REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2019

Verpackungen

Verpackungen gehören zu unserem alltäglichen Leben. Sie erfüllen viele wichtige Funktionen: Sie halten Nahrungsmittel frisch, schützen sie und machen ihren Transport möglich. Außerdem bieten sie Platz für wichtige Informationen. Jedoch entstehen entlang der Wertschöpfungskette von Verpackungen eine Vielzahl negativer ökologischer Effekte. Bei der Verpackungsherstellung werden beispielsweise natürliche Ressourcen eingesetzt, Energie verbraucht und Emissionen ausgestoßen. Wird der Verpackungsmüll falsch entsorgt und nicht dem Recycling zugeführt, so landet dieser in einer Verbrennungsanlage, bei nicht sachgerechter Entsorgung auch in der Natur. Die Stakeholder der REWE Group schätzen das Thema Verpackungen als besonders relevant für das Unternehmen ein (für mehr Informationen siehe Abschnitt Wesentlichkeitsanalyse).

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Jahr 2017 wurde die Strategie Grüne Produkte 2030 verabschiedet, um Nachhaltigkeit noch stärker in die Beschaffungsprozesse zu integrieren. Im Rahmen der Handlungsfelder Mensch, Tier und Umwelt entwickelt das Handels- und Touristikunternehmen wirksame Maßnahmen in der Säule Grüne Produkte, um ökologische und soziale Auswirkungen zu reduzieren. Innerhalb des Handlungsfelds Umwelt wurden die Fokusthemen Kreislaufwirtschaft, Wasser sowie Biodiversität identifiziert. Eine besondere Rolle beim Fokusthema Kreislaufwirtschaft spielt dabei der Bereich Verpackung.

GRI 301: Materialien

Managementansatz

In ihrer Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften bekennt sich die REWE Group zu einer effizienten Nutzung der natürlichen Ressourcen Boden, Luft und Wasser sowie von Rohstoffen, Kraft- und Brennstoffen. Dafür optimiert die REWE Group relevante Ressourcenverbräuche in ihren Geschäftsprozessen und setzt produkt- oder rohstoffbezogene Maßnahmen um, die in vor- und nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette ansetzen.

Für die REWE Group ist die Kreislaufwirtschaft ein bedeutender Lösungsansatz, um Ressourcen zu schonen und Rohstoffe wiederzuverwerten. Da Verpackungen einen relevanten Ressourcenverbrauch verursachen, setzt der Handelskonzern hier an und hat einen umfassenden Ansatz für umweltfreundlichere Verpackungen entwickelt. Dabei arbeitete die REWE Group eng mit wichtigen Stakeholdern zusammen – von den Einkaufsbereichen über ausgewählte NGOs bis hin zu Experten der Verpackungsgestaltung. Als Basis für die Entwicklung des Ansatzes wurde eine detaillierte Analyse aller Verpackungsdaten zur Identifizierung wesentlicher Auswirkungen und Stellschrauben durchgeführt: So identifizierte die REWE Group im Jahr 2018 sowohl wichtige Lieferanten als auch wesentliche Verpackungsfraktionen.

Darauf aufbauend hat das Unternehmen in allen Warenbereichen Optimierungsprojekte und Lieferantengespräche angestoßen, die darauf abzielen, Verpackungsmaterialien zu vermeiden, zu verringern und mit Blick auf die Umweltfreundlichkeit zu verbessern. Anschließend wurde der Ansatz durch Ziele und Maßnahmen konkretisiert.

Um die Fortschritte messbar zu machen, hat die REWE Group für den Bereich Verpackungen folgenden Key Performance Indikator (KPI) mit dazugehörigem Ziel definiert:

KPI Ziel Status1
Anteil umweltfreundlichere Verkaufs- und Serviceverpackungen der Eigenmarken 100 % bis Ende 2030 ↗︎
↗︎On Track Ziel erreichtZiel nicht erreicht
1 Genaue Angaben zum aktuellen Status werden durch die Einführung einer systemseitigen Erfassung voraussichtlich ab 2020 möglich sein.

Bis Ende 2030 soll jede Verkaufs- und Serviceverpackung der Eigenmarkenprodukte der REWE Group einen umweltfreundlicheren Mehrwert bieten. So reduziert die REWE Group die ökologischen Auswirkungen von Verpackungen und fördert eine kreislaufgeführte Wirtschaft. „Umweltfreundlichere Verpackungen“ sind definiert als solche, die einen positiven Effekt auf die Umwelt haben, indem die Verpackung vermieden, verringert oder verbessert wurde.

Darüber hinaus hat die REWE Group konkrete Unterziele für die Eigenmarkenprodukte von REWE und PENNY in Deutschland formuliert: So sollen bis Ende 2025 sämtliche Verkaufs- und Serviceverpackungen aus Kunststoff der REWE- und PENNY-Eigenmarken, die nicht vermieden werden können, recyclingfähig sein. Außerdem sollen bis Ende 2025 insgesamt 20 Prozent weniger Kunststoff bei den Verkaufs- und Serviceverpackungen der Eigenmarken von REWE und PENNY verwendet und bereits bis Ende 2020 bei Papierverpackungen ausschließlich zertifizierte Rohstoffe eingesetzt werden.

Bei der Umsetzung dieses Ansatzes unterscheidet die REWE Group zwischen Mehrweg- und Einwegverpackungen:

  • Mehrwegverpackungen dienen der Verpackungsvermeidung und gelten als „umweltfreundlicher“.
  • Einwegverpackungen gelten als „umweltfreundlicher“, wenn sie einen umweltfreundlicheren Mehrwert nach den folgenden definierten Kriterien besitzen:
    • Reduzierte Materialmasse
    • Möglichkeit des Recyclings
    • Einsatz von Sekundärrohstoffen
    • Einsatz von alternativen Materialien
    • Einsatz zertifizierter Rohstoffe
  • Jede Optimierung einer Verpackung oder eines Verpackungsbestandteils reduziert die negativen Auswirkungen auf die Umwelt – und trägt somit dazu bei, das Ziel „100 Prozent umweltfreundlichere Verpackungen“ zu erreichen.

Die Einführung von drei Nachhaltigkeits-Siegeln bei REWE und PENNY in Deutschland schafft mehr Transparenz und ermöglicht eine bessere Orientierung beim Einkauf. Die Siegel weisen aus, ob die Verpackung durch einen reduzierten Materialeinsatz, den Einsatz von Recycling-Material oder den Einsatz von alternativen Materialien (beispielsweise Graspapier) optimiert wurde. Die ersten Artikel mit diesen neuen Nachhaltigkeitssiegeln befinden sich seit Februar 2020 im Sortiment.

Leitlinie gibt den Rahmen vor

Um Verkaufs- und Serviceverpackungen umweltfreundlicher zu gestalten, hat die REWE Group im Austausch mit Stakeholdern und in internen Workshops Verbesserungsansätze und -potenziale identifiziert, die den Anstoß für die Erstellung einer Leitlinie für umweltfreundlichere Verpackungen gegeben haben. Sie wurde im Januar 2019 veröffentlicht und definiert einen verbindlichen Handlungsrahmen für die REWE Group und die Geschäftsbeziehungen mit ihren Vertragspartnern. Darin wird beschrieben, welche Faktoren grundlegend positive („Dos“) und negative („Don’ts“) Effekte auf die Umweltfreundlichkeit einer Verpackung haben.

Die Integration von Nachhaltigkeit in die Einkaufsprozesse erfolgt systematisch. Je nach Komplexitätsgrad und Charakteristika der Verpackung hat die REWE Group drei Vorgehensweisen definiert:

  • Der Handelskonzern verankert die Berücksichtigung von definierten Anforderungen an umweltfreundlichere Verpackungen in seinen Einkaufsprozessen. Für die Bewertung von Verpackungen und Verpackungsalternativen hat er Instrumente entwickelt, die auf Grundlage der Anforderungen eine Einordnung der Umweltfreundlichkeit von Verpackungen erlauben.
  • Ergänzend dazu stellen Lieferantengespräche die Basis für eine Kooperation mit Blick auf Potenziale zur Verbesserung der Umweltfreundlichkeit von Verpackungen dar.
  • Darüber hinaus führen Innovationsprojekte zur Entwicklung neuer Verpackungskonzepte.

Auszeichnung nachhaltigerer Verpackungsideen

Im Jahr 2019 hat die REWE Group erstmals gemeinsam mit der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. den Sonderpreis Verpackung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises verliehen. Im Zentrum des Wettbewerbs stehen Konzepte und Ideen, die Verpackungen reduzieren, optimieren oder vermeiden und gleichzeitig den Anforderungen der Verbraucher an Hygiene, Information und Bequemlichkeit entsprechen. Gewonnen hat die Profol GmbH für ihren Foliendeckel aus Polypropylen zum Verschluss von Lebensmittelbehältern.

Maßnahmen für umweltfreundlichere Verpackungen

Um ein Zeichen für die Reduzierung des Plastikmülls zu setzen, hat die REWE Group in ihren Vertriebslinien REWE (2016), PENNY (2017), DER Touristik Reisebüros (2017) und toom Baumarkt (2018) in Deutschland sowie bei BILLA, MERKUR, PENNY, BIPA und ADEG in Österreich (2017) die Plastiktüte ausgelistet.

„Raus aus Plastik“

Mit ihrer Initiative „Raus aus Plastik“ arbeitet die REWE Group in Österreich daran, Plastik in den Regalen von BILLA, MERKUR, PENNY und ADEG einzusparen. Beispielsweise bietet Echt B!O, die Eigenmarke von PENNY Österreich, seit 2018 Blutorangen im Baumwollnetz an. Speisekürbisse und Zucchini werden darüber hinaus unverpackt angeboten. Zudem wurde Ende 2019 das Ziel erreicht, dass das gesamte Bio-Obst- und -Gemüse-Sortiment in Österreich nur noch unverpackt und lose oder umweltfreundlicher verpackt angeboten wird. Seit dem Start der Verpackungsoptimierungen 2011 konnten alleine bei der Handelsmarke Ja! Natürlich bereits 1.000 Tonnen Plastik und 4.390 Tonnen CO2 eingespart werden.

Darüber hinaus hat die REWE Group weitere vielfältige Maßnahmen zur umweltfreundlicheren Gestaltung von Verpackungen und zur Optimierung des Ressourceneinsatzes implementiert. Bislang wurden bereits über 2.000 Verpackungen umweltfreundlicher gestaltet (Stand Oktober 2019). Durch diese umgesetzten Verpackungsänderungen sparen REWE und PENNY mittlerweile jährlich rund 8.900 Tonnen Kunststoffe ein.

In einem ersten Schritt arbeitet die REWE Group intensiv daran, Verpackungen zu vermeiden (1):

Mehrwegnetze im Obst- und Gemüsebereich

Ende 2017 hat sich die REWE Group erstmals damit befasst, wie die Obstbeutel aus Plastik („Knoten-Beutel“) reduziert werden können: Kunden konnten in den teilnehmenden REWE-Testmärkten Mehrwegfrischenetze erwerben und diese für den Obsttransport immer wieder mitbringen. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass Obst und Gemüse mit natürlicher Schutzhülle auch ganz ohne Verpackung transportiert werden können. Im Oktober 2018 führte REWE als erster großer Lebensmittelhändler in Deutschland diese Mehrwegfrischenetze bundesweit ein, 2019 folgte PENNY mit der bundesweiten Einführung der Baumwollnetze. Und auch in Österreich bietet die REWE Group seit 2018 als erster Händler Mehrwegfrischenetze an – für den ressourcenschonenderen Transport von unverpacktem Obst und Gemüse.

Weniger Verpackungen durch Natural Branding

Seit März 2017 wendet REWE das sogenannte „Natural Branding“ an: Per Laser werden Logos und Informationen direkt auf die äußere Schale von Süßkartoffeln aufgetragen. Hierzu werden lediglich Pigmente der äußersten Schalenschicht abgetragen. Das Labeling findet nur an der Oberfläche statt, ist völlig kontaktlos und hat keinen Einfluss auf Geschmack, Qualität oder Haltbarkeit. Bedruckte Verpackungen zur Kennzeichnung von Bio-Ware werden so überflüssig – Plastik, Papier und Metall können eingespart werden. Während der Saisonplanung werden regelmäßig Obst- und Gemüseartikel auf ihre Natural-Branding-Fähigkeit geprüft und, wo sinnvoll, getestet bzw. umgestellt. Nach erfolgreichen Tests bei der österreichischen Vertriebslinie BILLA wurde das Angebot an Bio-Kiwis mit der Laserbeschriftung des „Ja! Natürlich“-Logos sukzessive auf alle Handelsfirmen in Österreich ausgeweitet.

Obst und Gemüse unverpackt

REWE und PENNY bieten verschiedene Obst- und Gemüse-Artikel bereits seit langer Zeit unverpackt an. Zudem werden immer mehr Obst- und Gemüse-Artikel unverpackt angeboten wie zum Beispiel Gurken, die seit Oktober 2019 – ob konventionell oder bio – deutschlandweit und ganzjährig ohne Folie und nur noch mit einem Klebeetikett verkauft werden. Auf diese Weise können jährlich bis zu 160 Tonnen Kunststoff eingespart werden. Unter Einbezug aller beteiligten Handelspartner sind dafür die relevanten, komplexen Transportprozesse so verändert worden, dass Gurken nicht mehr eingeschweißt werden müssen und dennoch ihre Frische und Qualität erhalten. Zudem führten rund 630 REWE- und nahkauf-Märkte in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland 2019 einen Test durch, bei dem im Bereich Bio-Obst und -Gemüse weitestgehend auf Plastikverpackungen verzichtet wurde oder umweltfreundlichere Verpackungen eingesetzt wurden. Die daraus gesammelten Erfahrungen fließen in den nationalen Rollout ein, der im März 2020 erfolgte. So will REWE bis Ende 2020 bundesweit Bio-Obst und -Gemüse weitestgehend ohne Plastik oder mit verbesserter Verpackung anbieten. Auf diese Weise können jährlich Einsparungen von 210 Tonnen Plastik und 80 Tonnen Papier im Bereich Bio-Obst und -Gemüse realisiert werden. Ein weiteres Beispiel für die Vermeidung von Verpackungsmaterial ist die Umstellung von Folienverpackung auf Klebebanderolen oder Klebeetiketten bei Bananen. Indem REWE und PENNY die ehemals verwendete Folienverpackung bei Bananen auf Banderole oder Sticker umgestellt haben, werden pro Jahr rund 205 Tonnen Plastik eingespart.

DER Touristik vermeidet Einweg-Plastikflaschen

Mindestens 20 Plastikflaschen werden pro Urlauber während einer Asien-Rundreise verwendet. Um die Menge an Plastikabfall in den Urlaubsregionen zu reduzieren, gibt Go Vacation, die Zielgebietsagentur der DER Touristik, seit Winter 2017/18 an die Rundreise-Gäste der DER Touristik-Veranstalter Dertour, Jahn Reisen, ITS, Meier’s Weltreisen, ADAC Reisen, Travelix und Kuoni in Indonesien zu Reisebeginn wiederbefüllbare Trinkflaschen aus, die sie auch mit nach Hause nehmen können. In allen Rundreisehotels und auch bei Zwischenstopps in Restaurants gibt es durch Wasserspender Möglichkeiten, die Flaschen aufzufüllen. Auf Einweg-Plastikflaschen wird künftig komplett verzichtet. Auf Bali erhalten die Gäste zusätzlich Stofftaschen, damit Plastiktüten überflüssig werden. Die Trinkflaschen und auch die Stofftaschen wurden lokal produziert. Die Aktion wurde 2019 auf Vietnam und Sri Lanka ausgeweitet.

Einwegplastik im Tourismus vermeiden: „Plastic Free Balearics“

Das Futouris-Projekt „Plastic Free Balearics“ verfolgt das Ziel, die Verwendung von Einwegplastik in der Hotellerie zu reduzieren oder komplett zu vermeiden. So soll auch die Menge an Plastikabfällen reduziert und eine weitere Verwertung optimiert werden. 2019 wurden bei den zehn teilnehmenden Hotels die Plastik-Hot-Spots ermittelt: Dazu zählen Wasserflaschen und Hygieneartikel aus Einwegplastik in den Gästezimmern sowie einzeln verpackte Portionen am Buffet oder die Verwendung von Bechern und Besteck aus Einwegplastik im Außenbereich. Die DER Touristik Group nimmt mit einem Hotel auf Mallorca an diesem Projekt teil. Hier wurden aufbauend auf den Erkenntnissen Maßnahmen wie die Bereitstellung plastikfreier Strohhalme, loser Tees, Spender für Seife, Shampoo und Duschgel sowie Kommunikationsmaßnahmen für die Gäste und Trainings für Mitarbeiter umgesetzt. Zudem werden die Plastikverpackungen von angelieferten Waren und Lebensmitteln analysiert und wenn möglich reduziert.

Verpackungsfreie Produkte an der Frischetheke

Nach erfolgreichen Tests ermöglicht die REWE Group in Österreich in allen BILLA- und MERKUR-Filialen das Befüllen von Wurst und Käse sowie von Kaffeegetränken in mitgebrachte Behältnisse. Der Kunde bringt eine leere, saubere Mehrwegbox bzw. einen Kaffeebecher mit. Die Mitarbeiter befüllen dieses Behältnis und versehen es mit einem Etikett. Auf diese Weise kann der Verpackungsverbrauch reduziert werden. Seit Juni 2019 ist das Mitbringen von Behältnissen auch in fast allen deutschen REWE-Märkten mit Frischetheken möglich.

Mehrwegtaschen bei toom Baumarkt

Im April 2018 hat auch toom Baumarkt den vollständigen Verzicht auf Einweg-Tragetaschen angekündigt. Stattdessen werden in allen toom Baumärkten nur noch Mehrwegtüten in verschiedenen Designs und Größen angeboten. Denn: Je öfter eine Tasche genutzt wird, desto besser ist ihre Ökobilanz. Zur Auswahl stehen neben Baumwolltragetaschen und Permanent-Tragetaschen aus Recyclingmaterial auch Kartons. Auf das Rollout-Jahr bezogen spart toom Baumarkt in allen Märkten 470.000 Einwegtüten jährlich ein.

Ist die vollständige Verpackungsvermeidung nicht möglich, so arbeitet die REWE Group mithilfe verschiedener Maßnahmen daran, das Material zu verringern (2):

Foliendicke reduzieren

Folieneinsparungen bei ausgewählten REWE- und PENNY-Eigenmarkenprodukten, beispielsweise bei Frühstücks- und Müllbeuteln und bei Verpackungen von Küchentüchern und Toilettenpapier, führen zu einer Gesamteinsparung von 590 Tonnen Plastik pro Jahr.

Dort, wo keine Verringerung der Verpackung vorgenommen werden kann, wird sie mit Blick auf die Umweltfreundlichkeit so weit wie möglich verbessert (3):

Materialien im Kreislauf führen

Um die nicht vermeidbaren Verpackungen zu verbessern, spielt das Konzept der Kreislaufwirtschaft eine wichtige Rolle für die REWE Group. Denn durch den Einsatz von Sekundärrohstoffen können Rohstoffe im Kreislauf gehalten und somit Ressourcen eingespart werden. So ist die REWE Group Mitglied der Recyclat-Initiative, einer Kooperation von Partnern verschiedener Branchen, die sich für ein effektives Recycling starkmachen und dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft Rechnung tragen. Das gemeinsame Ziel ist es, nachhaltige Materialkreisläufe zu entwickeln und dafür Wertstoffe aus der Quelle „Gelber Sack“ zu nutzen. Bei der Warengruppe „Waschen, Putzen, Reinigen“ bei REWE und PENNY wird schon seit 2017 kontinuierlich auf Verpackungen umgestellt, die zu 100 Prozent aus Rezyklat bestehen, von dem wiederum 20 Prozent aus dem Gelben Sack stammen. Darüber hinaus bieten REWE und PENNY seit 2019 Duschgel und Seifen der Eigenmarke „today“ in Verpackungen aus 100 Prozent Rezyklat an. Auch hier stammt das Material zu 20 Prozent aus dem Gelben Sack. Die Nutzung der Rohstoffe aus dem Gelben Sack ist aufgrund einer speziellen, auf Laseroptik basierenden Sortiertechnologie möglich. In Zukunft sollen weitere Verpackungen auf Rezyklat umgestellt werden.

Getränkeflasche aus 100 Prozent Rezyklat

Viele Eigenmarken-Getränkeflaschen der REWE Group bestehen bereits seit Längerem zu einem nennenswerten Anteil aus recyceltem PET (rPET). Mit einer Wasserflasche aus 100 Prozent Rezyklat führten REWE und PENNY Anfang 2019 als erste Lebensmitteleinzelhändler eine Eigenmarken-Getränkeflasche ein, die komplett aus recyceltem Kunststoff besteht – so beispielsweise die 0,75 l-Wasserflasche (still) mit Sportscap der Eigenmarken PENNY Ready und REWE Beste Wahl.

Recycelter Kunststoff für Farbeimer

toom Baumarkt entwickelte in Zusammenarbeit mit Lieferanten und weiteren Partnern Verpackungen, die zu fast 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff hergestellt werden. Schon seit 2011 bieten die Baumärkte Eigenmarken-Farbe in Eimern aus recyceltem Kunststoff an. Im Jahr 2019 umfasste das Sortiment aus Farbeimern aus recyceltem Kunststoff (Procyclen®) 100 Artikel. Im Vergleich zu Verpackungen aus Primärmaterial ist der CO2-Ausstoß bei Gebinden aus Rezyklat um bis zu 50 Prozent reduziert. Seit 2015 hat toom Baumarkt darüber hinaus beispielsweise Farbwannen sowie Eimer und Aufbewahrungsboxen aus recyceltem Kunststoff ins Sortiment aufgenommen und baut sein Angebot an Produkten mit Rezyklatanteil kontinuierlich aus.

bi good: Verpackungen mit höchstmöglichem Recyclinganteil

In Österreich hat die Vertriebslinie BIPA im Jahr 2014 unter dem Namen bi good eine neue Linie für Haushalts- und Pflegeprodukte eingeführt. Die Verpackungen bestehen ausschließlich aus wiederverwertbaren Materialien und haben den aktuell maximal möglichen Recyclinganteil. So werden Flaschen (HDPE oder PET) und Faltschachteln (Papier) aus 100 Prozent und Tuben (PE) aus 60 Prozent Recyclingmaterial hergestellt.

Einsatz alternativer Materialien

Ein weiterer Ansatz, um Verpackungen zu verbessern, ist der Einsatz von Graspapier. Das alternative Verpackungsmaterial besteht zu 40 Prozent aus sonnengetrocknetem Gras und nur zu 60 Prozent aus Holz. Gras ist ein schnell nachwachsender Rohstoff und benötigt bei der Verarbeitung zu Graspellets weniger Wasser und Energie als für die Herstellung von Frischfaser oder Altpapier. Chemie kommt bei der Herstellung der Graspellets gar nicht zum Einsatz. Zudem verursacht die Produktion von Graspapier weniger Treibhausgase als die Herstellung von herkömmlichem Papier aus Frischfaser oder Altpapier. Der Rohstoff für die Graspellets stammt von ungenutzten Ausgleichsflächen aus der näheren Umgebung der Papierfabrik. Damit hat die Grasverpackung eine vergleichsweise gute Ökobilanz.
Derzeit nutzt die REWE Group Verpackungen aus Graspapier zum Beispiel für die PENNY Naturgut Bio Äpfel national, PENNY Naturgut Bio Rispentomaten national und die REWE Bio Birnen regional.

Papierverpackungen optimieren

Die Primärpapierverpackungen der Eigenmarkenprodukte bei REWE und PENNY in Deutschland werden schrittweise komplett auf umweltfreundlichere Alternativen umgestellt. Bis Ende 2020 sollen alle Primärpapierverpackungen auf zertifiziertes Altpapier oder zertifizierte Frischfaser umgestellt werden. Durch die Verwendung von Altpapier wird die Umwelt geschont, da weniger Frischfaser benötigt wird.

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