REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2020

Soja (Futtermittel)

Im Unterschied zu anderen Rohstoffen wie Palmöl oder Kakao wird Soja nicht direkt in den PRO PLANET-Produkten verarbeitet, sondern dient als Eiweißquelle in Futtermitteln.

Für die REWE Group wird eine Vielzahl von Eigenmarkenprodukten hergestellt, die Rohstoffe wie Milch, Eier und Fleisch von Nutztieren beinhalten. Sojaschrot spielt in der Fütterung der Nutztiere eine wichtige Rolle zur Eiweißversorgung.

Bei diesen Produkten spielt Soja als Futtermittel eine Rolle (Beispiele):

Eier

Milch

Hähnchen


Hot Spot: Anbau

Herausforderungen beim Anbau von Soja

Umwelt

Der Anbau von Soja als Futtermittel erfolgt häufig in Übersee in Monokulturen unter Einsatz umstrittener gentechnisch veränderter Pflanzen.
Das führt zu:

  • einer intensiven Verwendung von Pflanzenschutzmitteln mit folgender Gewässerverschmutzung,
  • dem Verlust ökologisch wertvoller Flächen durch direkte sowie indirekte Landnutzungsänderungen und
  • der Freisetzung des in den Böden gespeicherten CO2.
Sozial
  • Verdrängung kleinbäuerlicher Strukturen
  • Gesundheitliche Risiken für umliegende Landbevölkerung und Arbeiter:innen durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Engagement der REWE Group

  • Die REWE Group veröffentlichte im Jahr 2013 die Leitlinie für Soja als Futtermittel. Darin formuliert sie das Ziel, dass die Sojafütterung als Eiweißquelle in der Produktion von Milch- und Molkereiprodukten, Eiern sowie Fleischprodukten insgesamt nachhaltiger und verantwortungsvoller werden soll durch:
    • den Verzicht auf gentechnisch veränderte Futtermittel,
    • die schrittweise Reduktion des Anteils an südamerikanischem Sojaschrot und
    • die Erhöhung des Anteils europäischer Eiweißfuttermittel.
  • In Deutschland können gentechnikfreie Lebensmittel durch den Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG) gekennzeichnet werden. Die REWE Group in Deutschland ist seit 2012 Mitglied des VLOG.
  • Seit Anfang 2013 fordert die REWE Group alle Lieferanten von Frischhähnchen-Artikeln dazu auf, bei der Fütterung der Tiere auf gentechnisch verändertes Soja zu verzichten.
  • Das Frischei-Sortiment der REWE Group in Deutschland und Österreich ist seit dem Jahr 2016 frei von gentechnisch verändertem Futtermittel.
  • Seit 2018 sind auch Frisch- und H-Milch in Deutschland und Österreich frei von Gentechnik.
  • Seit 2016 besteht eine Eiweißpartnerschaft mit dem Verein Donau Soja zur Förderung des gentechnikfreien Sojabohnenanbaus. Daraus entstand 2017 und 2018 ein gemeinschaftliches Projekt in der Zupanja-Region in Kroatien: Den Landwirt:innen vor Ort wurden kostenfreie Unterstützung und Trainings angeboten, um eine nachhaltigere Sojaproduktion in der Region zu fördern. Auf diese Weise konnten bereits über 200 Landwirt:innen im Anbau von zertifiziert entwaldungsfreiem Soja unterstützt werden.
  • Um die Biodiversität in der Cerrado-Region im Südosten Brasiliens zu schützen, unterzeichnete die REWE Group das Cerrado Manifesto Statement of Support (SoS). Das SoS zielt darauf ab, die Entwaldung und den Verlust einheimischer Vegetation im Cerrado zu stoppen und eine widerstandsfähigere Landwirtschaft und nachhaltige Raumplanung in der Region zu fördern.
  • Durch den Einsatz von nachhaltigerem Soja als Futtermittel konnten REWE und PENNY in Deutschland ihr gesamtes Eigenmarkensortiment für Frischeier, Trinkmilch und frisches Geflügelfleisch bereits zertifiziert entwaldungsfrei gestalten. Die beiden Vertriebslinien verfolgen das Ziel, entwaldungsfreie Futtermittel bis Ende 2021 auch auf frisches Rind- und Schweinefleisch auszuweiten.
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Anbau

Verarbeitung zu Sojaschrot

Transport

Lebensmittel- und Nutztierproduktion

Markt

Die Lieferkette von Soja als Grundlage für Futtermittel

  1. Sojabohnen werden überwiegend in großen Monokulturen angebaut. Sie liefern hohe Eiweißmengen pro Hektar und gehören zu den wirtschaftlichsten landwirtschaftlichen Produkten (zum Hot Spot).
  2. Nach der maschinellen Ernte werden die Sojabohnen in Sojamühlen gepresst und in Öl und Schrot getrennt. Das Sojaschrot wird per Lkw zum Exporthafen transportiert.
  3. Per Schiff wird Sojaschrot zumeist als Schüttgut nach Europa (beispielsweise Rotterdam) transportiert und geht von dort zur Weiterverarbeitung als Futtermittel in ein Mischfutterwerk.
  4. Sojaschrot wird nahezu vollständig als eiweißreicher Bestandteil in der Fütterung von Nutztieren – insbesondere in der Geflügel- und Schweinehaltung – verwendet. Zudem wird Soja auch im Futtermittel für die Herstellung von Milch- und Molkereiprodukten sowie Eiern verwendet.
  5. In den Märkten der REWE Group werden unter anderem Eier, Geflügel- und Schweinefleisch sowie Produkte mit Eianteil vermarktet, bei denen Soja als Futtermittel verwendet wurde.

Die USA, Brasilien und Argentinien sind die führenden Anbauländer von Sojabohnen weltweit.

(Erntemenge 2020/21)
112,55 Mio. t USA 137 Mio. t Brasilien 47 Mio. t Argentinien 19,6 Mio. t China
112,55 Mio. t USA 137 Mio. t Brasilien 47 Mio. t Argentinien 19,6 Mio. t China

Von 175 auf 361 Millionen Tonnen pro Jahr stieg die Sojaproduktion zwischen 2000/01 und 2018/19.

3,65

Millionen Tonnen

Im Jahr 2018 wurden 3,65 Mio. Tonnen Sojabohnen nach Deutschland importiert.

74%

der weltweit angebauten Sojabohnen sind gentechnisch verändert (2019).

127,6

Millionen Hektar
Die weltweit benötigte Ackerfläche für den Anbau von Soja wächst stetig: Waren es 2006/07 noch 94,9 Millionen Hektar, so sind es 2020/21 bereits 127,6 Millionen Hektar.

Alle nicht REWE Group-spezifischen Kennzahlen wurden aus allgemeinen Fachpublikationen entnommen.

Weitere Lieferketten

Bananen

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Natursteine

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Baumwolle

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Palmöl

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