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GRI 203

Projekte und Förderungen

Als international agierendes Handelsunternehmen trägt die REWE Group Verantwortung über ihr Kerngeschäft hinaus. Mithilfe von starken und langfristigen Partnerschaften sowie engagierten Mitarbeiter:innen setzt das Unternehmen daher eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte und Maßnahmen um, die der Gesellschaft zugutekommen sollen.

Bewusste Ernährung und Bewegung, Chancen für Kinder und Jugendliche, Bewusster Umgang mit Lebensmitteln sowie Artenvielfalt und Umweltschutz sind die vier Handlungsfelder der Säule Gesellschaftliches Engagement innerhalb der Nachhaltigkeitsstrategie der REWE Group. Um diese vier einzelnen Themen voranzutreiben, engagiert sich das Handelsunternehmen in einer Vielzahl von Projekten.

GRI 203: Indirekte ökonomische Auswirkungen

Managementansatz

Grundsätze

Die REWE Group versteht sich als Good Corporate Citizen – das heißt, sie übernimmt im Rahmen ihrer Möglichkeiten Verantwortung dort, wo sie wirtschaftlich tätig ist und wo Hilfe benötigt wird. Die Unternehmensgruppe engagiert sich besonders für Kinder und Jugendliche und setzt sich für eine gesunde Ernährung sowie einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln ein (siehe dazu auch Abschnitt Gesellschaftliches Engagement).

In Bezug auf Spenden und Sponsoring gilt für die REWE Group eine konzernweite Richtlinie, die als grundlegendes Regelwerk dient. Demnach achtet das Unternehmen bei der Durchführung von Projekten und Initiativen darauf, dass diese mit dem Leitbild der REWE Group übereinstimmen und im Einklang mit ihren Compliance- und Nachhaltigkeitsgrundsätzen stehen.

Umsetzung

Im Rahmen ihres gesellschaftlichen Engagements setzt die REWE Group in nationalen Projekten auf langfristige Partnerschaften mit gemeinnützigen Organisationen. Die Zusammenarbeit schafft Zusammenhalt und sichert den Erfolg der Projekte. Das Thema Bildung liegt der REWE Group besonders am Herzen und ist Bestandteil in Projekten aller Vertriebslinien, zum Beispiel durch den Bau von Schulen und die Unterstützung von Bildungseinrichtungen. Zusätzliche Schwerpunkte werden durch das Kerngeschäft der Vertriebslinien definiert sowie durch die vier Handlungsfelder, in denen Projekte entstehen: Bewusste Ernährung und Bewegung, Chancen für Kinder und Jugendliche, Bewusster Umgang mit Lebensmitteln sowie Artenvielfalt und Umweltschutz.

Viele Projekte im Bereich des gesellschaftlichen Engagements werden von den selbstständigen Kaufleuten im Umfeld der Märkte umgesetzt. Die lokalen Aktivitäten machen einen großen Anteil aller Projekte aus und leisten daher einen bedeutenden Beitrag zum Engagement der REWE Group.

Die hier ausgewählten Projekte aus dem Berichtszeitraum konnten größtenteils trotz der durch die Covid-19-Pandemie bedingten Einschränkungen umgesetzt werden. Sie sind im Folgenden sortiert nach:

GRI 203-1:

Infrastrukturinvestitionen und geförderte Dienstleistungen

Die REWE Group fördert in Soforthilfeprojekten Investitionen in Infrastruktur und Dienstleistungen an ihren Standorten sowie in für die DER Touristik relevanten Destinationen und Ländern, in denen besondere Unterstützung dringend erforderlich ist. Die Projekte müssen dabei unter anderem den Förderzwecken der DER Touristik Foundation entsprechen.

Hilfe für die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe in Deutschland

Die Kaufleute, Marktmanager:innen, Marktteams und Verwaltungen der REWE Group haben angesichts der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Mitte Juli 2021 kurzfristig und unbürokratisch Hilfe geleistet. So haben PENNY, REWE, toom Baumarkt, nahkauf und Lekkerland in großem Umfang Lebensmittel und andere dringend benötigte Produkte des täglichen Bedarfs in vielen betroffenen Städten und Gemeinden direkt vor Ort gespendet und Helfer:innen zur Verfügung gestellt.

Zudem hat das Handelsunternehmen, das mit 55 Märkten bei REWE, nahkauf und PENNY selbst von der Flutkatastrophe betroffen war, mit Spenden unterstützt:

  • PENNY rief im Juli die Kund:innen zu Spenden für die Flutopfer auf und verdreifachte die Summe. So konnten der DRK-Hochwasser-Hilfe insgesamt rund 1,35 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.
  • Die REWE Group setzte einen Fluthilfefonds für betroffene Kolleg:innen um – innerhalb weniger Tage und Wochen konnten knapp 1,4 Millionen Euro Soforthilfe ausgezahlt werden, darin enthalten waren knapp 500.000 Euro Spenden von rund 1.300 Mitarbeiter:innen der REWE Group.
  • Bei toom Baumarkt hatten Kund:innen von Mitte Oktober bis Ende Dezember 2021 die Möglichkeit, die Summe ihres Einkaufs auf den nächsten vollen Eurobetrag aufrunden zu lassen. Die gesammelten Aufrundungsbeträge flossen anschließend für den Wiederaufbau an gemeinnützige Organisationen. Insgesamt wurden 20.000 Euro gesammelt, die von toom Baumarkt auf 50.000 Euro aufgerundet wurden.
  • Zur Spendenaktion „Ein Herz für Kinder“ trug REWE mit einer Spende in Höhe von einer Million Euro bei. Insgesamt flossen über diese Aktion der Organisation BILD hilft e. V. 3,7 Millionen Euro in den Wiederaufbau von Kindereinrichtungen, darunter Kitas, Schulen, Spiel- und Sportplätze in den besonders betroffenen Regionen.
  • Durch Pfandspenden einiger REWE-Regionen kamen 61.000 Euro für die Fluthilfe des Deutschen Roten Kreuzes zusammen.

Unterstützung der Menschen in der Ukraine und für Flüchtende

Die REWE Group hat Mitte März 2022 für Notleidende in der Ukraine gespendet. So ist das Unternehmen mit einer Sachspende von knapp tausend Tonnen Lebensmitteln und Hygieneartikeln einem Aufruf des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefolgt. Des Weiteren wurden große Mengen Sachspenden aus den REWE- und PENNY-Märkten an die polnisch-ukrainische Grenze gebracht. Die REWE Group Landesgesellschaften in Osteuropa übernahmen einen Großteil der Erstversorgung. Zudem unterstützte die REWE Group die Spendenaktion des Deutschen Roten Kreuzes zugunsten der Ukraine mit einer Million Euro. Es wurde eine Plattform eingerichtet, über die sich auch die Mitarbeiter:innen an der Spendenaktion beteiligen konnten. Viele Märkte ermöglichten Pfandspendenoptionen und die Kaufleute halfen lokalen Organisationen. So versorgte die REWE Group in Köln die Organisation „Blau-Gelbes Kreuz“ mit Sachspenden und entlastete deren Team mit freiwilligen Helfer:innen.

Die DER Touristik unterstützte die Ukraine-Aktion „Touristik hilft“ beim Aufbau der gleichnamigen Internetseite www.touristik-hilft.de. Dort können Unterkünfte für aus der Ukraine geflohene Menschen eingetragen und nach Art, Größe oder Lage gefiltert werden. Aktuell liegt der Fokus auf den Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz, jedoch können auch andere Regionen eingegeben werden.

Zusammenhalt in der Corona-Pandemie: Unterstützung der Tafeln

Die REWE Group gehört seit 1996 zu den Hauptunterstützer:innen der bundesweit mehr als 950 lokalen Tafeln – und ist seit vielen Jahren Sponsor zahlreicher Veranstaltungen der Tafel Deutschland e. V. Im Berichtsjahr stellte die Corona-Pandemie die Tafeln weiter vor Herausforderungen. Die Nachfrage an das Angebot stieg, es gab aber weniger Unterstützung durch Freiwillige. PENNY und REWE entlasteten hier mit Geld- und Sachspenden. Von dem Verkauf einer Sonderedition von PENNY-Toilettenpapier, die zu mehr Solidarität aufrief, ging ein Teilerlös von 40.000 Euro an die Tafeln. Zudem wurden insgesamt 100.000 Corona-Selbsttests gespendet. Erneut unterstützte die REWE Group die Mitgliederversammlung der Tafeln als Hauptsponsor, die erstmals digital stattfand. Des Weiteren wurden zur Feier des 25-jährigen Jubiläums der Partnerschaft zwischen Tafel und REWE 10-mal 1.000 Euro an lokale Tafeln verlost.

Trotz coronabedingter Auflagen konnte auch die seit 2009 jährlich stattfindende Aktion „Gemeinsam Teller füllen!“ umgesetzt werden: REWE- und nahkauf-Märkte sowie der REWE Online-Shop riefen Kund:innen dazu auf, Spendentüten zu kaufen. Diese sind mit haltbaren Nahrungsmitteln wie Nudeln, Reis oder Suppe gefüllt. Bundesweit konnten nahezu alle 950 Tafeln mit insgesamt rund 544.000 Tüten im Wert von über 2,5 Millionen Euro versorgt werden. 40.000 Tüten davon spendete die Vertriebslinie REWE.

Spendenprojekte von Mitarbeiter:innen

Seit elf Jahren spenden viele Mitarbeiter:innen der REWE Group monatlich einen festen Betrag von ihrem Gehalt für Bildungsprojekte der Kindernothilfe in Haiti, insbesondere für das erdbebensichere Collège Véréna in Port-au-Prince. Bis heute kamen so über vier Millionen Euro zusammen. Ende 2020 wurde das Mitarbeiter-Spendenprojekt neu aufgesetzt und um Wunschprojekte erweitert. Die Mitarbeiter:innen aller Vertriebslinien konnten in einem Voting über neue Spendenprojekte abstimmen. Im April 2021 startete die Spendenphase zu folgenden gewählten Projekten:

  • Little Home Köln e.V. – Minihäuser für obdachlose Menschen (siehe Abschnitt Minihäuser für Obdachlose)
  • Kindernothilfe e. V. – Die schützende Schule in Haiti (siehe Abschnitt Gemeinsam für Haiti)
  • DER Touristik Foundation e. V. – Black Mambas (siehe Abschnitt Die DER Touristik Foundation, Black Mambas, Südafrika)
  • Tafel Deutschland e. V. – Kinder- und Jugendfonds: Die lokalen Tafeln setzen sich mit Projekten dafür ein, dass benachteiligte Kinder und Jugendliche deutschlandweit die gleichen sozialen und kulturellen Bildungschancen haben wie Gleichaltrige aus wohlhabenderen Familien. Der Fonds finanziert unter anderem altersgerechte Koch- und Umweltprojekte.

Minihäuser für Obdachlose

toom Baumarkt unterstützt den Verein Little Home Köln e. V. seit 2019 mit Baumaterial für die „Little Homes“. Die mobilen Minihäuser bieten Obdachlosen geschützten Wohnraum und unterstützen sie damit bei ihrem Weg zurück in die Gesellschaft. 2021 konnten 18 Minihäuser gebaut werden, seit 2019 sind es damit insgesamt 48.

Gemeinsam für Haiti

In Haiti engagiert sich die REWE Group seit dem Erdbeben 2010 zusammen mit der Kindernothilfe für einen besseren Zugang zu Bildung für Kinder und Jugendliche. Gemeinsam mit Spenden ihrer Mitarbeiter:innen und Kaufleute ermöglichte die REWE Group den Wiederaufbau des vom Erdbeben komplett zerstörten Collège Véréna, einer Schule in einem Armutsviertel von Port-au-Prince. Rund 1.500 Kinder können hier zur Schule gehen.

Zudem ermöglichten seit 2015 verschiedene Projekte Restavèk-Kindern – so werden die Kinder genannt, die aus ländlichen Regionen von ihren armen Familien als Arbeitskräfte zu Gastfamilien in die Stadt geschickt werden – eine schulische Grundausbildung. Ein Stipendienprogramm der REWE Group unterstützt seit 2016 besonders bedürftige Absolvent:innen des Collège Véréna sowie Restavèk-Kinder bei einer Berufsausbildung oder einem Studium.

Durch den abgeschlossenen Wiederaufbau des Collège Véréna endete 2020 das Mitarbeiter:innenspendenprogramm. Die Schule und das Stipendienprogramm für begabte Absolvent:innen werden durch einen Fonds bis 2025 weiter unterstützt. Auch Instandhaltungsarbeiten und notwendige Anschaffungen ermöglichen die Gelder, ebenso wie Kinderpatenschaften und die jährliche Weihnachtsfeier.

Mit dem Vorhaben „Schützende Schule“ ist die Kindernothilfe in Haiti erneut Teil der Empfängerprojekte des Mitarbeiter:innenspendenprogramms. Die Schule liegt in einem Slum in Levêque, der von Erdbebenüberlebenden notdürftig errichtet wurde, zwei Stunden nördlich von Port-au-Prince. Hier lernen Kinder nicht nur, sich selbst vor Gewalt und Naturkatastrophen zu schützen, sondern auch ihre Umwelt. Denn laut Kindernothilfe geht die Gewalt zurück, wenn die Stadtteile grüner und wohnlicher werden.

Im August 2021 war Haiti wieder von einem schweren Erdbeben betroffen. Im Südwesten des Landes verloren viele Menschen ihr Zuhause. Für die betroffenen Kinder hat die Kindernothilfe in Haiti Zentren errichtet, in denen sie Schutz, Unterstützung und warme Mahlzeiten fanden. Die REWE Group unterstützte hier mit einer zusätzlichen Spende von 23.000 Euro.

Die DER Touristik Foundation

Mit ihrem gemeinnützigen Verein DER Touristik Foundation bekennt sich die DER Touristik als international agierender Reisekonzern zu ihrer sozialen Verantwortung gegenüber den Menschen und der Natur in den Reiseländern. Das Potenzial des Tourismus soll genutzt werden, um die Umwelt zu schützen und die wirtschaftliche Entwicklung in den gastgebenden Ländern zu fördern. Mit der DER Touristik Foundation bündelt die DER Touristik ihr gesellschaftliches Engagement über die Geschäftstätigkeit hinaus und stellt sicher, dass Förderprojekte wirksam und nachhaltig unterstützt werden.

Die DER Touristik Foundation setzt sich dafür ein, die sozialen und wirtschaftlichen Lebensumstände der Menschen und die ökologischen Lebensräume in weniger entwickelten touristischen Regionen weltweit zu fördern und zu schützen. Bildungsmaßnahmen sollen Perspektiven schaffen und die Menschen vor Ort befähigen, Armut und Ungleichheit zu verringern, zu Wachstum und Wohlstand beizutragen und sich für den Erhalt von Natur und Tierwelt einzusetzen.

So hat die DER Touristik Foundation seit 2014 den Bau und die Renovierung von mehr als 62 Schulen in 21 Ländern auf fünf Kontinenten vorangetrieben. Allein 2021 konnten mithilfe der Spendengelder insgesamt vier Schulbauprojekte umgesetzt werden. Je eine Schule in Kenia, Madagaskar und Indien wurde neu gebaut, eine Schule in Südafrika wurde mit Desinfektionsmitteln und Hygienestationen, Plexiglasscheiben für die Schüler, Schutzvisieren für die Lehrer und weiteren Tischen/Stühlen coronagerecht ausgestattet. Mithilfe dieser Projekte erhalten Kinder und Jugendliche Zugang zu Bildung und damit erhöhte Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben.

Gemeinsam – auch in schwierigen Zeiten: Unterstützung während der Corona-Pandemie

Auch 2021 reisten aufgrund von Covid-19 weniger Menschen als vor der Pandemie. Gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern kam es dadurch vielerorts zu keinen oder geringen Einnahmen, auch erhielten Hilfsorganisationen weniger Spendengelder. 2020 hat die DER Touristik Foundation daher entschieden, einige bereits abgeschlossene Projekte weiter zu fördern. Dazu gehörte 2021 unter anderem die Bildungseinrichtung KOTO in der Nähe von Hanoi in Vietnam. Jugendliche, die aus schwierigen Verhältnissen kommen und teilweise von sexuellem Missbrauch betroffen sind, können hier eine Ausbildung in der Gastronomiebranche absolvieren. Die DER Touristik Foundation hatte von 2017 bis 2019 die Renovierung und den Ausbau des KOTO-Trainingsrestaurants unterstützt. Im Berichtsjahr finanzierte die DER Touristik Foundation den Unterricht für 100 Trainees, damit die Jugendlichen ihre Ausbildung und Zukunftschancen nicht verlieren.

2021 unterstützte die DER Touristik Foundation erstmalig folgende Projekte. Sie sind in der Broschüre „Auf gutem Weg“ zusammengefasst:

  • Hotelausbildungszentrum, Thailand: Das Pimali-Zentrum in Nong Khai bietet jungen Thailänder:innen aus benachteiligten Verhältnissen sowie Waisen einen professionellen Ausbildungsrahmen. Es nimmt jedes Jahr junge Menschen auf, die mindestens 15 Jahre alt sind und die Schule abgeschlossen haben. Die Ausbildung mit dem Schwerpunkt „Learning by doing“ ermöglicht den Erwerb von Kompetenzen in verschiedenen Bereichen der Hotellerie und deren Umsetzung während eines sechsmonatigen Praktikums bei Hotelpartnern. Die DER Touristik Foundation finanziert fünf der Ausbildungsplätze im Pimali-Zentrum sowie das sechsmonatige Anschlusspraktikum in Partnerhotels.
  • Korallenriffwiederherstellung, Karibik: Die DER Touristik unterstützt ein Pilotprojekt auf der Karibikinsel Barbados, die an den Riffen ihrer Süd- und Westküste eine erhebliche Korallensterblichkeit zu beklagen hat. Hier soll mittels der sogenannten Biorock-Technologie das Korallenwachstum beschleunigt und so die Artenvielfalt im Meer erhalten werden. Gestelle aus Baustahl und Metallgewebe, durch die schwacher Gleitstrom fließt, werden im Meer versenkt. Durch elektrochemische Prozesse bildet sich darauf nach und nach eine feste Kruste aus den im Meerwasser gelösten Salzen Aragonit und Brucit. So wächst auf der Oberfläche dieser künstlichen Korallenriffe pro Jahr ein bis zu drei Zentimeter solider Kalkstein. Das Projekt ist mit Echtzeitüberwachungssystemen ausgestattet, die für die Dauer eines fünfjährigen Monitoringprogramms Daten zur Wasserqualität sammeln. Ergänzt wird das Projekt durch eine umfassende Aufklärungsarbeit, die insbesondere Schüler und Jugendliche für das Programm sensibilisieren soll.
  • Schildkrötenschutz, Indischer Ozean: Nach dem Schiffsunglück im Juli 2020 vor der Küste der Île aux Aigrettes auf Mauritius waren die an den Stränden lebenden und für die mauritischen Lebensräume wichtigen Aldabra-Schildkröten durch Öldämpfe massiv bedroht. Um ihren Fortbestand zu sichern, werden seitdem Babyschildkröten aus ihrem ursprünglichen Lebensraum, dem Naturschutzreservat auf der Île aux Aigrettes, für zwei Jahre zu einer Aufzuchtstation nach Round Island gebracht, wo sie unter Beobachtung und geschützt heranwachsen. Die tägliche Pflege beinhaltet regelmäßige medizinische Check-ups, auch ausreichend Futter und Gewichtskontrollen. Nach zwei Jahren sind die Aldabra-Schildkröten kräftig genug und werden auf die Île aux Aigrettes zurückgesetzt. Dort wurde mit internationalen Expert:innen und Anwohner:innen daran gearbeitet, die Folgen der Ölkatastrophe abzumildern.

Darüber hinaus engagiert sich die DER Touristik Foundation im Rahmen folgender Projekte:

  • Nashörner-Schutz, Südafrika: Seit 2013 schützen die Black Mambas, 36 junge Frauen aus der Region, die rund 13.000 Nashörner des Krüger Nationalparks vor Wilderei. Diese ist durch das Ausbleiben von Touristen in Pandemiezeiten und damit fehlendes Einkommen wieder gestiegen. Die DER Touristik Foundation finanziert der Gruppe seit 2020 eine mehrwöchige Auffrischungsschulung zur Wildtierexpertin. Die Initiative wurde im Berichtsjahr zu einem der Mitarbeiter:innenspendenprojekte gewählt. Für das Bush-Babies-Programm vor Ort stellt die DER Touristik Foundation ebenfalls die Mittel: So werden rund 1.300 Kinder und Jugendliche aus lokalen Schulen für die Themen Umwelt, Ernährungssicherheit und Tierschutz sensibilisiert.
  • Bildung, Kambodscha: Die DER Touristik Foundation fördert seit 2019 über ein Projekt der Organisation Smiling Gecko e. V. die Ausbildung von zehn jungen Kambodschaner:innen im touristischen Bereich. Trotz der Corona-Pandemie konnte die Ausbildung 2021 fortgesetzt werden.
  • Meeresschutzgebiet, Griechenland: Für das Schutzgebiet von Robben, Schildkröten und Delfinen auf der griechischen Insel Lipsi wurden mit der Unterstützung der DER Touristik Foundation eine Tierklinik und ein Besucherzentrum gebaut und 2021 fertiggestellt. Aufgrund coronabedingter Verzögerungen wurde die Eröffnung und Inbetriebnahme auf 2022 verschoben.
  • Bildung, Tansania: Die DER Touristik Foundation unterstützt seit 2016 Projekte im Simanjiro-Distrikt südlich des Kilimandscharo, darunter den Bau und die Ausstattung verschiedener Schulen oder die Errichtung eines Massai-Frauen-Seminarzentrums. Seit 2020 läuft der Bau eines Handwerkerzentrums für Schulabgänger:innen der Sekundarschule, die eine Schreiner- oder Schlosserausbildung machen wollen.
  • Umweltbildung, Tansania: Mit dem Umweltbildungsprogramm „Living in Harmony with Nature“ fördert die DER Touristik Foundation seit 2017 an Sekundarschulen im Simanjiro-Distrikt das Bewusstsein von Jugendlichen für die Bedeutung der Wildtiere und den Erhalt der natürlichen Ressourcen.

GRI 203-2:

Erhebliche indirekte ökonomische Auswirkungen

Die Geschäftstätigkeiten der REWE Group wirken sich erheblich indirekt ökonomisch aus: In ihren Märkten und Reisebüros beschäftigt die REWE Group national sowie international insgesamt rund 380.000 Mitarbeiter:innen. Durch die Eröffnung neuer Märkte profitieren die Gemeinden von Infrastrukturinvestitionen, Steuern und Abgaben sowie von den vielfältigen sozialen Aktionen der Mitarbeiter:innen, Marktleiter:innen und selbstständigen Kaufleute. Die REWE Group gibt somit wichtige Impulse für die Entwicklung und Förderung der Regionen, in denen die Märkte ansässig sind.

Projekte zur Förderung gesunder Ernährung und Bewegung

Seit 2000 unterstützt die REWE Group als Gründungsmitglied den Verein „5 am Tag“. Ziel ist es, den Verzehr von Obst und Gemüse auf fünf Portionen am Tag zu steigern – für eine gesunde Ernährung. Außerdem fördert die REWE Group beispielsweise im Rahmen ihrer Mitgliedschaft bei der Stiftung Verbraucherschutz die Vermittlung von Verbraucherkompetenz. Des Weiteren engagiert sie sich im Rahmen folgender Projekte:

Mit Bildungsarbeit gesunde Ernährung fördern und vermitteln

Mit der Tafel Deutschland e. V. und weiteren Partnern stellt REWE teilnehmenden Schulen sogenannte Power Kisten zur Verfügung. Sie beinhalten wechselnde und von Ernährungsexpert:innen ausgewählte Lebensmittel für die Zubereitung eines Frühstücks in der Klassengemeinschaft. So soll Kindern ein gesunder Start in den Tag ermöglicht werden. Ende 2021 erhielten 23 Schulen und damit über 1.400 Kinder von Montag bis Freitag täglich die Power Kiste. Im gesamten Schuljahr 2020/21 wurden so knapp 122.000 Frühstücke zur Verfügung gestellt. Durch die pandemiebedingten Schulschließungen musste das Projekt zeitweise ausgesetzt werden. Seit 2009 erhielten so knapp 15.000 Kinder über 1,8 Millionen Frühstücke. Unterstützt wird das Projekt durch Spenden von Marken wie Chiquita, Danone, Ehrmann, FrieslandCampina, Mondelez, Nestlé, Unilever, Zentis, Henkel, Rügenwalder Mühle und der zur REWE Group gehörenden Eurogroup.

2021 nahmen erstmals elf weitere Schulen am Projekt „Power Kiste Light“ teil. In diesem Konzept werden sie mit Frühstücksartikeln des REWE Lieferservices beliefert.

In einigen Regionen Deutschlands fördert REWE außerdem Ernährungsworkshops. Ziel ist es, Kinder in Kindertageseinrichtungen darin zu unterstützen, spielerisch etwas über gesunde Ernährung zu lernen. Dazu werden digitale Medien in der täglichen Bildungsarbeit genutzt. Seit 2009 haben über 250.000 Kinder an von REWE geförderten Ernährungsworkshops teilgenommen. Im Berichtsjahr fanden 432 Workshops (2020: 380, 2019: 925) für rund 8.600 Kinder statt. Aufgrund der Covid-19-Pandemie konnten nicht alle Workshops wie geplant durchgeführt werden.

Torhunger: Gesunde Ernährung im Fußball etablieren

Seit 2008 fördert die Vertriebslinie REWE als offizieller Ernährungspartner des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) eine gesunde Ernährung im Sport. Seit 2019 stehen dabei Kinder und Jugendliche im Fokus: Im Rahmen der Kampagne „Torhunger“ unterstützt REWE sie mit Fußball-Camps, in denen ihnen, etwa in Praxismodulen, wichtige Grundlagen zur richtigen Ernährung vermittelt werden. Bis Ende 2021 wurden über 1.400 solcher Camps für fast 60.000 Kinder durchgeführt.

Projekte zur Förderung von Chancen für Kinder und Jugendliche

Die REWE Group engagiert sich seit Langem gezielt für Projekte, die die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fördern. Ein wichtiger Ansatz ist dabei die Unterstützung von Ehrenamtlichen und lokalen Organisationen, die Wissen und Erfahrung im direkten Kontakt weitergeben.

Als Wirtschaftspartner Erfahrungen teilen: Lernen macht Schule

Durch die Bildungs- und Integrationsinitiative „Lernen macht Schule“ profitieren Kinder sozial benachteiligter Familien und Student:innen der Wirtschaftsuniversität Wien mit- und voneinander. Rund 140 sogenannter Lernbuddies der Universität betreuen jedes Semester etwa 260 Kinder und Jugendliche in Caritas-Einrichtungen. Während der Lockdownphasen mit Schulschließung wurden 2021 wie im Vorjahr erneut digitale Kanäle genutzt. Der Kontakt soll empathische Sichtweisen und die Persönlichkeit stärken. Die REWE Group in Österreich fungiert als Wirtschaftspartner und präsentiert sich zeitgleich als attraktiver Arbeitgeber.

Als weiteres Mentoringprojekt setzt die REWE Group das Patenschaftsprogramm EHRENSACHE in Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation Joblinge um, die Praktika und Einstiegsqualifizierungen an sozial benachteiligte Jugendliche vermittelt.

PENNY unterstützt seit 2018 als Sponsor den Bundeswettbewerb „Bestes Junior Unternehmen“ der IW JUNIOR, einem Tochterunternehmen des Instituts der deutschen Wirtschaft. Für den Wettbewerb, der auf Landes-, Bundes- und später sogar auf EU-Ebene stattfindet, entwickeln die teilnehmenden Schüler:innen eine Geschäftsidee und erproben sie für die Dauer eines Schuljahres.

Förderpenny unterstützt lokale Kinder- und Jugendförderung

Mit dem Förderpenny (ehemals Förderkorb) unterstützt die Vertriebslinie PENNY seit 2015 lokale gemeinnützige Organisationen, die sich in der Kinder- und Jugendförderung engagieren. 2021 vergab PENNY Fördergelder in Höhe von 266.000 Euro an insgesamt 123 Gewinner in 41 Nachbarschaftsregionen. Aus über 850 Bewerbern wählten regionale Jurys zunächst drei Sieger pro Nachbarschaftsregion aus, die ein Preisgeld in Höhe von je 2.000 Euro erhielten. Im nächsten Schritt hatten Kund:innen und Unterstützer:innen der Organisationen die Möglichkeit, für einen der drei Sieger aus ihrer Nachbarschaft abzustimmen. Alle erstplatzierten Organisationen erhielten für ein Jahr die Kundenspenden der Märkte aus ihrer Nachbarschaft: Kund:innen unterstützten mit dem Satz „Stimmt so!“ beim Bezahlvorgang den erstplatzierten Verein aus der Umgebung, indem der Einkaufsbetrag auf den nächsten 10-Cent-Betrag aufgerundet wurde. Seit Beginn der Initiative wurden Fördergelder in Höhe von über 2,2 Millionen Euro ausgeschüttet, davon rund eine Million Euro aus Kundenspenden.

Im Berichtsjahr wurden darüber hinaus aus allen Erstplatzierten drei Bundespreisträger bestimmt, die Preisgelder in Höhe von insgesamt 20.000 Euro erhielten. Ausgezeichnet wurden der Kinder- und Jugendhilferechtsverein Dresden, das Jugend- und Kulturzentrum Stockumer Schule sowie der Coming Out Day e. V.

Im Rahmen von „Aufrunden“ engagiert sich auch die REWE Group in Österreich mit den Handelsfirmen BILLA, BILLA Plus, BIPA und PENNY. Dank der Unterstützung der Kund:innen kam im Berichtsjahr eine Summe von über 196.000 Euro zusammen. So konnten seit 2013 bis Ende 2021 insgesamt 1,3 Millionen Euro gespendet werden. Gefördert werden Projekte der Caritas, darunter Lerncafés, spezielle Bildungsprogramme oder Mutter-Kind-Häuser.

Spenden bei nahkauf

Das REWE-Vertriebsformat nahkauf engagiert sich seit 2009 für den Verein BILD hilft e. V. „Ein Herz für Kinder“, der Kinder und Familien in Notsituationen unterstützt. 2021 wurden insgesamt 400.000 Euro an die Organisation gespendet. Seit Beginn der Partnerschaft kamen somit über 3,6 Millionen Euro zusammen.

Für Barrierefreiheit und inklusive Spielplätze: Kooperation mit der Aktion Mensch

Seit 2020 fließt aus jedem bei PENNY und REWE verkauften Artikel der Eigenmarke „babytime“ ein Cent an einen ausgewählten, wechselnden Projektpartner der Aktion Mensch. 2021 kamen knapp 165.000 Euro zusammen. Mit diesen Mitteln wurde der Aufbau eines Kita- und Schulinklusionsassistenzdienstes unterstützt. Ziel dieses Projekts ist es, etwa 60 beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen einen inklusiven Kita- oder Schulbesuch in regulären Einrichtungen zu ermöglichen, indem sie von Inklusionsassisten:innen begleitet werden.

Um die motorische und soziale Entwicklung schon im frühen Kindesalter zu fördern, unterstützt REWE außerdem gemeinsam mit der Aktion Mensch und Procter & Gamble die Errichtung inklusiver Spielplätze. Seit April 2018 geht mit jedem Kauf eines Procter & Gamble-Produkts eine Spende von einem Cent an das Projekt „Stück zum Glück“ für inklusive Spielplätze – seit 2019 über 1,3 Millionen Euro. Bis Ende 2021 konnten mit dem Geld 33 inklusive Spielplätze in ganz Deutschland gebaut oder erweitert werden.

In vielen REWE-Märkten können Kund:innen auch mit ihren Pfandspenden lokale Förderprojekte der Aktion Mensch sowie lokale Organisationen ihrer Wahl unterstützen. 2021 wurden auf diese Weise über 1,95 Millionen Euro in 1.548 Märkten generiert und gespendet.

Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe

Inklusion ist auch bei toom Baumarkt ein wichtiges Thema. Seit 2014 kooperiert die Vertriebslinie daher mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Ziel ist es, im lebendigen Austausch miteinander Barrieren abzubauen und Kund:innen die Themen Inklusion und Vielfalt näherzubringen. Zu diesem Zweck unterhalten 40 toom Baumärkte im gesamten Bundesgebiet Partnerschaften mit Einrichtungen der Lebenshilfe in ihrer Stadt oder Region. Das Engagement setzt sich aus folgenden Projektschwerpunkten zusammen:

  • lokale Aktionen an den toom Baumärkten – wie ein gemeinsamer Verkauf von Weihnachtsbäumen
  • Veröffentlichung der Broschüre „Selbermachen leicht gemacht“ zu drei beliebten Heimwerkerthemen sowie eines Videos in leicht verständlicher Sprache
  • Werkstattaußenplätze für Menschen mit Behinderung im toom Baumarkt

Ein besonderer Fokus liegt auf der Inklusion von Arbeitnehmer:innen. So hat toom Baumarkt in 21 Märkten ausgelagerte Arbeitsplätze von Lebenshilfe-Werkstätten eingerichtet. Aufgrund der Covid-19-Pandemie konnten im Berichtsjahr sowohl bei den Werkstattaußenplätzen als auch den lokalen Aktionen keine neuen Maßnahmen umgesetzt werden. Die lokalen Partnerschaften blieben weiterhin bestehen.

Projekte zur Förderung des bewussten Umgangs mit Lebensmitteln

Die REWE Group ist bestrebt, Lebensmittelverschwendung auf ein Minimum zu reduzieren (siehe auch Abschnitt Kreislaufwirtschaft und Verpackungen). Dafür engagiert sie sich in den vorgelagerten Erzeugerstufen und in den eigenen Märkten. Moderne Prognosesysteme und automatisierte Bestellverfahren, unterstützt durch die kaufmännische Erfahrung der Mitarbeiter:innen, ermöglichen schon heute eine sehr gute und bedarfsgerechte Versorgung der Märkte mit frischer Ware. Kurze Transportwege zwischen Lagerstandorten und den Märkten, eine lückenlose Kühlung von der Herstellung bis ins Regal, aber auch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter:innen tragen dazu bei, die Verlustquoten auf ein Minimum zu reduzieren. Mittlerweile verkaufen PENNY und REWE im Jahresdurchschnitt über 98 Prozent ihrer Lebensmittel. Lebensmittel, die nicht mehr verkauft, aber dennoch bedenkenlos verzehrt werden können, stellt REWE bereits seit 1996 und PENNY seit 2007 kostenlos den bundesweit über 950 lokalen Tafel-Initiativen zur Verfügung. Ergänzend dazu arbeiten beide Vertriebslinien mit dem Verein foodsharing e. V. zusammen. Auch Lekkerland engagiert sich gegen Food Waste, indem die Märkte der Vertriebslinie Lebensmittel an die Tafeln abgeben. Darüber hinaus motiviert das Unternehmen im Rahmen einer Partnerschaft mit „Too good to go“ Geschäftspartner:innen dazu, den Verbraucher:innen die App „Too good to go“ anzubieten. Diese werden darüber mit Gastronomiebetrieben und Geschäften verbunden, die nicht verkaufte, überschüssige Lebensmittel abzugeben haben.

Da ein Großteil der Lebensmittelverluste bei den Verbraucher:innen anfällt, setzt die REWE Group auf Information und Aufklärung ihrer Kund:innen. Die Vertriebslinie PENNY engagiert sich seit Jahren zu diesem Thema und gibt beispielsweise Tipps zur optimalen Lagerung von Lebensmitteln und zur kreativen Resteverwertung. Seit 2019 werden ausgewählte Eigenmarkenprodukte wie Joghurt, Sahne und Butter im Rahmen der Kampagne „Kostbares retten“ mit dem Hinweis „Riechen. Probieren. Genießen.“ in direkter Nähe zum Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet.

Aktion Retterregal

Im Oktober 2021 startete online und im Nachhaltigkeitserlebnismarkt PENNY Grüner Weg in Berlin die Aktion Retterregal. Im Rahmen dieser Aktion waren drei Monate lang Produkte von vier ausgewählten Start-ups zu finden, die Produkte aus Lebensmittelresten oder nicht mehr verkäuflichen Lebensmitteln herstellen und somit einen Beitrag zur Lebensmittelrettung leisten. Die teilnehmenden Start-ups waren:

  • Rettergut: Verarbeitet Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern zu Bio-Aufstrichen und Erfrischungsgetränken.
  • Helden Brot & Knödelkult: Schenken unverkauftem Brot ein zweites Leben – in Form von Brot-Chips und Semmelknödeln.
  • Zero Bullshit: Stellt Snacks aus Rohstoffen her, die bei der Lebensmittelproduktion übrig bleiben und nicht weiterverarbeitet werden, etwa Cracker aus Sonnenblumenkernmehl, das bei der Herstellung von Sonnenblumenöl anfällt
  • wisefood: Produziert essbares Einweggeschirr, beispielsweise aus verzehrbaren Apfelfasern, die bei der Apfelsaftproduktion übrig bleiben.

Das Projekt wurde wissenschaftlich vom gemeinnützigen internationalen Think and Do-Tank Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production in Wuppertal und vom Thünen-Institut begleitet. Ziel war es, die Wirkung auf die Sensibilisierung der Kund:innen und die tatsächliche Kosten-Nutzen-Bilanz der Lebensmittelverschwendung zu messen. Die Ergebnisse sollen im Laufe des Jahres 2022 folgen.

Lebensmittelverschwendung gemeinsam reduzieren

Seit Ende 2019 ist die REWE Group mit den Vertriebslinien REWE und PENNY Mitglied des „Nationalen Dialogforums Lebensmittelverschwendung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Das Unternehmen unterstützt damit die nationale Strategie zur Reduktion der Lebensmittelverschwendung und signalisiert so sein Bestreben, zum weltweiten Ziel, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 um 50 Prozent zu verringern, beizutragen. Im Rahmen des Dialogforums werden Maßnahmen zur Reduktion der Lebensmittelverschwendung entwickelt. 2021 wurden erneut im Rahmen einer Messung alle Lebensmittelverluste des Vorjahres erfasst und in einem Bericht des Thünen-Instituts veröffentlicht. In diesem Zeitraum ist mit Lekkerland auch die Vertriebslinie Convenience dem Dialogforum beigetreten und ergänzt die Datengewinnung aus dem Großhandel. Im nächsten Schritt vereinbaren die Projektpartner gemeinsame, konkrete Reduktionsziele. Eine Veröffentlichung der Zielvereinbarung ist für Sommer 2022 geplant.

Die REWE Group engagiert sich des Weiteren als Partner von „Tafel macht Zukunft – gemeinsam digital“. Das Projekt hat das Ziel, die Lebensmittelrettung durch die Tafeln mit digitalen Lösungen zu vereinfachen, um zukünftig noch mehr Nahrungsmittel vor dem Müll zu retten und an Bedürftige weiterzugeben. Im Berichtszeitraum wurde der digitale Lieferschein erstmals in PENNY- und REWE-Märkten getestet und wird nun sukzessive ausgerollt. Zum Jahresende 2021 waren 14 Tafeln am Projekt beteiligt.

Projekte zur Förderung von Artenvielfalt und Umweltschutz

REWE Group und NABU gründen NABU-Klimafonds

2022 haben die REWE Group und der NABU ihre langjährige Partnerschaft um einen weiteren Baustein erweitert. Die Vertriebslinie REWE wird ab 2022 für fünf Jahre jährlich fünf Millionen Euro in den neu gegründeten NABU-Klimafonds einzahlen. Zweck des NABU-Klimafonds ist es, der durch Landwirtschaft und Torfabbau verursachten Entwässerung der Moore und damit der Freisetzung großer Mengen an Treibhausgasen zu begegnen. Dafür werden einerseits stark entwässerte Moorflächen gekauft oder langfristig gepachtet sowie andererseits landwirtschaftliche Betriebe bei der Umstellung von konventionellen Anbaumethoden zu einer klimaschonenden Nasswiesenbewirtschaftung gefördert.

Im Rahmen des gemeinnützigen Vereins „DER Touristik Foundation e. V.“ fördert die DER Touristik das Projekt „Chilis gegen Elefanten“. Mithilfe einer Sensibilisierungskampagne soll das Bewusstsein der Bevölkerung in Tansania hinsichtlich der Förderung des ökologischen Lebensraums und der Artenvielfalt gestärkt werden. Denn durch die steigende Bevölkerungszahl und die Migration der Bevölkerung an die Grenzen von Naturschutzgebieten kommt es immer wieder zu Konflikten. Häufig zerstören Elefanten Jahresernten ganzer Dörfer und werden aufgrund dessen nicht selten getötet. Die Lösung: Die Elefanten haben einen stark ausgeprägten Geruchssinn und meiden Chilipflanzen. Durch eine Einzäunung der Agrarwirtschaftsflächen mit sogenannten Chili-Zäunen können rund 75 Prozent der ursprünglichen Schäden vermieden werden. Die einheimische Bevölkerung erhält Schulungen zum Anbau und Erhalt dieser Zäune. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Upendo e. V. und PAMS Foundation durchgeführt.

Weitere Projekte zum Engagement der REWE Group im Handlungsfeld Artenvielfalt und Umweltschutz werden im Abschnitt Biodiversität beschrieben.