REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2019

Fokusrohstoffe – Food

Insbesondere in den Lieferkettenstufen des Rohstoffanbaus und der Verarbeitung gibt es ökologische Herausforderungen sowie ein erhöhtes Risiko der Missachtung von Arbeits- und Sozialstandards. Sie stehen daher im Fokus der Aktivitäten der REWE Group. Im Rahmen ihrer produktbezogenen Risikoanalyse ermittelte sie folgende kritische Rohstoffe im Food-Bereich: Obst und Gemüse allgemein mit besonderem Fokus auf Bananen und Ananas, Fleisch und Milchprodukte inklusive Futtermitteln für Tiere, Kaffee, Kakao, Orangensaft, Tee, Palmöl und Fisch.

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Jahr 2017 wurde die Strategie Grüne Produkte 2030 verabschiedet, um Nachhaltigkeit noch stärker in die Beschaffungsprozesse zu integrieren. Im Rahmen der Handlungsfelder Mensch, Tier und Umwelt entwickelt das Handels- und Touristikunternehmen wirksame Maßnahmen in der Säule Grüne Produkte, um ökologische und soziale Auswirkungen zu reduzieren. Innerhalb dieser Handlungsfelder spielen die Aktivitäten zu den Fokusrohstoffen im Food-Bereich eine besondere Rolle.

GRI FP1:

Anteil des Einkaufsvolumens, welches in Übereinstimmung mit den Leitlinien des Unternehmens beschafft wurde

Die REWE Group arbeitet kontinuierlich daran, in ihren Lieferketten soziale und ökologische Faktoren sowie Aspekte des Tierwohls zu berücksichtigen. Dabei setzt die REWE Group auf international anerkannte Zertifizierungsstandards, arbeitet gemeinsam mit der Branche in Initiativen, setzt eigene Projekte auf und formuliert eigene Anforderungen im Rahmen ihrer Leitlinien sowie im PRO PLANET-Prozess. Im Folgenden werden die Ansätze für einzelne Rohstoffe vorgestellt.

Obst und Gemüse

Von Lieferanten landwirtschaftlicher Primärprodukte im Obst- und Gemüsebereich verlangt die REWE Group seit 2013, dass sie sich im Rahmenvertrag zur Einhaltung der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) im Rahmen der jeweils geltenden nationalen Gesetzgebung verpflichten. Dazu gehört auch die rechtmäßige Zahlung von mindestens dem geltenden gesetzlichen, tariflichen oder vertraglich vereinbarten Lohn. Beide Anforderungen sind verpflichtend und müssen von den Lieferanten belegt werden können. Die Lieferanten stehen zudem in der Verantwortung, diese Anforderungen auch für ihre Zulieferer sicherzustellen. Alle Erzeuger von Obst- und Gemüseprodukten müssen entsprechend die Einhaltung der oben benannten Anforderungen in Form von externen Audits (zum Beispiel GLOBALG.A.P. Risk Assessment on Social Practice (GRASP), SA8000, Rainforest Alliance, amfori BSCI) belegen. Mit Stichprobenaudits wird die Einhaltung der Anforderungen überprüft.

Neben den sozialen Aspekten in der Obst- und Gemüseproduktion engagiert sich die REWE Group auch für die Minderung der ökologischen Auswirkungen. Dazu zählen die Förderung der Biodiversität durch spezifische Projekte, beispielsweise im Obst- und Gemüseanbau in Deutschland, Vorgaben zum Einsatz von Pestiziden und die Zusammenarbeit mit Standards wie Rainforest Alliance oder Fairtrade.

Bananen und Ananas

Beim Anbau von Bananen und Ananas können negative ökologische und soziale Auswirkungen in den Produktionsländern auftreten. Dazu zählen schlechte Arbeitsbedingungen auf den Obstplantagen, ein hoher Pestizideinsatz und die Schädigung von Ökosystemen. Die REWE Group vertreibt seit Ende 2016 ausschließlich Ananas und Bananen, die zu 100 Prozent aus Rainforest Alliance-zertifiziertem Anbau stammen. Zusätzlich bieten die Vertriebslinien Bio-Ananas, Bio-Bananen und bei PENNY Fairtrade-Bio-Bananen an. Mithilfe eines QR-Codes können die Kunden seit 2019 die Eigenmarken-Bananen von REWE und die Fairtrade-Biohelden-Bananen und die Ananas von PENNY bis zum Erzeugerbetrieb zurückverfolgen. Seit Januar 2020 ist diese Rückverfolgbarkeit auch für die REWE Beste Wahl Ananas möglich.

Anteile der konventionellen Bananen und Ananas aus Rainforest Alliance-zertifiziertem Anbau (REWE Group in Deutschland)

2017 2018 2019
Bananen 100 % 100 % 100 %
Ananas 100 % 100 % 100 %

Palmöl

Zunehmender Palmölanbau führt zu einem Verlust von Torf- und Regenwäldern. Dadurch wird der lokalen Bevölkerung häufig ihre Lebensgrundlage entzogen und Lebensräume für wertvolle Arten gehen verloren. Zudem werden durch die Rodung der Regenwälder große Mengen CO2 freigesetzt.

Vor diesem Hintergrund hat die REWE Group Anfang 2011 mit der Leitlinie für Palmöl- und Palmkernölerzeugnisse das Ziel formuliert, für ihre Eigenmarken ausschließlich Palmöl aus nachhaltigerer Produktion zu verwenden. Um dies zu gewährleisten, setzt die REWE Group vornehmlich auf den Zertifizierungsstandard des Runden Tisches für nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil, RSPO), bei dem sie seit 2011 Mitglied ist. Die REWE Group in Deutschland setzt bereits seit 2013 zu 100 Prozent zertifiziertes Palmöl ein. Die REWE Group in Österreich bezieht seit 2014 ausschließlich zertifiziertes Palmöl und verzichtet bei der Marke Ja! Natürlich seit 2018 gänzlich auf Palmöl.

Anteile der Eigenmarkenprodukte mit zertifizierten Palm(kern)ölerzeugnissen

2017 2018 2019
RSPO-zertifiziertes Palm(kern)öl in Eigenmarkenprodukten (Deutschland) 100 % 100 % 100 %
RSPO-zertifiziertes Palm(kern)öl in Eigenmarkenprodukten (Österreich) 100 % 100 % 100 %

Die Ziele der REWE Group-Leitlinie sind auch Teil einer Selbstverpflichtung, die die REWE Group als Mitglied des Forums Nachhaltiges Palmöl (FONAP) 2015 unterzeichnet hat. Die Mitglieder des FONAP haben sich verpflichtet, ausschließlich nachhaltig zertifiziertes Palmöl, Palmkernöl sowie deren Derivate und Fraktionen in ihren Produkten zu verwenden. Mit den ambitionierten Zielen der Selbstverpflichtung soll die Rückverfolgbarkeit des verwendeten Palmöls unter der Einhaltung definierter Zusatzkriterien langfristig sichergestellt werden. Dazu gehört auch, Palmöl über das anspruchsvolle Handelsmodell Segregation zu beziehen, bei dem RSPO-zertifizierte Ware entlang der gesamten Lieferkette durchgängig von nicht zertifizierter Ware getrennt wird. Unter der Berücksichtigung der individuellen Zielsetzung je Palm(kern)ölerzeugnis erzielte die REWE Group in Deutschland im Jahr 2019 mit allen Eigenmarkenprodukten einen Gesamterfüllungsgrad von 97 Prozent.
Die REWE Group in Deutschland arbeitet gemeinsam mit ihren Lieferanten daran, die letzten Prozente zur Vervollständigung der ambitionierten Ziele der Selbstverpflichtung zu erreichen. Die Anforderungen sind insbesondere für kleinere Lieferanten mit komplexen Lieferkettenstrukturen eine Herausforderung. Einzelne Lieferanten konnten zum Beispiel die Umstellung auf das Handelsmodell Segregation erst sukzessive umsetzen, da die Etablierung separater Warenströme sehr aufwendig ist. Dies gilt insbesondere, wenn ein Lieferant nur eine kleine Menge seiner Gesamtproduktion umstellt. Auch bei der REWE Group in Österreich ist jegliches in den Eigenmarkenprodukten verwendete Palmöl und Palmkernöl RSPO-zertifiziert und wird bis auf wenige Ausnahmen über das Handelsmodell Segregation eingekauft.

Umsetzung von FONAP-Kriterien stärken

Von 2015 bis 2019 war die REWE Group im Vorstand des FONAP vertreten. In den Jahren 2018 und 2019 unterstützte das Handelsunternehmen ein Kooperationsprojekt zwischen dem FONAP und der malaysischen Nichtregierungsorganisation WildAsia. Ziel des Projekts war es, Feedback zur Umsetzbarkeit von FONAP-Zusatzkriterien zu sammeln und ihre Anwendbarkeit gemeinsam mit ausgewählten Kleinbauern in der Region Perak/Westmalaysia zu testen. Bei den Zusatzkriterien handelte es sich um:

  • Stopp des Anbaus auf Torfböden und anderen Flächen mit hohem Kohlenstoffgehalt
  • Stopp der Nutzung hochgefährlicher Pestizide (Konventionen von Rotterdam und Stockholm, WHO 1a und 1b sowie Paraquat)
  • Anwendung strenger Reduktionsziele für Treibhausgase
  • Ausschließliche Verwendung von Ölpalmfrüchten (Fresh Fruit Bunches) aus legalem Anbau
Das Projekt endete im Juli 2019, eine Fortsetzung ist bereits in Planung.

Kakao

Ein Großteil der weltweiten Rohkakaoproduktion stammt aus Westafrika und findet in erster Linie in kleinbäuerlichen Familienbetrieben statt. Die Kakaobauern haben dort mit schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen zu kämpfen und leben mit ihren Familien oft unterhalb der Armutsgrenze. In der Folge fehlen notwendige Investitionsmittel und es herrschen häufig schlechte Arbeitsbedingungen. Dies führt bis hin zu ausbeuterischen Formen der Kinderarbeit (für mehr Informationen siehe Abschnitt Kinder- und Zwangsarbeit). In der Leitlinie für Kakaoerzeugnisse hat die REWE Group das Ziel formuliert, bis Ende 2015 sämtliche Rohkakaomengen für ihre Eigenmarken aus nachhaltigeren Erzeugerstrukturen zu beziehen – sichergestellt durch die Verwendung der Standards Fairtrade, Fairtrade Sourcing Program, Rainforest Alliance und UTZ. Bis zum Ende des Berichtsjahres 2019 wurden für die Eigenmarken von REWE und PENNY 99 Prozent zertifizierter Rohkakao verwendet. Aus diesem Grund hat sich die REWE Group nun zum Ziel gesetzt, die Lücke zum 100-Prozent-Ziel bis Ende 2020 bei den REWE- und PENNY-Eigenmarken in Deutschland zu schließen. Um im Kakaosektor dauerhaft zu einer Verbesserung der lokalen Lebensbedingungen beizutragen, hat sich die REWE Group im Jahr 2018 ein zusätzliches Ziel gesetzt: Bis Ende 2020 sollen 100 Prozent der Schokoladenartikel sowie Instantkakao, Nuss-Nougat-Brotaufstriche und Süßgebäck der Eigenmarken sowie alle Bio-Eigenmarken mit Kakaobestandteilen bei REWE und PENNY in Deutschland auf Fairtrade bzw. das Fairtrade-Kakaoprogramm umgestellt werden. Bei der REWE Group in Österreich war 2019 die gesamte Rohkakaomenge für die Eigenmarken zertifiziert.

Anteile des zertifizierten Kakaos in Eigenmarkenprodukten

2017 2018 2019
Zertifizierte Eigenmarkenprodukte in Deutschland, die Kakao beinhalten, nach Fairtrade, Fairtrade Sourcing Program, Rainforest Alliance oder UTZ 99 % 99 % 99 %
Zertifizierte Eigenmarkenprodukte in Österreich, die Kakao beinhalten, nach Fairtrade, Fairtrade Sourcing Program, Rainforest Alliance oder UTZ 80 % 99 % 100 %
Zertifizierte Eigenmarken-Schokoladenartikel sowie Instantkakao, Nuss-Nougat-Brotaufstriche und Süßgebäck sowie alle Bio-Eigenmarken mit Kakaobestandteilen bei REWE und PENNY in Deutschland nach Fairtrade oder Fairtrade Sourcing Program 65 %

In Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Fairtrade startet die REWE Group ein Projekt für existenzsichernde Einkommen im Kakaosektor: Ab Herbst 2020 werden bei REWE und PENNY Fairtrade-Tafelschokoladen verkauft, deren Lieferkette vollständig rückverfolgbar ist (für mehr Informationen siehe Abschnitt Existenzsichernde Löhne und Einkommen).

Bedingungen verbessern: Forum Nachhaltiger Kakao

Als Gründungsmitglied der Multi-Stakeholder-Initiative Forum Nachhaltiger Kakao unterstützt die REWE Group zusammen mit anderen Unternehmen das Projekt PRO-PLANTEURS. Das in Kooperation mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführte Kakao-Projekt in der Côte d’Ivoire verfolgt das Ziel, kakaoproduzierende Familienbetriebe und ihre Kooperativen zu professionalisieren. Insbesondere Frauen sollen die Möglichkeit erhalten, ihr eigenes Einkommen zu optimieren und eine bessere Nahrungsgrundlage für ihre Familien zu schaffen. Auch soll der Kakaoanbau für junge Kakaobauern wieder attraktiver werden. Eine Einkommenssteigerung und ausgewogenere Ernährung sollen die Lebenssituation der Familien vor Ort verbessern. Seit Projektbeginn 2015 konnte PRO-PLANTEURS auf diese Weise die Lebensbedingungen von 20.000 Kakaobauernfamilien verbessern. So wurden beispielsweise 76 ländliche Beraterinnen ausgebildet, 16 Projekte mit 2.100 Frauen zu einkommenssteigernden Aktivitäten durchgeführt und 5.500 Kakaobauern erhielten Schulungen in guter landwirtschaftlicher Praxis.

Orangensaft

Der Orangenanbau und die Orangensaftproduktion stehen vor vielschichtigen sozialen und ökologischen Herausforderungen. Dazu zählen existenzielle Probleme für Kleinbauern, prekäre Arbeitsbedingungen, der unsachgemäße Umgang mit Pflanzenschutzmitteln und ein hoher Energieverbrauch. Die REWE Group setzt sich für eine nachhaltigere Orangensaftproduktion ein und verfolgt das Ziel, zu einer Verbesserung der sozialen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen in der Orangensafterzeugung beizutragen. Dafür setzt das Unternehmen auf den Einkauf von nachhaltiger produzierten Orangensafterzeugnissen, auf Projekte im Ursprung und einen übergreifenden Branchendialog sowie Transparenz entlang der Lieferkette. Seit dem Frühjahr 2019 bieten sowohl die Eigenmarke REWE Beste Wahl (REWE) als auch Paradiso (PENNY) einen zu 100 Prozent Fairtrade-zertifizierten Orangensaft an, der bis zu den Produzenten-Organisationen rückverfolgbar ist. Mit diesem Orangensaft unterstützt die REWE Group ein Projekt in Brasilien, um die Arbeitsbedingungen vor Ort zu verbessern. Im Jahr 2019 hat die REWE Group eine Leitlinie für Orangensaft veröffentlicht. Darin ist das Ziel formuliert, 100 Prozent der REWE- und PENNY-Eigenmarken auf zertifizierten Orangensaft umzustellen. Dieses Ziel hat die REWE Group bereits Anfang 2020 erreicht und sämtliche gekühlte und ungekühlte Direkt- und Konzentratsäfte auf Fairtrade, Rainforest Alliance oder Bio umgestellt.

In Zukunft sollen Informationen über die Herkunft einzelner Orangensaftprodukte auch für Kunden sichtbar gemacht werden. Außerdem will die REWE Group in der Orangensaft-Lieferkette auf höhere Löhne und Einkommen hinwirken.

Engagement in der Fruchtsaftindustrie: Fruit Juice CSR Platform

Seit Juni 2016 engagiert sich die REWE Group als Mitglied der europäischen Fruit Juice CSR Platform für soziale und ökologische Verbesserungen in den Lieferketten der Fruchtsaftindustrie. Die Plattform unterstützt die europäischen Fruchtsaftproduzenten dabei, Nachhaltigkeitsmaßnahmen in ihre Unternehmensstrategien zu integrieren und so einen langfristigen Beitrag entlang der globalen Wertschöpfungskette von Fruchtsäften für alle Stakeholder zu leisten. Außerdem arbeitet die REWE Group aktiv in einer Arbeitsgruppe zu Orangensaft aus Brasilien mit und ist seit 2017 Mitglied im Steering Committee.

Kaffee

Der Anbau von Kaffee als weltweit gehandeltes Gut ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in vielen Ländern Lateinamerikas, Asiens und Afrikas. Die Erträge der meist kleinbäuerlichen Betriebe sind jedoch oft zu niedrig, um den Kaffeebauern und ihren Familien ein ausreichendes Einkommen zu sichern. Hinzu kommen gesundheitliche und ökologische Risiken durch den unsachgemäßen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Um die Lage der Kaffeebauern zu verbessern, haben sich REWE und PENNY in Deutschland das Ziel gesetzt, ihre Eigenmarken bis Ende 2020 auf 100 Prozent zertifizierten Kaffee umzustellen. Im Jahr 2019 konnte der Anteil des nach UTZ, Rainforest Alliance, Bio oder Fairtrade zertifizierten Kaffees von 71,4 Prozent (2018) auf 100 Prozent gesteigert werden.

Anteile des zertifizierten Eigenmarken-Kaffees

2017 2018 2019
Zertifizierte Kaffee-Eigenmarkenprodukte bei REWE und PENNY (Deutschland) nach UTZ, Rainforest Alliance, Bio oder Fairtrade 69,4 % 71,4 % 100 %

Eine besondere Verbindung: Unterstützung der Kaffeebauern vor Ort

Seit 2009 verbindet die REWE Group eine besondere Partnerschaft mit den Menschen der Fairtrade-Kaffeekooperative Valle de Incahuasi in Peru, in der sie eine gesicherte Abnahme des Kaffees garantiert. Gemeinsam mit der Kooperative führt die REWE Group Maßnahmen und Projekte durch, um dem Klimawandel zu begegnen und das Einkommen der Bauern zu erhöhen. Die Kooperative produziert den REWE Feine Welt Kaffee, der Fairtrade- und Bio-zertifiziert ist. Die Pflanzen werden kontrolliert biologisch angebaut, wodurch das sensible Ökosystem weniger belastet wird. Nach der Ernte werden die Bohnen in der Kooperative verkostet und nach den entsprechenden Kontrollen mit Kleintransportern in die nächstgrößere Stadt Andahuaylas gebracht. Von dort werden sie weiter nach Lima transportiert, um schließlich im Ruhrgebiet geröstet zu werden.

Tee

Der konventionelle Anbau der Teepflanzen erfolgt häufig in Monokulturen und unter einem hohen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Das gefährdet die Artenvielfalt und die Trinkwasserversorgung der Menschen in den Anbaugebieten. Die Arbeiter vor Ort sind zudem mit Herausforderungen wie zu geringen Löhnen, unzureichendem Gesundheitsschutz und mangelnder Arbeitssicherheit konfrontiert. Vor diesem Hintergrund fördert die REWE Group eine nachhaltigere Landwirtschaft in der Teeproduktion und bezieht zertifizierte Ware, die vor allem das Siegel Rainforest Alliance, aber auch Fairtrade und das Bio-Logo trägt.

In Bezug auf die Zertifizierung hat sich die REWE Group das Ziel gesetzt, dass alle Schwarz- und Grünteeartikel zu 100 Prozent zertifizierte Rohware enthalten sollen. Dieses Ziel konnte bereits Ende 2018 erreicht werden. Darüber hinaus sollen alle Kräuter- und Früchteteeartikel (inkl. Rooibostee) bis Ende 2025 zertifiziert sein und mindestens 30 Prozent zertifizierte Rohware enthalten. Es wird angestrebt, den zertifizierten Rohwarenanteil je Artikel kontinuierlich zu erhöhen. Diese Ziele sowie Herausforderungen und Maßnahmen fasst die REWE Group in ihrer Leitlinie für Teeerzeugnisse zusammen, die sie 2019 veröffentlicht hat.

Anteile zertifizierter Teeprodukte/Rohware bei REWE und PENNY

2017 2018 2019
Zertifizierte Schwarz- und Grünteeartikel bei REWE und PENNY in Deutschland nach Rainforest Alliance, Fairtrade oder Bio 100% 100%
Zertifizierte Kräuter- und Früchteteeartikel bei REWE und PENNY in Deutschland nach Rainforest Alliance, Fairtrade oder Bio 57%

Fisch

Der steigende Bedarf an Fisch und Meeresfrüchten führt dazu, dass ein Großteil der weltweiten Fischbestände stark unter Druck steht und zum Teil bereits überfischt ist. Die REWE Group hat sich daher im Rahmen ihrer Leitlinie für Fisch und Meeresfrüchte dazu verpflichtet, bis Ende 2020 100 Prozent zertifizierte Eigenmarkenartikel (MSC, GLOBALG.A.P., ASC, Bio-Zertifizierung) zu beziehen, sofern zertifizierte Ware verfügbar ist. Dieses Ziel bezieht sich auf die Bereiche Tiefkühlung, Convenience, Frische und Konserve.

Anteile nachhaltigerer Eigenmarken-Fischprodukte der REWE Group in Deutschland

2017 2018 2019
Zertifizierte Eigenmarken-Fischprodukte in Deutschland nach MSC, GLOBALG.A.P., ASC oder Bio-Zertifizierung 88 %* 90 %* 96 %
Anteil der Eigenmarken-Fischprodukte mit Tracking-Code 81 % 78 % 78 %

* Die Werte für 2017 und 2018 beinhalten keine Bio-zertifizierten Eigenmarken-Fischprodukte.

Im Sortiment der REWE Group in Österreich sind rund 400 MSC-zertifizierte Fischprodukte bei Eigen- und Industriemarken.

Fleisch

Fleisch ist ein fester Bestandteil heutiger Ernährungsgewohnheiten. Damit stellt die Erzeugung tierischer Produkte einen wesentlichen Zweig der landwirtschaftlichen Produktion dar. Die REWE Group setzt sich für eine artgerechte Tierhaltung ein und arbeitet daran, zusammen mit Geschäftspartnern und Lieferanten verbindliche Standards zu implementieren und den Dialog zwischen allen Partnern zu fördern, um den negativen Auswirkungen mit Blick auf das Tierwohl entgegenzuwirken. In seiner Leitlinie für Tierwohl schreibt das Unternehmen konkrete Maßnahmen und Ziele mit Blick auf einzelne Tierarten fest. Für weitere Informationen siehe Abschnitte Tierwohl und Haltungsbedingungen.

Soja als Futtermittel

In der konventionellen Nutztierhaltung wird für eine ausreichende Eiweißversorgung der Tiere in vielen Fällen auf aus Übersee importierten Sojaschrot zurückgegriffen, der häufig von gentechnisch veränderten Sorten stammt. Die REWE Group hat deswegen in ihrer Leitlinie für Soja als Futtermittel unter anderem die Gentechnikfreiheit von Soja als Anforderung für die Erzeuger von Eigenmarkenprodukten festgelegt. Die Umsetzung dieser Anforderung erfolgt individuell für jede Nutztierspezies. Für den Nachweis der gentechnikfreien Fütterung setzt die REWE Group in Deutschland auf das Siegel des Verbands für Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG). Wie bereits im Vorjahr erhielten das gesamte Frischei-Sortiment sowie die Frisch- und H-Milch der REWE Group in Deutschland im Jahr 2019 das VLOG-Siegel. Bei der REWE Group in Österreich stammt das gesamte Frischei- und Frischmilchsortiment aus gentechnikfreier Fütterung.

Anteile der Produkte mit Siegel des Verbands für Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG)

2017 2018 2019
Frischmilch und H-Milch 99 % 100 % 100 %
Frischei-Sortiment 100 % 100 % 100 %

Da der flächenintensive Soja-Anbau insbesondere in Südamerika drastische Folgen für die Umwelt hat, analysiert die REWE Group kontinuierlich alle Lieferketten mit hohem Soja-Einsatz mit Blick auf die ökologische Bilanz. Als Mitglied des Consumer Goods Forum trägt die REWE Group das Ziel „Entwaldungsfreie Lieferketten bis Ende 2020“ mit. Dafür arbeitet das Handelsunternehmen mit Zertifizierungsorganisationen zusammen und setzt konkrete Projekte in den Ursprungsländern durch. Als Gründungsmitglied des Vereins Donau Soja konnte die REWE Group seit 2015 in Kooperation mit rund 220 Landwirten den Anbau von über 55.000 Tonnen zertifiziert entwaldungsfreiem Soja in der Zupanja-Region in Kroatien fördern.

Für weitere Informationen zum Engagement der REWE Group in Organisationen und Initiativen siehe Abschnitt Initiativen und Mitgliedschaften.

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