REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2020

Regionalität

Eine Auseinandersetzung mit der Herkunft von Produkten ist für viele Verbraucher:innen mittlerweile selbstverständlich geworden. Insbesondere die regionale Herkunft der Produkte ist vielen Kund:innen wichtig. Ein regionales Sortiment stärkt Landwirt:innen und Betriebe aus dem Umland – und damit auch die unmittelbare Umgebung der Verbraucher:innen. Gleichzeitig können kurze Transportwege und die Saisonalität für einen geringeren ökologischen Fußabdruck sorgen. Die aktuelle Wesentlichkeitsanalyse der REWE Group hat gezeigt, dass die Relevanz dieser Themen in dem durch die Covid-19-Pandemie beeinflussten Jahr 2020 noch mal gestiegen ist (für weitere Informationen siehe Abschnitt Wesentlichkeitsanalyse).

GRI 204-1:

Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten

Regionale Lieferanten sind für die REWE Group diejenigen, die aus Rohwaren einer konkret definierten Region auch dort ein Endprodukt produzieren. Die Regionalsortimente haben einen hohen Anteil an frischen Obst- und Gemüseprodukten, die abhängig von der Saison in den Märkten angeboten werden. Sie stehen in den Augen der Konsument:innen für Frische, kurze Transportwege, eine vertrauenswürdige Produktion sowie die Unterstützung der heimischen Wirtschaft.

Die REWE Group hat ihre regionalen Sortimente in den letzten Jahren stark ausgebaut. Grundlagen dafür sind langfristige Beziehungen mit Lieferanten in der Region sowie die transparente und aufmerksamkeitsstarke Kommunikation der besonderen Qualität dieser Produkte gegenüber den Konsument:innen – beispielsweise über die REWE Regionalitätskampagne.

Die im Jahr 2012 eingeführte bundesweite Marke REWE Regional für regionale Produkte gewährleistet eine schnelle Wiedererkennung. Die Herkunftsregion wird auf der Verpackung ausgewiesen – als politisch abzugrenzendes Gebiet (z. B. Bundesland), kulturelle Gegend (z. B. Franken) oder traditionelles Anbaugebiet. Beispiele sind Wurst und Eier aus Nordrhein-Westfalen, Äpfel aus dem Alten Land oder Gurken aus dem Spreewald. Im Berichtszeitraum hat sich das regionale Sortiment sehr positiv entwickelt.

REWE Regional (Deutschland)1

2018 2019 2020 ✓
REWE-Märkte, die REWE Regional-Artikel führen3 3.451 3.729 3.845
Kundenkontakte2 118.324.151 128.825.717 158.780.375
Artikelanzahl3 660 747 804
1
Die Werte weichen von denen im Nachhaltigkeitsbericht 2019 ab, da seit dem Berichtsjahr 2020 Scannerdaten für REWE Dortmund berücksichtigt werden.

2
Kundenkontakte werden anhand der Scannermengen von den einzelnen Produkten erhoben.

3
Nur Artikel, von denen mehr als 200 Stück verkauft wurden.

Kennzeichnung regionaler Produkte

Um regionale Produkte weiter zu stärken, ist die REWE Group seit 2012 als Gründungsmitglied im Trägerverein Regionalfenster e.V. aktiv und setzt seit 2014 das Regionalfenster bei ausgewählten Artikeln in PENNY- und REWE-Märkten um. Die Kennzeichnung bietet Verbraucher:innen geprüfte Angaben zu der Herkunft der Zutaten und dem Ort der Verarbeitung. So schafft das Regionalfenster zusätzlich zu den eigenmarkenspezifischen Angaben Transparenz für Kund:innen. Zu den Produkten gehören unter anderem Äpfel, Möhren, Spargel oder Tomaten, die häufig von einem oder mehreren Lieferanten pro Region stammen. Im Berichtsjahr wurden zudem auch regionale Pflanzen, etwa Stauden oder Nordmanntannen, mit dem Regionalfenster ausgezeichnet.

Die Vertriebslinie REWE kennzeichnet Produkte mit dem Regionalfenster, wenn sie in der Region, aus der sie stammen, auch in den Märkten angeboten werden. Es wird für die REWE Regional-Produkte verwendet, um die regionale Herkunft neutral zu überprüfen und das transparent auszuweisen.

PENNY kennzeichnet Artikel mit dem Regionalfenster, wenn diese aus Deutschland saisonal verfügbar sind. Als zusätzliche Herkunftsangabe weist PENNY bei regionalem Obst und Gemüse etwa das Bundesland oder eine Anbau- oder „Genussregion“ wie zum Beispiel „aus der deutschen Bodenseeregion“ aus. Die Transparenz hinsichtlich der Herkunftsangaben ist Teil des Regionalitätsversprechens, mit dem sich PENNY außerdem zu Frische durch kurze Transportwege und zur Förderung heimischer Erzeuger verpflichtet.

Anzahl der Regionalfenster-Artikel und -Artikelgruppen von REWE und PENNY (Deutschland)

2018 2019 2020 ✓
REWE 354 463 552
PENNY 342 360 577

Ein weiteres Regionalkonzept wird seit 2014 bei der REWE Group in Österreich in den Märkten von BILLA, MERKUR und Sutterlüty unter dem Namen „Da komm ich her“ umgesetzt. Das Sortiment der Eigenmarke umfasst saison- und regionsabhängiges frisches Obst und Gemüse sowie Eier und beinhaltet mittlerweile über 220 Artikel.

Regionalkonzept „Da komm ich her“1 (Österreich)

2018 2019 2020 ✓
Kundenkontakte2 86.317.000 84.261.000 93.803.000
Artikelanzahl 255 261 226
1
BILLA, MERKUR und Sutterlüty in Österreich.

2
Kundenkontakte werden anhand der Scannermengen von den einzelnen Produkten erhoben.

Unter der PENNY-Eigenmarke „Ich bin Österreich“ werden Verbraucher:innen Produkte angeboten, die nach typisch österreichischer Rezeptur hergestellt werden und deren Zutaten zu 100 Prozent aus Österreich stammen. Das Sortiment umfasste Ende 2020 rund 200 Produkte. Insgesamt konnten 2020 mit „Ich bin Österreich“-Artikeln über 107 Millionen Kundenkontakte erzielt werden.

Lokalität

Wird von Lokalität gesprochen, stammen die Produkte von zumeist kleinen Lieferanten oder landwirtschaftlichen Direktvermarktern, die eine regional eingegrenzte Anzahl von Märkten direkt beliefern. Lokale Artikel werden in den REWE-Märkten in der Regel unter der Dachmarke „Aus deiner Region“ vermarktet und sind dementsprechend im Markt platziert und kenntlich gemacht. Um die Zahl der lokal erzeugten Produkte weiter zu erhöhen, hat REWE Lokalitätsbeauftragte ernannt und damit eine Struktur geschaffen, die sich nur mit den lokalen Anforderungen der Kund:innen und Lieferanten beschäftigt. Sie knüpfen Kontakte zwischen den REWE-Märkten und lokalen Erzeugern sowie Lieferanten und begleiten den gesamten Weg der Produkte der lokalen Landwirt:innen vom Feld bis in das Supermarktregal. Beispielsweise organisieren sie Lokalitätstage, wo Lieferanten ihre Ware präsentieren können. Im Berichtszeitraum gab es in den sechs REWE-Regionen insgesamt 20 Lokalitätsbeauftragte. Erfolgreiches Beispiel für die Förderung lokaler Lieferanten ist das REWE-Landmarkt-Konzept der Region Mitte. Unter diesem Namen verkaufen Bauernhöfe der Vereinigung der Hessischen Direktvermarkter e.V. (VHD) ihre Produkte im gesamten Bundesland. Ende 2020 führten 312 Märkte die über 3.200 Landmarkt-Artikel.

Landmarkt, Hessen (Deutschland)

2018 2019 2020
Märkte, die Landmarkt-Artikel führen 300 310 312
Kundenkontakte1 9.511.383 9.960.520 9.990.460
Artikelanzahl2 über 3.300 über 3.200 über 3.200
1
Kundenkontakte werden anhand der Scannermengen von den einzelnen Produkten erhoben.

2
Im Verkauf befindliche Artikel auf Basis der Artikelnummern (NAN), ab Markteintrittsjahr.

Die selbstständigen REWE-Kaufleute pflegen zudem zum Teil sehr lange Partnerschaften mit lokalen Lieferanten und Landwirt:innen. Darüber hinaus führen einzelne Kaufleute eigene Regionalsortimente, beispielsweise finden Verbraucher:innen in den REWE Richrath-Märkten im Raum Köln zahlreiche Produkte unter der Bezeichnung „Wir aus der Region“.

Für eine ausgewogene Zusammenarbeit mit lokalen Lieferanten bei REWE

Um die nachhaltige und faire Zusammenarbeit zu stärken, hat die Vertriebslinie REWE mit lokalen Lieferanten und Erzeugern gemeinsame Werte und Prinzipien definiert und in der „REWE Lokal-Partnerschaft“ verankert. Das Dokument stellt vier Themenfelder vor, die der Vertriebslinie als Grundlage für die Zusammenarbeit mit lokalen Lieferanten dienen:

  • Verlässliche Vertragspartner
  • Gutes Geld für gute Arbeit
  • Nutzung gemeinsamer Netzwerke
  • Gemeinsame Innovationen – zum Schutz von Tier und Umwelt

Damit bekennt sich REWE zur lokalen Verantwortung und bietet eine verlässliche Orientierung für die Zusammenarbeit mit kleineren und mittleren Landwirt:innen und Erzeugern aus dem direkten Umfeld der Märkte. Bei der praktischen Umsetzung setzt REWE auf die „Lokalitätsbeauftragten“ in Zusammenarbeit mit den Kaufleuten und den Marktmanager:innen. Gemeinsam stellen sie ihren lokalen Lieferanten vielseitige Hilfsmittel und Unterstützung zur Verfügung, um Synergien zu nutzen und in enger, vertrauensvoller Zusammenarbeit gemeinsam zu wachsen.

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