REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2020

Nachhaltigen Konsum fördern

Die Förderung des Konsums nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen ist ein wichtiges Element der REWE Group-Nachhaltigkeitsstrategie. Damit nachhaltige Sortimente erfolgreich sind, muss der soziale oder ökologische Mehrwert für die Kund:innen verständlich und glaubwürdig sein. Dabei ist zu beachten, dass auch andere Kriterien wie der Preis, die Qualität, die Verpackung und die Frische bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen. Dem Handel kommt eine wichtige Mittlerfunktion zu. Denn ohne ausreichende Nachfrage und Preisbereitschaft seitens der Kund:innen geraten verantwortungsvolle Anbieter:innen schnell in eine wirtschaftliche Schieflage, und ohne ein breites nachhaltiges Warenangebot kann kein/e Konsument:in ethisch handeln. Die REWE Group hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Nachhaltigkeit aus der Nische in den Massenmarkt zu bringen.

GRI 417: Marketing und Kennzeichnung

Managementansatz

Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitskommunikation setzt die REWE Group verschiedene Maßnahmen um, die eine informierte Kaufentscheidung ermöglichen und die Konsument:innen für nachhaltigere Produkte und Dienstleistungen begeistern sollen. Glaubwürdigkeit, Transparenz und eine zielgruppenspezifische Ansprache sind dabei wichtige Prinzipien der Kommunikation.

Maßnahmen zur Stärkung des Nachhaltigkeitsbewusstseins

Im Rahmen von Kampagnen, Aktionen und unterjährigen Kommunikationsmaßnahmen sprechen die Vertriebslinien der REWE Group ihre Kund:innen zum nachhaltigen Konsum im Kontext eines übergeordneten gesellschaftlichen Themas an, wie beispielsweise bewusste Ernährung, Bio-Produkte, Regionalität oder soziales Engagement. So schafft die REWE Group Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei der Kaufentscheidung und sensibilisiert ihre Kund:innen für einen verantwortungsvollen Konsum.

PENNY hat im Jahr 2020 wie auch in den Vorjahren drei Nachhaltigkeitswochen durchgeführt, in denen nachhaltigere Industrieprodukte beworben werden. Darüber hinaus hat PENNY über das Jahr hinweg durch Nachhaltigkeitskampagnen auf relevante Themen wie Bio-Produkte, Food Waste, Artenvielfalt oder Verpackungen aufmerksam gemacht.

Auch die REWE Group in Österreich organisiert seit 2010 einmal im Jahr Nachhaltigkeitswochen. Dabei stehen Produkte im Mittelpunkt, die einen nachhaltigen Mehrwert im Hinblick auf eine gesunde Ernährung, den Klima- und Umweltschutz, die Biodiversität oder soziales Engagement bieten.

Die Vertriebslinie REWE kommuniziert Nachhaltigkeitsthemen mehrfach unterjährig im Rahmen von Nachhaltigkeitskampagnen sowie über ihre Webseite. Die Themen spielen auch in den REWE-Dachmarkenkampagnen eine Rolle.

REWE und PENNY machen auf das Insektensterben aufmerksam

Das Thema Insektensterben war auch im Jahr 2020 ein Schwerpunkt in der Kundenkommunikation. So führte PENNY eine Aktionswoche zum Schutz von Bienen und zur Förderung der Biodiversität im Apfelanbau durch. Im Fokus stand der Apfelsaft „Aus Liebe zur Biene“, der das PRO PLANET-Label „Für mehr Artenvielfalt“ trägt.

Seit 2019 erhält REWE prominente Unterstützung für die kommunikativen Aktivitäten zum Insektenschutz: Biene Maja und ihre Freunde sind Botschafterinnen und Botschafter für REWEs Engagement für Artenvielfalt und haben auch im Berichtsjahr für den Insektenschutz geworben.

Seit 2020 bündelt PENNY alle Informationen und Neuigkeiten in Sachen Nachhaltigkeit online unter dem Motto „Unser grüner Weg“. Mit der Eröffnung des ersten Nachhaltigkeits-Erlebnismarkts „PENNY Grüner Weg“ will die Vertriebslinie ihre Kund:innen verstärkt für die Bedeutung von Nachhaltigkeit sensibilisieren. 20 Stationen im Markt machen die wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen für die Kund:innen sicht- und erlebbar – von den Vorteilen der Naturgut Bio-Helden über Initiativen zur Verpackungsvermeidung bis zu Tipps, wie eine bienenfreundliche Umgebung geschaffen werden kann. Eine Station zeigt außerdem die „wahren Kosten“: Sie machen deutlich, was ausgewählte Produkte unter Berücksichtigung bestimmter ökologischer Faktoren wirklich kosten. Dafür haben Wissenschaftler:innen der Universität Augsburg die über die Lieferketten anfallenden Auswirkungen von Stickstoff, Klimagasen und Energie in den wahren Verkaufspreis von acht ausgewählten konventionell und ökologisch erzeugten Eigenmarken-Produkten (Apfel, Banane, Kartoffel, Tomate, Mozzarella, Gouda, Milch und gemischtem Hackfleisch) mit eingerechnet. Die exemplarische Auswertung der konventionell erzeugten Lebensmittel zeigt, dass der Verkaufspreis pro Kilogramm um durchschnittlich rund 62 Prozent steigt. Bei den Produkten aus ökologischem Landbau erhöht sich der Verkaufspreis um rund 35 Prozent. Gemessen an den aktuellen Verkaufspreisen entspricht das einer durchschnittlichen Preissteigerung von 2,30 Euro pro Kilogramm bei konventionell erzeugten Produkten und 2,28 Euro pro Kilogramm bei ökologisch erzeugten Produkten.

Regionalität und Bio im Fokus bei REWE

2020 standen bei REWE auch die Regionalität und Partnerschaften mit lokalen Erzeugern im Mittelpunkt – insbesondere vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie: Unter dem Motto „Gutes gibt’s so nah. Frisch aus deiner Region“ bewarb die Vertriebslinie frische Produkte aus der Region. Die Verbreitung der Kampagne erfolgte online, über TV-Spots und direkt in den Märkten (für mehr Informationen zur Regionalität bei der REWE Group siehe Abschnitt Regionalität). Darüber hinaus erklärt REWE auf Produkten der Eigenmarke REWE Bio die Vorzüge von Bio-Produkten für Umwelt, Mensch und Tier (für mehr Informationen siehe Abschnitt Bio).

GRI 417-1

Grundsätze und Verfahren zur Produktkennzeichnung

Die Produkte der REWE Group werden im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich ihrer Herkunft, Zusammensetzung und Nutzung gekennzeichnet – ein Beispiel ist das Mindesthaltbarkeitsdatum. Die REWE Group kennzeichnet Nachhaltigkeitsaspekte bei ihren Produkten über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und macht bei vielen Produkten detaillierte Angaben zur Herkunft.

Nachhaltigkeitslabel und Zertifizierungen schaffen Transparenz und Glaubwürdigkeit

Mit dem PRO PLANET-Label verfügt die REWE Group über einen systematischen Ansatz, um Nachhaltigkeitsinformationen transparent und verständlich auf Produkten darzustellen. REWE, PENNY und toom Baumarkt kennzeichnen mit dem PRO PLANET-Label Eigenmarkenprodukte, die soziale und ökologische Faktoren sowie Aspekte des Tierwohls berücksichtigen. Damit bietet es eine verlässliche und nachvollziehbare Orientierung beim Einkauf, um den nachhaltigen Konsum bei einer breiten Verbrauchergruppe zu fördern. Auf der PRO PLANET-Webseite stehen weitere Informationen zu den einzelnen Produkten zur Verfügung (für eine Übersicht der Anteile dieser Produkte im Sortiment und eine Erläuterung des PRO PLANET-Prozesses siehe Abschnitt PRO PLANET).

Zudem hat die REWE Group damit begonnen, die sogenannte Nutri-Score-Kennzeichnung im Jahr 2020 für die ersten Eigenmarkenprodukte von REWE und PENNY einzuführen. Die Kennzeichnung wird sukzessive ausgeweitet. Durch diese auffällige Nährwertkennzeichnung möchte die REWE Group die Verbraucher:innen bei einer gesunden Ernährung zusätzlich unterstützen (für mehr Informationen siehe Abschnitt Ernährung).

Darüber hinaus verwendet die REWE Group anerkannte externe Labels für die Kennzeichnung ihrer Eigenmarken und führt Markenprodukte mit diesen Labels in ihrem Sortiment. Dazu zählen etwa der Blaue Engel, Fairtrade, Forest Stewardship Council (FSC®), Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC™), Rainforest Alliance / UTZ, Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG), Marine Stewardship Council (MSC), Aquaculture Stewardship Council (ASC) und GGN – zertifizierte Aquakultur (GLOBALG.A.P.). Außerdem werden Bio- und Regionalprodukte gesondert ausgewiesen. Nahezu alle Frischfischtheken der REWE-Märkte sind seit 2009 nach MSC und seit 2012 nach ASC zertifiziert. Damit Verbraucher:innen trotz der Vielfalt an Labeln eine informierte Kaufentscheidung treffen können, haben REWE und PENNY die wichtigsten Informationen zu verwendeten Labels und Zertifizierungen auf ihren Webseiten (REWE; PENNY) zusammengestellt.

Bei Non-Food-Waren setzt die REWE Group auf das TÜV-Exklusiv-Siegel, das für die Qualität und Sicherheit der Produkte steht. Jedes zertifizierte Produkt trägt eine individuelle ID-Nummer, über die sich weitere Informationen abrufen lassen.

toom Baumarkt hat gemeinsam mit der Verbraucher Initiative e. V. einen Leitfaden für Nachhaltigkeitslabel zusammengestellt. Er soll Kund:innen Orientierung für einen nachhaltigeren Einkauf geben und erläutert empfehlenswerte Labels, die auf Produkten im Baumarkt zu finden sind. Die Labelauswahl basiert auf Bewertungen des Verbraucherportals label-online.de. Der Leitfaden ist online unter toom.de/nachhaltigkeit zum Download verfügbar.

Um Reisenden, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, eine transparente Entscheidungshilfe zu bieten, arbeitet die DER Touristik an einer Strategie zur verständlichen Kennzeichnung nachhaltiger Reiseangebote. In diesem Rahmen wurden zunächst die verschiedenen Labels in den Katalogen der Reiseveranstalter auf das branchenweit und international anerkannte Nachhaltigkeitssiegel Travelife reduziert und in einem nächsten Schritt im Rahmen des Projekts „Green Travel Transformation“ der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris in eine branchenweit anerkannte einheitliche Kennzeichnung für nachhaltige Reiseangebote überführt. Daraus hat sich der Datenanbieter Green Travel Index gebildet, der die Daten von anerkannten Nachhaltigkeitszertifikaten sammelt und aufbereitet. Seit Winter 2019 werden nachhaltig zertifizierte Hotels in den Katalogen von DERTOUR, Meier’s, ITS und Jahn mit einem grünen Blatt gekennzeichnet. Dahinter verbergen sich über Travelife hinaus weitere international anerkannte Zertifikate. Sie verpflichten sich zur Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards gemäß den Anforderungen des Global Sustainable Tourism Council (GSTC).

Zusätzlich zu der Abbildung im Katalog hat die DER Touristik auch die Möglichkeit einer gezielten Onlinesuche nach nachhaltigen Hotels umgesetzt: Diese Hotels sind seit Anfang 2020 auch auf der Reisebüro-Buchungsplattform Bistro entsprechend mit dem grünen Blatt gekennzeichnet und können von den Reisebüromitarbeiter:innen der DER Touristik im Beratungsgespräch mit aufgenommen werden. Zudem wird die Anzahl nachhaltig wirtschaftender Hotels im Angebot der DER Touristik Veranstalter durch verschiedene Maßnahmen sukzessive ausgebaut und die Entwicklung nachhaltiger Reiseprodukte stetig vorangetrieben.

Nachhaltige Urlaubsangebote

2021 veröffentlichte die DER Touristik ihren ersten Katalog in Magazinform mit dem Titel „Bewusst Reisen“. Dieser beinhaltet Hotels mit Nachhaltigkeitszertifizierung in Europa und Nordafrika. Gleichzeitig vermittelt das sogenannte „Magalog“ Informationen rund um die Reiseziele und zum nachhaltigen Engagement der Hotels.

Außerdem können die Gäste die CO2-Emissionen der gesamten Reise freiwillig kompensieren. Der Betrag wurde für jedes Reiseangebot im Magalog beispielhaft berechnet und wird unter dem jeweiligen Angebot angezeigt.

Mit Herkunftsangaben für größere Lieferkettentransparenz

Viele Verbraucher:innen möchten sich darüber informieren, woher die Produkte stammen, die sie einkaufen. Die REWE Group entspricht diesem Wunsch, indem sie beispielsweise die Herkunft ihrer regionalen Produkte auszeichnet und die Angaben bei vielen Produkten nach den Kriterien des Regionalfensters zertifizieren lässt (siehe dazu Abschnitt Regionalität).

Für Fischprodukte hat die REWE Group im Jahr 2012 einen Tracking-Code für Fisch-Eigenmarkenprodukte eingeführt. Damit können sich Kund:innen auf den Webseiten der Vertriebslinien REWE und PENNY über die Lieferkette des Fischprodukts informieren. Auch die ersten Aquakulturprodukte können so bis zur Farmregion online zurückverfolgt werden. Insgesamt sind 60 Prozent der Fischprodukte mit dem Tracking-Code ausgestattet. Und auch für die Lieferketten der REWE-Eigenmarken-Bananen, der REWE Beste Wahl Ananas sowie der Fairtrade-Biohelden-Bananen und -Ananas von PENNY können die Kund:innen die Produkte anhand eines QR-Codes bis zum Erzeugerbetrieb rückverfolgen.

Seit 2014 wird auf den Eigenmarkenprodukten von PENNY und REWE der Hersteller als Inverkehrbringer genannt. Für die Kund:innen bedeutet dies eine größere Transparenz in der Lieferkette. Nur in wenigen Ausnahmen wird die REWE Group weiterhin als Inverkehrbringer genannt, beispielsweise bei Produkten der Marke Feine Welt, die von kleinen Lieferanten stammen.

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Verstöße im Zusammenhang mit Marketing und Kommunikation

Bei der Gestaltung von Werbung hält sich die REWE Group grundsätzlich an die Gesetzgebung sowie an ethische und kulturelle Standards. Sie verzichtet ausdrücklich auf sexistische, diskriminierende, politische, pornografische, extremistische und gewaltverherrlichende Werbung. Wahrheit, Klarheit und Transparenz sind dabei die grundlegenden Prinzipien. Darüber hinaus gelten die von der REWE Group entwickelten, unternehmensweit gültigen Verhaltenskodizes, Richt- und Leitlinien ebenso wie Vorschriften der nationalen Werberäte. Die Kommunikation von Nachhaltigkeit setzt ein besonderes Maß an Glaubwürdigkeit voraus. Die REWE Group verpflichtet sich in ihrer Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften explizit zur Einhaltung geltender verbraucherschützender Vorschriften sowie angemessener Vertriebs-, Marketing- und Informationspraktiken gegenüber Verbraucher:innen. Um dies auch in der Gestaltung von Werbemaßnahmen zu berücksichtigen, werden diese vor Veröffentlichung vom Nachhaltigkeitsbereich freigegeben.

Im Berichtszeitraum 2020 sind keine wesentlichen Verstöße bekannt.

Weitere Themen aus diesem Bereich:

Produktbezogene Risikoanalysen

GRI 102-11

Regionalität

GRI 204-1

Fokusrohstoffe – Food

GRI FP1

Fokusrohstoffe – Non-Food

GRI FP1

Bio

GRI FP2

PRO PLANET

GRI FP2

Verpackungen

GRI 301

Wasser

GRI 303

Biodiversität

GRI 304

Klimaschutz in der Lieferkette

GRI 305

Ökologische Aspekte
in der Lieferkette

GRI 308

Soziale Aspekte
in der Lieferkette

GRI 412, 414

Frauen in der Lieferkette

GRI 414

Existenzsichernde
Löhne und Einkommen

GRI 414

Kundengesundheit und Produktsicherheit

GRI 416

Tierwohl

FP10

Kinder- und Zwangsarbeit

GRI 408, 409

Ernährung

FP10