REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2019

Nachhaltigen Konsum fördern

Die Förderung des Konsums nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen ist ein wichtiges Element der REWE Group-Nachhaltigkeitsstrategie. Damit nachhaltige Sortimente erfolgreich sind, muss der soziale oder ökologische Mehrwert für die Kunden verständlich und glaubwürdig sein. Dabei ist zu beachten, dass auch andere Kriterien wie der Preis, die Qualität, die Verpackung und die Frische bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen. Dem Handel kommt eine wichtige Mittlerfunktion zu. Denn ohne ausreichende Nachfrage und Preisbereitschaft seitens der Kunden geraten verantwortungsvolle Anbieter schnell in eine wirtschaftliche Schieflage, und ohne ein breites nachhaltiges Warenangebot kann kein Konsument ethisch handeln. Die REWE Group hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Nachhaltigkeit aus der Nische in den Massenmarkt zu bringen.

GRI 417: Marketing und Kennzeichnung

Managementansatz

Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitskommunikation setzt die REWE Group verschiedene Maßnahmen um, die eine informierte Kaufentscheidung ermöglichen und die Konsumenten für nachhaltigere Produkte und Dienstleistungen begeistern sollen. Glaubwürdigkeit, Transparenz und eine zielgruppenspezifische Ansprache sind dabei wichtige Prinzipien der Kommunikation.

Maßnahmen zur Stärkung des Nachhaltigkeitsbewusstseins

Im Rahmen von Nachhaltigkeitswochen sowie Kampagnen und Aktionen sprechen die Vertriebslinien der REWE Group ihre Kunden zum nachhaltigen Konsum im Kontext eines übergeordneten gesellschaftlichen Themas an, wie beispielsweise bewusste Ernährung, Bio-Produkte, Regionalität oder soziales Engagement. So schafft die REWE Group Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei der Kaufentscheidung und sensibilisiert ihre Kunden für verantwortungsvollen Konsum. PENNY hat im Jahr 2019 drei Nachhaltigkeitswochen durchgeführt, ebenso wie auch schon in den Vorjahren. Auch toom Baumarkt hat 2019 zwei Nachhaltigkeitswochen veranstaltet. Im Vordergrund standen die Themen Arten- und Insektenschutz sowie soziales Engagement (Fair Trees). Auch die REWE Group in Österreich organisiert seit 2010 einmal im Jahr Nachhaltigkeitswochen. Dabei stehen Produkte im Mittelpunkt, die einen nachhaltigen Mehrwert im Hinblick auf eine gesunde Ernährung, den Klima- und Umweltschutz, die Biodiversität oder soziales Engagement bieten.

Die Vertriebslinie REWE kommuniziert Nachhaltigkeitsthemen mehrfach unterjährig im Rahmen von Nachhaltigkeitskampagnen. Die Themen spielen auch in den REWE-Dachmarkenkampagnen eine Rolle.

REWE und PENNY machen auf das Insektensterben aufmerksam

Das Thema Insektensterben war auch im Jahr 2019 ein Schwerpunkt in der Kundenkommunikation. So wurde bei PENNY eine Aktionswoche unter dem Motto „Ohne Biene? Ohne uns“ durchgeführt, im Rahmen derer bienenfreundliche Produkte beworben wurden. Beim Kauf einer Packung PRO PLANET-Snackäpfel erhielten die Kunden ein kostenloses Samentütchen sowie das Minibuch „Fibi zieht um“, das die Problematik um das Insekten- und Bienensterben kindgerecht aufbereitet.

Seit 2019 erhält REWE prominente Unterstützung für die kommunikativen Aktivitäten zum Insektenschutz: Biene Maja und ihre Freunde sind Botschafter für REWEs Engagement für Artenvielfalt. Im Berichtsjahr wurde bei REWE eine Bienen- und Insektenschutzkampagne durchgeführt, bei der rund 600.000 Samentüten und über eine Million Minibücher zur Sensibilisierung verteilt wurden.

Auch im Berichtszeitraum nutzte PENNY in der Nachhaltigkeitskommunikation die bekannte Janosch-Figur „Günter Kastenfrosch“. In den drei Säulen „grün genießen“, „grün sparen“ und „grün engagieren“ informiert der sympathische Nachhaltigkeitsbotschafter verständlich und ohne erhobenen Zeigefinger über die Vorteile von Nachhaltigkeit für Umwelt, Gesellschaft und die Kunden selbst. Ein wesentlicher Bestandteil der Kundenkommunikation von PENNY ist das Engagement gegen Lebensmittelverschwendung. So gibt der Discounter seinen Kunden Tipps zur richtigen Einkaufsplanung, korrekten Lagerung von Lebensmitteln und optimalen Resteverwertung. Gemeinsam mit Bundesministerin Julia Klöckner hat PENNY im Berichtszeitraum die deutschlandweite Kampagne „Kostbares retten“ gestartet. Molkereiprodukte der PENNY-Eigenmarke werden ab sofort mit einem Hinweis versehen, dass sie womöglich nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch verzehrt werden können. Der Hinweis „Riechen. Probieren. Genießen.“ fordert dazu auf, sich nicht allein auf das Mindesthaltbarkeitsdatum zu verlassen (für mehr Informationen siehe Abschnitt Projekte und Förderungen). Damit unterstützt PENNY die Initiative „Zu gut für die Tonne!“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und wurde für die Kampagne mit dem „Zu gut für die Tonne!“-Bundespreis 2019 ausgezeichnet.

Regionalität im Fokus bei REWE

2019 standen bei REWE auch die Regionalität und Partnerschaften mit lokalen Erzeugern im Mittelpunkt: Unter dem Motto „Gemeinsam für deine Region“ wurden Kaufleute und Erzeuger aus den verschiedenen REWE-Regionen vorgestellt, die ihre persönlichen Geschichten erzählt haben. Die Verbreitung der Kampagne erfolgte über TV-Spots, in den sozialen Medien und am Point of Sale. Darüber hinaus führte REWE die Kampagne „Komm, ich zeig dir …“ zur Eigenmarke REWE Bio durch. Drei Protagonisten aus der Landwirtschaft boten einen Einblick hinter die Kulissen (für mehr Informationen siehe Abschnitt Bio).

GRI 417-1

Grundsätze und Verfahren zur Produktkennzeichnung

Die Produkte der REWE Group werden im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich ihrer Herkunft, Zusammensetzung und Nutzung gekennzeichnet – ein Beispiel ist das Mindesthaltbarkeitsdatum. Die REWE Group kennzeichnet Nachhaltigkeitsaspekte bei ihren Produkten über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und macht bei vielen Produkten detaillierte Angaben zur Herkunft.

Nachhaltigkeitslabel und Zertifizierungen schaffen Transparenz und Glaubwürdigkeit

Mit dem PRO PLANET-Label verfügt die REWE Group über einen systematischen Ansatz, um Nachhaltigkeitsinformationen transparent und verständlich auf Produkten darzustellen. REWE, PENNY und toom Baumarkt kennzeichnen mit dem PRO PLANET-Label Eigenmarkenprodukte, die soziale und ökologische Faktoren sowie Aspekte des Tierwohls berücksichtigen. Damit bietet das PRO PLANET-Label eine verlässliche und nachvollziehbare Orientierung beim Einkauf, um den nachhaltigen Konsum bei einer breiten Verbrauchergruppe zu fördern. Auf der PRO PLANET-Webseite stehen weitere Informationen zu den einzelnen Produkten zur Verfügung (für eine Übersicht der Anteile dieser Produkte im Sortiment und eine Erläuterung des PRO PLANET-Prozesses siehe Abschnit PRO PLANET).

Darüber hinaus verwendet die REWE Group anerkannte externe Labels für die Kennzeichnung ihrer Eigenmarken und führt Markenprodukte mit diesen Labels in ihrem Sortiment. Dazu zählen etwa der Blaue Engel, Fairtrade, Forest Stewardship Council (FSC®), Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC™), Rainforest Alliance, Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG), Marine Stewardship Council (MSC), Aquaculture Stewardship Council (ASC), GGN – zertifizierte Aquakultur (GlobalG.A.P.) und UTZ. Außerdem werden Bio- und Regionalprodukte gesondert ausgewiesen. Nahezu alle Frischfischtheken der REWE-Märkte sind seit 2009 nach MSC und seit 2012 nach ASC zertifiziert. Damit Verbraucher trotz der Vielfalt an Labeln eine informierte Kaufentscheidung treffen können, haben REWE und PENNY die wichtigsten Informationen zu verwendeten Labels und Zertifizierungen auf ihren Webseiten (REWE; PENNY) zusammengestellt.
Bei Non-Food-Waren setzt die REWE Group auf das TÜV-Exklusiv-Siegel, das für die Qualität und Sicherheit der Produkte steht. Jedes zertifizierte Produkt trägt eine individuelle ID-Nummer, über die sich weitere Informationen abrufen lassen.

toom Baumarkt hat gemeinsam mit der Verbraucher Initiative e. V. einen Leitfaden für Nachhaltigkeitslabel zusammengestellt. Er soll Kunden Orientierung für einen nachhaltigeren Einkauf geben und erläutert empfehlenswerte Labels, die auf Produkten im Baumarkt zu finden sind. Die Labelauswahl basiert auf Bewertungen des Verbraucherportals label-online.de. Der Leitfaden ist online unter toom.de/nachhaltigkeit zum Download verfügbar.

Um Reisenden, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, eine transparente Entscheidungshilfe zu bieten, arbeitet die DER Touristik an einer Strategie zur verständlichen Kennzeichnung nachhaltiger Reiseangebote. In diesem Rahmen wurden zunächst die verschiedenen Labels in den Katalogen der Reiseveranstalter auf das branchenweit und international anerkannte Nachhaltigkeitssiegel Travelife reduziert und in einem nächsten Schritt im Rahmen des Projekts „Green Travel Transformation“ der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris in eine branchenweit anerkannte einheitliche Kennzeichnung für nachhaltige Reiseangebote überführt. Daraus hat sich der Datenanbieter Green Travel Index gebildet, der die Daten von anerkannten Nachhaltigkeitszertifikaten sammelt und aufbereitet. Seit Winter 2019 werden nachhaltig zertifizierte Hotels in den Katalogen von DERTOUR, Meier’s, ITS und Jahn mit einem grünen Blatt gekennzeichnet. Dahinter verbergen sich über Travelife hinaus weitere international anerkannte Zertifikate. Sie verpflichten sich zur Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards gemäß den Anforderungen des Global Sustainable Tourism Council (GSTC).
Zusätzlich zu der Abbildung im Katalog hat die DER Touristik auch die Möglichkeit einer gezielten Onlinesuche nach nachhaltigen Hotels umgesetzt: Diese Hotels sind seit Anfang 2020 auch auf der Reisebüro-Buchungsplattform Bistro entsprechend mit dem grünen Blatt gekennzeichnet und können von den Reisebüromitarbeitern der DER Touristik gefunden und im Beratungsgespräch mit aufgenommen werden. Zudem wird die Anzahl nachhaltig wirtschaftender Hotels im Angebot der DER Touristik Veranstalter durch verschiedene Maßnahmen sukzessive ausgebaut und die Entwicklung nachhaltiger Reiseprodukte stetig vorangetrieben.

Mit Herkunftsangaben für größere Lieferkettentransparenz

Viele Verbraucher möchten sich darüber informieren, woher die Produkte stammen, die sie einkaufen. Die REWE Group entspricht diesem Wunsch, indem sie beispielsweise die Herkunft ihrer regionalen Produkte auszeichnet und die Angaben bei vielen Produkten nach den Kriterien des Regionalfensters zertifizieren lässt (siehe dazu Abschnitt Regionalität).

Für Fischprodukte hat die REWE Group im Jahr 2012 einen Tracking-Code für Fisch-Eigenmarkenprodukte eingeführt. Damit kann sich der Kunde auf den Webseiten der Vertriebslinien REWE und PENNY über die Lieferkette des Fischprodukts informieren. Auch die ersten Aquakulturprodukte können so bis zur Farmregion online zurückverfolgt werden. Insgesamt sind 78 Prozent der Fischprodukte mit dem Tracking-Code ausgestattet. Und auch für die Lieferketten der REWE-Eigenmarken-Bananen sowie der Fairtrade-Biohelden-Bananen und -Ananas von PENNY wurde 2019 ein QR-Code eingeführt, mit dem die Kunden die Produkte bis zum Erzeugerbetrieb rückverfolgen können. Seit Januar 2020 ist diese Rückverfolgbarkeit auch für die REWE Beste Wahl Ananas möglich.

Seit 2014 wird auf den Eigenmarkenprodukten von PENNY und REWE der Hersteller als Inverkehrbringer genannt. Für den Kunden bedeutet dies eine größere Transparenz in der Lieferkette. Nur in wenigen Ausnahmen wird die REWE Group weiterhin als Inverkehrbringer genannt, beispielsweise bei Produkten der Marke Feine Welt, die von kleinen Lieferanten stammen.

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Verstöße im Zusammenhang mit Marketing und Kommunikation

Bei der Gestaltung von Werbung hält sich die REWE Group grundsätzlich an die Gesetzgebung sowie an ethische und kulturelle Standards. Sie verzichtet ausdrücklich auf sexistische, diskriminierende, politische, pornografische, extremistische und gewaltverherrlichende Werbung. Wahrheit, Klarheit und Transparenz sind dabei die grundlegenden Prinzipien. Darüber hinaus gelten die von der REWE Group entwickelten, unternehmensweit gültigen Verhaltenskodizes, Richt- und Leitlinien ebenso wie Vorschriften der nationalen Werberäte. Die Kommunikation von Nachhaltigkeit setzt ein besonderes Maß an Glaubwürdigkeit voraus. Die REWE Group verpflichtet sich in ihrer Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften explizit zur Einhaltung geltender verbraucherschützender Vorschriften sowie angemessener Vertriebs-, Marketing- und Informationspraktiken gegenüber dem Verbraucher. Um dies auch in der Gestaltung von Werbemaßnahmen zu berücksichtigen, werden diese vor Veröffentlichung von der Nachhaltigkeitsabteilung freigegeben. Im Berichtszeitraum 2019 sind keine wesentlichen Verstöße bekannt.

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