REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2020

Nachhaltigkeitsstrategie

„Nachhaltigkeit ist für die REWE Group kein Trend, sondern wesentliches Element ihrer Unternehmensstrategie.“ Diesen Anspruch hat der Vorstand der REWE Group in der Leitlinie für nachhaltiges Wirtschaften formuliert. Für die REWE Group bedeutet dies: Sie übernimmt Verantwortung für ihre Mitarbeiter:innen, achtet auf einen fairen Umgang mit Partnern und Lieferanten, fördert nachhaltigere Sortimente, handelt umwelt- und klimabewusst und setzt sich für eine zukunftsfähige Gesellschaft ein.

GRI 102-18: Führungsstruktur
GRI 102-19: Befugniserteilende Stelle
GRI 102-20: Verantwortung der Führungsebene für ökonomische, ökologische und soziale Themen
GRI 102-21: Einbindung der Stakeholder bei ökonomischen, ökologischen und sozialen Themen

Die Nachhaltigkeitsstrategie der REWE Group

Als international führendes Handels- und Touristikunternehmen weiß die REWE Group um ihre besondere Rolle als Mittler zwischen Herstellern, Dienstleistern und Konsument:innen. Die Nachhaltigkeitsstrategie hat daher die gesamte Geschäftstätigkeit im Blick, um nachhaltigeren Konsum und Tourismus in der Breite des Marktes zu etablieren. Die REWE Group formuliert Ziele und scheut auch vor komplexen Problemstellungen nicht zurück. Auf diese Weise hat sie in vielen Fällen als Vorreiter neue Ansätze umgesetzt, die heute allgemeine Standards sind. Bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie führt die REWE Group einen intensiven Dialog mit ihren Stakeholdern und geht verbindliche und langfristige Partnerschaften ein. Denn nur wenn alle Beteiligten an gemeinsamen Zielen arbeiten, lassen sich langfristige Verbesserungen herbeiführen. So wird der Anteil an nachhaltigeren Produkten und Dienstleistungen immer weiter ausgebaut und nachhaltiger Konsum für immer größere Teile der Bevölkerung zugänglich gemacht.

Nachhaltigkeit im Leitbild verankert

Bereits 2008 hat die REWE Group den Grundsatz „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und handeln nachhaltig“ in ihr Unternehmensleitbild aufgenommen und ein strategisches Nachhaltigkeitsmanagement etabliert. Mit der 2010 verabschiedeten Leitlinie für nachhaltiges Wirtschaften wurde darüber hinaus ein verbindlicher Handlungsrahmen geschaffen, der die Grundlage für das umfassende Nachhaltigkeitsengagement der REWE Group bildet. Das Ziel war von Beginn an eindeutig formuliert: Nachhaltigkeit soll „raus aus der Nische“ und in die Mitte der Gesellschaft gebracht werden.

Im April 2019 hat die REWE Group die Grundsatzerklärung Menschenrechte veröffentlicht. Darin verpflichtet sich der Konzern dazu, die Menschenrechte zu stärken und Menschenrechtsverletzungen vorzubeugen. Dieses Bekenntnis gilt sowohl für die eigenen Geschäftstätigkeiten als auch für die globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten.

Für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie hat die REWE Group 2008 vier Nachhaltigkeitssäulen eingeführt:

  • Grüne Produkte
  • Energie, Klima und Umwelt
  • Mitarbeiter:innen
  • Gesellschaftliches Engagement
Innerhalb dieser Säulen legen Handlungsfelder die wesentlichen Themen des Nachhaltigkeitsengagements fest.

Umsetzung der Strategie in den einzelnen Vertriebslinien

Bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie erhalten die einzelnen Vertriebslinien eine große Gestaltungsfreiheit, um eine möglichst hohe Passgenauigkeit zu ihrer jeweiligen Strategie und ihrem individuellen Geschäftsmodell zu gewährleisten. Für alle Vertriebslinien gelten dabei die übergeordneten Themen der vier Nachhaltigkeitssäulen der REWE Group und die Leitlinie nachhaltiges Wirtschaften als gemeinsame Zielformulierung und Wertekanon des Nachhaltigkeitsengagements. Innerhalb dieses strategischen Rahmens legt jede Vertriebslinie die Schwerpunkte auf die für sie relevanten Themen. So hat beispielsweise die DER Touristik Group für sich folgende fünf strategische Handlungsfelder definiert: „Umwelt und Natur“, „Kund:innen und Produkte“, „Partner in den Ländern“, Mitarbeiter:innen“ und „Gesellschaft“.

Die Nachhaltigkeitsstrategie der REWE Group sowie der Vertriebslinien unterliegt einem jährlichen Review, in das alle vorhandenen Informationen, wie beispielsweise Kundenbefragungen, Wettbewerbsanalysen oder Analysen zum politischen Diskurs, mit einfließen. Im Jahr 2020 wurde hierfür wieder eine umfangreiche Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt, bei welcher Konsument:innen, Mitarbeiter:innen und Fachstakeholder befragt wurden (für weitere Informationen siehe Abschnitt Wesentlichkeitsanalyse).

Für weitere Informationen zu den Handlungsfeldern und Key-Performance-Indikatoren siehe die übergeordneten Managementansätze von Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter:innen und Gesellschaftliches Engagement.

Nachhaltigkeitssäulen und Handlungsfelder für den Lebensmittelhandel in Deutschland

Grüne Produkte

Handlungsfelder:

  1. Mensch
  2. Tier
  3. Umwelt
  4. Ernährung

Energie, Klima und Umwelt

Handlungsfelder:

  1. Energieeffizienz
  2. Klimarelevante Emissionen
  3. Ressourcenschonung

Mitarbeiter:innen

Handlungsfelder:

  1. Werte und Kultur
  2. Ausbildung und Entwicklung
  3. Gesundheit und Sicherheit
  4. Beruf und Lebensphasen
  5. Vielfalt und Chancengleichheit

Gesellschaftliches Engagement

Handlungsfelder:

  1. Bewusste Ernährung und Bewegung
  2. Chancen für Kinder und Jugendliche
  3. Bewusster Umgang mit Lebensmitteln
  4. Artenvielfalt und Umweltschutz

Nach­haltig­keits­organi­sation

Nachhaltigkeit ist bei der REWE Group an höchster Stelle der Unternehmensführung verankert. Die Gesamtverantwortung für Nachhaltigkeit liegt seit dem Start der Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2008 beim Vorstandsvorsitzenden. Dieser steht für die Überzeugung, dass nachhaltiges Wirtschaften Voraussetzung für den langfristigen Unternehmenserfolg ist (siehe dazu auch das Vorwort von Lionel Souque).

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung 2016 hat die REWE Group die Nachhaltigkeitsorganisation innerhalb der einzelnen Vertriebslinien gestärkt und Nachhaltigkeit weiter in die Geschäftsprozesse integriert. Damit verfolgt die REWE Group das Ziel, Nachhaltigkeitsmaßnahmen näher am Geschäft und an den Kund:innen zu entwickeln und die Umsetzung schneller voranzutreiben. Zweimal im Jahr findet eine gruppenweite Nachhaltigkeitsinformationsveranstaltung statt, um den Austausch auf Geschäftsführungs- bzw. Bereichsvorstandsebene zwischen den einzelnen Vertriebslinien (REWE, PENNY, Lekkerland, DER Touristik, toom Baumarkt und REWE International AG) zu erleichtern. Sie wird auch genutzt, um den Dialog mit Stakeholdern, zum Beispiel Nichtregierungsorganisationen, zu fördern und Best Practices zu teilen. Im Herbst 2020 führte die REWE Group diese Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie erstmals digital durch.

Bei REWE und PENNY ist die Abteilung Nachhaltigkeit Ware für die Säule Grüne Produkte zuständig. Sie ist direkt dem Einkauf zugeordnet und unterstützt dort bei der Gestaltung nachhaltiger Sortimente.

Der Fachbeirat Nachhaltigkeit

Der Fachbeirat Nachhaltigkeit besteht aus fünf unabhängigen Expert:innen und Vertreter:innen von Nichtregierungsorganisationen und ist eingebunden in die Entwicklung, Bewertung und Umsetzung von nachhaltigkeitsrelevanten Maßnahmen für die Vertriebslinien REWE und PENNY in Deutschland. Dies umfasst sowohl die Arbeit im Rahmen des PRO PLANET-Prozesses als auch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie der REWE Group, beispielsweise durch die Einbindung in die Erstellung und Aktualisierung der Leitlinien. Für weitere Informationen siehe Abschnitt PRO PLANET.

In den Nachhaltigkeitssäulen arbeiten Projektgruppen vertriebslinienübergreifend und unter agilen Strukturen zusammen. Hier findet ein Austausch zu Nachhaltigkeitsthemen statt, es werden Best Practices geteilt und Maßnahmen angestoßen.

Den vier Nachhaltigkeitssäulen stehen Bereichsvorständ:innen oder Geschäftsführer:innen vor, um der Bedeutung der Nachhaltigkeitssäulen und deren Arbeit Rechnung zu tragen. Aus den Nachhaltigkeitssäulen heraus werden Maßnahmen passend zu den Zielen und Positionierungen der Vertriebslinien erarbeitet, die im Rahmen der regulären Jahres- und Strategieplanung der Vertriebslinien entschieden werden. Die Verantwortung ist so bis hin zur operativen Ebene in die etablierten Entscheidungsprozesse integriert.

Die selbstständigen Kaufleute werden im Rahmen von unterschiedlichen Abstimmungssitzungen eingebunden, sodass ihre Ideen und Erfahrungen für die Ausgestaltung von Nachhaltigkeit bei der REWE Group in relevante Entscheidungen einfließen. Ein Expertenkreis aus Kaufleuten, die sogenannten Nachhaltigkeitsbotschafter:innen, tauscht sich zweimal jährlich aus, um neue Projektideen und Kampagnen zu diskutieren und den Dialog zwischen den Kaufleuten und dem Nachhaltigkeitsbereich zu fördern. Die Nachhaltigkeitsbotschafter:innen haben die Aufgabe, Nachhaltigkeitsthemen in ihrer Region voranzubringen.

Verantwortung in den einzelnen Vertriebslinien

Die Abteilung Corporate Responsibility entwickelt die Nachhaltigkeitsstrategie von REWE und PENNY in Deutschland in Abstimmung mit den jeweiligen Strategiebereichen, Nachhaltigkeitssäulen und Fachbereichen weiter. Sie stellt jeweils einen Key Accounter für REWE und PENNY, der die Nachhaltigkeitsstrategie der Vertriebslinien vorantreibt. Zusätzlich ist der Bereich verantwortlich für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie für die gesamte REWE Group und dient als zentrale Schnittstelle zwischen den Vertriebslinien und im Kontakt mit externen Stakeholdern.

An der Spitze der Nachhaltigkeitsorganisation der REWE Group in Österreich steht der Vorstand der REWE International AG, der von der Abteilung Nachhaltigkeit unterstützt wird. In den einzelnen Handelsfirmen unter dem Dach der REWE International AG liegt die Verantwortung bei den jeweiligen Vorständ:innen, Geschäftsführungen und Top Executives. Für die Umsetzung von Maßnahmen sind Arbeits- und Projektgruppen verantwortlich, die zu jeder der vier Nachhaltigkeitssäulen bestehen. Durch eine enge Einbindung des Nachhaltigkeitsmanagements in die Strategien der Handelsfirmen unter dem Dach der REWE International AG ist Nachhaltigkeit integrativer Bestandteil der Geschäftstätigkeit.

Bei toom Baumarkt ist der Geschäftsführer Einkauf und Logistik seit 2018 hauptverantwortlich für das Thema Nachhaltigkeit. Das Nachhaltigkeitsmanagement ist wie in der gesamten REWE Group entlang der vier Nachhaltigkeitssäulen organisiert. Zusätzlich koordiniert eine Fachabteilung im Einkaufsbereich das Thema Nachhaltigkeit bei toom übergreifend über die Weiterentwicklung des Sortiments an nachhaltigeren Produkten hinaus. Über die strategische Ausrichtung sowie Maßnahmen und Projekte entscheidet ein regelmäßig tagendes Nachhaltigkeitsgremium, dem Vertreter:innen der Geschäftsführung, die Säulenverantwortlichen sowie weitere nominierte Mitarbeiter:innen relevanter Fachabteilungen angehören.

Der Chief Executive Officer (CEO) der DER Touristik Group ist Hauptverantwortlicher für das Thema Nachhaltigkeit. Die zentrale Nachhaltigkeitsabteilung unterstützt den internationalen Vorstand der DER Touristik Group bei der Strategieentwicklung und koordiniert und steuert die Umsetzungsmaßnahmen. Seit 2019 ist das Nachhaltigkeitsteam als Stabsstelle direkt beim CEO der DER Touristik Group mit Verantwortlichkeit für die DER Touristik Group angesiedelt. Darüber hinaus wurde 2019 eine internationale Struktur für Nachhaltigkeitsthemen implementiert: Die Nachhaltigkeitsbeauftragten der einzelnen Ländereinheiten sind in einem internationalen CR Board vertreten. Hier bringen sie ihre jeweiligen Anforderungen ein, sodass strategische Schwerpunktthemen für die DER Touristik Group gemeinsam festgelegt werden. Das Gremium trifft sich einmal im Jahr für einen Jahresrückblick und eine weitere Planung und tauscht sich regelmäßig zu aktuellen Themen aus. CR Steering Committees in den jeweiligen Ländereinheiten koordinieren und steuern die Nachhaltigkeitsthemen auf lokaler Ebene. Ende 2019 wurde ein CR Steering Committee für Deutschland, Österreich und die Schweiz gegründet. Es setzt sich aus Führungskräften der relevanten Fachbereiche zusammen und ist unter anderem für die Weiterentwicklung und regionale Umsetzung der Gruppenstrategie verantwortlich.

Bei Lekkerland verantwortet der Chief Operating Officer (COO) das Thema Nachhaltigkeit und wird von der Abteilung Quality Management und Corporate Responsibility unterstützt. Das Nachhaltigkeitsteam von Lekkerland wird sukzessive in verschiedene Arbeitskreise zu Nachhaltigkeitsthemen sowie in das umfassende Nachhaltigkeitsmanagement der REWE Group integriert. Auf diese Weise kann Lekkerland mit der Expertise der REWE Group grundlegende Nachhaltigkeitsstrukturen aufbauen.

Sustainable Development Goals

Die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen adressieren die wesentlichen Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung auf globaler Ebene. Sie haben einen Zeithorizont bis 2050 und werden durch 169 Teilziele konkretisiert. Die REWE Group ist bestrebt, mit ihrem Nachhaltigkeitsengagement einen Beitrag zum Erreichen dieser Ziele zu leisten. Aus diesem Grund hat sie ihre Nachhaltigkeitsstrategie und ihre Geschäftsprozesse mit den 17 Zielen und den zugehörigen 169 Teilzielen abgeglichen. Auf Grundlage dieser Analyse wurden die SDGs und ihre Teilziele von den Nachhaltigkeitsverantwortlichen der REWE Group priorisiert und so ein Ranking der relevantesten SDGs gebildet. Dieses wurde auf dem REWE Group-Dialogforum im Jahr 2016 mit Stakeholdern im Rahmen einer Podiumsdiskussion erörtert. Das Feedback der Stakeholder floss in ein Gesamtranking ein, das die folgenden SDGs mit hoher Relevanz für die REWE Group beinhaltet:

SDG 12: Verantwortungsvoller Konsum und nachhaltige Produktion
SDG 12 zielt auf die notwendige Veränderung von Lebensstilen und Wirtschaftsweisen ab. Es bezieht sich somit sowohl auf den individuellen Konsum als auch auf die Umgestaltung der Wertschöpfungsmuster, die der Produktion zugrunde liegen. Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Lieferketten sind dabei ebenso relevant wie die Vermeidung beziehungsweise die verantwortungsvolle Entsorgung von Abfällen sowie die Eindämmung von Lebensmittelverschwendung.

Große Teile des Engagements der REWE Group tragen zur Zielerreichung des SDG 12 bei. Basis hierfür sind die vom Unternehmen definierten Grundsätze und Leitlinien – die Umweltaspekte und soziale Belange entlang ihrer Lieferketten adressieren (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Grundsätze und Leitlinien, Ökologische Aspekte in der Lieferkette und Soziale Aspekte in der Lieferkette). Als wichtigen Beitrag für eine nachhaltigere Landwirtschaftsproduktion werden Bio- und regionale Eigenmarkenprodukte gefördert sowie Produkte, bei denen die REWE Group soziale und ökologische Verbesserungen in den Lieferketten erreicht. Dabei setzt das Unternehmen auf international anerkannte Zertifizierungsstandards, arbeitet gemeinsam mit der Branche in Initiativen und setzt eigene Projekte auf.
Zudem kennzeichnet es seit 2010 Produkte, die sozial und ökologisch nachhaltiger produziert sind oder erhöhte Tierwohlstandards erfüllen, mit dem PRO PLANET-Label – bis Ende 2025 sollen 25 Prozent der Eigenmarken von REWE und PENNY in Deutschland dieses Label tragen. Verbraucher:innen erhalten so einen Wegweiser für nachhaltigere Produkte und transparente Informationen für ihre Einkaufsentscheidung (mehr dazu in den Abschnitten Managementansatz Grüne Produkte, Regionalität, Bio und PRO PLANET). Zur Eindämmung von Lebensmittelverschwendung werden moderne Prognosesysteme und automatisierte Bestellverfahren – unterstützt durch die kaufmännische Erfahrung der Mitarbeiter:innen – eingesetzt. Sie ermöglichen eine bedarfsgerechte Versorgung der Märkte mit frischer Ware. Zudem sensibilisiert die REWE Group ihre Kund:innen über Kampagnen für dieses Thema und arbeitet mit 940 lokalen Tafeln zusammen (weitere Beispiele des Engagements der REWE Group finden Sie in den Abschnitten Nachhaltigen Konsum fördern sowie Projekte und Förderungen). Der bewusste Umgang mit Ressourcen spiegelt sich auch im REWE Group-Fokusthema Kreislaufwirtschaft wider, bei dem vor allem Verpackungen eine wesentliche Rolle spielen. Hier lautet der strategische Ansatz „vermeiden, verringern, verbessern“. Bis Ende 2025 sollen zum Beispiel bei den Verkaufs- und Serviceverpackungen der REWE- und PENNY-Eigenmarken 20 Prozent weniger Kunststoff verwendet werden und, wo dies unvermeidbar ist, der Kunststoff recyclingfähig sein (weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Verpackung).

SDG 15: Leben an Land
Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen – das sind die Ziele des SDG 15.

Um Biodiversität zu schützen und zu fördern, setzt die REWE Group auf Kooperationen und Projekte, zusammen mit zahlreichen Landwirt:innen und Partnern wie dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) oder der Bodensee-Stiftung. So wurde erst im März 2021 der Verein „Food for Biodiversity“ gegründet. Und bereits seit 2010 wird durch das PRO PLANET-Projekt in Zusammenarbeit von Landwirt:innen und Naturschützer:innen die biologische Vielfalt auf konventionellen Obst- und Gemüsebetrieben verbessert – zuerst mit Fokus auf Apfel- und Birnenplantagen, seit 2016 auch bei verschiedenen Obst- und Gemüsekulturen. Bis 2025 sollen alle relevanten, regionalen Freilandobst- und -gemüseprodukte auf einen biodiversitätsfördernden Anbau umgestellt sein. Auch bei der Gestaltung nachhaltigerer Sortimente ist der Erhalt der biologischen Vielfalt ein wichtiges Kriterium, das über Standardsysteme wie Bio, Fairtrade oder Forest Stewardship Council (FSC®) berücksichtigt wird. Die REWE Group engagiert sich außerdem für eine umweltgerechte und sozialverträgliche Waldwirtschaft: Bis Ende 2025 sollen Lieferketten in den Bereichen Holz/Papier, Palmöl und Soja-Futtermittel entwaldungsfrei sein (mehr Informationen finden Sie im Abschnitt Fokusrohstoffe – Food). Und das Unternehmen bezieht zunehmend Holz und Papier für seine Produkte und Verpackungen aus nachhaltig bewirtschafteten Quellen, die gemäß Nachhaltigkeitsstandards zertifiziert sind (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Nachhaltigen Konsum fördern, Ökologische Aspekte in der Lieferkette und Fokusrohstoffe – Non-Food).

SDG 14: Leben unter dem Wasser
Dieses SDG zielt darauf ab, die Verschmutzung der Ozeane und Meere erheblich zu verringern. Darin inbegriffen sind die Reduktion der Versauerung, die nachhaltige Bewirtschaftung der Küstenökosysteme und der Fischbestände.

Die REWE Group ist sich der Auswirkungen im Bereich Wasser, die entlang ihrer Lieferketten auftreten, bewusst und arbeitet kontinuierlich an der Auflösung identifizierter Hotspots: Zum Beispiel soll mit einem Detox-Programm für Bekleidung, Schuhe und Heimtextilien der Eigenmarken die Verunreinigung von Wasser durch Chemikalien gezielt reduziert werden (für mehr Informationen siehe Abschnitt Ökologische Aspekte in der Lieferkette). Auch will das Unternehmen komplett auf schädliches Mikroplastik in den Eigenmarkenprodukten verzichten – und diesen Verzicht auch auf weitere Warengruppen ausweiten (weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Wasser). Und in der Leitlinie für Fisch und Meeresfrüchte macht die REWE Group ihren Lieferanten Vorgaben zur Transparenz – im Sinne einer nachhaltigen Nutzung der Ressource Meer und nachhaltigen Fischerei. Das Ziel hier ist, in den Bereichen Tiefkühlung, Convenience, Frische und Konserve 100 Prozent zertifizierte Eigenmarkenartikel (MSC, GLOBALG.A.P., ASC, Bio-Zertifizierung) zu beziehen (weitere Informationen finden Sie in der Leitlinie für Fisch und Meeresfrüchte und im Abschnitt Fokusrohstoffe – Food).

SDG 8: Gute Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum
Ziel des SDG 8 sind kontinuierliches, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, eine produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle.

Als international tätiges Unternehmen bekennt sich die REWE Group in ihrer Grundsatzerklärung Menschenrechte sowie in ihrer Leitlinie für Fairness dazu, innerhalb der Lieferketten aller Eigenmarkenprodukte von REWE, PENNY und toom Baumarkt Menschenrechte zu stärken und Arbeitsbedingungen zu verbessern – im Fokus stehen die Themen Kinder- und Zwangsarbeit, existenzsichernde Löhne und Einkommen sowie Frauen in der Lieferkette. Bis 2030 will die REWE Group beispielsweise, dass alle strategischen Lieferanten an Trainingsprogrammen teilnehmen, um negative Auswirkungen entlang der Lieferkette gezielt zu reduzieren. Dazu soll bis 2025 ein Beschwerdemechanismussystem für relevante Lieferketten etabliert werden (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Soziale Aspekte in der Lieferkette, Kinder- und Zwangsarbeit, Existenzsichernde Löhne und Einkommen und Frauen in der Lieferkette). Auch lokal setzt sich die REWE Group mit ihrer Vertriebslinie REWE für eine nachhaltige und faire Zusammenarbeit ein: Mit der „REWE Lokal-Partnerschaft“ werden lokale Lieferanten und Erzeuger gefördert und eine verbindliche Zusammenarbeit definiert (mehr Informationen im Abschnitt Regionalität). Als Arbeitgeber bietet die REWE Group ihren Mitarbeiter:innen unter anderem flexible Arbeitszeitmodelle für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, betriebliches Gesundheitsmanagement und zeigt großes Engagement bei Ausbildung und Entwicklung (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Mitarbeiter:innen, Beruf und Lebensphasen und Aus- und Weiterbildung). Zudem sind in nahezu allen Entscheidungen der REWE Group Vertreter der Belegschaft als gewählte Gremienvertreter:innen der Betriebsräte oder Aufsichtsräte eingebunden (siehe Abschnitt Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis).

SDG 2: Kein Hunger
Das SDG 2 strebt an, den Hunger auf der Welt zu beenden, eine bessere Ernährung zu erreichen sowie eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern.

Um Hunger in den Lieferketten zu bekämpfen, setzt sich die REWE Group unter anderem dafür ein, die Existenzgrundlage von Kleinbäuer:innen zu stabilisieren und ihnen Planungssicherheit zu geben – etwa mit Abnahmegarantien. Zudem sollen in Pilotprojekten bis 2025 Ansätze zur Sicherstellung von existenzsichernden Löhnen und Einkommen getestet und, falls erfolgreich, skaliert werden. Die REWE Group will außerdem vor allem Frauen entlang der globalen Wertschöpfungsketten stärken – zum Beispiel mit Frauenkomitees in Projekten wie dem der Fairtrade-Kaffeekooperative Valle de Incahuasi in Peru, die sich mit Ernährungssicherung, Fortbildungen und Maßnahmen zur Einkommensbeschaffung speziell für Frauen beschäftigen (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Soziale Aspekte in der Lieferkette, Existenzsichernde Löhne und Einkommen und Frauen in der Lieferkette). Um eine bessere Ernährung zu erreichen, sensibilisiert die REWE Group ihre Verbraucher:innen zu diesem Thema, etwa durch Kampagnen. Kinder und Jugendliche werden in Kitas und Sportvereinen in verschiedenen Workshops an eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung und ausgewogener Ernährung herangeführt, Schulklassen erhalten gesunde Lebensmittel. Zudem informiert das Unternehmen transparent über die Nährwerte der Produkte – seit 2020 nutzt die REWE Group hierfür auch die Nutri-Score-Kennzeichnung. Darüber hinaus passt das Unternehmen das Produktangebot und die Rezepturen bei den Eigenmarken durch Reduzierung von Zucker, Salz, Fett oder gesättigten Fettsäuren an (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Bio, Ernährung, Nachhaltigen Konsum fördern und Projekte und Förderungen).

SDG 7: Erneuerbare Energien
Ziel des SDG 7 ist es, dass alle Menschen Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie haben. Zudem soll der Anteil von erneuerbaren Energien im weltweiten Energiemix deutlich erhöht und die Steigerungsrate der Energieeffizienz verdoppelt werden.

Die REWE Group hat im Sinne der Ziele des SDG 7 bereits Anfang 2008 den Stromeinkauf für Märkte, Lager und Reisebüros in Deutschland und Österreich auf Grünstrom umgestellt und somit einen Beitrag zum Ausbau regenerativer Energien geleistet. Zudem spart das Unternehmen Energie durch ein wirksames, zertifiziertes Energiemanagementsystem und die Optimierung der Logistik. Und mit seinem Green Building-Konzept verfolgt der Konzern seit 2009 einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz für seine Standorte (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Energie, Logistik und Mobilität und Green Building). Die Nutzung erneuerbarer Energien und die konsequente Einsparung von Energie sind wesentliche Bestandteile, um die Klimaziele des Unternehmens zu erreichen – etwa die absoluten Treibhausgasemissionen auf Unternehmensebene bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2019 zu reduzieren und in den Lieferketten seiner Eigenmarkenartikel eine absolute Reduktion der Treibhausgasemissionen von 15 Prozent bis Ende 2030 im Vergleich zu 2019 zu erreichen (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Klimaschutz in der Lieferkette und Klimaschutz auf Unternehmensebene).

Zu diesen sieben Zielen hat die REWE Group insgesamt 27 SDG-Teilziele identifiziert, die für ihre Geschäftstätigkeit von ausgeprägter Relevanz sind.
Die Analyse zeigt, dass die Nachhaltigkeitsaktivitäten der REWE Group einen Beitrag zur Zielerreichung der als relevant eingestuften SDGs und Teilziele leisten können. Das Unternehmen identifiziert regelmäßig weitere Potenziale für ein zukünftiges Engagement.

Weitere Informationen zu den Ansätzen der Nachhaltigkeitssäulen finden sich hier im Bericht:

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