REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2020

Projekte und Förderungen

Als international agierendes Handelsunternehmen trägt die REWE Group auch Verantwortung über das Kerngeschäft hinaus. Mithilfe von starken und langfristigen Partnerschaften sowie engagierten Mitarbeiter:innen setzt das Unternehmen eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte und Maßnahmen um, die der Gesellschaft zugutekommen.

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter:innen und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Rahmen der Säule Gesellschaftliches Engagement wurden darüber hinaus vier Handlungsfelder definiert, um zielgerichtete Maßnahmen zu entwickeln: Bewusste Ernährung und Bewegung, Chancen für Kinder und Jugendliche, Bewusster Umgang mit Lebensmitteln sowie Artenvielfalt und Umweltschutz. Mit der Durchführung von Projekten verfolgt die REWE Group das Ziel, die einzelnen Handlungsfelder voranzutreiben.

GRI 203: Indirekte ökonomische Auswirkungen

Managementansatz

Die REWE Group versteht sich als Good Corporate Citizen – das heißt, sie übernimmt im Rahmen ihrer Möglichkeiten Verantwortung dort, wo sie wirtschaftlich tätig ist und wo Hilfe benötigt wird. Sie engagiert sich besonders für Kinder und Jugendliche und setzt sich für eine gesunde Ernährung und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln ein (siehe dazu auch Abschnitt Gesellschaftliches Engagement).

Bei allen Aktivitäten in Sachen Spenden und Sponsoring gilt für die REWE Group eine konzernweite Richtlinie, die als grundlegendes Regelwerk dient. Demnach achtet das Unternehmen bei der Durchführung von Projekten und Initiativen darauf, dass diese mit dem Leitbild der REWE Group übereinstimmen und im Einklang mit ihren Compliance- und Nachhaltigkeitsgrundsätzen stehen.

GRI 203-1:

Infrastrukturinvestitionen und geförderte Dienstleistungen

Die REWE Group fördert Investitionen in Infrastruktur und Dienstleistungen an ihren Standorten sowie in Destinationen und Ländern, in denen besondere Unterstützung dringend erforderlich ist. Sehr viele Projekte im Bereich des gesellschaftlichen Engagements werden von den selbstständigen Kaufleuten im Umfeld der Märkte umgesetzt. Diese machen einen großen Anteil aller Projekte aus und leisten daher einen bedeutenden Beitrag zum Engagement. Einen Schwerpunkt legt die REWE Group auf langfristige Partnerschaften mit gemeinnützigen Organisationen. Ein weiterer Fokus liegt darauf, den Zugang zu Bildung zu verbessern, etwa durch den Bau von Schulen und die Unterstützung von Bildungseinrichtungen. Im Folgenden werden ausgewählte Projekte aus dem Berichtszeitraum vorgestellt. Größtenteils konnten diese trotz der durch die Covid-19-Pandemie bedingten Einschränkungen umgesetzt werden. Zusätzlich zu ihrem bestehenden Engagement unterstützte die REWE Group ihre Partner im Berichtsjahr besonders bei der Bewältigung der pandemiebedingten Herausforderungen.

Zusammenhalt in der Corona-Pandemie: Unterstützung der Tafeln

Die REWE Group gehört seit 1996 zu den Hauptunterstützer:innen der bundesweit mehr als 950 lokalen Tafeln. Zudem ist sie seit vielen Jahren Sponsor zahlreicher Veranstaltungen der Tafel Deutschland e.V. Die Corona-Pandemie stellte die Tafeln vor besondere Herausforderungen: Der Schutz der Ehrenamtlichen und der Kund:innen muss sichergestellt werden. Die Frequentierung der Tafeln hat sich vielerorts stark verändert. Auf der einen Seite nehmen viele von Armut betroffene Menschen aus Angst vor einer Ansteckung das Angebot derzeit nicht wahr; auf der anderen Seite benötigen immer mehr Menschen Unterstützung, die vorher nicht auf externe Hilfe angewiesen waren.
Vor diesem Hintergrund unterstützte die REWE Group die Tafeln im Berichtsjahr noch stärker als zuvor mit Geld- und Sachspenden und mobilisierte ihre Kund:innen, das Gleiche zu tun. Beispielsweise starteten die Vertriebslinien REWE und PENNY sowie die Regionalgesellschaft REWE West Gutschein-Aktionen: Kund:innen konnten online Gutscheine kaufen, die an lokale Tafeln weiterverteilt wurden. Auf diese Weise kamen Kundenspenden in Höhe von fast 70.000 Euro zusammen. Die Vertriebslinien unterstützten die Tafeln darüber hinaus mit Geld- und Sachspenden in einer Gesamthöhe von 460.000 Euro. Im Rahmen des Projekts #TEAMPLAYER konnten bei REWE, PENNY, toom Baumarkt und nahkauf außerdem Masken gekauft werden, aus deren Erlös die REWE Group zusätzliche 200.000 Euro an die Tafeln spendete.
Trotz coronabedingter Auflagen konnte auch die seit 2009 jährlich stattfindende Aktion „Gemeinsam Teller füllen!“ umgesetzt werden: REWE- und nahkauf-Märkte sowie der REWE Online-Shop riefen Kund:innen dazu auf, Spendentüten zu kaufen. So konnten bundesweit knapp 950 Tafeln mit insgesamt rund 560.000 Tüten, gefüllt mit lang haltbaren Nahrungsmitteln wie Nudeln, Reis oder Suppe im Wert von 2,8 Millionen Euro, versorgt werden. Die Vertriebslinie REWE spendete davon 40.000 Tüten.

Hilfe für Obdachlose

Das Weihnachtsfest bei PENNY stand mit dem Motto „Weihnachten für alle“ für Menschlichkeit und Solidarität. Im Jahr 2020 spendete PENNY im Rahmen dieser Kampagne den Verkaufserlös von Weihnachtsfiguren aus Schokolade an die Obdachlosenhilfe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Die Vertriebslinie stockte die Gesamtspende auf, sodass insgesamt 500.000 Euro zustande kamen. Damit werden 17 lokale Projekte für Obdachlose unterstützt – darunter Wärmezelte, in denen Obdachlose übernachten können und Verpflegung erhalten, Kältebusse, die im Winter Schlafsäcke, Kleidung und heiße Getränke verteilen, oder Weihnachtsessen für die Betroffenen. Aufgrund des großen Kundenzuspruchs wurde ergänzend dazu eine Online-Spendenmöglichkeit an Projekte des DRK eingerichtet. Dabei kam eine zusätzliche Spendensumme von 25.000 Euro zusammen.

Ergänzend dazu engagiert sich auch toom Baumarkt für die Obdachlosenhilfe, indem der Verein Little Home Köln e.V. unterstützt wird. Der Verein stellt Obdachlosen mobile Minihäuser und somit einen geschützten Wohnraum zur Verfügung, um ihnen bei ihrem Weg zurück in die Gesellschaft zu helfen. toom Baumarkt stellt unter anderem das benötigte Baumaterial für die „Little Homes“ bereit. Im Kooperationsjahr 2020 konnten weitere 15 Minihäuser gebaut werden.

Gemeinsam für Haiti

Seit dem schweren Erdbeben im Jahr 2010 engagiert sich die REWE Group in Kooperation mit der Kindernothilfe in Haiti für einen besseren Zugang zu Bildung für Kinder und Jugendliche. Durch die Unterstützung der REWE Group und das starke Engagement der Mitarbeiter:innen kam bisher eine Spendensumme von über vier Millionen Euro zusammen. Das Geld kam vor allem dem Wiederaufbau der zerstörten Schule Collège Véréna in einem Armenviertel von Port-au-Prince zugute, in die rund 1.500 Kinder gehen können. Darüber hinaus werden seit 2015 verschiedene Bildungsprojekte für Restavèk-Kinder – Kinder aus ländlichen Regionen, die von ihren armen Familien als Arbeitskräfte zu Gastfamilien in die Stadt geschickt wurden – unterstützt, um ihnen eine schulische Grundausbildung zu ermöglichen. Ein Stipendienprogramm der REWE Group ermöglicht seit 2016 besonders bedürftigen Absolvent:innen des Collège Véréna sowie Restavèk-Kindern eine Berufsausbildung oder ein Studium.

Insbesondere im Berichtsjahr war aufgrund der Corona-Pandemie eine intensive Unterstützung vor Ort notwendig. So stellte die REWE Group Mittel zur Verfügung, um in der Schule Collège Véréna, die seit einigen Jahren von der REWE Group unterstützt wird, die neuen Hygieneauflagen zu erfüllen und die notwendige Ausstattung wie (wiederverwendbare) Masken, Desinfektionsmittel oder Wasserspender anzuschaffen. Die REWE Group wird ihr Engagement in Haiti auch in Zukunft fortführen. Für diesen Zweck hat das Unternehmen einen Fonds angelegt, aus dem Instandhaltungsarbeiten und notwendige Anschaffungen gezahlt werden können. Auch die Kinderpatenschaften, das Stipendienprogramm und die Weihnachtsfeier werden durch diese Gelder weiterhin ermöglicht. Außerdem wird ab 2021 unter anderem das Projekt „Schützende Schule“ der Kindernothilfe durch Spenden der REWE Group-Mitarbeiter:innen gefördert – der Fokus liegt auf dem Umweltschutz und der Katastrophenprävention.

Die DER Touristik Foundation

Mit ihrem gemeinnützigen Verein DER Touristik Foundation bekennt sich die DER Touristik als international agierender Reisekonzern zu ihrer sozialen Verantwortung gegenüber den Menschen und der Natur in den Reiseländern. Das Potenzial des Tourismus soll genutzt werden, um die Umwelt zu schützen und die wirtschaftliche Entwicklung in den gastgebenden Ländern zu fördern. Mit der DER Touristik Foundation bündelt die DER Touristik das gesellschaftliche Engagement über die Geschäftstätigkeit hinaus und stellt sicher, dass Förderprojekte wirksam und nachhaltig unterstützt werden.

Die DER Touristik Foundation setzt sich dafür ein, die sozialen und wirtschaftlichen Lebensumstände der Menschen und die ökologischen Lebensräume in weniger entwickelten touristischen Regionen weltweit zu fördern und zu schützen. Bildungsmaßnahmen sollen Zukunftsperspektiven schaffen und die Menschen vor Ort befähigen, Armut und Ungleichheit zu verringern, zu Wachstum und Wohlstand beizutragen und sich für den Erhalt von Natur und Tierwelt einzusetzen.

Gemeinsam auch in schwierigen Zeiten: Unterstützung während der Covid-19-Pandemie

Aufgrund der Covid-19-Pandemie erhalten viele Hilfsorganisationen in Schwellen- und Entwicklungsländern deutlich weniger Spendengelder. Darüber hinaus kommen durch die weltweiten Reisebeschränkungen und -warnungen kaum Urlauber:innen in diese Regionen – folglich gibt es vielerorts derzeit keine oder nur geringe Einnahmen.
Vor diesem Hintergrund hat die DER Touristik Foundation 2020 entschieden, neben den aktuellen Hilfsprojekten einige bereits abgeschlossene Projekte weiter zu fördern sowie neue Projekte in die Förderung mit aufzunehmen. So unterstützte die DER Touristik im Berichtsjahr das Jugendzentrum „Kleinmond Care Center“ in Südafrika, das aufgrund der Covid-19-Pandemie zeitweise schließen musste, indem beispielsweise Essenspakete an die Familien der Kinder verteilt und die Gehälter der Angestellten weiterbezahlt wurden. Weil aufgrund der Pandemie die Wilderei im Krüger Nationalpark in Südafrika wieder ansteigt, unterstützt die DER Touristik Foundation außerdem die Anti-Wilderei-Einheit „Black Mambas“ der Umweltorganisation Transfrontier Africa und das dazugehörige „Bush Babies Program“. So werden die Tiere vor Wilderei geschützt, der Lebensunterhalt der Organisationsmitarbeiter:innen sichergestellt und Jugendliche für Umweltbildung und Tierschutz sensibilisiert.

Seit 2014 hat die DER Touristik Foundation den Bau und die Renovierung von mehr als 55 Schulen in 21 Ländern auf fünf Kontinenten vorangetrieben. Alleine 2020 konnten mithilfe der Spendengelder insgesamt sechs Schulbauprojekte in Afrika (Tansania, zwei Schulen) und Asien (Indien, Kambodscha, Myanmar, Sri Lanka) umgesetzt werden. So erhalten benachteiligte Kinder und Jugendliche Zugang zu Bildung und damit erhöhte Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben.
Darüber hinaus engagiert sich die DER Touristik Foundation im Rahmen weiterer Projekte:

  • Die Organisation Smiling Gecko e.V. verfolgt mit einem Bildungsprojekt in Kambodscha das Ziel, jungen Menschen auf dem Land in den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus und Gastronomie, Handwerk und Produktion sowie in Schulen eine Zukunftsperspektive zu geben. Die DER Touristik Foundation unterstützt das Projekt seit 2019 durch die Förderung der Ausbildung von zehn jungen Kambodschaner:innen im touristischen Bereich. Trotz pandemiebedingter Herausforderungen konnte die Ausbildung 2020 fortgesetzt werden.
  • Zur Errichtung eines Schutzgebiets für Robben, Schildkröten und Delfine unterstützt die DER Touristik Foundation seit 2019 den Aufbau einer Tierklinik und eines Besucherzentrums für die lokale Bevölkerung und Tourist:innen.
  • Verschiedene Entwicklungsprojekte kommen der Bevölkerung im Simanjiro-Distrikt südlich des Kilimandscharo in Tansania zugute. Die DER Touristik Foundation unterstützt diese Projekte seit 2016 – dazu zählen der Bau und die Ausstattung verschiedener Schulen und die Errichtung eines Massai-Frauen-Seminarzentrums. 2020 startete der Bau eines Handwerkerzentrums für Schreiner:innen und Schlosser:innen, den die DER Touristik Foundation ebenfalls fördert. Das Projekt wird zusätzlich von Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, des Upendo e.V. und örtlicher Organisationen unterstützt.
  • Auch in Tansania fördert die DER Touristik Foundation seit 2017 das Umweltbildungsprogramm „Living in Harmony with Nature“ an verschiedenen Sekundarschulen im Simanjiro-Distrikt. So soll bei den Jugendlichen ein stärkeres Bewusstsein für die Bedeutung der Wildtiere und den Erhalt der natürlichen Ressourcen geschaffen und damit die Folgen des Tier-Mensch-Konflikts reduziert werden.

GRI 203-2:

Erhebliche indirekte ökonomische Auswirkungen

In ihren Märkten und Reisebüros beschäftigt die REWE Group national sowie international insgesamt rund 384.000 Mitarbeiter:innen. Durch die Eröffnung neuer Märkte profitieren die Gemeinden zudem von Infrastrukturinvestitionen, Steuern und Abgaben sowie von den vielfältigen sozialen Aktionen der Mitarbeiter:innen, Marktleiter:innen und selbstständigen Kaufleute. Die REWE Group gibt so wichtige Impulse für die Entwicklung und Förderung der Regionen, in denen die Märkte ansässig sind. Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen aktiv für Kinder und Jugendliche und legt einen Schwerpunkt auf Themen, die mit seiner Geschäftstätigkeit verbunden sind.

Gesunde Ernährung und Bewegung
Bereits seit dem Jahr 2000 unterstützt die REWE Group als Gründungs- und Vorstandsmitglied den Verein „5 am Tag“ bei dem Ziel, eine gesunde Ernährung zu fördern, indem der Verzehr von Obst und Gemüse auf fünf Portionen am Tag gesteigert wird. Außerdem fördert die REWE Group im Rahmen ihrer Mitgliedschaft bei der Stiftung Verbraucherschutz die Vermittlung von Verbraucherkompetenz.

Mit Bildungsarbeit gesunde Ernährung fördern und vermitteln

Mit der Tafel Deutschland e.V. und weiteren Partnern stellt REWE teilnehmenden Schulen sogenannte Power Kisten mit wechselnden und von Ernährungsexpert:innen ausgewählten Lebensmitteln für die Zubereitung eines Frühstücks in der Klassengemeinschaft zur Verfügung. So soll Kindern ein gesunder Start in den Tag ermöglicht werden. Ende 2020 erhielten 15 Schulen und damit über 1.700 Kinder von Montag bis Freitag täglich die Power Kiste. Im gesamten Schuljahr 2019/20 wurden so knapp 250.000 Frühstücke zur Verfügung gestellt. Durch die pandemiebedingten Schulschließungen musste das Projekt zeitweise ausgesetzt werden. Um dennoch nach Bedarf und Möglichkeit Lebensmittel zu erhalten, wurde den Schulen in dieser Zeit ein Zugang zum REWE Lieferservice zur Verfügung gestellt. Seit Projektstart 2009 erhielten knapp 15.000 Kinder über 1,8 Millionen Frühstücke. Unterstützt wird das Projekt durch Spenden unter anderem von Chiquita, Danone, Ehrmann, FrieslandCampina, Mondelez, Nestlé, Unilever, Zentis, Henkel und der zur REWE Group gehörenden Eurogroup.

In einigen Regionen Deutschlands fördert REWE außerdem Ernährungsworkshops, die durch den Anbieter expika durchgeführt werden. Ziel der Workshops ist es, Kinder in Kindertageseinrichtungen zu motivieren und sie darin zu unterstützen, spielerisch etwas über gesunde Ernährung zu lernen. Dafür werden digitale Medien in der täglichen Bildungsarbeit genutzt. Seit 2009 haben über 240.000 Kinder teilgenommen. Coronabedingt fanden im Berichtsjahr nur 380 Workshops (2019: 925) für rund 6.000 Kinder statt.

Torhunger – Richtig Ernähren. Besser Kicken: Gesunde Ernährung im Fußball etablieren

Seit 2008 unterstützt die Vertriebslinie REWE als offizieller Ernährungspartner des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) eine gesunde Ernährung im Sport. Im Fokus stehen seit 2019 Kinder und Jugendliche: Im Rahmen der Kampagne „Torhunger“ unterstützt REWE mit vielen praktischen Tipps zu gesunder Ernährung. Bei Fußball-Camps sorgt die Vertriebslinie außerdem für eine Sensibilisierung, indem den Kindern wichtige Grundlagen zur richtigen Ernährung vermittelt werden. Bis Ende 2020 wurden knapp 800 solcher Camps durchgeführt; 2021 sollen – abhängig von der Pandemiesituation – über 2.000 weitere Camps unterstützt werden.

Chancen für Kinder und Jugendliche
Die REWE Group engagiert sich seit Langem gezielt für Projekte, die die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fördern. Ein wichtiger Ansatz ist dabei die Unterstützung von Ehrenamtlichen und lokalen Organisationen, die Wissen und Erfahrung im direkten Kontakt weitergeben.

Als Wirtschaftspartner Erfahrungen teilen: Lernen macht Schule

Durch die Bildungs- und Integrationsinitiative „Lernen macht Schule“ lernen Kinder sozial benachteiligter Familien und Student:innen der Wirtschaftsuniversität Wien mit- und voneinander. Rund 130 Lernbuddies der Universität betreuen jedes Semester etwa 260 Kinder und Jugendliche in Caritas-Einrichtungen – im Berichtsjahr pandemiebedingt verstärkt auch auf digitalen Kanälen. Durch die Stärkung der Persönlichkeit und einen intensiven Austausch profitieren beide Seiten. Die REWE Group in Österreich fungiert als Wirtschaftspartner und präsentiert sich als attraktiver Arbeitgeber.

Als weiteres Mentoringprojekt setzt die REWE Group das Patenschaftsprogramm EHRENSACHE in Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation Joblinge um, die Praktika und Einstiegsqualifizierungen an sozial benachteiligte Jugendliche vermittelt.

Seit 2018 unterstützt PENNY als Sponsor den Bundeswettbewerb „Bestes Junior Unternehmen“ der IW JUNIOR, ein Tochterunternehmen des Instituts der deutschen Wirtschaft. Am Wettbewerb, der auf Landes-, Bundes- und später sogar auf EU-Ebene stattfindet, nehmen Schüler:innen teil: Sie entwickeln eine Geschäftsidee und erproben sie für die Dauer eines Schuljahres.

Förderpenny unterstützt lokale Kinder- und Jugendförderung

Mit dem Förderpenny (ehemals Förderkorb) unterstützt die Vertriebslinie PENNY seit 2015 lokale gemeinnützige Organisationen, die sich in der Kinder- und Jugendförderung engagieren. 2020 vergab PENNY Fördergelder in Höhe von 260.000 Euro an insgesamt 120 Gewinner in 40 Nachbarschaftsregionen. Aus über 650 Bewerbern wählten regionale Jurys zunächst drei Sieger pro Nachbarschaftsregion aus, die ein Preisgeld in Höhe von je 2.000 Euro erhielten. Im nächsten Schritt hatten Kund:innen und Unterstützer:innen der Organisationen die Möglichkeit, für einen der drei Sieger aus ihrer Nachbarschaft abzustimmen. Alle erstplatzierten Organisationen erhielten für ein Jahr die Kundenspenden der Märkte aus ihrer Nachbarschaft: Kund:innen unterstützten mit dem Satz „Stimmt so!“ beim Bezahlvorgang den erstplatzierten Verein aus der Umgebung, indem der Einkaufsbetrag auf den nächsten 10-Cent-Betrag aufgerundet wurde. Seit Beginn der Initiative wurden Fördergelder in Höhe von 1,6 Millionen Euro ausgeschüttet, davon 662.000 Euro aus Kundenspenden.
Im Berichtsjahr wurden darüber hinaus aus allen Erstplatzierten drei Bundespreisträger bestimmt, die Preisgelder in Höhe von insgesamt 20.000 Euro erhielten. Bei der erstmals digital durchgeführten Preisverleihung setzten sich der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Löwenzahn, der Hanno e.V. Pirna sowie Frauen für Frauen e.V. aus Bad Breisig durch.

Im Rahmen von „Aufrunden“ engagiert sich auch die REWE Group in Österreich mit den Handelsfirmen BILLA, MERKUR, BIPA und PENNY. Dank der langjährigen Unterstützung der Kund:innen konnte bis Ende 2020 eine Spendensumme von über 1,1 Millionen Euro gespendet werden. Gefördert werden Projekte der Caritas, darunter Lerncafés, spezielle Bildungsprogramme oder Mutter-Kind-Häuser.

REWE vergibt Spenden und Sachprämien an Vereine

Bereits zum zweiten Mal unterstützte die Vertriebslinie REWE im Berichtsjahr lokale Sportvereine mit der Aktion „Scheine für Vereine“. In Zeiten der Covid-19-Pandemie war diese Aktion besonders bedeutend, denn Veranstaltungen, Wettbewerbe und Trainings wurden abgesagt, wodurch vielen Sportvereinen ein großer Teil der Einnahmen fehlte. Beim Einkauf erhielten REWE-Kund:innen sogenannte Vereinsscheine, die per App einem Sportverein zugeordnet werden konnten. Abhängig von der gesammelten Anzahl dieser Scheine erhielten die Vereine Sachprämien. So lösten 2020 über 20.000 Amateur-Sportvereine deutschlandweit über 60 Millionen Vereinsscheine für mehr als 93.000 Prämien ein, die sie bei Arbeit und Training unterstützen. Alle Prämien zusammen haben einen Wert von über 18 Millionen Euro. Damit leistete REWE gemeinsam mit ihren Kund:innen einen Beitrag zur wichtigen Arbeit der Sportvereine in Deutschland, um beispielsweise ein Tor zu reparieren oder die Ausrüstung zu ersetzen.

Seit über 10 Jahren hat nahkauf „Ein Herz für Kinder“

Das REWE-Vertriebsformat nahkauf engagiert sich bereits seit 2009 für den Verein BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“, der Kinder und Familien in Notsituationen unterstützt. Seit Beginn der Partnerschaft kamen bereits über 3,2 Millionen Euro zusammen. Auch im Berichtsjahr tätigte nahkauf zum wiederholten Mal eine Großspende. Diese setzte sich zusammen aus Kaufleute- und Kundenspenden – generiert durch Marktaktionen – sowie Industriespenden. Und auch der Verkauf der nahkauf-Papiertüte trug zur Spendensumme bei: Das Gewinnerbild eines Malwettbewerbs wurde auf die Papiertüten gedruckt – für jede verkaufte Tüte spendet nahkauf fünf Cent.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie organisierte nahkauf gemeinsam mit der Vertriebslinie REWE im Jahr 2020 zusätzlich zwei Spendenaktionen für sozial und finanziell benachteiligte Familien. Dabei kamen über 1,5 Millionen Euro zusammen. Im Rahmen der Kampagne „Ohne EM. Aber von ganzem Herzen.“ spendete REWE die Einnahmen aus dem Verkauf des offiziellen DFB-Albums über die geplante Europameisterschaft. Und während der „Herzenswoche“ rief nahkauf dazu auf, bunt bemalte Steine vor den teilnehmenden Märkten zu platzieren. Sie gelten in der Zeit der Pandemie als Symbol der Hoffnung. Alle Steine wurden am Ende der Kampagne gegen eine kleine Spende an Interessierte verschenkt.

Für Barrierefreiheit und inklusive Spielplätze: Kooperation mit Aktion Mensch

Seit 2020 fließt aus jedem bei PENNY und REWE verkauften Artikel der Eigenmarke „babytime“ ein Cent an einen ausgewählten, wechselnden Projektpartner der Aktion Mensch. So kamen bereits über 100.000 Euro zusammen. Im Berichtsjahr wurde mit diesen Mitteln der barrierefreie Umbau einer Kita realisiert, in der 170 Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam spielen können. Um die motorische und soziale Entwicklung schon im frühen Kindesalter zu fördern, unterstützt REWE außerdem gemeinsam mit Aktion Mensch und Procter & Gamble die Errichtung inklusiver Spielplätze. Seit April 2018 fließt mit jedem Kauf eines Procter & Gamble-Produkts eine Spende von einem Cent in die Aktion „Stück zum Glück“ für inklusive Spielplätze. Mit dem Geld konnten bis Ende 2020 bereits 27 inklusive Spielplätze in ganz Deutschland gebaut oder erweitert werden. Das Projekt wird bis mindestens 2024 weitergeführt und ergänzt: Zukünftig sollen auch inklusive Sportplätze und -geräte finanziert werden.

In vielen REWE-Märkten können Kund:innen auch mit ihren Pfandspenden lokale Förderprojekte der Aktion Mensch unterstützen. 2020 wurden auf diese Weise über 1,3 Millionen Euro aus 1.182 Märkten generiert und gespendet.

Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe

Inklusion ist auch bei toom Baumarkt ein wichtiges Thema. Seit 2014 kooperiert toom Baumarkt mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Ziel ist es, im lebendigen Austausch miteinander Barrieren abzubauen und Kund:innen die Themen Inklusion und Vielfalt näherzubringen. Zu diesem Zweck unterhalten 40 toom Baumärkte im gesamten Bundesgebiet Partnerschaften mit Einrichtungen der Lebenshilfe in ihrer Stadt oder Region. Das Engagement setzt sich aus folgenden Projektschwerpunkten zusammen:
  • Lokale Aktionen an den toom Baumärkten – etwa gemeinsamer Verkauf von Weihnachtsbäumen
  • Veröffentlichung der Broschüre „Selbermachen leicht gemacht“ zu drei beliebten Heimwerkerthemen sowie eines Videos in Leichter Sprache
  • Werkstattaußenplätze für Menschen mit Behinderung im toom Baumarkt

Ein besonderer Fokus liegt auf der Inklusion von Arbeitnehmer:innen. So hat toom Baumarkt bereits in 17 Märkten ausgelagerte Arbeitsplätze von Lebenshilfe-Werkstätten eingerichtet.

Bewusster Umgang mit Lebensmitteln
Die REWE Group ist bestrebt, Lebensmittelverschwendung auf ein Minimum zu reduzieren. Dafür engagiert sie sich in den vorgelagerten Erzeugerstufen und in den eigenen Märkten. Moderne Prognosesysteme und automatisierte Bestellverfahren, unterstützt durch die kaufmännische Erfahrung der Mitarbeiter:innen, ermöglichen schon heute eine sehr gute und bedarfsgerechte Versorgung der Märkte mit frischer Ware. Kurze Transportwege zwischen Lagerstandorten und den Märkten, eine lückenlose Kühlung von der Herstellung bis ins Regal, aber auch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter:innen tragen dazu bei, die Verlustquoten auf ein Minimum zu reduzieren.
Mittlerweile verkaufen PENNY und REWE im Jahresdurchschnitt über 98 Prozent ihrer Lebensmittel. Lebensmittel, die nicht mehr verkauft, aber dennoch bedenkenlos verzehrt werden können, stellen REWE bereits seit 1996 und PENNY seit 2007 kostenlos den bundesweit über 950 lokalen Tafel-Initiativen zur Verfügung. Ergänzend dazu arbeiten beide Vertriebslinien mit dem Verein foodsharing e.V. zusammen. Auch Lekkerland engagiert sich gegen Food Waste, indem Lebensmittel an die Tafeln abgegeben werden. Darüber hinaus setzt sich Lekkerland im Rahmen einer Partnerschaft mit „Too good to go“ für die Rettung von Lebensmitteln ein. Mit der App werden Kund:innen mit Gastronomiebetrieben und Geschäften verbunden, die nicht verkaufte, überschüssige Lebensmittel abzugeben haben.

Da ein Großteil der Lebensmittelverluste bei den Verbraucher:innen anfällt, setzt die REWE Group auf Information und Aufklärung ihrer Kund:innen. Die Vertriebslinie PENNY engagiert sich seit Jahren zu diesem Thema und gibt beispielsweise Tipps zur optimalen Lagerung von Lebensmitteln und zur kreativen Resteverwertung. Seit 2019 werden ausgewählte Eigenmarkenprodukte wie Joghurt, Sahne und Butter im Rahmen der Kampagne „Kostbares retten“ mit dem Hinweis „Riechen. Probieren. Genießen.“ in direkter Nähe zum Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet. 2020 wurde die Kennzeichnung auf die Bio-Eigenmarke „Naturgut“ ausgeweitet.

Lebensmittelverschwendung gemeinsam reduzieren

Seit Ende 2019 ist die REWE Group mit den Vertriebslinien REWE und PENNY Mitglied des „Nationalen Dialogforums Lebensmittelverschwendung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und unterstützt die nationale Strategie zur Reduktion der Lebensmittelverschwendung. Damit signalisiert das Unternehmen sein Bestreben, zum weltweiten Ziel, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 um 50 Prozent zu verringern, beizutragen. Im Rahmen des Dialogforums werden Maßnahmen zur Reduktion der Lebensmittelverschwendung entwickelt. 2020 wurden im Rahmen einer Messung erstmals alle Lebensmittelverluste des Jahres 2019 erfasst und in einem Bericht des Thünen Instituts veröffentlicht. Im nächsten Schritt vereinbaren die Projektpartner gemeinsame, konkrete Reduktionsziele. Eine Veröffentlichung der Zielvereinbarung ist 2022 geplant.

Außerdem engagiert sich die REWE Group als Projektpartner von „Tafel macht Zukunft – gemeinsam digital“. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensmittelrettung durch die Tafeln mit digitalen Lösungen zu vereinfachen, um zukünftig noch mehr Nahrungsmittel vor dem Müll zu retten und an Bedürftige weiterzugeben.

Artenvielfalt und Umweltschutz
Im Rahmen des gemeinnützigen Vereins „DER Touristik Foundation e.V.“ fördert die DER Touristik das Projekt „Chilis gegen Elefanten“. Mithilfe einer Sensibilisierungskampagne soll das Bewusstsein der Bevölkerung in Tansania hinsichtlich der Förderung des ökologischen Lebensraums und der Artenvielfalt gestärkt werden. Für den Konflikt mit Elefanten durch die steigende Bevölkerungszahl und die Migration der Bevölkerung an die Grenzen von Naturschutzgebieten gibt es eine simple Lösung: Die Elefanten haben einen stark ausgeprägten Geruchssinn und meiden Chilipflanzen. Durch eine Einzäunung der Agrarwirtschaftsflächen mit sogenannten Chili-Zäunen können rund 75 Prozent der ursprünglichen Schäden vermieden werden. Die einheimische Bevölkerung erhält Schulungen zum Anbau und Erhalt dieser Zäune. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Upendo e.V. und PAMS Foundation durchgeführt.

Weitere Projekte zum Engagement der REWE Group im Handlungsfeld Artenvielfalt und Umweltschutz werden im Abschnitt Biodiversität beschrieben.

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Kinderschutz

GRI 413