REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2019

PRO PLANET

Als Handels- und Touristikkonzern sieht die REWE Group ihre zentrale Aufgabe darin, Kunden mit hochwertigen Produkten und Dienstleistungen zu versorgen. Dabei ist es der REWE Group ein Anliegen, dass die Produkte sozial und ökologisch nachhaltiger produziert sind oder höhere Tierwohlstandards erfüllen. Vor diesem Hintergrund hat die REWE Group das PRO PLANET-Label entwickelt. PRO PLANET steht für das Ziel der REWE Group, Produkte nachhaltiger zu gestalten und den nachhaltigen Konsum bei einer breiten Verbrauchergruppe zu fördern. REWE, PENNY und toom Baumarkt kennzeichnen mit dem PRO PLANET-Label Eigenmarkenprodukte, die soziale, ökologische und Aspekte des Tierwohls berücksichtigen. Damit bietet das PRO PLANET-Label eine verlässliche und nachvollziehbare Orientierung beim Einkauf.

GRI FP2: Anteil des Einkaufsvolumens, welches nach anerkannten Standards zertifiziert ist

Das PRO PLANET-Label

Das PRO PLANET-Label wurde im Jahr 2010 entwickelt und ist grundsätzlich für alle Eigenmarkenprodukte der REWE Group anwendbar. Das zehnjährige Jubiläum im Jahr 2020 hat die REWE Group zum Anlass genommen, das Label neu zu gestalten und den Vergabeprozess weiterzuentwickeln. Eine zentrale Rolle dabei spielt der Fachbeirat Nachhaltigkeit.

Grundsätzlich folgt das PRO PLANET-Engagement einem ganzheitlichen Ansatz zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Lieferkette der REWE Group-Eigenmarkenprodukte. Um das Thema Nachhaltigkeit gezielt umzusetzen, arbeitet die REWE Group in Deutschland mit einem sogenannten Due-Diligence-Ansatz. Dieser Managementansatz orientiert sich an einem Leitfaden der OECD, der entwickelt wurde, damit Unternehmen verantwortungsvolle landwirtschaftliche Lieferketten aufbauen. Der Prozess umfasst fünf Stufen: Managementsystem, Risikoanalyse, Strategie, Überprüfung und Berichterstattung. Aus diesem Prozess leitet sich die Strategie der REWE Group ab, wie Eigenmarkenprodukte sozial und ökologisch nachhaltiger produziert werden oder wie sie erhöhten Tierwohlstandards entsprechen. Hierzu werden unter anderem Nachhaltigkeitsaspekte in die Einkaufsprozesse integriert, es wird mit Lieferanten systematisch zusammengearbeitet sowie ein kontinuierlicher Austausch mit relevanten Stakeholdern geführt. Dieses vielfältige und strategische Nachhaltigkeitsengagement der REWE Group ist die Basis für PRO PLANET und die Zusammenarbeit mit dem Fachbeirat Nachhaltigkeit.

Der Fachbeirat Nachhaltigkeit

Der gesamte PRO PLANET-Prozess wird von einem unabhängigen Stakeholdergremium begleitet: Der Fachbeirat Nachhaltigkeit besteht aus unabhängigen Experten und Vertretern von Nichtregierungsorganisationen, die ihr Wissen einbringen und die Freigabe zur Verwendung des PRO PLANET-Labels erteilen. Seine Mitglieder tagen bis zu viermal jährlich für jeweils zwei Tage. Darüber hinaus bindet die REWE Group während des Vergabeprozesses externe Partner mit der jeweils projektspezifisch benötigten Expertise ein. Im Jahr 2019 wurde die Rolle des Beirats weiterentwickelt – so arbeitet er ab sofort mit der REWE Group an der Entwicklung, Bewertung und Umsetzung vieler nachhaltigkeitsrelevanter Maßnahmen für die Vertriebslinien REWE und PENNY in Deutschland. Dies umfasst sowohl die weitere Arbeit im Rahmen des PRO PLANET-Prozesses als auch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie der REWE Group, beispielsweise durch die Einbindung in die Erstellung und Aktualisierung der Leitlinien. Jedem Beiratsmitglied wurde darüber hinaus die Verantwortlichkeit für ein spezifisches Thema zugewiesen.

Mitglieder des Fachbeirats Nachhaltigkeit:

  • Abel, Georg (Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.), Fachbeiratsexperte für Verbraucher
  • Geier, Bernward (COLABORA), Fachbeiratsexperte für Bio
  • Hütz-Adams, Friedel (SÜDWIND e.V.), Fachbeiratsexperte für das Handlungsfeld „Mensch“
  • Klöckner, Kristian (NABU Bundesverband e.V.), Fachbeiratsexperte für das Handlungsfeld „Umwelt“
  • Pöpken, Stefanie (unabhängige Expertin für Tierwohl in der landwirtschaftlichen Tierhaltung), Fachbeiratsexpertin für das Handlungsfeld „Tier“

Der PRO PLANET-Prozess

Der PRO PLANET-Vergabeprozess setzt sich aus folgenden Schritten zusammen:

  1. Analyse- und Strategiecheck:
    Die Nachhaltigkeitsverantwortlichen der REWE Group und der Fachbeirat Nachhaltigkeit recherchieren und analysieren in ihren Fachgebieten Herausforderungen und Maßnahmen in unterschiedlichen Warengruppen und deren Lieferketten. Anschließend werden die Analysen gemeinsam zusammengefasst und aufbereitet. Die Ergebnisse diskutiert die REWE Group dann in einem internen Workshop und leitet daraus Maßnahmen ab. Diese werden dem Fachbeirat Nachhaltigkeit in einer sogenannten Beiratssitzung vorgestellt und gemeinsam wird eine Shortlist mit Maßnahmen abgestimmt.
  2. Konkretisierung von Maßnahmen und PRO PLANET-Anforderungen:
    Die im Analyse- und Strategiecheck erarbeiteten Maßnahmen werden durch den Fachbeirat Nachhaltigkeit, den Nachhaltigkeitsverantwortlichen und den Einkauf der REWE Group konkretisiert. Je nach Herausforderung in der Lieferkette können sie unterschiedliche Aktivitäten umfassen, z.B. den Einkauf zertifizierter Rohware, die Erstellung oder Aktualisierung von (Rohstoff-)Leitlinien, die Definition von Zielen oder die Umsetzung von eigenen Projekten (z.B. ein Biodiversitätsprojekt beim heimischen Obst- und Gemüseanbau oder Schulungsprogramme für Kleinbauernkooperativen in Brasilien). Beim Einkauf zertifizierter Rohware prüft der Fachbeirat Nachhaltigkeit detailliert, ob die Kriterien des jeweiligen Standards (z.B. UTZ/Rainforest Alliance, Fairtrade, Naturland oder EU-Bio) die wesentlichen ökologischen und sozialen Probleme adressieren. Zudem wird ein Vorschlag für Maßnahmen erarbeitet, welche die REWE Group umsetzen muss, damit Warengruppen oder Produkte mit dem PRO PLANET-Label ausgezeichnet werden dürfen. Die Ergebnisse dieser bilateralen Facharbeit zu den Maßnahmen und Anforderungen werden dem gesamten Fachbeirat Nachhaltigkeit anschließend vorgestellt. Daraufhin werden die Maßnahmen in einem fest definierten Strategie- und Budgetprozess der REWE Group verabschiedet.
  3. Umsetzung von Maßnahmen und finale Freigabe durch den Fachbeirat Nachhaltigkeit:
    Die Nachhaltigkeitsverantwortlichen der REWE Group erstellen zu den abgestimmten Maßnahmen und Anforderungen eine verbindliche Projektplanung inkl. Bearbeitungsdauer, Meilensteinen und Zielsetzung. Auf Basis dieser Planung entscheidet der Fachbeirat Nachhaltigkeit final, ob die abgestimmten Maßnahmen und Anforderungen ausreichen, damit Warengruppen oder Produkte ein PRO PLANET-Label erhalten dürfen. Diese Freigabe kann unterjährig an einer beliebigen Beiratssitzung erfolgen. Erfüllen Warengruppen oder Produkte die final abgestimmten Anforderungen, so dürfen sie das PRO PLANET-Label befristet tragen.

Das im Jahr 2020 neu gestaltete PRO PLANET-Label stellt die Erde in den Mittelpunkt. Häufig werden durch die Maßnahmen der REWE Group Herausforderungen aus mehreren Themenkomplexen bearbeitet – je nachdem, welche Problemstellungen sich für Mensch (sozial), Tier (Tierwohl) und Umwelt (ökologisch) aus der Herstellung der Eigenmarkenprodukte ergeben. Der Nachhaltigkeitsbeitrag unterhalb der Weltkugel beschreibt aber immer nur den wichtigsten Beitrag der REWE Group für das jeweilige Produkt bzw. für die jeweilige Warengruppe. Auf der Website www.pro-planet.info können weitere Informationen abgerufen werden.

Entwicklung der PRO PLANET-Produkte

Im Rahmen der Neuausrichtung hat sich die REWE Group ein Ziel zur Entwicklung von PRO PLANET gesetzt: Bis Ende 2025 sollen 25 Prozent der Eigenmarken von REWE und PENNY in Deutschland das PRO PLANET-Label tragen. Um dieses Ziel überwachen zu können, wurde auch die Erfassung der Kennzahlen angepasst – sie bezieht sich nun auf die Bezugsmenge der Produkte und ermöglicht somit ein genaueres Monitoring, als es zuvor (Verkaufswert der Produkte) möglich war. Die Kennzahlen für die letzten drei Jahre wurden entsprechend neu berechnet.

Im Jahr 2019 haben sich die PRO PLANET-Produkte in den einzelnen Warengruppen unterschiedlich entwickelt. Insgesamt ist ein Anstieg der gesamten PRO PLANET-Produkte in Deutschland zu verzeichnen. Der Anteil von PRO PLANET-Produkten an der Bezugsmenge der Eigenmarkenprodukte in Deutschland lag im Jahr 2019 bei zehn Prozent und damit auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr (2018: 10 Prozent).

PRO PLANET-Produkte Deutschland (GRI 102-48)

2017 2018 2019
Anzahl PRO PLANET-Produkte bei REWE und PENNY in Deutschland1 868 872 933
Anteil der PRO PLANET-Produkte an der Bezugsmenge der Eigenmarkenprodukte bei REWE und PENNY in Deutschland1 11 % 10 % 10 %
Anzahl PRO PLANET-Produkte bei toom Baumarkt in Deutschland1 350 298 309
Anteil der PRO PLANET-Produkte an der Bezugsmenge der Eigenmarkenprodukte bei toom Baumarkt in Deutschland1 9 % 10 % 10 %
1 Die Bezugsmenge steht für die Anzahl der Verkaufseinheit der bezogenen Eigenmarkenprodukte.

Im Jahr 2017 wurde der PRO PLANET-Prozess für österreichisches Obst, Gemüse, Eier und Wein überarbeitet. Aufgrund der Ergebnisse der langjährigen Datenerhebungen für zehn Indikatoren (CO2-Fußabdruck, abiotischer Materialeinsatz, biotischer Materialeinsatz, Flächenverbrauch, Wasserverbrauch, Energieverbrauch, Humusbilanz, Phosphorbilanz, Pflanzenschutzintensität und Stickstoffbilanz) konnte ein besonders kritischer Bereich identifiziert werden: der Schutz heimischer Artenvielfalt als grundlegende Voraussetzung für regionale Produkte. Aus diesem Grund wurde die Initiative „Blühendes Österreich“ gegründet. Anstatt mit PRO PLANET werden alle österreichischen Produkte seit 2018 mit dem Label „Blühendes Österreich“ ausgezeichnet, um die Vorteile der regionalen Wertschöpfung gepaart mit Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt besser kommunizieren zu können. Neben Hähnchen-Artikeln waren 2019 daher nur vereinzelte Produkte mit dem PRO PLANET-Label in Österreich erhältlich.

Weitere Themen aus diesem Bereich:

Produktbezogene Risikoanalysen

GRI 102-11

Regionalität

GRI 204-1

Fokusrohstoffe – Food

GRI FP1

Fokusrohstoffe – Non-Food

GRI FP1

Bio

GRI FP2

Verpackungen

GRI 301

Biodiversität

GRI 304

Ökologische Aspekte
in der Lieferkette

GRI 308

Soziale Aspekte
in der Lieferkette

GRI 412, 414

Kundengesundheit und Produktsicherheit

GRI 416

Nachhaltigen Konsum fördern

GRI 417

Tierwohl

FP10

Kinder- und Zwangsarbeit

GRI 408, 409

Haltungsbedingungen

FP10

Ernährung

FP10

Existenzsichernde
Löhne und Einkommen

GRI 414

Wasser

GRI 303