REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2020

Wirtschaftliche Leistung

Der langfristige Unternehmenserfolg der REWE Group basiert auf ihrer genossenschaftlichen Struktur, die durch Werte wie Solidarität, Zusammenhalt und Nachhaltigkeit geprägt ist. Das genossenschaftliche Selbstverständnis, die daraus erwachsene Führungskultur und die damit verbundene langfristige, generationenübergreifende Ausrichtung schaffen für alle Stakeholder Sicherheit und Stabilität – ob Mitglieder, Mitarbeiter:innen, Kund:innen, Lieferanten oder das gesamte sozioökonomische Umfeld. Aufsichtsrat, Anteilseigner:innen, Kaufleute und der Vorstand der REWE Group bekennen sich daher zu der auf Dauer angelegten genossenschaftlichen Struktur als Garant für Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.

GRI 201: Wirtschaftliche Leistungen

Managementansatz

Die REWE Group will ökonomisch langfristig erfolgreich sein und ihre Geschäftstätigkeiten umwelt- und sozialverträglich gestalten. Dieser Grundsatz ist verankert in der Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften, die für alle Mitarbeiter:innen und die Vertragspartner der REWE Group maßgeblich ist. In der Leitlinie bekennt sich das Unternehmen unter anderem zur Reduzierung der durch die Geschäftsprozesse entstehenden Treibhausgasemissionen, zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen und zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen. Darüber hinaus trägt das Unternehmen durch die Entwicklung sozial- und umweltverträglicherer Produkte und Dienstleistungen sowie durch die Erweiterung des nachhaltigeren Sortiments dazu bei, negative Auswirkungen der Geschäftstätigkeit zu minimieren.

Sustainable Finance

Die REWE Group hat 2021 erstmals eine Kreditlinie vereinbart, die sich an dem ESG-Rating der Ratingagentur ISS ESG orientiert. Sie umfasst ein Volumen von 750 Millionen Euro und eine Laufzeit von 18 Monaten. Damit weitet die REWE Group ihre Nachhaltigkeitsstrategie auch auf den Finanzsektor aus – denn die Kreditlinie ist an Nachhaltigkeitsfaktoren wie beispielsweise Arbeitsstandards, Klimaschutz sowie ökologisch und sozial vorteilhafte Produkte geknüpft. Die REWE Group wurde durch ISS ESG mit „C+“ bewertet. Das entspricht dem Level „Prime“. Das Transparenzniveau des Unternehmens bekommt dabei den Status „very high“. Um ihr Engagement in Sachen Nachhaltigkeit im Finanzsektor zu unterstreichen, ist die REWE Group durch ihren Bereichsleiter Finanzen im Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung vertreten. Dieser setzt sich aus Vertreter:innen aus Finanz- und Realwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammen und berät die Bundesregierung bei der Ausarbeitung und Umsetzung ihrer Sustainable-Finance-Strategie.

GRI 201-1:

Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert

Der Gesamtaußenumsatz der REWE Group stieg im Jahr 2020 auf 75,3 Milliarden Euro. Der Umsatz des REWE-Konzerns – ohne selbstständigen Einzelhandel und At-Equity-Gesellschaften – wuchs wechselkursbereinigt um 23,9 Prozent von 55,3 Milliarden Euro auf 68,2 Milliarden Euro (für weitere Angaben siehe auch den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2020 ab Seite 13).

Bedingt durch die Covid-19-Pandemie sanken die konsolidierten Umsatzerlöse im Geschäftsfeld Touristik von 5 Milliarden Euro im Jahr 2019 um 73,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2020.

Umsatzentwicklung

in Mio. € 2020 2019 Veränderung absolut Veränderung in Prozent
Handel Deutschland 34.737,5 32.317,2 2.420,3 7,5
Handel International 15.877,1 15.209,1 668,0 4,4
Convenience 13.083,8 0,0 13.083,8 -
Baumarkt 2.656,3 2.214,8 441,5 19,9
Touristik 1.296,2 4.958,3 -3.662,1 -73,9
Sonstige 578,4 585,3 -6,9 -1,2
Gesamt 68.229,3 55.284,7 12.944,6 23,4

Ergebniskennzahlen

in Mio. € 2020 2019 Veränderung absolut Veränderung in Prozent
Umsatzerlöse 68.229,3 55.284,7 12.944,6 23,4
Materialaufwand einschließlich Bestandsveränderungen -52.850,6 -41.477,0 -11.373,6 27,4
Rohertrag 15.378,7 13.807,7 1.571,0 11,4
Rohertragsquote 22,5 % 25,0 %
EBITDA 4.368,2 4.063,5 304,7 7,5
Abschreibungen/Zuschreibungen und Wertminderungen in Mio. € (ohne Firmenwerte) -3.145,7 -3.153,5 7,8 0,2
EBITA 1.222,5 910,0 312,5 34,3
Wertminderungen auf Firmenwerte -2,6 0,0 -2,6 0,0
EBIT 1.219,9 910,0 309,9 34,1
Finanzergebnis -493,1 -538,6 45,5 8,4
EBT 726,8 371,4 355,4 95,7
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -281,3 135,2 -416,5 < -100
Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Mio. € 445,5 506,6 -61,1 -12,1
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -30,2 0,3 -30,5 < -100
EAT/Jahresergebnis 415,3 506,9 -91,6 -18,1

GRI 201-3:

Verbindlichkeiten für leistungsorientierte Pensionspläne und sonstige Vorsorgepläne

REWE Group-Pensionskasse
Die zusätzliche Vorsorge für das Alter gewinnt angesichts der demografischen Entwicklung zunehmend an Bedeutung. Dessen ist sich auch die REWE Group bewusst und bietet ihren Mitarbeiter:innen mit der REWE Group-Pensionskasse eine betriebliche Altersversorgung, die sich speziell an den Bedürfnissen von Beschäftigten im Handel orientiert.

Die REWE Group-Pensionskasse sieht neben der Altersvorsorge auch Leistungen im Falle von Invalidität und Tod vor und kann auch bei einem Wechsel des Arbeitgebers weitergeführt werden. Darüber hinaus haftet die REWE Group für die Sicherheit der eingezahlten Beiträge und unterstützt die Mitarbeiter:innen mit einem arbeitgeberfinanzierten Beitrag von bis zu 300 Euro im Jahr. Eigene Beiträge aus der Bruttoentgeltumwandlung der Beschäftigten fördert das Unternehmen mit einem Zuschuss von bis zu 15 Prozent. In Österreich bietet die REWE International AG ein vergleichbares Modell an.

REWE Group-Höherversorgung
Die Leistungen der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung sind bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze limitiert. Für Beschäftigte mit Einkommen oberhalb dieser Grenze ist der Handlungsbedarf für eine zusätzliche Altersvorsorge daher größer, weil der Abstand zwischen dem letzten Gehalt und dem höchstmöglichen gesetzlichen Rentenanspruch sehr groß werden kann. Um auch den Interessen dieser Zielgruppe gerecht zu werden, bietet die REWE Group mit der REWE Group-Höherversorgung ein eigenes Altersversorgungsmodell an. Der Vorteil besteht insbesondere in der steuerbefreiten Ansparmöglichkeit auch größerer arbeitnehmerfinanzierter Beiträge durch Bruttoentgeltumwandlung. Da nationales Sozialversicherungs- und Steuerrecht die Rahmenbedingungen betrieblicher Altersvorsorge bestimmt, finden sich im Ausland eigene Vorsorgeformen.

Historische Altersversorgungsmodelle
Neben den oben angeführten aktiven Altersversorgungsmodellen werden sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Zusagen der Beschäftigten von in der Vergangenheit zugekauften Unternehmen fortgeführt und spiegeln sich gegebenenfalls in den Pensionsrückstellungen des Geschäftsberichts wider.

2020 entsprach der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation, kurz DBO) 1.270,5 Millionen Euro (zuzüglich 261,5 Millionen Euro pensionsähnlicher Verpflichtungen; 2019: 1.143,9 Millionen Euro bzw. 256,6 Millionen Euro). Weitere Angaben finden sich im Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2020 ab Seite 145.

Weitere Leistungen
Weitere Leistungen für Arbeitnehmer betreffen die unten dargestellten freiwilligen übertariflichen Sonderzahlungen und freiwillige Sozialleistungen wie Hinterbliebenenbezüge und Ruhestandsbeihilfen, deren Volumen als Bestandteil der sogenannten „pensionsähnlichen Verpflichtungen“ sichtbar wird.

Freiwillige übertarifliche Sonderzahlungen nach Vertriebslinie, in Euro

Vertriebslinie Jahr Euro
Handel Deutschland 2018 59.117.549
2019 62.775.994
2020 65.273.060
Handel International (Österreich) 2018 -
2019 -
2020 -
Convenience 2018 90.043
2019 106.477
2020 214.620
Touristik 2018 245.000
2019 234.000
2020 212.000
Baumarkt 2018 2.699.678
2019 2.758.171
2020 2.758.635
Sonstige 2018 7.336.008
2019 7.783.293
2020 8.247.777
Gesamt (Scope NH-Bericht) 2018 69.488.278
2019 73.657.935
2020 76.706.092

Das 13. und 14. Gehalt (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) sind in Österreich kollektivvertraglich geregelt und damit nicht übertariflich.

Betriebliche Altersvorsorge nach Vertriebslinie, in Euro

Anteil der Teilnehmer an der betrieblichen Altersvorsorge (an der Summe aller Bezugsberechtigten) in % Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge (Arbeitnehmer + Arbeitgeber) in Euro
Vertriebslinie Jahr
Handel Deutschland 2018 19,2 37.645.901
2019 18,6 44.243.790
2020 17,4 42.373.025
Handel International (Österreich) 2018 5,2 620.400
2019 5,3 661.800
2020 5,2 655.800
Convenience 2018 11,7 132.472
2019 10,2 137.747
2020 35,9 1.885.670
Touristik 2018 62,2 5.631.000
2019 58,2 5.182.000
2020 63,7 4.615.000
Baumarkt 2018 25,9 4.096.453
2019 24,1 4.250.087
2020 20,9 4.254.168
Sonstige 2018 40,1 6.128.106
2019 39,6 7.187.052
2020 37,2 6.674.362
Gesamt (Scope NH-Bericht) 2018 18,5 54.254.332
2019 17,7 61.662.476
2020 16,9 60.458.025

In Österreich gibt es seit September 2010 eine betriebliche Altersvorsorge für Mitarbeiter:innen. Die Firmenpension für Führungskräfte in Österreich ist nicht in der Tabelle aufgeführt.
GRI 102-48: Seit dem Berichtsjahr 2020 werden neben der Pensionskasse und der Höherversorgung auch weitere Anlagearten der betrieblichen Altersvorsorge (Direktversicherung, Unterstützungskasse) berücksichtigt. Daten wurden rückwirkend angepasst und entsprechen nicht mehr denen des Nachhaltigkeitsberichts 2019.

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