REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2019

Wasser

Bei der Herstellung von Produkten in der Lieferkette benötigt die REWE Group die natürliche Ressource Wasser. Viele Produkte werden in Gebieten hergestellt, in denen Wasserstress herrscht. Da Wasser eine lebensnotwendige Ressource ist und ein hoher Verbrauch zur Wasserknappheit führt, muss eine nachhaltige und schonende Nutzung sichergestellt werden.

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Jahr 2017 wurde die Strategie Grüne Produkte 2030 verabschiedet, um Nachhaltigkeit noch stärker in die Beschaffungsprozesse zu integrieren. Im Rahmen der Handlungsfelder Mensch, Tier und Umwelt entwickelt das Handels- und Touristikunternehmen wirksame Maßnahmen in der Säule Grüne Produkte, um ökologische und soziale Auswirkungen zu reduzieren. Das Thema Wasser stellt eines der drei Fokusthemen des Handlungsfelds Umwelt dar. Dabei geht es um die Nutzung von Wasser in den Lieferketten der Food- und Non-Food-Produkte der REWE Group. Maßnahmen zur betrieblichen Wassernutzung der REWE Group werden im Abschnitt Betrieblicher Wasserverbrauch beschrieben.

GRI 303: Wasser und Abwasser

Managementansatz

Für alle Geschäftsbeziehungen greift die Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften der REWE Group. Sie orientiert sich an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und dem UN Global Compact. Die Leitlinie umfasst unter anderem Vorgaben zum schonenden Umgang mit Ressourcen wie Boden, Luft, Wasser und anderen natürlichen Ressourcen. Diese Grundwerte gelten sowohl für die eigenen Geschäftsprozesse als auch für Geschäftspartner und Lieferanten der REWE Group. Im Falle vorsätzlicher grober Missachtung der in der Leitlinie beschriebenen Werte behält sich die REWE Group Sanktionen vor.

Im Rahmen einer 2017 durchgeführten Risikoanalyse sowie weiterer individueller Hot-Spot-Analysen wurden die Themen Wassereinsatz und Wasserverschmutzung im Rohstoffanbau sowie in der Produktion als Schwerpunktthemen identifiziert: Ein hoher Wassereinsatz tritt insbesondere bei der Rohstoffgewinnung von Holz, Baumwolle und Naturstein sowie im Anbau von Obst und Gemüse auf. Zudem ist die Herstellung von Papier, Metall und Plastik mit einem hohen und zum Teil ineffizienten Wassereinsatz verbunden. Wasserverschmutzung tritt vor allem im Zierpflanzenbau, im Anbau von Obst und Gemüse sowie in der Fischzucht auf. Auch bei der Textilproduktion verschmutzt der Einsatz umweltschädlicher Chemikalien die Gewässer und kann dort zu schweren Umweltschäden führen.

Mikroplastik sowie gelöste, flüssige und gelartige Polymere gelangen durch das Abwasser in Binnengewässer oder Meere und stellen damit ein Risiko für die Ressource Wasser dar. Ähnlich verhält es sich mit Einwegplastik bzw. Kunststoffverpackungen, die zu Mikroplastik zersetzt werden können.

Mit Blick auf den Wassereinsatz und die Wasserverschmutzung hat die REWE Group folgende Fokuswarengruppen bzw. -rohstoffe definiert:

Wassereinsatz Wasserverschmutzung
Obst und Gemüse Obst und Gemüse
Baumwolle Fisch
Holz und Papier Zierpflanzen
Naturstein Kosmetika
Zierpflanzen Plastikverpackungen
Textilien

Um sich für verantwortungsvolle Wassernutzung entlang der gesamten Lieferkette einzusetzen, folgt die REWE Group dem übergeordneten Managementansatz für verantwortungsvolle Lieferketten (siehe dazu Abschnitt Ökologische Aspekte in der Lieferkette).

Negative Umweltauswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen

Mit ihren Maßnahmen ist die REWE Group bestrebt, den Wassereinsatz in den Lieferketten zu reduzieren sowie die Wassereffizienz zu erhöhen. Außerdem soll Wasserverschmutzung vermieden und eine wirksame Aufbereitung von Wasser realisiert werden.

Wassereinsatz
Um den Wassereinsatz im Anbau und in der Produktion ihrer Eigenmarkenprodukte zu reduzieren, arbeitet die REWE Group mit Zertifizierungssystemen zusammen, die ihre Erzeuger dazu verpflichten, Wasserressourcen in ihren Prozessen nachhaltig zu nutzen. Dazu zählen beispielsweise Rainforest Alliance, Fairtrade, Cotton made in Africa oder Naturland.

Im Rahmen des Green Production Program der REWE Group weisen die Metall- und Plastikproduzenten ein ISO 14001-Zertifikat vor oder werden einem Self-Assessment unterzogen, das auch Angaben zum Wasserverbrauch enthält. Produzenten strategischer Lieferanten, bei denen diesbezüglich ein hohes Risiko vorherrscht, werden anschließend in Schulungs- und Beratungsprojekten dabei unterstützt, Wassereinsparungen zu erzielen (für mehr Informationen siehe Abschnitt Ökologische Aspekte in der Lieferkette).

Wasserverschmutzung
Das Green Production Program der REWE Group trägt auch zur Verringerung der Wasserverschmutzung bei: So erhalten Produzenten ausgewählter Lieferanten durch Schulungen und Beratungen Unterstützung bei ihrem Abwassermanagement. Dazu zählen die Analyse von bestehendem Verbesserungspotenzial, Maßnahmen zur Reduktion von Schadstoffen im Abwasser oder eine Fortschrittsmessung.

Um der Wasserverschmutzung entlang ihrer Lieferketten von Textilien entgegenzuwirken, hat die REWE Group ein Detox-Programm für Bekleidung, Schuhe und Heimtextilien ihrer Eigenmarken aufgesetzt. Im Rahmen dieses Programms sollen Wasserverunreinigungen bedingt durch Chemikalien gezielt reduziert werden (für mehr Informationen siehe Abschnitt Ökologische Aspekte in der Lieferkette).

Darüber hinaus macht die REWE Group genaue Vorgaben zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Düngern auf landwirtschaftlichen Flächen, die deutlich über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen. Kritische Substanzklassen dürfen demnach im Zierpflanzenbau sowie dem Anbau von Obst und Gemüse nicht zur Anwendung kommen. Zudem begrenzt die REWE Group im Obst- und Gemüseanbau die Summe aller Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. So sollen negative additive Effekte vermieden werden, die sich aus dem Einsatz verschiedener Wirkstoffe ergeben können. Ergänzend dazu wird auch eine Begrenzung der „akuten Referenzdosis“ vorgeschrieben – eine von der Weltgesundheitsorganisation definierte Menge an Wirkstoffen, die ein Mensch an einem Tag bedenkenlos aufnehmen kann. Außerdem müssen die Obst- und Gemüselieferanten der REWE Group bestimmte Nitratwerte einhalten. Im Rahmen eines Rückstandsmonitorings überprüft die REWE Group die Einhaltung dieser Vorgaben regelmäßig.

Zum Gewässerschutz arbeitet die REWE Group außerdem mit Zertifizierungsorganisationen wie Rainforest Alliance, QS Qualität und Sicherheit oder GLOBALG.A.P. zusammen. Neben einem eigenen Rückstandsmonitoring führen sie insbesondere umfangreiche Maßnahmen zum vorsorgenden Gewässerschutz durch. In der Fischzucht legt die REWE Group Wert auf den ASC-Standard, der regelmäßige Kontrollen der Wasserqualität und die Aufbereitung des anfallenden Abwassers fordert.

Mikroplastik vermeiden

Sowohl Mikroplastik als auch gelöste, gelartige und flüssige Polymere werden in Rezepturen von Kosmetikprodukten eingesetzt. In ihrer Leitlinie für Mikroplastik in Kosmetikprodukten schreibt die REWE Group aus diesem Grund Anforderungen und Maßnahmen zur Verwendung dieser Stoffe in Kosmetikprodukten fest. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2020 bei den Rezepturen aller Kosmetikprodukte der Eigenmarken von REWE und PENNY in Deutschland auf Mikroplastik gemäß dem in der Leitlinie definierten REWE Group-Verständnis zu verzichten. Zudem soll bei allen Rezepturen von Kosmetikprodukten, wo ohne Leistungseinbruch möglich, auf die fokussierten synthetischen und halbsynthetischen Polymere in gelöster, gelartiger oder flüssiger Form verzichtet werden. Dafür überprüft das Unternehmen in enger Abstimmung mit den Lieferanten kontinuierlich sein gesamtes Eigenmarkensortiment im Bereich Kosmetik, um neue Rezepturen ohne Mikroplastik zu erarbeiten. Auf diese Weise hat die REWE Group bereits 2014 alle Eigenmarken-Kosmetikartikel von Microbeads, die beispielsweise als Reibkörper in Peelings eingesetzt werden, befreit. Aktuell arbeitet die REWE Group daran, das Thema auch in anderen Warengruppen anzugehen.


Um den Verbrauchern die Orientierung zu erleichtern, hat die REWE Group ein eigenes Siegel entwickelt. Es kennzeichnet Kosmetik-Eigenmarken, die frei von Mikroplastik nach dem REWE Group-Verständnis sowie gelösten, gelartigen und flüssigen Polymeren sind.

In ihrem dreistufigen Ansatz für umweltfreundlichere Verpackungen verfolgt die REWE Group das Ziel, bis Ende 2030 zu 100 Prozent umweltfreundlichere Eigenmarkenverpackungen einzusetzen. Darüber hinaus wurden konkrete Unterziele für die Eigenmarkenprodukte von REWE und PENNY in Deutschland formuliert: So sollen bis Ende 2025 sämtliche Verkaufs- und Serviceverpackungen aus Kunststoff der REWE- und PENNY-Eigenmarken, die nicht vermieden werden können, recyclingfähig sein. Außerdem sollen bis Ende 2025 insgesamt 20 Prozent weniger Kunststoff bei den Verkaufs- und Serviceverpackungen der Eigenmarken von REWE und PENNY verwendet werden.
Indem Verpackungen vermieden, verringert und verbessert werden, soll künftig unter anderem weniger Kunststoff eingesetzt werden. Denn dieser dient als Quelle von Mikroplastik, das die Umwelt und unsere Gewässer verschmutzen kann. Für weitere Informationen siehe Leitlinie für umweltfreundlichere Verpackungen.

Auch mit Blick auf die Reduktion von Einwegplastikprodukten hat die REWE Group bereits weitreichende Maßnahmen durchgeführt – so wurden Einwegplastikstrohhalme ausgelistet. Künftig werden außerdem Mehrwegalternativen im Bereich Geschirr zum vollständigen Ersatz von Einwegplastikprodukten ins Sortiment aufgenommen.

Meeresmüll auf den Malediven wirksam bekämpfen

Die REWE Group setzt sich zur Vermeidung und Verringerung von Müll in unseren Weltmeeren ein. Dieses Problem herrscht insbesondere in Regionen vor, die über keine funktionierende Entsorgungsinfrastruktur verfügen. Vor allem auf den kleineren Inseln der Malediven-Atolle wird der Müll nicht fachgerecht entsorgt. Seit 2019 unterstützt die REWE Group gemeinsam mit ihrem Thunfisch-Lieferanten, dem Lebensmittelhändler followfood, die Malediven im Einsatz gegen zunehmende Abfälle im Meer. Zu den Maßnahmen im Laamu-Atoll zählen die kontinuierliche Entsorgung des Plastikmülls auf den Inseln, die Installation von Mehrweg-Trinkwassersystemen zur Vermeidung von Plastikflaschen auf Fischerbooten sowie die ökologische (Weiter-)Bildung für Kinder und Jugendliche.

Weitere Themen aus diesem Bereich:

Produktbezogene Risikoanalysen

GRI 102-11

Regionalität

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Fokusrohstoffe – Food

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Fokusrohstoffe – Non-Food

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PRO PLANET

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Verpackungen

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Biodiversität

GRI 304

Ökologische Aspekte
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GRI 308

Soziale Aspekte
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Kundengesundheit und Produktsicherheit

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Nachhaltigen Konsum fördern

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Tierwohl

FP10

Kinder- und Zwangsarbeit

GRI 408, 409

Haltungsbedingungen

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Ernährung

FP10

Existenzsichernde
Löhne und Einkommen

GRI 414