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GRI 301, 306

Kreislaufwirtschaft

In einer linearen Wirtschaft werden Rohstoffe, die zur Herstellung eines Produkts verwendet werden, nach dessen Gebrauchsdauer nicht mehr in den Kreislauf zurückgeführt. Sie werden also am Ende entsorgt, meistens verbrannt, und können somit nicht wiederverwendet werden. Dies führt zu einem steigenden Ressourcenverbrauch, der Auswirkungen auf Klima und Umwelt hat. Auch die Entstehung von Abfällen – etwa durch Verpackungen – inklusive Lebensmittelabfällen stellt ein ungelöstes Problem im Umgang mit Rohstoffen dar.

Kreislaufwirtschaft ist im Handlungsfeld Umwelt innerhalb der Strategie Grüne Produkte 2030 neben Klima und Biodiversität ein Fokusthema. Es ist das Ziel der REWE Group, Ressourcenverschwendung zu vermeiden, die Wiederverwendung von Verpackungen und Produkten zu erreichen und durch ein hochwertiges Recycling so viele Stoffkreisläufe wie möglich zu schließen. Das Thema Verpackungen ist ein Unterthema der Kreislaufwirtschaft und wird im Kapitel Verpackungen genauer beschrieben.

GRI 301: Materialien

Managementansatz

Grundsätze

In ihrer Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften bekennt sich die REWE Group zu einer effizienten Nutzung der natürlichen Ressourcen Boden, Luft und Wasser sowie von Rohstoffen, Kraft- und Brennstoffen. Dafür optimiert die REWE Group relevante Ressourcenverbräuche in ihren Geschäftsprozessen und setzt produkt- oder rohstoffbezogene Maßnahmen um, die in vor- und nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette ansetzen.

Die REWE Group hat 2021 eine Strategie für Kreislaufwirtschaft in den Lieferketten der Eigenmarken verabschiedet, die bei REWE, PENNY und toom Baumarkt in Deutschland vertrieben werden. Die Strategie wurde in der Leitlinie Kreislaufwirtschaft dokumentiert. Diese soll die Basis bieten, um Kreislaufwirtschaft schrittweise in der Wertschöpfungskette der Produkte zu verankern.

Die strategischen Grundsätze zur Kreislaufwirtschaft, die für den Bereich Verpackungen bereits seit 2020 in der Leitlinie für umweltfreundlichere Verpackungen definiert sind, werden somit um einen ganzheitlichen Ansatz für Produkte und ihre Wertschöpfungsketten ergänzt. So können bestehende Aktivitäten und weitere potenzielle Kreislaufprojekte in einem strukturierten Rahmen zusammengefasst und kommuniziert werden.

Ziel

Die REWE Group verfolgt das Ziel, durch Kreislaufwirtschaft aktiv den Ressourcenverbrauch in der Wertschöpfungskette ihrer Produkte zu senken und so einen positiven Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Das Themenfeld Kreislaufwirtschaft wird in allen relevanten Bereichen berücksichtigt und weiter ausgebaut. Konkrete Ziele und Anforderungen, etwa an Partner und Lieferanten, werden in den Leitlinien Umweltfreundlichere Verpackungen und Nachhaltigere Textilien zusammengefasst. Im Handlungsfeld Bewusster Umgang mit Lebensmitteln unter Abschnitt Projekte und Förderungen berichtet die REWE Group zudem über ihr Engagement gegen Lebensmittelverschwendung.

Umsetzung

Um die Kreislaufwirtschaftsstrategie zu realisieren, setzt die REWE Group in ihren Maßnahmen auf drei Prinzipien: „Reduce, Reuse, Recycle – Vermeiden, Wiederverwenden und Wiederverwerten“. Durch die Anwendung dieser Prinzipien entlang des Lebenszyklus der Produkte der Unternehmensgruppe – von der Rohstoffgewinnung bis zum Konsum – soll Verschwendung vermieden und dafür gesorgt werden, dass Ressourcen so lange und so häufig wie möglich genutzt werden.

  • Reduce – Vermeiden:
    Die REWE Group ist bestrebt, gemeinsam mit ihren Lieferanten die Entstehung von Abfall in der Wertschöpfungskette von Lebensmitteln zu vermeiden, sowohl im Anbau also auch in der Produktion. Bei der Herstellung von Gebrauchs- und Verbrauchsgütern sollen, wo möglich, der Ressourcenbedarf verringert und Produktionsabfälle minimiert werden, beispielsweise durch reduzierten Materialeinsatz. Dafür werden Prozesse weiterentwickelt und Produktinnovationen geschaffen.
  • Reuse – Wiederverwenden:
    Bei den Gebrauchsgütern werden Qualität und Langlebigkeit weiterentwickelt, um Produkte mit langer Nutzungsdauer anzubieten. Bei Verbrauchsgütern, wie z. B. Einweg-Haushaltsartikeln, sollen darüber hinaus nachhaltigere Mehrwegalternativen geprüft werden. Die Unternehmensgruppe untersucht weiterhin Möglichkeiten, um Kund:innen Produkte in Miet- oder Sharingmodellen anzubieten.
  • Recycle – Wiederverwerten:
    Für die Herstellung von Produkten wird, wo möglich, auf Sekundärrohstoffe gesetzt, etwa auf recycelte Kunststoffe oder Recyclingpapier. Die Unternehmensgruppe prüft zudem kontinuierlich Recyclingpotenziale in ihren eigenen Stoffströmen, um auf diese Weise neue Materialkreisläufe zu identifizieren und zu schließen. Reststoffe werden getrennt und einem hochwertigen Recycling zugeführt.

Maßnahmen zur Umsetzung von Kreislaufwirtschaft

Die REWE Group prüft kontinuierlich Potenziale zur Weiterentwicklung von Kreislaufwirtschaft in der Unternehmensgruppe. Hierbei werden der Ressourceneinsatz und das Abfallaufkommen in Schlüssellieferketten untersucht, um darauf aufbauend weitere strategische Maßnahmen und Ziele zu entwickeln.

Auch in Bezug auf unternehmenseigene Stoffströme entwickelt das Unternehmen Ansätze, um Wertstoffe entlang der Wertschöpfungskette wieder in Materialkreisläufe zurückzuführen und den Bedarf an Primärressourcen zu verringern.

In den Sortimenten der Eigenmarken soll verstärkt auf Produkte gesetzt werden, die nach den Prinzipien „Reduce, Reuse, Recycle“ einen positiven Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten.

Schließlich sollen die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft auch in Einkaufsprozesse integriert werden und künftig eine noch größere Rolle in bestehenden Umweltprogrammen spielen.

Ihre Ambitionen unterstreicht die REWE Group durch ihren Beitritt zum EU-Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Unternehmens- und Marketingpraktiken in der Lebensmittelversorgung. Der Kodex wurde gemeinsam von europäischen Verbänden und Unternehmen, den Dienststellen der Europäischen Kommission sowie unter aktiver Beteiligung von internationalen Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Berufsverbänden ausgearbeitet. Die EU-Kommission stellte den Kodex im Juli 2021 im Rahmen der europäischen „Vom Hof auf den Tisch“-Strategie vor. Mit der Unterzeichnung verstärkt die REWE Group unter anderem weiter ihre Bemühungen zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung entlang der Wertschöpfungskette in Zusammenarbeit mit Lieferanten und mit Blick auf ihre Kund:innen.