelt und Klima im Fokus und reduziert kontinuierlich ihre klimarelevanten Emissionen: Nach ihren Klimazielen auf Unternehmensebene (siehe Abschnitt Klimaschutz auf Unternehmensebene) hat die REWE Group im Januar 2022 ihre Leitlinie Klimaschutz in der Lieferkette veröffentlicht, um die Reduktion auch in den Lieferketten voranzutreiben. Die REWE Group will die klimabezogenen Risiken wie auch die Chancen noch stärker analysieren, in die strategischen Prozesse integrieren und entsprechende Maßnahmen ableiten.