REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2020

Arbeitssicherheit und
Gesundheitsmanagement

Sichere Arbeitsplätze und die Förderung der Gesundheit von Mitarbeiter:innen nehmen für Unternehmen eine zentrale Rolle ein. Dazu zählt die Vermeidung von Arbeitsunfällen ebenso wie das Angebot von gesundheitlichen Präventionsmaßnahmen. So stellt sich das Unternehmen nicht nur rechtskonform auf, sondern kann längere Ausfälle der Beschäftigten verhindern und die Mitarbeiter:innen schützen. Um die Sicherheit und Gesundheit möglichst effektiv zu gewährleisten, ist es notwendig, diese Aspekte gut in die Unternehmensstrukturen einzubinden.

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter:innen und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Rahmen der Säule Mitarbeiter:innen wurden darüber hinaus fünf Handlungsfelder definiert: Werte und Kultur, Ausbildung und Entwicklung, Gesundheit und Sicherheit, Beruf und Lebensphasen sowie Vielfalt und Chancengleichheit. Mit den Aktivitäten im Handlungsfeld Gesundheit und Sicherheit verfolgt die REWE Group das Ziel, die Arbeitssicherheit sicherzustellen und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter:innen zu erhalten bzw. zu fördern.

GRI 403: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

GRI 403-1: Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

GRI 403-2: Gefahrenidentifizierung, Risikobewertung und Untersuchung von Vorfällen

GRI 403-3: Arbeitsmedizinische Dienste

GRI 403-4: Mitarbeiterbeteiligung, Konsultation und Kommunikation zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

GRI 403-5: Mitarbeiterschulungen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

GRI 403-7: Vermeidung und Abmilderung von direkt mit Geschäftsbeziehungen verbundenen Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz

Managementansatz

Die REWE Group sorgt für ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld. Sie achtet darauf, die gesetzlichen Grundlagen und Anforderungen der Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaften) zum Arbeits- und Gesundheitsschutz rechtskonform einzuhalten. Für diesen Zweck analysiert und kontrolliert das Handelsunternehmen relevante Arbeitsprozesse auf potenzielle Gesundheits- und Sicherheitsrisiken und trifft geeignete Maßnahmen zur Reduzierung von Gefährdungen.

Gesundheitsmanagement
Das Center of Expertise (CoE) Gesundheit & Innovation ist zuständig für das betriebliche Gesundheitsmanagement der REWE Group in Deutschland und engagiert sich ergänzend zum „klassischen“ Arbeits- und Gesundheitsschutz konsequent für seine Mitarbeiter:innen. Ein wichtiges Ziel ist es, die Gesundheit der Mitarbeiter:innen nachhaltig zu fördern sowie Erkrankungen vorzubeugen und auf diese Weise die Gesundheitsquote zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, entwickelt u.a. das CoE Gesundheit & Innovation Konzepte und koordiniert Projekte und Angebote für die einzelnen Vertriebslinien und ihre Beschäftigten. Dazu zählen Gesundheitsvorsorge-Screenings, Fit.Netz-Angebote (Bewegungs- und Entspannungskurse), die Initiative LoS! – Lebensphasenorientierte Selbsthilfekompetenz und die innerbetrieblichen Suchtbeauftragten.

Die arbeitsmedizinische Betreuung der REWE Group in Deutschland wird einheitlich durch einen überbetrieblichen Dienstleister für die Vertriebslinien REWE, PENNY, toom Baumarkt und DER Touristik sichergestellt. Der Dienstleister wird auf Basis der gesetzlichen Einsatzzeiten national durch das CoE Gesundheit & Innovation sowie in Abstimmung mit den Verantwortlichen in den Geschäftseinheiten und den Fachkräften für Arbeitssicherheit bedarfsgerecht entsprechend den strategischen Zielsetzungen koordiniert.

Bei der REWE Group in Österreich basiert die Gesundheitsförderung auf drei Bereichen: Körper, Soziales und Geist/Wohlbefinden. Ausgehend von Pilotprojekten im Filialbereich gibt es seit 2010 auch ein Programm für die Mitarbeiter:innen in den Zentralen der Handelsunternehmen. Die Aktivitäten der betrieblichen Gesundheitsförderung orientieren sich dabei an der biopsychosozialen Gesundheit der Mitarbeiter:innen und Führungskräfte und gliedern sich in die Elemente Ergonomie am Arbeitsplatz, Ernährung, Psyche/Entspannung, Sport/Bewegung, Vorsorge und Arbeitszeitflexibilisierung. In diesem Zusammenhang liegt ein Schwerpunkt der REWE Group in Österreich auf der Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen für physische und psychische Gesundheitsfaktoren.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Im HR-Service Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz sind alle intern beschäftigten Fachkräfte für Arbeitssicherheit in einer Organisationseinheit zusammengeführt – sie betreuen insbesondere die Gesellschaften von Handel Deutschland, toom Baumarkt, HLS Handel und Lager Service, REWE Digital Fulfilment Services sowie einige kleinere Gesellschaften mit singulären Standorten als interner Dienstleister entsprechend den gesetzlichen Anforderungen. Eine Koordination der sechs regional aufgestellten und übergreifend betreuenden Teams mit ihren Teamleiter:innen erfolgt dabei national über die leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit. Nationale Koordinator:innen arbeiten an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Arbeitssicherheitsprozesse. Darüber hinaus gibt es einen nationalen Brandschutz- und Gefahrgutbeauftragten.

Unter Berücksichtigung der staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften finden regelmäßige Begehungen der Arbeitsstätten, systematische Analysen von Unfällen, Auswertungen der im Arbeitsschutz eingehenden Berichte von Behörden (wie Bezirksregierung, Gewerbeaufsicht, Amt für Arbeitsschutz oder Berufsgenossenschaft) sowie regelmäßige Abstimmungstermine mit Verantwortlichen wie Vertrieb oder Bauabteilung und Arbeitsschutzausschuss-Sitzungen entsprechend den Führungs- und Verantwortlichkeitsstrukturen in den Geschäftseinheiten auf regionaler oder nationaler Ebene statt. Entscheidend ist zudem, Führungskräfte und Mitarbeiter:innen für Arbeitssicherheit sowie gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen und -prozesse zu sensibilisieren. Als mögliche Ansprechpartner:innen bei Fragen oder Vorschlägen werden an den Standorten die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzt:innen beispielsweise durch Aushänge bekannt gemacht.

Das Ende 2019 übernommene Unternehmen Lekkerland ist noch nicht in das Management von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz der REWE Group integriert – es hat in diesem Zusammenhang seine eigene Organisation vorerst beibehalten. Die Lekkerland Gesellschaften werden vertraglich durch externe Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzt:innen betreut.

Umgang mit der Corona-Pandemie

Im Jahr 2020 hat die Arbeitssicherheit bei der REWE Group vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sowie damit einhergehender gesetzlicher Anforderungen eine zentrale Rolle eingenommen. Bereits Anfang März 2020 ging die REWE Group in den Austausch mit externen Gremien (z. B. Robert Koch-Institut, Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik oder Bundesministerium für Arbeit und Soziales) sowie internen nationalen und regionalen Krisenstäben, um sich über die Anforderungen und Schutzmaßnahmen zu verständigen. Zur Unterstützung der Teststrategie wurden sechs regionale sowie eine nationale Taskforce ins Leben gerufen. Vom Einkauf von Schutzgütern über Maßnahmen in den Märkten wie der Errichtung von Trennwänden und Abstandsregeln bis hin zu Bestimmungen in Sachen Raumbelegungen, Dienstreisen oder Veranstaltungen wurden in Zusammenarbeit mit den Abteilungen und Regionen Konzepte entwickelt und diverse Maßnahmen umgesetzt.

Darüber hinaus haben das CoE Gesundheit & Innovation sowie der Bereich Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz für einige Geschäftseinheiten eine eigene Strategie zur Selbstdurchführung von PCR-Tests erarbeitet und umgesetzt. Zusätzlich wurde ein Prozess für Massentestungen an den Logistikstandorten der REWE Group entwickelt und Mitarbeiter:innen in der Durchführung der Tests geschult. Zur Organisation und Regelung der Testungen wurde eine Gesamtbetriebsvereinbarung verabschiedet. Das CoE Gesundheit & Innovation stand den unterschiedlichen Vertriebslinien im Berichtsjahr unter Einbeziehung des betriebsärztlichen Diensts bei allen Fragestellungen in Bezug auf das Pandemiegeschehen beratend zur Seite.

Effiziente Gefährdungsbeurteilung
Ein Erfolgsfaktor zur systematischen Erfassung und Beurteilung von Gefährdungen liegt in einer effizienten Gefährdungsbeurteilung. Hierzu wird ein System verwendet, um Gefahrenschwerpunkte zu erfassen, zu bewerten und Vorschläge für geeignete Umsetzungsmaßnahmen zu erarbeiten. Die elektronische Erfassung der Gefährdungen unterstützt die im Arbeitsschutz verantwortlichen Führungskräfte bei ihrer Arbeit in diesem Handlungsfeld. Insbesondere PENNY, toom Baumarkt und REWE Digital Fulfilment Services (sowie die zu diesen Gesellschaften gehörenden Logistikstandorte) setzen das System „Gefährdungsbeurteilung Online“ der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) flächendeckend ein: Mithilfe eines Tablets, Laptops oder am Markt-PC wird eine elektronische Checkliste mit relevanten Aspekten aufgerufen, um mögliche Risiken zu erfassen, zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu entwickeln.

Zur psychischen Gefährdungsbeurteilung werden je nach Geschäftseinheit Mitarbeiterbefragungen und Checklisten hinzugezogen, die so weit wie möglich IT-basiert dokumentiert werden. Außerdem werden mitarbeiterbezogene Instrumente wie Mitarbeiterforen, (Gesundheits-)Zirkel, Arbeitssituationserfassungen und andere moderierte Workshopverfahren zielgruppenspezifisch genutzt.

Im Berichtsjahr wurde ergänzend dazu eine spezifische Gefährdungsbeurteilung für Corona-Risikogruppen (z. B. ältere Beschäftigte, Beschäftigte mit Vorerkrankungen oder Schwangere) entwickelt. Auf diese Weise konnten erforderliche Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Beschäftigte entwickelt und abgestimmt werden – etwa die Wahrnehmung einer anderen Tätigkeit, mobiles Arbeiten oder ein Beschäftigungsverbot zum Schutz der Mitarbeiter:innen.

Schulungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz
Als Basisinstrument zur Unterweisung in allen REWE- und PENNY-Märkten sowie in den Verwaltungen existieren seit 2012 E-Learnings zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz, die in regelmäßigen Abständen an die aktuellen Anforderungen angepasst werden – so zuletzt im Mai 2020. Sie werden von allen Mitarbeiter:innen und den Führungskräften (mit einem Zusatzmodul „Verantwortung“) abgeschlossen. Um das Gelernte nachhaltig zu verankern, finden jährliche Wiederholungen statt. Spezielle Themen, insbesondere örtliche Besonderheiten sowie der Einsatz und die Nutzung von Maschinen und Geräten, werden vor Ort regelmäßig durch die Verantwortlichen mit den Nutzer:innen besprochen. Auch toom Baumarkt entwickelt seit Sommer 2020 ein umfängliches E-Learning für die Märkte. Es soll im Frühjahr 2021 fertiggestellt werden.

Die interaktive Schulungsunterlage „Azupoly“ vermittelt Auszubildenden bei PENNY im Sinne einer Unterweisung das Wissen auf spielerische Weise. Das Programm hat sich mittlerweile zu einem jährlichen Standardprogramm entwickelt, das zwischenzeitlich auch flächendeckend auf andere Vertriebslinien wie REWE und toom Baumarkt übertragen wurde.

In allen Märkten werden zudem die gesetzlich geforderten Brandschutz- und Evakuierungshelfer:innen sowie Ersthelfer:innen ausgebildet. Die Qualifizierung der Brandschutzhelfer:innen erfolgt bei REWE und PENNY durch ein spezifisches E-Learning und wird durch praktische Aspekte wie Löschübungen ergänzt. Die Ausbildung der Ersthelfer:innen führen zertifizierte Anbieter, je nach Möglichkeit in Inhouse-Schulungen oder dezentral, durch.

Auch die REWE Group in Österreich führt gesetzlich vorgeschriebene Arbeitssicherheitsschulungen durch und überprüft die Betriebsstätten regelmäßig. Darüber hinaus werden kontinuierlich Sicherheitstrainings für Pkw und Lkw umgesetzt. Jede/r Mitarbeiter:in, der/die einen neuen Firmen-Pkw erhält, muss ein solches Fahrsicherheitstraining absolvieren.

GRI 403-9:

Arbeitsbedingte Verletzungen

Die von der REWE Group erhobene Unfallstatistik erfasst die Arbeitsunfälle sowie die damit verbundenen Ausfalltage und ermöglicht eine Auswertung nach Geschlecht und Geschäftsfeld. Die Darstellung erfolgt den BGHW-Statistiken entsprechend als meldepflichtige Unfälle pro 1.000 Full Time Equivalents (FTE, deutsch: Vollzeitäquivalente).

2020 stieg die Unfallrate im Vergleich zu 2019 von 45,3 auf 46,5 Unfälle pro 1.000 FTE und liegt damit noch über dem Ziel von 43,5 Unfällen pro 1.000 FTE im Jahr 2025. In fünf Fällen kam es zu tödlichen Unfällen. Der Krankenstand innerhalb der REWE Group lag im Berichtszeitraum wie im Vorjahr bei 6,9 Prozent. Der bezahlte Krankenstand ist im Berichtszeitraum leicht gesunken und lag 2020 bei 4,4 Prozent (2019: 4,5 Prozent).

KPI Ziel Status
Unfälle pro 1.000 Full Time Equivalents Bis 2025 die Anzahl der Unfälle pro 1.000 FTE auf 43,5 senken 46,5

Ergänzend zur Unfallstatistik arbeiten die Fachkräfte für Arbeitssicherheit derzeit an der Weiterentwicklung und dem Test eines Unfallanalyse-Tools. Damit sollen Unfallursachen in Ergänzung zur beschreibenden Unfallanzeige künftig stärker hinterfragt, analysiert und geeignete Maßnahmen zur Prävention entwickelt werden.

Seit der Einführung im Jahr 2008 setzt die REWE Group den kassenartenübergreifenden Gesundheitsbericht regelmäßig ein und diskutiert ihn in unterschiedlichen Gremien. Der Gesundheitsbericht umfasst die bei den größten Krankenkassen in der REWE Group gemeldeten Arbeitsunfähigkeiten. Daten zu Berufskrankheiten werden nicht dokumentiert. Erfahrungen zeigen, dass bei der REWE Group anerkannte Berufskrankheiten nur in einem geringen Umfang zum Tragen kommen.

Raubüberfälle sind in den Märkten der REWE Group – wie im gesamten Einzelhandel – leider nach wie vor ein aktuelles Thema. Die betroffenen Mitarbeiter:innen können sowohl unter körperlichen als auch psychischen Schäden leiden, was zu längeren Ausfallzeiten führen kann. Eine Akutintervention nach traumatischen Ereignissen, das heißt eine professionelle psychologische Beratung, wird in der REWE Group systematisch eingesetzt. Weiterhin gibt es spezielle Unterweisungen zur Prävention von Übergriffen. 2020 wurden 110 von Raubüberfällen betroffene Arbeitnehmer:innen in Deutschland und Österreich gemeldet, 51 weniger als im Vorjahr.

Die REWE Group-Dienstleister sind in der Regel selbstständige dezentrale Vertragspartner, sodass Daten zu Unfallraten, Krankenstand und Todesfällen in Bezug auf externe Dienstleister derzeit nicht erfasst werden.

Unfälle, Raubüberfälle und Todesfälle

Gesamt (Scope NH-Bericht) Deutschland Österreich1
Art Geschlecht 2018 2019 2020 2018 2019 2020 2018 20193 2020
Unfälle pro 1,000 FTE2,3 weiblich 44,5 42,9 43,7 52,2 45,9 47,3 18,6 32,3 30,8
männlich 49,0 49,5 51,0 53,3 52,4 55,0 28,9 34,9 29,9
divers - 0 0 - 0 0 - 0 0
keine Angabe - - 0 - - 0 - - 0
Gesamt 46,1 45,3 46,5 52,6 48,4 50,3 21,7 33,1 30,5
Anzahl verunfallte Mitarbeiter:innen3 (Arbeits- und Wegeunfälle) weiblich 4.549 4.697 4.895 4.114 3.916 4.146 435 781 749
männlich 2.863 3.143 3.475 2.570 2.780 3.153 293 363 322
divers - 0 0 - 0 0 - 0 0
keine Angabe - - 0 - - 0 - - 0
Gesamt 7.412 7.840 8.370 6.684 6.696 7.299 728 1.144 1.071
Anzahl verunfallte Mitarbeiter:innen (Arbeitsunfälle) weiblich 3.475 3.334 3.599 3.475 3.334 4.146 - - -
männlich 2.244 2.444 2.797 2.244 2.444 3.153 - - -
divers - 0 0 - 0 0 - - -
keine Angabe - - 0 - - 0 - - -
Gesamt 5.719 5.778 6.396 5.719 5.778 7.299 - - -
Anzahl verunfallte Mitarbeiter:innen (Wegeunfälle) weiblich 639 582 547 639 582 547 - - -
männlich 326 336 356 326 336 356 - - -
divers - 0 0 - 0 0 - - -
keine Angabe - - 0 - - 0 - - -
Gesamt 965 918 903 965 918 903 - - -
Durch Raubüberfälle betroffene Arbeitnehmer:innen weiblich 104 94 64 104 94 64 - - -
männlich 65 49 40 65 49 40 - - -
divers - 0 0 - 0 0 - - -
keine Angabe - - 0 - - 0 - - -
Gesamt 180 161 110 169 143 104 11 18 6
Tödliche Unfälle weiblich 4 3 5 4 3 5 - 0 0
männlich 1 4 0 1 2 0 - 0 0
divers - 0 0 - 0 0 - 0 0
keine Angabe - - 0 - - 0 - - 0
Gesamt 5 7 5 5 5 5 - 2 0

1 In Österreich ist die Trennung in Arbeits- und Wegeunfälle gesetzlich nicht vorgeschrieben, daher ist diese Trennung in den Systemen auch nicht vorhanden und nicht auswertbar. Es wird für die REWE Group in Österreich nur die Gesamtzahl Unfälle (Arbeits- und Wegeunfälle) angegeben. In der Gesamtsumme Geltungsbereich NH-Bericht fehlen somit in den Spalten Arbeitsunfälle und Wegeunfälle jeweils die Zahlen aus Österreich. Da die Unfallzahlen in Österreich nicht nach Geschlecht unterteilt werden, aber in der Gesamtsumme enthalten sind, kann es zu Abweichungen zwischen der Gesamtsumme und einzelnen Werten kommen.

2 FTE = Full Time Equivalent (Vollzeitäquivalent)

3 Der Anstieg der Arbeitsunfälle bei der REWE Group in Österreich ist darauf zurückzuführen, dass alle Angestellten seit 2019 durch die Angleichung von Arbeiter:innen und Angestellten ein eigenes Arbeitsunfall-Abwesenheitskonto haben. Dadurch werden Arbeitsunfälle bei Angestellten nun eindeutig erfasst.

Ausfalltage durch Unfälle

Geschlecht 2018 2019 2020
Gesamt (Scope NH-Bericht) weiblich 99.789 116.056 108.811
männlich 54.473 60.853 61.492
divers - 0 0
keine Angabe - - 0
Gesamt 154.262 176.910 170.302
Deutschland weiblich 93.559 102.311 94.432
männlich 50.155 55.164 56.100
divers - 0 0
keine Angabe - - 0
Gesamt 143.714 157.475 150.531
Österreich weiblich 6.230 13.745 14.379
männlich 4.318 5.689 5.392
divers - 0 0
keine Angabe - - 0
Gesamt 10.548 19.434 19.771

Aufgrund von Rundungen kommt es zu Abweichungen bei den Summen.

Krankenstand

2018 2019 2020
Region Geschlecht % % %
Gesamt (Scope NH-Bericht) weiblich 7,3 7,5 7,6
männlich 5,7 5,8 5.8
divers - 0 4,5
keine Angabe - - 3,7
Gesamt 6,7 6,9 6,9
Deutschland weiblich 8,0 8,1 8,3
männlich 6,0 6,2 6,1
divers - 0 4,5
keine Angabe - - 3,7
Gesamt 7,2 7,4 7,5
Österreich  weiblich 5,1 5,3 5,2
männlich 4,3 4,2 4,1
divers - 0 0
keine Angabe - - 0
Gesamt 4,9 4,9 4,9

Hinweise auf Arbeitnehmer:innen, die aufgrund ihrer Tätigkeit eine hohe Erkrankungsrate oder ‑gefährdung aufweisen, liegen nicht vor.

GRI 403-6:

Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter:innen

Um ein gesundheitsbewusstes Verhalten der Mitarbeiter:innen zu fördern, führt die REWE Group verschiedene Projekte durch. In Köln bietet das betriebliche Gesundheitsmanagement Präventionskurse unter dem Namen Fit.Netz an. In den Jahren 2018 bis 2020 wurden insgesamt 2.830 Kursplätze belegt – davon aufgrund der Corona-Pandemie nur 687 Plätze im Berichtsjahr 2020. Die Kursphasen im Frühjahr und Sommer 2020 mussten pandemiebedingt ausfallen; ersatzweise wurden digitale Angebote entwickelt.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie bot die REWE Group ihren Mitarbeiter:innen im Berichtsjahr in Zusammenarbeit mit der B·A·D Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH verschiedene Online-Seminare an. Zu den Themen zählten der Umgang mit Unsicherheit und Ängsten in Zeiten der Pandemie, aber auch das mobile Arbeiten und die Führung virtueller Teams.

Auf Marktebene und in der Logistik liegt ein Fokus auf der Ergonomie am Arbeitsplatz: Wiederkehrende Bewegungsabläufe sowie falsches Heben, Tragen und Stehen verursachen häufig Schmerzen und Ausfalltage. Aus diesem Grund werden Ergonomie-Trainings zum Heben und Tragen sowie zur richtigen ergonomischen Einstellung und Gestaltung der Arbeitsplätze, aber beispielsweise auch Aktionstage zum Thema Rückengesundheit durchgeführt. Zudem bieten die Vertriebslinien auf regionaler Ebene vielzählige präventive Angebote – dazu zählen Sprechstunden zur persönlichen Beratung an allen Verwaltungsstandorten, eine psychosoziale telefonische Beratung in allen Regionen sowie Gesundheitstage, Fitness-Checks, Krebsvorsorge (Hautscreening), Grippeschutzimpfungen, Ernährungs- und Nichtraucherkurse, Massagen am Arbeitsplatz, individuelle Kurse und Workshops oder Online-Coaching-Kurse in Zusammenarbeit mit der DAK Gesundheit. Die Gesundheitsförderung bei toom Baumarkt beinhaltet außerdem Seminare zum Thema „Gesund managen“ und eine Gesundheitsolympiade in einzelnen Baumärkten.

Im Berichtsjahr führte die REWE Group Aktionswochen zum Thema „Gesund durch die dunkle Jahreszeit“ durch. Das umfassende Sport- und Vortragsprogramm wurde sowohl in Form von Präsenzveranstaltungen als auch in digitalen Formaten angeboten.

Das Programm bei der REWE Group in Österreich umfasst individuelle Fitness-Einheiten, Beratungen zur Ergonomie am Arbeitsplatz sowie Vorträge zur Stärkung des Gesundheitsbewusstseins. Im Filialbereich werden Vorsorge- und Gesundenuntersuchungen durch eine bezahlte Freistellung für die Zeit der Untersuchung unterstützt. Darüber hinaus werden Schulungen zum richtigen Heben und Tragen sowie ergonomische Gesundheitsschuhe angeboten.

Gemeinsam fit bleiben: „Gemeinsam.topfit“

Mit einer Onlineplattform, einer App sowie Printmaterialien, einem E-Learning und einem Film unterstützt die REWE Group ihre Mitarbeiter:innen seit 2019 bei einem gesunden Lebensstil: Von der Stressbewältigung bis zu Tipps zur Ernährung können die Beschäftigten im Rahmen von „Gemeinsam.topfit“ verschiedene Angebote wahrnehmen. Neben Video- und Audiokursen, Ernährungstipps, Rezepten und weiteren Inhalten erhalten die Mitarbeiter:innen in einem Job.Fit-Modul wertvolle Hinweise zur täglichen Arbeit und zu körperlichen Tätigkeiten wie dem Heben und Tragen von schweren Waren, dem Einräumen von Regalen und dem Sitzen an der Kasse. Im Berichtsjahr wurden die Inhalte um Hinweise zur Arbeit mit Pflegebedürftigen und zum Umgang mit den entsprechenden Anforderungen erweitert. Darüber hinaus wurden aufgrund der Corona-Pandemie Trainingseinheiten für zu Hause bereitgestellt. Inzwischen nutzen mehr als 50.000 Mitarbeiter:innen in Deutschland (REWE, PENNY, toom Baumarkt, DER Touristik, Lekkerland) die App „Gemeinsam.topfit“.

Bei toom Baumarkt wird die Gesundheitsförderung dezentral organisiert: In allen Regionen ist eine Suchtberatung mit ausgebildeten Berater:innen vor Ort implementiert.

Weitere Beispiele für das Angebot zur Gesundheitsförderung bei der REWE Group im Berichtsjahr:

  • In allen Regionen wurden Grippeschutzimpfungen an den Verwaltungs- und Logistikstandorten sowie entsprechende Beratungen angeboten. Dort, wo keine Impfung stattfinden konnte (insbesondere in den Märkten), erhielten die Mitarbeiter:innen für durchgeführte Impfungen eine Zeitgutschrift.
  • Alle Mitarbeiter:innen der REWE Group konnten als Ersatz zu diversen Präsenzläufen an einer virtuellen Laufveranstaltung teilnehmen. Darüber hinaus wurde für alle Beschäftigten ein Darmkrebsscreening angeboten.
  • In der Region Süd wurden Gesundheitstage, Seminare zum Umgang mit Kund:innen zur Förderung der psychischen Gesundheit sowie funktionelles Rücken- und Faszien-Training angeboten.
  • Bei REWE Südwest wurden vermehrt Online-Angebote für Mitarbeiter:innen in der Verwaltung und eine telefonische Sprechstunde durch die B·A·D Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH im Vertrieb geschaffen. Außerdem erhalten die Auszubildenden zur Prävention Informationen zu den Themen Ernährung, Bewegung, Stress und Sucht.
  • Bei REWE West wurden die Aktionstage „Wegweiser der Gesundheit“ sowie Ergonomieberatungen und aktive Pausen angeboten.
  • Mitarbeiter:innen der REWE Mitte konnten an Online-Vorträgen zu Stressmanagement und Resilienz, einer individuellen telefonischen Ernährungsberatung sowie an Gesundheitstagen teilnehmen.
  • Mitarbeiter:innen von REWE Nord erhielten die Möglichkeit zur Teilnahme an Nichtraucherkursen und Resilienz-Trainings.
  • In der REWE-Region Ost wurde den Auszubildenden Gesundheitswissen vermittelt.
  • Das JobRad – ein Angebot zum Erwerb eines Dienstfahrrads im Rahmen eines Entgeltumwandlungsmodells – nahmen die Mitarbeiter:innen der REWE Group seit Ende 2016 über 6.200-mal in Anspruch.
  • Auf PENNY LIVE (Radio in den Märkten) geben Fachexpert:innen und Ärzt:innen regelmäßig vor der Marktöffnung Gesundheitstipps für die Mitarbeiter:innen. Auch im Instore-Radio von BILLA, MERKUR und PENNY in Österreich wird das Thema Gesundheit aufgegriffen.
Zu den Maßnahmen der REWE Group in Österreich zählen die konzernweit verpflichtende Führungskräfte-Akademie mit einem Modulschwerpunkt „Gesundes Führen“ und das BILLA-Burnout-Präventions-Curriculum. Zusätzlich besteht die Möglichkeit eines individuellen Coachings für Führungskräfte sowie eines arbeitspsychologischen Coachings für Mitarbeiter:innen. Für ihr hohes Engagement im Bereich Gesundheitsförderung wurde die REWE Group in Österreich bereits mehrmals mit dem Gütesiegel „Betriebliche Gesundheitsförderung“ ausgezeichnet.

Ansatz für altersgerechtes Arbeiten: „Enable Me 50+“

Bei BILLA in Österreich und in der REWE-Zentrale in Wien startete 2019 das Projekt „Enable Me 50+“. Im Rahmen des Forschungsprojekts der Technischen Universität Graz soll ein ganzheitlicher Ansatz für altersgerechte Arbeit bei der REWE Group in Österreich erarbeitet werden. 2019 fanden bereits Workshops mit Filialmitarbeiter:innen zur Erhebung von Hilfsmitteln statt, die den Arbeitsalltag erleichtern. Die Pilotierung des Projekts startete Anfang 2020.

Auch der Umgang mit Stress und psychischen Belastungen spielt bei der Gesundheitsprävention eine wichtige Rolle. Psychische Belastung wirkt sich auf die Beschäftigungsfähigkeit, Motivation und Arbeitsleistung von Beschäftigten teilweise gravierend aus. Aus diesem Grund hat die REWE Group bereits im Jahr 2011 das Projekt „LoS! – Lebensphasenorientierte Selbsthilfekompetenz“ ins Leben gerufen. Inzwischen gibt es circa 200 sogenannte „LoS!-Multiplikatoren“, die als kollegiale Erstberater:innen ausgebildet wurden. Sie stehen den Mitarbeiter:innen als Ansprechpartner:innen in kritischen Lebensphasen zur Seite. Zur Unterstützung der ehrenamtlichen Tätigkeit der Multiplikatoren werden regelmäßig neue Handlungshilfen entwickelt – im Berichtsjahr unter anderem zu den Themen Berufsausbildungsbeihilfe, Rente, Steuererklärung und Versicherungen.

Wiedereinstieg erleichtern: betriebliches Eingliederungsmanagement
Das betriebliche Eingliederungsmanagement unterstützt Mitarbeiter:innen, die nach längerer Krankheit wieder in den Beruf einsteigen. Es orientiert sich an den gesetzlichen Regelungen und berücksichtigt betriebliche Rahmenbedingungen wie den Standort oder Mitarbeiterstrukturen. Darüber hinaus können alle Mitarbeiter:innen der Region Süd das Netzwerk Reha REWE nutzen – ein Kooperationsprojekt von REWE, der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd, Schwaben und Nordbayern sowie verschiedener Rehabilitationskliniken. Es ermöglicht Mitarbeiter:innen beispielsweise eine gezielte, qualitativ hochwertige und arbeitsplatzbezogene Rehabilitation. In Österreich wurde das betriebliche Eingliederungsmanagement (Wiedereingliederungsteilzeit) 2017 gesetzlich eingeführt.

Weitere Themen aus diesem Bereich:

Beruf und Lebensphasen

GRI 401

Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis

GRI 402

Aus- und Weiterbildung

GRI 404

Vielfalt und Chancengleichheit

GRI 405

Gleichbehandlung

GRI 406