REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2020

Kinderschutz

Jährlich sind Millionen Kinder von Ausbeutung und sexueller Gewalt betroffen. In vielen Fällen wird die touristische Infrastruktur von reisenden Sexualstraftäter:innen hierzu missbraucht. Aus diesem Grund trägt die Reisebranche eine besondere Verantwortung für den Schutz von Kindern.

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter:innen und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Rahmen der Säule Gesellschaftliches Engagement wurden darüber hinaus vier Handlungsfelder definiert, um zielgerichtete Maßnahmen zu entwickeln: Bewusste Ernährung und Bewegung, Chancen für Kinder und Jugendliche, Bewusster Umgang mit Lebensmitteln sowie Artenvielfalt und Umweltschutz. Mit den Aktivitäten im Handlungsfeld Chancen für Kinder und Jugendliche verfolgt die REWE Group unter anderem das Ziel, den Schutz der Kinder zu gewährleisten.

GRI 413: Lokale Gemeinschaften

Managementansatz

Die DER Touristik vertritt eine sehr ambitionierte Kinderschutzpolitik. Im Jahr 2012 definierte sie Grundsätze, die die Kinder des Urlaubslandes sowie Kinder von Gästen schützen und der Wahrung ihrer Rechte innerhalb der Tourismuswirtschaft dienen. Die Kinderschutzpolitik wird deutlich an allen Destinationen kommuniziert und ist ein zentraler Themenschwerpunkt innerhalb eines Schulungskonzepts für Hotelmitarbeiter:innen und Reiseleiter:innen in den Zielgebieten sowie für Mitarbeiter:innen an den Zentralstandorten, in den Zielgebietsagenturen und wichtige Partner. Sie werden für das Thema sensibilisiert und lernen, wie mit Verdachtsfällen umzugehen ist.

Am 11. März 2016 unterzeichnete Sören Hartmann, Chief Executive Officer (CEO) der DER Touristik Group, den Verhaltenskodex zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung „The Code“ im Rahmen der Tourismusmesse ITB in Berlin. Dieser basiert auf der UN-Menschenrechtserklärung und der UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Für seine Umsetzung ist ECPAT Deutschland e.V. – die Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung – verantwortlich, die der DER Touristik als kompetenter Partner zur Seite steht. Mit der Unterzeichnung bekennt sich die DER Touristik zu dem Kodex und verpflichtet sich zur Einhaltung folgender Aspekte, die bereits umgesetzt sind:

  • Einführung einer Richtlinie und von Maßnahmen gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern
  • Durchführung von Mitarbeiterschulungen über die Rechte von Kindern, das Vorbeugen sexueller Ausbeutung sowie das Melden von Verdachtsfällen
  • Vermerk einer Klausel in den Hotelverträgen, dass die sexuelle Ausbeutung von Kindern durchweg abgelehnt und in keinem Falle toleriert wird
  • Bereitstellen von Informationen für Reisende über die Rechte von Kindern, das Vorbeugen sexueller Ausbeutung sowie die Meldung von Verdachtsfällen
  • Unterstützung von und Zusammenarbeit mit Stakeholdern im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern
  • Jährlicher Report über die Umsetzung von „The Code“
Darüber hinaus engagiert sich die DER Touristik im Rahmen ihres Informations- und Präventionskonzepts. Beispielsweise werden Reisende aktiv über den Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung im Urlaub informiert und Tourismus-Student:innen und -Auszubildende für dieses Thema sensibilisiert. Diese Schulungen konnten im Berichtsjahr coronabedingt nicht durchgeführt werden.

Außerdem beteiligt sich die DER Touristik an der Gestaltung regelmäßig stattfindender Destinationsworkshops, die vom Deutschen Reiseverband und ECPAT organisiert werden. Im Rahmen der Workshops werden die Teilnehmer:innen über sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus informiert, entsprechend sensibilisiert und im Hinblick auf den Umgang mit Verdachtsmomenten und Möglichkeiten zur Prävention geschult. Zuletzt fanden Ende 2018 zwei Workshops in Indonesien statt. Der für 2020 geplante Workshop musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden.

GRI 413-2:

Geschäftstätigkeiten mit erheblichen tatsächlichen oder potenziellen negativen Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften

Im Bereich Tourismus engagiert sich die REWE Group gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisation ECPAT Deutschland e.V. für die Bekämpfung sexueller Ausbeutung von Minderjährigen und von Gewalt gegen Kinder.

Im Berichtsjahr setzte die DER Touristik ein digitales Bloggerevent um, um die internationale Plattform „Nicht Wegsehen“, auf der Verdachtsfälle und Straftaten gemeldet werden können, zu bewerben. Außerdem beteiligte sich die DER Touristik an der Arbeitsgruppe Kinderschutz im Deutschen Reiseverband (DRV) und führte gemeinsam mit verschiedenen Verbänden sowie in Zusammenarbeit mit ECPAT Deutschland e.V. und „The Code“ Aktivitäten zur Information und Sensibilisierung durch.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die DER Touristik weitere geplante Aktivitäten im Jahr 2020 nicht umsetzen. Im Normalfall werden jährlich eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt – dazu zählen Destinationsworkshops oder Schulungen zu den Themen Menschenrechte, Nachhaltigkeit und Kinderschutz für Mitarbeiter:innen und Auszubildende der DER Touristik.

Die REWE Group verfolgt darüber hinaus das Ziel, Kinderarbeit systematisch zu bekämpfen (für mehr Informationen siehe Abschnitt Kinder- und Zwangsarbeit).

Weitere Themen aus diesem Bereich:

Projekte und Förderungen

GRI 203