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GRI 305

Klimaschutz auf Unternehmensebene

Das Klima wird durch menschliche Aktivitäten massiv beeinflusst – der Klimawandel hat starke Auswirkungen auf Ökosysteme und damit auch auf das gesellschaftliche Leben. Die REWE Group ist sich ihrer Verantwortung für das Klima bewusst: Ein Großteil der weltweiten CO2-Emissionen entsteht bei der Herstellung und dem Konsum von Produkten, bei der Bereitstellung von Dienstleistungen sowie beim Transport.

In der Säule Energie, Klima und Umwelt der unternehmensweiten Nachhaltigkeitsstrategie wurden drei Handlungsfelder definiert: Klimarelevante Emissionen, Energieeffizienz und Ressourcenschonung. Die Aktivitäten der REWE Group mit Blick auf den Klimaschutz sind dem Handlungsfeld Klimarelevante Emissionen zuzuordnen.

GRI 305: Emissionen

Managementansatz

Grundsätze

Die Einsparung von Energie und die Vermeidung klimaschädigender Emissionen haben eine hohe Bedeutung für die REWE Group, die mit den steigenden Energiepreisen noch weiter an Bedeutung gewinnt. Herausforderungen für die Zukunft liegen für die REWE Group insbesondere in der Senkung des Energieverbrauchs bei gleichzeitig steigenden Anforderungen im Bereich Frische und Convenience, die mehr Transporte und mehr Kühlung erfordern.

Dem Unternehmen ist bewusst, dass durch den Betrieb der Märkte, Reisebüros und Zentralstandorte, durch den Transport von Waren sowie durch Dienstreisen Treibhausgase entstehen und es damit Einfluss auf das Klima nimmt. Deshalb ist es das erklärte Ziel der REWE Group, einen messbaren Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz zu leisten beziehungsweise die Belastungen für Klima und Umwelt so gering wie möglich zu halten.

Die REWE Group verpflichtet sich durch ihre Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften dazu, Treibhausgase, die in ihren Geschäftsprozessen entstehen, kontinuierlich zu reduzieren. Sie setzt sich für die Nutzung erneuerbarer Energiequellen ein und senkt den spezifischen Energieverbrauch mit geeigneten Maßnahmen und durch die Aufklärung der Mitarbeiter:innen über energiesparendes Verhalten. Die Leitlinie ist auch Wertebasis für die Geschäftsbeziehungen mit den Vertragspartnern der REWE Group.

Umsetzung

2021 wurde eine neue Klimastrategie festgelegt und dazu der Managementansatz angepasst:

  • Der Geltungsbereich wurde erweitert und die Konzentration auf Deutschland und Österreich zugunsten einer Einbeziehung aller Länder und Gesellschaften, in denen die REWE Group aktiv ist, ausgeweitet.
  • Es wurden zwei neue Unterziele in Bezug auf die kältemittelbedingten Treibhausgasemissionen und den Stromverbrauch je Quadratmeter Verkaufsfläche verabschiedet (siehe Abschnitt Ziele).

Alle Maßnahmen zur Umsetzung der definierten Ziele werden gruppenweit durchgeführt, mögliche Abweichungen werden explizit genannt. Zur vorgelagerten Lieferkette wird im Kapitel Klimaschutz in der Lieferkette berichtet.

Um ihre Ziele zu erreichen, bilanziert die REWE Group seit 2006 jährlich ihre Treibhausgasemissionen durch unabhängige Expert:innen und überprüft so ihre Fortschritte (siehe Klimabilanz 2021). Der Bilanzrahmen umfasst dabei jenen Teil der Wertschöpfungskette, der unmittelbar gesteuert werden kann. Konkret heißt das: Die Emissionsdaten beziehen sich auf die Prozesskette von den Zentrallagern bis zu den Märkten der REWE Group sowie auf die Reisebüros und die Verwaltung. Nicht berücksichtigt sind Herstellung und Transporte der Produkte, ebenso wenig die Produktnutzung und Entsorgung durch die Kund:innen.

Die Ergebnisse der Klimabilanz zeigen neben den erzielten Einsparungen auch die grundsätzlichen Hebel, über die das Unternehmen verfügt. Größte Verursacher sind demnach der Verbrauch von Strom und Wärme sowie die in den Kühlanlagen eingesetzten Kältemittel. Hinzu kommen Logistik und Dienstreisen. Zur besseren Vergleichbarkeit erfolgt die Konzentration auf die direkten und indirekten Treibhausgasemissionen. Papier wird künftig als Ressourcenverbrauch berichtet.

Verantwortlichkeit

Das Thema Klimaschutz auf Unternehmensebene wird von der Arbeitsgruppe Energie, Klima und Umwelt verantwortet. Die Arbeitsgruppe steht unter der Leitung von Telerik Schischmanow (Bereichsvorstand Handel Deutschland – Verwaltung und Services). Die operative Umsetzung in den Regionen und strategischen Geschäftseinheiten wird durch dezidierte Fachbereiche, beispielsweise Energiemanager:innen, bearbeitet und vorangetrieben.

Ziele

2021 hat sich die REWE Group in Bezug auf ihre Klimastrategie ein neues, absolutes Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2040 will die REWE Group auf Unternehmensebene klimaneutral werden. Dies gilt nicht nur für Deutschland und Österreich, sondern für alle Länder und Gesellschaften, in denen sie aktiv ist. Dazu will sie ihre absoluten Treibhausgasemissionen im ersten Schritt bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2019 reduzieren. Das Emissionsniveau, bei dem die REWE Group dabei ansetzt, berücksichtigt die seit 2008 betriebene Nutzung von zertifiziertem Grünstrom in allen Märkten, Baumärkten, Lagern und Reisebüros.

Zusätzlich zu ihren Klimazielen hat die REWE Group zwei KPIs definiert, die die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Energieeffizienz und zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen nachverfolgen. Sie setzen bei den Aktivitäten an, die für wesentliche Verbräuche bzw. Treibhausgasemissionen stehen und bei denen die REWE Group durch eigene Maßnahmen eine direkte Wirkung erzielen kann: kältemittelbedingte Treibhausgasemissionen und Stromverbrauch.

KPI/Ziel 20191 2020 2021 Status
Reduktion der absoluten Treibhausgasemissionen für alle Länder und Gesellschaften der REWE Group um 30 % bis 2030 (gegenüber 2019)

Klimaneutralität für alle Länder und Gesellschaften der REWE Group bis 2040
- - 8,1% - 7,3%
Reduktion der kältemittelbedingten Treibhausgasemissionen für alle Länder und Gesellschaften der REWE Group um 60 % bis 2030 (gegenüber 2019) - - 11% - 18%
Reduktion des Stromverbrauchs je Quadratmeter Verkaufsfläche um 10 % bis 2030 (gegenüber 2019) - - 3,1% - 5,2%
In Umsetzung
Ziel erreicht
Liegt nicht vor
Ziel nicht erreicht
1
Keine Daten, da es sich um das Basisjahr der Angabe handelt.

Diese Ziele ersetzen die bisherigen, die die REWE Group für Deutschland und Österreich vorzeitig zum angestrebten Jahr 2022 erreicht hat:

KPI Status
Halbierung der Treibhausgasemissionen (CO2-Äquivalente) für Deutschland und Österreich pro Quadratmeter Verkaufsfläche bis 2022 gegenüber 2006
Reduzierung der kältemittelbedingten Treibhausgasemissionen je Quadratmeter Verkaufsfläche (in kg CO2-Äquivalente/m²) um 35 % in Deutschland und Österreich zwischen 2012 und 2022
Senkung des Stromverbrauchs je Quadratmeter Verkaufsfläche (in kWh/m²) um 7,5 % in Deutschland und Österreich zwischen 2012 und 2022
In Umsetzung
Ziel erreicht
Liegt nicht vor
Ziel nicht erreicht

Um Treibhausgasemissionen auf Unternehmensebene zu vermeiden und zu reduzieren, setzt die REWE Group bei ihren Maßnahmen zur Erreichung ihrer Ziele neben den klimafreundlicheren Kältemitteln (siehe Abschnitt Reduktion der kältemittelbedingten Treibhausgasemissionen) und Grünstrom (siehe Abschnitt Energie) auf folgende weitere Schwerpunkte: moderne, energieeffiziente Märkte (siehe Green Building) und alternative Antriebe (siehe Logistik & Mobilität). Für unvermeidbare residuale Treibhausgasemissionen strebt die REWE Group an, diese in Zukunft durch geeignete Maßnahmen zu neutralisieren.

Klimabilanz 2021

Im Berichtszeitraum wurde das Monitoringinstrument, die jährliche Klimabilanz, für Deutschland von der INFRAS AG und für Österreich von der denkstatt GmbH durchgeführt. Die Treibhausgasemissionen werden von den Anbietern in Übereinstimmung mit dem GHG Protocol berechnet.

Für die Ermittlung der CO2-Äquivalent-Emissionsfaktoren wurden Daten – wie bereits in den Vorjahren – unter anderem aus dem Stoffstromanalyse-Modell GEMIS, dem Transport-Emissionsmodell TREMOD und der Lebenszyklus-Analyse-Datenbank Ecoinvent verwendet.

Beschwerdeverfahren

Die REWE Group legt großen Wert auf Hinweise und Verbesserungsvorschläge durch Mitarbeiter:innen zum Ansatz und zu den Maßnahmen im Bereich Klimaschutz auf Unternehmensebene und Energie. Dafür hat die REWE Group eine zentrale E-Mail-Adresse eingerichtet: EnMS@rewe-group.com. Auch externe Stakeholder können sich an diese Adressen wenden. Ihnen stehen jedoch auch alle anderen Kommunikationskanäle der REWE Group zur Verfügung. Für mehr Informationen siehe Abschnitt Energie, Energieverbräuche optimieren.

GRI 305-1 – 305-3:

Treibhausgasemissionen Scope 1–3 (Tonnen CO₂-Äquivalente)¹

Die absoluten Treibhausgasemissionen für alle internationalen Gesellschaften der REWE Group sanken von 1,47 Mio. Tonnen im Basisjahr 2019 auf rund 1,36 Mio. Tonnen für das Jahr 2021. Dies entspricht einem Rückgang von rund 0,9 Prozent.

2019 2020 2021 Veränderung 2019–2021
Scope 1: Direkte Treibhausgasemissionen (GRI 305-1) 874.846 778.333 791.664 - 9,5 %
Scope 22: Indirekte energiebezogene Treibhausgasemissionen (GRI 305-2) 264.682 237.069 217.431 - 17,9 %
Scope 3: Weitere indirekte Treibhausgasemissionen (GRI 305-3) 326.735 331.669 350.010 7,1 %
Treibhausgasemissionen insgesamt 1.466.262 1.347.071 1.359.106 - 7,3 %
Geltungsbereich: Alle Länder und Gesellschaften der REWE Group inklusive der Kaufleute.
1
102-48: Im Vergleich zum Berichtsjahr 2020 hat sich für die Berichtskennzahlen das Basisjahr von 2006 auf 2019 verändert, der Berichtsrahmen wurde zudem um alle Länder und Gesellschaften, in denen die REWE Group aktiv ist, ergänzt.
2
Der Grünstrom für Unternehmen der REWE Group in Deutschland erfüllt die Anforderung des TÜV SÜD gemäß Label EE01.

GRI 305-4:

Intensität der Treibhausgasemissionen

Die spezifischen Treibhausgasemissionen (je Quadratmeter Verkaufsfläche) der REWE Group sind über den Berichtszeitraum konstant geblieben. Sie lagen 2021 bei 109 Kilogramm CO2-Äquivalenten je Quadratmeter. Die Berechnung der Emissionsintensität umfasst direkte, indirekte energiebezogene und weitere indirekte Emissionen (Scopes 1, 2 und 3).

Treibhausgasemissionen1

Einheit 2019 2020 2021
Absolute Treibhausgasemissionen t CO₂-Äquivalente 1.466.262 1.347.071 1.359.106
Spezifische Treibhausgasemissionen je Quadratmeter Verkaufsfläche kg CO₂-Äquivalente/m² 119 109 109
Geltungsbereich: Alle Länder und Gesellschaften der REWE Group inklusive der Kaufleute.
1
Der Grünstrom für Unternehmen der REWE Group in Deutschland erfüllt die Anforderung des TÜV SÜD gemäß Label EE01.

Die Treibhausgasemissionen der REWE Group setzten sich im Jahr 2021 wie folgt zusammen:

Anteil Treibhausgasemissionen nach Verursachergruppe (Scope 1–3) im Jahr 2021

Geltungsbereich: Alle Länder und Gesellschaften der REWE Group inklusive der Kaufleute.

GRI 305-5:

Senkung der Treibhausgasemissionen

Die REWE Group hat diverse Maßnahmen zur Einsparung von Strom ergriffen, die zu einer Verringerung der Treibhausgasemissionen führen (mehr Informationen siehe Abschnitt Energie). Aufgrund dieser Maßnahmen konnten 2021 etwa 398 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden.

Maßnahmen zur Verringerung der CO₂-Emissionen1

Maßnahmen Einsparung CO2-Äquivalente (t)
20192 20202 2021
Beleuchtung
Umrüstung der Beleuchtung auf LED, Optimierung Lichtsteuerung, Reduzierung von Einschaltzeiten
102 171 159
Kühlung
z.B. Verglasung der Regale für Molkereiprodukte bzw. Türen an TK-Schränken, Nachrüstung Glastüren, Optimierung/Erneuerung der Anlagentechnik, Austausch Kälteanlage, energieeffiziente Truhen
60 81 161
Verbesserung der Technik sonstiger Anlagen, Lüftungsanlagen und IT-Infrastruktur 1 34 78
Gesamt 163 286 398
Geltungsbereich: Gesellschaften der REWE Group in Deutschland und Österreich inklusive der Kaufleute. Nicht berücksichtigt wurden bei der Erfassung der Maßnahmen zur Verringerung des Stromverbrauchs Lekkerland sowie Einheiten, die im Berichtszeitraum bezogen auf den Geltungsbereich aus der REWE Group ausgeschieden sind.
1
Grundlage für die Berechnung sind die für GRI 302-4 erhobenen Initiativen zur Einsparung von Strom.
2
102-48: Die Werte für 2019 und 2020 weichen aufgrund der Verwendung von marktbasierten Emissionsfaktoren statt standortbasierten Emissionsfaktoren von der Darstellung im letzten Nachhaltigkeitsbericht ab.

GRI 305-6:

Emissionen ozonabbauender Substanzen (ODS)

Die REWE Group hat in den vergangenen Jahren den Einsatz ozonabbauender Kältemittel konsequent reduziert – seit 2020 wurde kein ozonschädigendes Kältemittel mehr eingesetzt. Dies ist vor allem auf die gesetzlich vorgeschriebene Umstellung des Kältemittels R22 auf nicht ozonabbauende Kältemittel zurückzuführen.

Emissionen von ozonabbauenden Stoffen nach Gewicht (kg)

Einheit 2019 2020 2021
Emissionen ozonabbauender Stoffe aus nachgefüllten Kältemitteln gesamt kg FCKW-11-Äquivalente 0,3 0 0
Geltungsbereich: Alle Länder und Gesellschaften der REWE Group inklusive der Kaufleute.

GRI 305-7:

Stickstoffoxide (NOx), Schwefeloxide (SOx) und andere signifikante Luftemissionen

Die Luftschadstoffe, die auf die Geschäftstätigkeit der REWE Group zurückzuführen sind, entstehen vorrangig in den vorgelagerten Verbrennungs- und Produktionsprozessen zur Herstellung von Strom, Wärme und Papier. Darüber hinaus sind es die Emissionen aus Kältemitteln, der Logistik und Dienstreisen, die sich auf die Luftemissionen auswirken.

Luftschadstoffemissionen inklusive Vorketten (t)

2019 2020 2021
NOX 1.273.712 1.343.324 1.221.380
SOX 270.099 300.177 312.308
Feinstaub (Partikel <10 µm) 41.099 56.274 50.273
Non Methane Volatile Organic Compounds 66.239 89.908 58.179
Geltungsbereich: Unternehmen der REWE Group in Deutschland und Österreich inklusive der Kaufleute. Nicht berücksichtigt wurden Einheiten, die im Berichtszeitraum bezogen auf den Geltungsbereich aus der REWE Group ausgeschieden sind.

Reduktion der kältemittelbedingten Treibhausgasemissionen

Die Treibhausgasemissionen von Kühlanlagen hängen vor allem von den verwendeten Kältemitteln ab. Die REWE Group hat früh beschlossen, möglichst klimaschonendere Kältemittel einzusetzen. Diese sind zunehmend auch natürliche Kältemittel wie CO2 oder Propan und Kältemittel mit einem geringeren Treibhausgaspotenzial. So konnte die REWE Group ihre kältemittelbedingten Treibhausgasemissionen von 2019 auf 2021 von 364.544 auf 277.212 Tonnen senken. Gruppenweit bedeutet das eine Reduktion um 24,0 Prozent.

Im Rahmen der REWE Group-Nachhaltigkeitsstrategie werden in den REWE- und PENNY-Märkten alle Verbundanlagen der Gewerbekälte in Neubauten und den meisten Umbauten mit dem natürlichen Kältemittel CO2 ausgestattet. Steckerfertige Kühlmöbel, die künftig bei allen Neu- und Umbauten in den Märkten zum Einsatz kommen, werden mit dem natürlichen Kältemittel Propan (R290) betrieben.