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GRI 401

Beruf und Lebensphasen

Der demografische Wandel sowie Entwicklungen der Digitalisierung und Globalisierung verändern die Arbeitswelt und stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Engagierte und zufriedene Mitarbeiter:innen sind die Grundlage für einen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg – sie zu fördern und an das Unternehmen zu binden, ist heute wichtiger denn je.

Der Schwerpunkt Mitarbeiter:innen ist eine der vier zentralen Säulen der Nachhaltigkeitsstrategie der REWE Group. Innerhalb dieser Säule hat die Unternehmensgruppe fünf Handlungsfelder definiert: Werte und Kultur, Ausbildung und Entwicklung, Gesundheit und Sicherheit, Beruf und Lebensphasen sowie Vielfalt und Chancengleichheit.

Herausforderungen gemeinsam meistern: Corona-Pandemie und Fluthilfe

Das Berichtsjahr hat die Mitarbeiter:innen der REWE Group vor besondere Herausforderungen gestellt. Zum einen wie auch schon 2020 aufgrund der Corona-Pandemie, zum anderen aber auch in Bezug auf die Hochwasserkatastrophe in Deutschland.

In Bezug auf Corona waren insbesondere die Vertriebs- und Logistikmitarbeiter:innen von REWE und PENNY während der Pandemie hohen Belastungen ausgesetzt. Um ihre Wertschätzung und ihren Dank auszudrücken, hat die REWE Group wie bereits 2020 Sonderzahlungen an die Mitarbeiter:innen ausgezahlt. In diesen herausfordernden Zeiten war und ist es für das Unternehmen von hoher Bedeutung, Arbeitsplätze zu sichern, Ängste zu nehmen und den Zusammenhalt zu stärken – einmal mehr, da die Beschäftigten der DER Touristik und toom Baumärkte über das ganze bzw. über das erste Halbjahr 2021 zeitweise in Kurzarbeit waren.

In Bezug auf die Flutkatastrophe hat die Unternehmensgruppe betroffenen Mitarbeiter:innen mit freiwilligen Arbeitgeberbeihilfen unterstützt. Diese Zahlungen flossen den Opfern der Flutkatastrophe in den Monaten Juli, August und in geringerem Umfang auch im September zu. In der Regel erhielten die Mitarbeiter:innen 10.000 Euro Unterstützung. In einigen Fällen wurden darüber hinaus in den Monaten Dezember 2021 und Januar 2022 jeweils höhere Beträge als 10.000 Euro ausgezahlt. Dabei haben die Mitarbeiter:innen der REWE Group ihre von der Fluthilfe betroffenen Kolleg:innen und Kollegen mit Spenden in Höhe von knapp 500.000 € unterstützt.

GRI 401: Beschäftigung

Managementansatz

Grundsätze

Die REWE Group schafft ein attraktives und faires Arbeitsumfeld für ihre Mitarbeiter:innen. Dies gelingt unter anderem über eine faire Entlohnung, zusätzliche betriebliche Leistungen über den Tariflohn hinaus, flexible Arbeitszeitmodelle, die sich an die jeweiligen Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen anpassen, und individuelle Angebote, die die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erleichtern.

Umsetzung

Die REWE Group hat den 2014 in Deutschland eingeführten gesetzlichen Mindestlohn begrüßt und trägt die jährlichen Anpassungen stets mit. Im Ausland orientiert sich das Unternehmen an den Tarifen des jeweiligen Landes. Beim Einsatz von Fremdfirmen achten die Unternehmen der REWE Group auf die Einhaltung sozialer Mindeststandards. Seit 2011 gilt bei der Unternehmensgruppe auf nationaler Ebene die „Konzernrichtlinie zum Einsatz von Fremdpersonal“ sowohl für die Zusammenarbeit mit Zeitarbeitsunternehmen als auch für den Einsatz von Fremdkräften im Rahmen von Werk- oder Dienstleistungsverträgen. Nach dieser Richtlinie werden nur Vertragspartner eingesetzt, die zusichern, für ihre Mitarbeiter:innen soziale Mindeststandards und etwaige tarifliche Mindestlöhne sowie den gesetzlichen Mindestlohn einzuhalten. Um sicherzustellen, dass die Vertragspartner die Standards respektieren, hat die REWE Group gemeinsam mit dem TÜV Rheinland ein Auditierungsverfahren entwickelt, das der Prüfdienstleister durchführt. Die Audits werden beispielsweise in den Bereichen Warenverräumung, Kommissionierung und beim Reinigungspersonal umgesetzt. Zudem setzt die REWE Group zahlreiche Maßnahmen und Projekte (siehe Abschnitt Maßnahmen und Projekte) für ein gutes Beschäftigungsverhältnis um.

Zertifizierung durch das audit berufundfamilie

Seit 2009 lassen sich die Vertriebslinien der REWE Group gemäß dem „audit berufundfamilie“ von der berufundfamilie Service GmbH zertifizieren, einer Initiative der gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Mit rund 190.000 Mitarbeiter:innen in Deutschland, die unter das Audit fallen, ist die REWE Group aktuell das größte Unternehmen Deutschlands, das nach dem „audit berufundfamilie“ zertifiziert ist.

Vertriebslinie REWE
Bei der Vertriebslinie REWE sind etwa 2.700 Filialen und Märkte von Kaufleuten sowie sechs Verwaltungs- und sechs Logistikstandorte bereits seit einigen Jahren zertifiziert. Davon profitieren rund 137.000 Mitarbeiter:innen. Zu den Schwerpunktthemen im Jahr 2021 zählten:

  • die Rezertifizierung im ersten Quartal
  • die Festigung und Definition der Rolle der berufundfamilie-Paten (Ansprechpartner:innen für das Thema Beruf und Familie) in den Märkten
  • mobiles Arbeiten für Marktchefs (Vorbereitung der Pilotierung)
  • die Übertragung von Marktmanagement in Teilzeit in den Regelbetrieb
  • die Erstellung einer regionalen Mutterschutzbroschüre

2021 wurde die Webseite „Beruf und Familie“ auf den REWE-Karriereseiten mit vielen Best-Practice-Beispielen zu verschiedenen Lebensphasen und nützlichen Informationen veröffentlicht. Hier können sich Kolleg:innen aus den Märkten digital informieren. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsmanagement konnten zudem weitere Themen platziert werden – beispielsweise zur lebensphasenorientierten Selbsthilfekompetenz (für mehr Informationen siehe Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement).

2020 wurde zum Thema Führung in Teilzeit ein Pilotprojekt durchgeführt, das auch zur Einstellung von Marktmanager:innen in Teilzeit führte. Die 2021 verhandelte Gesamtbetriebsvereinbarung liegt dem Betriebsrat 2022 zur Entscheidung vor, um Führung in Teilzeit im Vertrieb fest zu regeln. Diese Regelung soll anschließend auf den gesamten Außendienst ausgeweitet werden.

Vertriebslinie PENNY
PENNY mit seinen 28.550 Mitarbeiter:innen, die in den Märkten, in der Logistik und der Verwaltung tätig sind, wurde 2018 als erster Discounter in Deutschland mit dem Zertifikat „audit berufundfamilie“ ausgezeichnet – für seine strategisch angelegte familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik. Nach mehreren Workshops und Managementgesprächen erhielt PENNY im Berichtsjahr erneut das Zertifikat „audit berufundfamilie“, gültig für die nächsten drei Jahre. 2021 wurde der Fokus auf folgende Themen gelegt:

  • die Kommunikation guter Best-Practice-Beispiele
  • die Ausarbeitung von Teilzeitkonzepten im Vertrieb
  • die kontinuierliche externe Kommunikation innerhalb der neuen Arbeitgeber-kampagne
  • die Erarbeitung eines nationalen Konzepts für Marktleiter in Teilzeit in den Regionen und die Integration des Konzepts in die Kommunikation

REWE Group-Zentrale
Seit 2012 trägt die REWE Group-Zentrale in Köln mit ihren 5.200 Mitarbeiter:innen das Zertifikat „audit berufundfamilie“ – 2018 wurde sie rezertifiziert. Im Berichtsjahr standen folgende Themen im Fokus:

  • die Rezertifizierung des Zentralaudits
  • Vereinbarkeitswoche berufundfamilie: Im Juni 2021 wurden den Mitarbeiter:innen von Handel Deutschland Zentrale, Holding, Systems, nationaler Verwaltung REWE und nationaler Verwaltung PENNY an drei Tagen 20 Austausch- und Impulsveranstaltungen rund um Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben angeboten. 427 Kolleg:innen der zentralen Verwaltungsstandorte haben an der Vereinbarkeitswoche teilgenommen.
  • Mitarbeiterbefragung (siehe auch Abschnitt Mitarbeiterzufriedenheit): Die Ergebnisse zeigten, dass die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben sehr positiv eingeschätzt wird. Überdurchschnittlich positiv fiel die Bewertung für „Meine Führungskraft bietet mir die Flexibilität, meine Arbeit im Büro oder an einem anderen Arbeitsort auszuüben“ aus.

Vertriebslinie toom Baumarkt
Die Märkte, die Zentrale und die Logistikstandorte von toom Baumarkt mit ihren rund 16.750 Mitarbeiter:innen sind seit 2016 zertifiziert und seit 2019 rezertifiziert. 2022 soll eine weitere Rezertifizierung folgen. Im Berichtsjahr wurde Folgendes erreicht:

  • eine Broschüre zu den Themen Zielvereinbarung und Leistungen
  • die Erstellung von Filmen zur internen und externen Kommunikation
  • Maßnahmen für mobiles Arbeiten
  • der Abschluss einer Betriebsvereinbarung über die Möglichkeit zu Homeoffice nach der Pandemie von bis zu drei Tagen

REWE International Dienstleistung GmbH, Österreich
Die REWE International Dienstleistung GmbH in Österreich trägt seit 2013 das Zertifikat der berufundfamilie Service GmbH ebenso wie die österreichischen Vertriebslinien BILLA (seit 2015), BILLA PLUS (seit 2016), BIPA (seit 2016) und PENNY (seit 2018). Die Zentralbereiche sowie BILLA PLUS wurden 2019 rezertifiziert, BIPA im Jahr 2020. Die Verleihung des Zertifikats fand 2021 statt. Insgesamt profitieren so rund 44.000 Mitarbeiter:innen in Österreich von der Zertifizierung. Im Berichtszeitraum wurden:

  • Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie verstärkt an Mitarbeiter:innen und Führungskräfte kommuniziert
  • Führung in Teilzeit für den Vertrieb pilotiert und die Rahmenbedingungen dafür von Mitarbeiter:innen und Führungskräften diskutiert
  • Konzepte für mobiles Arbeiten an zwei Tagen pro Woche (bei Teilzeitkräften anteilig) für Mitarbeiter:innen und Führungskräfte erarbeitet
  • schriftliche Vereinbarungen über die Anzahl der Homeoffice-Tage nach der Pandemie abgeschlossen.

Auszeichnungen

Der REWE Group wurden im Berichtsjahr folgende Auszeichnungen verliehen:

  • REWE Group, PENNY, REWE: Top Arbeitgeber 2021 (Top Employers Institute)
  • REWE Group, REWE: BEST PLACE TO LEARN (Zertifizierung der betrieblichen Ausbildung) 2019–2022

Mitarbeiterbefragungen zur Zufriedenheit

Einen wesentlichen Bestandteil des wertschätzenden Personalmanagements der REWE Group stellen regelmäßige Mitarbeiterbefragungen dar. Sie bilden die Stimmung im Unternehmen ab und zeigen Handlungsbedarfe auf. Die Befragung richtet sich jedes Jahr an andere Bereiche des Unternehmens.

Im Berichtsjahr nahmen 64 Prozent der über 230.000 Mitarbeiter:innen der REWE Group in den Märkten, den Verwaltungen und der Logistik an der Befragung teil. Sie bewerteten ihre Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz und der Tätigkeit insgesamt gut. Auch das allgemeine Wohlbefinden war trotz der durch die Covid-19-Pandemie veränderten Arbeitsweise hoch. Am besten wurden die Identifikation mit dem Unternehmen sowie Transparenz und Klarheit bewertet. Ebenfalls als sehr gut wurde das Vorgehen im Zuge der Corona-Pandemie wie die Bereitstellung von Informationen und Hygienemaßnahmen wahrgenommen. Die Bewertung der Arbeitsorganisation schnitt hingegen schwächer ab. Den einzelnen Abteilungen wurden differenzierte Auswertungen zur Verfügung gestellt, um auf dieser Basis und gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen konkrete Maßnahmen ableiten zu können.

Bei der Vertriebslinie REWE Markt GmbH wurde die mit den HR-Bereichen konzipierte Befragung des Vertriebs und der regionalen Verwaltungsstandorte 2021 erstmalig komplett digital in zwei Wellen durchgeführt, um Entwicklungen schneller zu identifizieren und eine höhere Teilnahmequote zu erzielen.

  • Im Vertrieb konnte die Teilnahmequote um zehn Prozent zu 2018 gesteigert werden. Insgesamt nahmen 77.436 Mitarbeiter:innen (59 Prozent) von insgesamt 130.445 teil. Das Ergebnis der Befragung fiel insgesamt sehr positiv aus. Die Gesamtzufriedenheit hat sich im Vertrieb in allen Regionen seit der letzten Befragung 2018 verbessert (Note 2021: 1,85, Note 2018: 2,03). Die Befragung soll in Zukunft jährlich stattfinden.
  • Bei den regionalen Verwaltungsstandorten nahmen 2.143 Mitarbeiter:innen (90 Prozent) von insgesamt 2.392 teil. Es konnte ein generell gutes Bewertungsniveau festgestellt werden. Vereinbarkeit von Beruf und Familie, das Betriebsklima und die Führung wurden sehr gut bewertet (Note 1,6). Im Vergleich zu 2016 konnte in den Bereichen Beruf und Privatleben sowie Gestaltungsspielraum eine Verbesserung festgestellt werden.

Maßnahmen und Projekte für ein gutes Beschäftigungsverhältnis

Die REWE Group setzt Maßnahmen und Projekte um, die den Einklang von Beruf und Privatleben erleichtern und ein attraktives Arbeitsumfeld fördern. So wird den Mitarbeiter:innen eine individuellere und flexiblere Gestaltung ihres Arbeitstags ermöglicht – beispielsweise durch Homeoffice-Möglichkeiten, den Wegfall der Kernarbeitszeit sowie eine Ausweitung der Rahmenarbeitszeit. Auch ein flexiblerer Überstundenabbau ist möglich, indem mehrere Zeitausgleichstage zusammenhängend, auch vor oder nach Urlaubstagen, genommen werden können. Diese Maßnahmen wurden verbindlich innerhalb verschiedener Betriebsvereinbarungen verankert.

Mobiles Arbeiten

2021 wurden die Mitarbeiter:innen der REWE Group in den Zentralstandorten bis zum Frühsommer und erneut ab Herbst gebeten, möglichst vom Homeoffice aus zu arbeiten. Basis hierfür ist eine digitale Plattform, die eine ortsunabhängige Zusammenarbeit ermöglicht. Zwischen Juni und September wurde den Mitarbeiter:innen die Rückkehr mittels eines Arbeitssicherheitskonzepts freigestellt, das die gesetzlichen Anforderungen übertraf.

Corona-Pandemie und die neue Arbeitswelt: REWE DNA

Bereits seit 2020 hat sich die REWE Group damit beschäftigt, inwiefern das mobile Arbeiten an den Verwaltungsstandorten der REWE Group optimiert und verankert werden kann. Dafür wurde das Projekt „REWE DNA – Deine neue Arbeitswelt“ ins Leben gerufen. Im Rahmen dessen wurden in einem ersten Schritt Konzepte und Rahmenbedingungen für eine bestmögliche Umsetzung flexiblen Arbeitens erarbeitet. Die Ergebnisse 2021:

  • Flexibles Arbeiten wird in einem Rahmen von 2 Tagen (Orientierungswert) pro Woche angeboten. Die Abstimmung erfolgt zwischen Führungskraft und Mitarbeitendem unter Berücksichtigung der Tätigkeit.
  • Durchführung von Werkstätten (Workshops) in allen Vorstandsressorts mit den Führungskräften
  • Durchführung von Teamworkshops auf verschiedenen Ebenen
  • Regelmäßiges Angebot an virtuellen Informations- und Austauschformaten für Mitarbeiter:innen und Führungskräfte
  • Lernangebote, um Führungskräfte und Mitarbeiter:innen für die neue Arbeitswelt fit zu machen
  • Ausstattung hybrider Meetingräume
  • Austausch von etwa 3.000 Schreibtischen gegen höhenverstellbare Varianten als Vorbereitung auf die Einführung von Desksharing (das Teilen von Arbeitsplätzen) in der Zentrale in Köln
  • Standardisierte technische Ausstattung im Büro und zu Hause
  • Implementierung von Tools für digitale Unterschriften, digitale Whiteboards und Telefonie über Microsoft Teams

Für die zentralen Standorte gingen zum Ende 2021 viele dieser Themen in den Regelbetrieb über. Insbesondere die Change-Begleitung sowie die Kommunikation zur Flächenplanung und Technologie laufen im Rahmen des Projekts weiter.

Auch bei der DER Touristik gehörte mobiles Arbeiten im Berichtsjahr zum gelebten Alltag, ab Herbst 2021 wurde die Homeoffice-Pflicht wieder eingeführt. Alle Mitarbeiter:innen wurden und werden sukzessive mit einem Laptop ausgestattet. Der Projektabschluss hierfür ist für Ende des ersten Halbjahres 2022 geplant, Lieferengpässe können aber zu Verzögerungen führen. Mit dem Gesamtbetriebsrat der DER Touristik konnte die Betriebsvereinbarung Mobiles Arbeiten abgeschlossen werden. Diese bietet allen Beteiligten Flexibilität und Sicherheit für die Zeit nach der Homeoffice-Pflicht.

Kinderbetreuung

Um den Wiedereinstieg in den Beruf nach einer Familienpause zu erleichtern, wurden in den letzten Jahren unternehmenseigene Kinderbetreuungsangebote sowie in einzelnen Regionen Kooperationsverträge für Kindergartenbelegplätze verstärkt ausgeweitet. Die Betriebskindertagesstätten (Kitas) REWELINOS in Köln beispielsweise haben eine Kapazität von 95 Plätzen. In Wiener Neudorf stehen den Mitarbeiter:innen der REWE Group Österreich zwölf Plätze zur Verfügung. Die DER Touristik belegt 23 Plätze in einer Krabbelstube für Kinder unter drei Jahren. Darüber hinaus gibt es in einzelnen Regionen Deutschlands und in Österreich Kooperationsverträge für Kindergartenbelegplätze und/oder Plätze in privaten Kindergärten zu vergünstigten Preisen. Die REWE Group arbeitet stetig an einer Erweiterung. Speziell eingerichtete Eltern-Kind-Büros an allen Zentralstandorten ermöglichen darüber hinaus Mitarbeiter:innen, ihre Kinder im Notfall mit zur Arbeit zu nehmen.

Als Reaktion auf den Lockdown von Februar bis März 2021 gab es von der REWE Group zudem das Angebot einer digitalen Notfallkinderbetreuung: Über die awo lifebalance (siehe nächster Abschnitt) wurde kurzfristig für Mitarbeitende, die akut Bedarf hatten, ein kostenloses virtuelles Kinderbetreuungsangebot mit Mitmachprogramm, Singen oder Spielen eingerichtet, das 471-mal gebucht wurde.

Mit Kooperationen mehr erreichen: awo lifebalance

Die REWE Group arbeitet seit 2008 mit awo lifebalance (ehemals AWO ElternService) zusammen. Der Partner bietet ein breites Angebot an Services rund um die Beratung und Vermittlung von Leistungen in der Kinderbetreuung und Pflege. Es steht allen Mitarbeiter:innen der Zentral- und Regionalstandorte, Märkte und Logistikstandorte in Deutschland zur Verfügung. Im Berichtsjahr wurde der Beratungsservice von REWE- und PENNY-Mitarbeiter:innen knapp über 100-mal in Anspruch genommen, dabei halten sich die Kinderbetreuungs- und Pflegeanfragen die Waage. Zusätzlich bietet die REWE Group über awo lifebalance deutschlandweit Ferienfreizeiten an.

In Deutschland und Österreich bestehen zahlreiche weitere Unterstützungsmöglichkeiten hinsichtlich der Betreuung in den Ferienzeiten. Nach dem Ausfall des Betreuungsangebots aufgrund der Corona-Pandemie 2020 konnten diese subventionierten Angebote im Berichtsjahr wieder stattfinden. Das ein- bis zweiwöchige Feriencampangebot in den Sommerferien wurde von insgesamt 292 Kindern in Deutschland und 317 Kindern in Österreich besucht. Zur Auswahl standen Kidscamp, Sportabenteuer und Englisch-Action-Camps.

toom Baumarkt bietet darüber hinaus für Kinder von Mitarbeiter:innen Nachhilfestunden an, die mit einer Gehaltszulage von 100 Euro brutto pro Monat für eine Laufzeit von sechs Monaten gefördert werden. So sollen eine erschwingliche Förderung ermöglicht und Zeugnissorgen verringert werden. Insgesamt stehen beim Anbieter Studienkreis 250 Plätze zur Verfügung. 2021 wurden die Nachhilfestunden aufgrund der Corona-Pandemie nicht abgerufen. In Österreich werden ebenfalls langfristige Kurse in Zusammenarbeit mit den Organisationen Schülerhilfe und Lernquadrat stark vergünstigt angeboten.

Pflege von Angehörigen

Der Unterstützung von Mitarbeiter:innen in Pflegesituationen kommt zunehmend Bedeutung zu. Als Ergänzung zum Familienpflegezeitgesetz gelten bei der REWE Group Betriebsvereinbarungen, die den Beschäftigten Vorteile bieten. Dazu zählen:

  • Pflege- bzw. Familienpflegezeiten für die Beschäftigten aller Gesellschaften, unabhängig von der Mitarbeiter:innenanzahl. Dieses Angebot wurde 2021 von 152 Mitarbeiter:innen wahrgenommen
  • Bezahlte, zweistündige Freistellung von der Arbeit zur Erledigung von Behördengängen und zur Bearbeitung notwendiger Anträge
  • Einsatz der Beschäftigten an ihren ursprünglichen Arbeitsplätzen nach Beendigung der Pflege- und Familienpflegezeit, soweit dem nicht dringende betriebliche Gründe entgegenstehen

Sabbaticals

Die REWE Group bietet eine Freistellung von der Arbeit im Rahmen eines Sabbaticals an und stößt damit auf positive Resonanz: Insgesamt nahmen im Berichtsjahr 160 Mitarbeiter:innen in Deutschland das Angebot wahr (2020: 131). Das Sabbatical ermöglicht den Beschäftigten, sich innerhalb von zwölf Monaten ohne Angabe von Gründen bis zu sechs Monate vollständig von der Arbeit freistellen zu lassen. Während der Auszeit wird ein entsprechend angepasstes Gehalt ausbezahlt. So bleibt eine fortlaufende Sozialversicherung bestehen.

Altersteilzeit

Außerdem bietet die REWE Group ihren Mitarbeiter:innen eine Altersteilzeit an, um einen Übergang in den Ruhestand zu ermöglichen.

Führen in Teilzeit: Förderung von Jobsharing und Co-Leadership

2021 wurde in der Zentrale Handel Deutschland ein Konzept zur Förderung von Jobsharing/Co-Leadership entwickelt, das Führen in Teilzeit fördern will (siehe auch Abschnitt Zertifizierung durch das audit berufundfamilie). Es wurde bis zum Ende des ersten Quartals 2022 an alle Führungskräfte kommuniziert mit dem Ziel, diese für das Thema zu sensibilisieren.

Zudem wurde Führung in Teilzeit (mit und ohne Tandempartner) in der 2021 durchgeführten Vereinbarkeitswoche berufundfamilie über Best Practices thematisiert. Dies soll zukünftig weiterhin über geeignete Plattformen und Kanäle stattfinden. Des Weiteren wurde ein regelmäßiges, virtuelles Tandem-Café gegründet, das den Tandems, aber auch interessierten Teilzeit-Führungskräften zum kollegialen Austausch dient. Aktuell gibt es bei der REWE Group fünf Jobsharing- und drei Co-Leadership-Tandems in der Zentrale Handel Deutschland.

GRI 401-1:

Neu eingestellte Angestellte und Angestelltenfluktuation

Die Fluktuationsrate der REWE Group-Mitarbeiter:innen ist seit Jahren relativ stabil und bewegt sich zwischen 17 Prozent und 22 Prozent. Im Vergleich zu 2020 (19,1 Prozent) stieg sie 2021 auf 21,1 Prozent an. Der Branchendurchschnitt lag in Deutschland 2020 bei 29,2 Prozent.* Die Personaleintrittsrate bei der REWE Group sank von 21,7 Prozent (2020) auf 21,3 Prozent 2021. Massenentlassungen gab es im Berichtsjahr nicht.

* Informationen aus dem Bericht „Der Arbeitsmarkt in Deutschland 2020“ der Bundesagentur für Arbeit, Oktober 2021. Kennzahl enthält die Branchen Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kraftfahrzeugen.

Eintritte und Austritte

Fluktuation nach Geschäftsfeldern in Prozent

1 Der Sprung ist insbesondere auf die Corona-Pandemie und die daraus resultierende unsichere Geschäftssituation in der Touristik zurückzuführen.

Fluktuation nach Geschlecht und Alter in Prozent

* Aufgrund der geringen absoluten Zahlen können keine aussagekräftigen Quoten berichtet werden.

GRI 401-3:

Elternzeit

Vor und während der Elternzeit erhalten die Mitarbeiter:innen der REWE Group Unterstützung – beispielsweise durch Informationsveranstaltungen zum Thema Elternzeit und Wiedereinstieg.

Für Mitarbeiter:innen der Vertriebslinie REWE gibt es in allen Zentralen und Märkten ein Kontakthalteprogramm für Mütter und Väter. Es soll den Wiedereinstieg nach einer familiären Pause fördern und verbessern. Dabei kommt den Führungskräften die Rolle der Kontakthaltenden zu – ein Leitfaden sowie eine digitale Plattform unterstützen hier ab 2022: Ist beispielsweise eine Mitarbeiterin schwanger, soll die Marktleitung darüber eine Terminerinnerung und einen Gesprächsleitfaden erhalten, auf dessen Basis ein freiwilliges Gespräch geführt werden kann. Der Leitfaden enthält bereits vorher abgefragte Angaben zum gewünschten Umfang des Kontakts. In einem ersten Schritt erfolgt die Programmierung der digitalen Plattform. Die Pilotierung ist für das zweite Quartal 2022 geplant.

In der Zentrale von Handel Deutschland erfolgte die Kommunikation des aktualisierten Kontakthalteprogramms im Februar 2022 über das Intranet sowie über Infoveranstaltungen in Regelterminen der HR-Partner mit den Führungskräften. Des Weiteren wurde die Broschüre „Mutterschutz & Elternzeit“ aktualisiert. Diese stellt Antragsvorlagen, Checklisten und weitere Services für werdende Mütter und Führungskräfte digital über das Mitarbeiter:innen-Onlineportal Gemeinsam.Topfit des betrieblichen Gesundheitsmanagements sowie die gleichnamige App zur Verfügung.

Bei toom Baumarkt wurde 2021 ebenfalls für alle Zentralen und Märkte ein Kontakthalteprogramm für Mütter und Väter kommuniziert und implementiert. Die Mitarbeiter:innen in Elternzeit können zudem auf interne Lernangebote zugreifen und sich in Absprache mit den Vorgesetzten im Learning-Management einbuchen.

In Österreich erhalten Mitarbeiter:innen bei BILLA zur Geburt neben Informationsmaterial zu Schwangerschaft, Karenz und Rückkehr in den Beruf eine „BILLA Babybox“ mit Informationen und Babyprodukten. Während der Elternzeit findet die sogenannte „Karenzjause“ statt. Diese musste im Berichtsjahr coronabedingt ausfallen. Solche informellen Treffen der Eltern in Elternzeit mit ihren Kindern werden beim Arbeitgeber zusätzlich gefördert. Bei BIPA wird werdenden Müttern ein Informationspaket und -gespräch angeboten. Außerdem fördert BIPA den „Papa-Monat“ und die Väterkarenz. Unterschiedliche Teilzeitmodelle sowie Jobsharing unterstützen Wiedereinsteiger:innen.

Rückkehr aus der Elternzeit

Die REWE Group setzt sich verstärkt für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein und gestaltet ihren Mitarbeiter:innen die Rückkehr in den Beruf so einfach wie möglich. 2021 nahmen 12.354 Mitarbeiter:innen in Deutschland und Österreich Elternzeit in Anspruch, davon waren 1.342 Mitarbeiter:innen männlich und 11.012 weiblich. Im Berichtszeitraum sind 4.498 Mitarbeiter:innen wieder an den Arbeitsplatz zurückgekehrt. 88,5 Prozent der Mitarbeiter:innen, die 2021 aus der Elternzeit zurückgekehrt sind, waren zum 31. Dezember 2021 noch bei der REWE Group beschäftigt. Der Anspruch auf Elternzeit ist in Deutschland und Österreich gesetzlich geregelt.

Anzahl der Beschäftigten, die Elternzeit in Anspruch genommen haben

2019 2020 2021
Weiblich 10.426 10.492 11.012
Männlich 1.168 1.184 1.342
Divers 0 0 0
Keine Angabe - 0 0
Gesamt (Scope NH-Bericht) 11.430 11.676 12.354

Anzahl der Beschäftigten, die nach Elternzeit* wieder an den Arbeitsplatz zurückgekehrt sind

2019 2020 2021
Weiblich 3.139 3.170 3.272
Männlich 880 1.051 1.226
Divers 0 0 0
Keine Angabe - 0 0
Gesamt (Scope NH-Bericht) 4.019 4.221 4.498
*
Vollzeit bzw. in Teilzeit oder geringfügig beschäftigt im Rahmen der Elternzeit.

Anzahl der Beschäftigten, die zwölf Monate nach ihrer Rückkehr aus der Elternzeit (Ende der Elternzeit) noch im Unternehmen beschäftigt sind

Anzahl in % aller Männer und Frauen, die 2019 aus der Elternzeit zurückgekehrt sind Anzahl in % aller Männer und Frauen, die 2020 aus der Elternzeit zurückgekehrt sind Anzahl in % aller Männer und Frauen, die 2021 aus der Elternzeit zurückgekehrt sind
2019 2020 2021
Weiblich Austritt innerhalb von 12 Monaten 371 11,5 395 12,5 344 10,8
nach 12 Monaten noch im Unternehmen beschäftigt 2.610 87,6 2.772 87,5 2.827 89,2
Weiblich gesamt 2.981 3.167 3.171
Männlich Austritt innerhalb von 12 Monaten 129 15,3 124 13,7 141 13,4
nach 12 Monaten noch im Unternehmen beschäftigt 714 84,7 783 86,3 909 86,6
Männlich gesamt 843 907 1.050
Gesamt Austritt innerhalb von 12 Monaten 500 13,1 519 12,7 485 11,5
nach 12 Monaten noch im Unternehmen beschäftigt 3.324 86,9 3.555 87,3 3.736 88,5
Divers 0 0 0 0 0 0
Keine Angabe - - - - - -
Gesamt 3.824 4.074 4.221