REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2019

Arbeitssicherheit und
Gesundheitsmanagement

Sichere Arbeitsplätze und die Förderung der Gesundheit jedes Mitarbeiters nehmen für Unternehmen eine zentrale Rolle ein. Dazu zählt die Vermeidung von Arbeitsunfällen ebenso wie das Angebot von gesundheitlichen Präventionsmaßnahmen. So können längere Ausfälle der Beschäftigten verhindert und die Mitarbeiter geschützt werden. Um die Sicherheit und Gesundheit möglichst effektiv zu gewährleisten, ist es notwendig, diese Aspekte gut in die Unternehmensstrukturen einzubinden.

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Rahmen der Säule Mitarbeiter wurden darüber hinaus fünf Handlungsfelder definiert: Werte und Kultur, Ausbildung und Entwicklung, Gesundheit und Sicherheit, Beruf und Lebensphasen sowie Vielfalt und Chancengleichheit. Mit den Aktivitäten im Handlungsfeld Gesundheit und Sicherheit verfolgt die REWE Group das Ziel, die Arbeitssicherheit sicherzustellen und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu erhalten bzw. zu fördern.

GRI 403: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Managementansatz

Die REWE Group achtet darauf, die jeweils gültigen Gesetze und Standards zum Arbeits- und Gesundheitsschutz einzuhalten, und sorgt für ein sicheres und hygienisches Arbeitsumfeld. Dazu analysiert und kontrolliert das Handelsunternehmen relevante Arbeitsprozesse auf potenzielle Gesundheits- und Sicherheitsrisiken und trifft geeignete Maßnahmen zur Reduzierung von Gefährdungen.

Gesundheitsmanagement
Das Center of Expertise (CoE) Gesundheit & Innovation ist zuständig für das betriebliche Gesundheitsmanagement der REWE Group in Deutschland und engagiert sich ergänzend zum „klassischen“ Arbeits- und Gesundheitsschutz konsequent für die Mitarbeiter. Ein wichtiges Ziel ist es, die Gesundheit der Mitarbeiter nachhaltig zu fördern und auf diese Weise die Gesundheitsquote zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, entwickelt das CoE Gesundheit & Innovation Konzepte und koordiniert Projekte und Angebote für die einzelnen Vertriebslinien und ihre Beschäftigten. Dazu zählen Gesundheitsvorsorge-Screenings, Fit.Netz-Angebote (Bewegungs- und Entspannungskurse), die Initiative LoS! – Lebensphasenorientierte Selbsthilfekompetenz und die innerbetrieblichen Suchtbeauftragten.

Die arbeitsmedizinische Betreuung der REWE Group in Deutschland wird einheitlich durch einen überbetrieblichen Dienstleister für die Vertriebslinien REWE, PENNY, toom Baumarkt und DER Touristik sichergestellt. Der Dienstleister wird auf Basis der gesetzlichen Einsatzzeiten national durch das CoE Gesundheit & Innovation sowie in Abstimmung mit den Verantwortlichen in den Geschäftseinheiten und den Fachkräften für Arbeitssicherheit bedarfsgerecht entsprechend den strategischen Zielsetzungen koordiniert.

Bei der REWE Group in Österreich basiert die Gesundheitsförderung auf drei Bereichen: Körper, Soziales und Geist/Wohlbefinden. Ausgehend von Pilotprojekten im Filialbereich gibt es seit 2010 auch ein Programm für die Mitarbeiter in den Zentralen der Handelsunternehmen. Die Aktivitäten der betrieblichen Gesundheitsförderung orientieren sich dabei an der biopsychosozialen Gesundheit der Mitarbeiter und Führungskräfte und gliedern sich in die Elemente Ergonomie am Arbeitsplatz, Ernährung, Psyche/Entspannung, Sport/Bewegung, Vorsorge und Arbeitszeitflexibilisierung. In diesem Zusammenhang liegt ein Schwerpunkt der REWE Group in Österreich auf der Sensibilisierung der Mitarbeiter für physische und psychische Gesundheitsfaktoren.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Im HR-Service Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz sind alle intern beschäftigten Fachkräfte für Arbeitssicherheit in einer Organisationseinheit zusammengeführt – sie betreuen insbesondere die Gesellschaften von Handel Deutschland, toom Baumarkt, HLS Handel und Lager Service sowie REWE Digital Fulfilment Services als interner Dienstleister entsprechend den gesetzlichen Anforderungen. Eine Koordination der sechs regional aufgestellten und übergreifend betreuenden Teams mit ihren Teamleitern erfolgt dabei national über die leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit. Ein nationaler Koordinator arbeitet an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Arbeitssicherheitsprozesse. Darüber hinaus gibt es einen nationalen Brandschutz- und Gefahrgutbeauftragten.

Unter Berücksichtigung der staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften finden regelmäßige Begehungen der Arbeitsstätten, systematische Analysen von Unfällen, Auswertungen der im Arbeitsschutz eingehenden Berichte von Behörden (wie Bezirksregierung, Gewerbeaufsicht, Amt für Arbeitsschutz oder Berufsgenossenschaft) sowie regelmäßige Abstimmungstermine mit Verantwortlichen wie Vertrieb oder Bauabteilung und Arbeitsschutzausschuss-Sitzungen entsprechend den Führungs- und Verantwortlichkeitsstrukturen in den Geschäftseinheiten auf regionaler oder nationaler Ebene statt. Entscheidend ist zudem, Führungskräfte und Mitarbeiter für Arbeitssicherheit sowie gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen und -prozesse zu sensibilisieren. Im Rahmen eines kontinuierlichen Entwicklungsprozesses werden mögliche Handlungsfelder aufgezeigt, Schwerpunkte regelmäßig überprüft und in Abstimmung weiterentwickelt.

Gefährdungen systematisch erfassen und bewerten

Ein Erfolgsfaktor zur systematischen Erfassung und Beurteilung von Gefährdungen liegt in einer effizienten Gefährdungsbeurteilung. Hierzu wird verstärkt ein System verwendet, das hilft, Gefahrenschwerpunkte zu erfassen, zu bewerten und Vorschläge für geeignete Umsetzungsmaßnahmen zu erarbeiten. Die elektronische Erfassung der Gefährdungen unterstützt die im Arbeitsschutz verantwortlichen Führungskräfte bei ihrer Arbeit in diesem Handlungsfeld. Insbesondere PENNY, toom Baumarkt und REWE Digital Fulfilment Services (sowie die zu diesen Gesellschaften gehörenden Logistikstandorte) setzen das System „Gefährdungsbeurteilung Online“ der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) flächendeckend ein: Mithilfe eines Tablets, Laptops oder am Markt-PC wird eine elektronische Checkliste mit relevanten Aspekten aufgerufen, um mögliche Risiken zu erfassen, zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu entwickeln.


Zur psychischen Gefährdungsbeurteilung werden je nach Geschäftseinheit Mitarbeiterbefragungen und Checklisten hinzugezogen, die so weit wie möglich IT-basiert dokumentiert werden. Außerdem werden mitarbeiterbezogene Instrumente wie Mitarbeiterforen, (Gesundheits-)Zirkel, Arbeitssituationserfassungen und andere moderierte Workshopverfahren zielgruppenspezifisch genutzt.


Ergänzend wurde im Berichtsjahr eine „anlassunabhängige Gefährdungsbeurteilung Mutterschutz“ durchgeführt: In den jeweiligen Gesellschaften wurden Tätigkeitsprofile definiert sowie Gefährdungen – beispielsweise durch Gefahrstoffe oder Arbeitsbedingungen – bewertet. Auf diese Weise können erforderliche Schutzmaßnahmen beschrieben werden, um schwangeren Mitarbeiterinnen im Rahmen der folgenden individuellen Gefährdungsbeurteilung eine Beschäftigung zu ermöglichen. Ist dies nicht möglich, so kann den Schwangeren ein Beschäftigungsverbot zum Schutz ausgesprochen werden.

Als Basisinstrument zur Unterweisung in allen REWE- und PENNY-Märkten sowie in den Verwaltungen existieren seit 2012 E-Learnings zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz, die in regelmäßigen Abständen an die aktuellen Anforderungen angepasst werden – so zuletzt im Mai 2020. Sie werden von allen Mitarbeitern und den Führungskräften (mit einem Zusatzmodul „Verantwortung“) abgeschlossen. Um das Gelernte nachhaltig zu verankern, finden jährliche Wiederholungen statt. Spezielle Themen, insbesondere örtliche Besonderheiten sowie der Einsatz und die Nutzung von Maschinen und Geräten, werden vor Ort regelmäßig durch die Verantwortlichen mit den Nutzern besprochen. Die interaktive Schulungsunterlage „Azupoly“ vermittelt Auszubildenden bei PENNY im Sinne einer Unterweisung das Wissen auf spielerische Weise. Das Programm hat sich mittlerweile zu einem jährlichen Standardprogramm entwickelt, das zwischenzeitlich auch flächendeckend auf andere Vertriebslinien wie REWE und toom Baumarkt übertragen wurde.

In allen Märkten werden zudem die gesetzlich geforderten Brandschutz- und Evakuierungshelfer sowie Ersthelfer ausgebildet. Die Qualifizierung der Brandschutzhelfer erfolgt bei REWE und PENNY durch ein spezifisches E-Learning und wird durch praktische Aspekte wie Löschübungen ergänzt. Die Ausbildung der Ersthelfer führen zertifizierte Anbieter, je nach Möglichkeit in Inhouse-Schulungen oder dezentral, durch.

Die REWE Group in Österreich führt gesetzlich vorgeschriebene Arbeitssicherheitsschulungen durch und überprüft die Betriebsstätten regelmäßig. Darüber hinaus werden kontinuierlich Sicherheitstrainings für Pkw und Lkw umgesetzt. Jeder Mitarbeiter, der einen neuen Firmen-Pkw erhält, muss ein solches Fahrsicherheitstraining absolvieren.

GRI 403-2:

Unfälle, Berufskrankheiten, Ausfalltage und Todesfälle

Die von der REWE Group erhobene Unfallstatistik erfasst die Arbeitsunfälle sowie die damit verbundenen Ausfalltage und ermöglicht eine Auswertung nach Geschlecht und Geschäftsfeld. Die Darstellung erfolgt den BGHW-Statistiken entsprechend als meldepflichtige Unfälle pro 1.000 Full Time Equivalents (FTE, deutsch: Vollzeitäquivalente).

2019 sank die Unfallrate im Vergleich zu 2018 von 46,1 auf 45,3 Unfälle pro 1.000 FTE und liegt damit noch über dem Ziel von 43,5 Unfällen pro 1.000 FTE.

KPI Ziel Status
Unfälle pro 1.000 Full Time Equivalents Bis 2025 die Anzahl der Unfälle pro 1.000 FTE auf 43,5 senken 45,3

Bedauerlicherweise sind die Arbeits- und Wegeunfälle im Berichtszeitraum gestiegen. In sieben Fällen kam es zu tödlichen Unfällen. Auch der Krankenstand innerhalb der REWE Group ist im Berichtszeitraum leicht gestiegen und lag 2019 bei 6,9 Prozent (2018: 6,7 Prozent). Der bezahlte Krankenstand im Berichtszeitraum lag wie im Vorjahr bei 4,5 Prozent.

Seit der Einführung im Jahr 2008 setzt die REWE Group den kassenartenübergreifenden Gesundheitsbericht regelmäßig ein und diskutiert ihn in unterschiedlichen Gremien. Der Gesundheitsbericht umfasst die bei den größten Krankenkassen in der REWE Group gemeldeten Arbeitsunfähigkeiten. Daten zu Berufskrankheiten werden nicht dokumentiert. Erfahrungen zeigen jedoch, dass bei der REWE Group anerkannte Berufskrankheiten nur in einem geringen Umfang zum Tragen kommen.

Raubüberfälle sind in den Märkten der REWE Group – wie im gesamten Einzelhandel – leider nach wie vor ein aktuelles Thema. Die betroffenen Mitarbeiter können sowohl unter körperlichen als auch psychischen Schäden leiden, was zu längeren Ausfallzeiten führen kann. Eine Akutintervention nach traumatischen Ereignissen, das heißt eine professionelle psychologische Beratung, wird in der REWE Group systematisch eingesetzt. Weiterhin gibt es spezielle Unterweisungen zur Prävention von Übergriffen. 2019 wurden 161 von Raubüberfällen betroffene Arbeitnehmer in Deutschland und Österreich gemeldet, 19 weniger als im Vorjahr.

Die REWE Group-Dienstleister sind in der Regel selbstständige dezentrale Vertragspartner, sodass Daten zu Unfallraten, Krankenstand und Todesfällen in Bezug auf externe Dienstleister derzeit nicht erfasst werden.

Unfälle, Raubüberfälle und Todesfälle

Gesamt (Scope NH-Bericht) Deutschland Österreich1
Art Geschlecht 2017 2018 2019 2017 2018 2019 2017 2018 20193
Unfälle pro 1.000 FTE2,3 weiblich 40,7 44,5 42,9 48,7 52,2 45,9 13,9 18,6 32,3
männlich 49,5 49,0 49,5 54,2 53,3 52,4 28,1 28,9 34,9
divers - - 0 - - 0 - - 0
Gesamt 43,8 46,1 45,3 50,7 52,6 52,6 18,2 21,7 33,1
Anzahl verunfallte Mitarbeiter3 (Arbeits- und Wegeunfälle) weiblich 4.035 4.549 4.697 3.718 4.114 3.916 317 435 781
männlich 2.751 2.863 3.143 2.471 2.570 2.780 280 293 363
divers - - 0 - - 0 - - 0
Gesamt 6.786 7.412 7.840 6.189 6.684 6.696 597 728 1.144
Anzahl verunfallte Mitarbeiter (Arbeitsunfälle) weiblich 3.137 3.475 3.334 3.137 3.475 3.334 - - -
männlich 2.166 2.244 2.444 2.166 2.244 2.444 - - -
divers - - 0 - - 0 - - -
Gesamt 5.303 5.719 5.778 5.303 5.719 5.778 - - -
Anzahl verunfallte Mitarbeiter (Wegeunfälle) weiblich 581 639 582 581 639 582 - - -
männlich 305 326 336 305 326 336 - - -
divers - - 0 - - 0 - - -
Gesamt 886 965 918 886 965 918 - - -
Durch Raubüberfälle betroffene Arbeitnehmer weiblich 108 104 94 108 104 94 - - -
männlich 45 65 49 45 65 49 - - -
divers - - 0 - - 0 - - -
Gesamt 165 180 161 153 169 143 12 11 18
Tödliche Unfälle weiblich 1 4 3 1 4 3 - - 0
männlich - 1 4 - 1 2 - - 2
divers - - 0 - - 0 - - 0
Gesamt 1 5 7 1 5 5 - - 2

1 In Österreich ist die Trennung in Arbeits- und Wegeunfälle gesetzlich nicht vorgeschrieben, daher ist diese Trennung in den Systemen auch nicht vorhanden und nicht auswertbar. Es wird für die REWE Group in Österreich nur die Gesamtzahl Unfälle (Arbeits- und Wegeunfälle) angegeben. In der Gesamtsumme Geltungsbereich NH-Bericht fehlen somit in den Spalten Arbeitsunfälle und Wegeunfälle jeweils die Zahlen aus Österreich.

2 FTE = Full Time Equivalent (Vollzeitäquivalent)

3 Der Anstieg der Arbeitsunfälle bei der REWE Group in Österreich ist darauf zurückzuführen, dass alle Angestellten seit 2019 durch die Angleichung von Arbeitern und Angestellten ein eigenes Arbeitsunfall-Abwesenheitskonto haben. Dadurch werden Arbeitsunfälle bei Angestellten nun eindeutig erfasst.

Ausfalltage durch Unfälle

Geschlecht 2017 2018 2019
Gesamt (Scope NH-Bericht)  weiblich 89.237 99.789 116.056
männlich 50.475 54.473 60.853
divers - - 0
Gesamt 139.711 154.262 176.910
Deutschland  weiblich 85.186 93.559 102.311
männlich 45.521 50.155 55.164
divers - - 0
Gesamt 130.706 143.714 157.476
Österreich weiblich 4.051 6.230 13.745
männlich 4.954 4.318 5.689
divers - - 0
Gesamt 9.005 10.548 19.434

Aufgrund von Rundungen kommt es zu Abweichungen bei den Summen.

Krankenstand

2017 2018 2019
Region Geschlecht  % % %
Gesamt (Scope NH-Bericht)  weiblich 6,9 7,3 7,5
männlich 5,5 5,7 5,8
divers - - 0
Gesamt 6,4 6,7 6,9
Deutschland weiblich 7,6 8,0 8,1
männlich 5,8 6,0 6,2
divers - - 0
Gesamt 7,0 7,2 7,4
Österreich  weiblich 4,8 5,1 5,3
männlich 4,2 4,3 4,2
divers - - 0
Gesamt 4,6 4,9 4,9

GRI 403-3:

Maßnahmen zur Förderung besonders gefährdeter Berufsgruppen

Hinweise auf Arbeitnehmer, die aufgrund ihrer Tätigkeit eine hohe Erkrankungsrate oder ‑gefährdung aufweisen, liegen nicht vor.

Gesundheit gezielt fördern und Krankheiten vorbeugen
Um ein gesundheitsbewusstes Verhalten der Mitarbeiter zu fördern, führt die REWE Group verschiedene Projekte durch. Die Präventionskurse des betrieblichen Gesundheitsmanagements in Köln unter dem Namen Fit.Netz weisen eine hohe Teilnehmerzahl auf: In den Jahren 2016 bis 2019 wurden insgesamt 3.820 Kursplätze belegt – davon 1.105 Plätze im Berichtsjahr 2019. Auf Marktebene und in der Logistik liegt ein Fokus auf der Ergonomie am Arbeitsplatz: Wiederkehrende Bewegungsabläufe sowie falsches Heben, Tragen und Stehen verursachen häufig Schmerzen und Ausfalltage. Aus diesem Grund wurden im Berichtszeitraum in vielen Regionen die Ergonomie-Trainings zum Heben und Tragen sowie zur richtigen ergonomischen Einstellung und Gestaltung der Arbeitsplätze, aber beispielsweise auch Aktionstage zum Thema Rückengesundheit durchgeführt. Zudem werden in den Vertriebslinien auf regionaler Ebene vielzählige präventive Angebote gemacht – dazu zählen Sprechstunden zur persönlichen Beratung an allen Verwaltungsstandorten sowie Gesundheitstage, Fitness-Checks, Krebsvorsorge (Hautscreening), Grippeschutzimpfungen, Ernährungs- und Nichtraucherkurse, Massagen am Arbeitsplatz, individuelle Kurse und Workshops oder Online-Coaching-Kurse in Zusammenarbeit mit der DAK Gesundheit. Die Gesundheitsförderung bei toom Baumarkt beinhaltet außerdem Seminare zum Thema „Gesund managen“ und eine Gesundheitsolympiade in einzelnen Baumärkten.

Das Programm bei der REWE Group in Österreich umfasst individuelle Fitness-Einheiten, Beratungen zur Ergonomie am Arbeitsplatz sowie Vorträge zur Stärkung des Gesundheitsbewusstseins. Im Filialbereich werden Vorsorge- und Gesundenuntersuchungen durch eine bezahlte Freistellung für die Zeit der Untersuchung unterstützt. Darüber hinaus werden Schulungen zum richtigen Heben und Tragen sowie ergonomische Gesundheitsschuhe angeboten.

Gemeinsam fit bleiben: „Gemeinsam.topfit“

Mit der Bereitstellung einer Onlineplattform, einer App sowie Printmaterialien, einem E-Learning und einem Film unterstützt die REWE Group ihre Mitarbeiter seit 2019 bei einem gesunden Lebensstil: Von Stressbewältigung über Tipps zur Ernährung bis zu Schrittzähleraktionen können die Beschäftigten im Rahmen von „Gemeinsam.topfit“ verschiedene Angebote wahrnehmen. Neben Video- und Audiokursen, Ernährungstipps, Rezepten und weiteren Inhalten erhalten die Mitarbeiter in einem Job-Info-Modul wertvolle Hinweise zur täglichen Arbeit und zu körperlichen Tätigkeiten wie dem Heben und Tragen von schweren Waren, dem Einräumen von Regalen und dem Sitzen an der Kasse. Im Berichtsjahr wurde die App eingeführt – so nutzen inzwischen mehr als 30.000 Mitarbeiter in Deutschland (REWE, PENNY, toom Baumarkt, DER Touristik) „Gemeinsam.topfit“.

Das Projekt „Voll im Leben – Kenn Dein Limit“ der Vollsortimentsregion Südwest richtet sich mit dem Thema Suchtprävention speziell an Jugendliche und junge Beschäftigte. Aufgrund der sehr guten Resonanz ist das Projekt seit 2014 fester Bestandteil der Ausbildung bei der gesamten REWE Markt GmbH.

Bei toom Baumarkt wird die Gesundheitsförderung dezentral organisiert: In allen Regionen ist eine Suchtberatung mit ausgebildeten Beratern vor Ort implementiert. Außerdem steht allen Mitarbeitern an den Kölner Zentralstandorten eine Sprechstunde zur psychosozialen Beratung zur Verfügung. Für seinen Plattentransportwagen, der das Handling und den Transport von schweren Arbeitsplatten erleichtert, wurde toom Baumarkt 2019 mit dem Präventionspreis der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW), „Die Goldene Hand“, ausgezeichnet.

Weitere Beispiele für das Angebot zur Gesundheitsförderung bei der REWE Group im Berichtsjahr:

  • In den Logistiklagern in der Region Süd werden nach und nach Fitnessräume eingerichtet.
  • In der Region West wurden für Mitarbeiter und Führungskräfte Schulungen zu den Themen „Umgang mit Stress“, „Progressive Muskelentspannung“ und „Gesund managen“ durchgeführt.
  • Bei REWE Südwest wurden Gesundheitstage in Form einer Roadshow sowie Aufklärungskampagnen zu den Themen „Rauchfrei“ und „Infektionen vorbeugen“ sowie Ernährungsseminare für die Auszubildenden durchgeführt.
  • Bei REWE West wurden die Aktionstage „Wegweiser der Gesundheit“ sowie Grippeschutzimpfungen angeboten.
  • REWE Mitte führte Gesundheitstage für Mitarbeiter und Kunden durch.
  • Mitarbeiter von REWE Nord konnten an Nichtraucherkursen teilnehmen.
  • Bei REWE Ost und PENNY Ost wurden die Mitarbeiter zum Thema Ergonomie beraten.
  • Die Mitarbeiter von toom Baumarkt konnten am Firmenlauf B2Run in Köln teilnehmen.
  • Seit Ende 2016 gibt es das JobRad für Mitarbeiter der REWE Group. Das Angebot zum Erwerb eines Dienstfahrrads im Rahmen eines Entgeltumwandlungsmodells wurde seither über 3.900-mal in Anspruch genommen.
  • Auf PENNY LIVE (Radio in den Märkten) geben Fachexperten und Ärzte regelmäßig vor der Marktöffnung Gesundheitstipps für die Mitarbeiter. Auch im Instore-Radio von BILLA, MERKUR und PENNY in Österreich wird das Thema Gesundheit aufgegriffen: Im Rahmen der Sendungen „Fit in den Frühling“ und „Fit in den Herbst“ werden Bewegungs- und Ernährungstipps gegeben.
Zu den Maßnahmen der REWE Group in Österreich zählen die konzernweit verpflichtende Führungskräfte-Akademie mit einem Modulschwerpunkt „Gesundes Führen“ und das BILLA-Burnout-Präventions-Curriculum. Zusätzlich besteht die Möglichkeit eines individuellen Coachings für Führungskräfte sowie eines arbeitspsychologischen Coachings für Mitarbeiter. Für ihr hohes Engagement im Bereich Gesundheitsförderung wurde die REWE Group in Österreich bereits mehrmals mit dem Gütesiegel „Betriebliche Gesundheitsförderung“ ausgezeichnet.

Ansatz für altersgerechtes Arbeiten: „Enable Me 50+“

Bei BILLA in Österreich und in der REWE-Zentrale in Wien startete im Berichtsjahr das Projekt „Enable Me 50+“. Im Rahmen des Forschungsprojekts der Technischen Universität Graz soll ein ganzheitlicher Ansatz für altersgerechte Arbeit bei der REWE Group in Österreich erarbeitet werden. 2019 fanden bereits Workshops mit Filialmitarbeitern zur Erhebung von Hilfsmitteln statt, die den Arbeitsalltag erleichtern. Die Pilotierung des Projekts startete Anfang 2020.

Auch der Umgang mit Stress und psychischen Belastungen spielt bei der Gesundheitsprävention eine wichtige Rolle. Psychische Belastung wirkt sich auf die Beschäftigungsfähigkeit, Motivation und Arbeitsleistung von Beschäftigten teilweise gravierend aus. Aus diesem Grund hat die REWE Group bereits im Jahr 2011 das Projekt „LoS! – Lebensphasenorientierte Selbsthilfekompetenz“ ins Leben gerufen. Inzwischen gibt es über 200 sogenannte „LoS!-Multiplikatoren“, die als kollegiale Erstberater ausgebildet wurden. Sie stehen den Mitarbeitern als Ansprechpartner in kritischen Lebensphasen zur Seite. Zur Unterstützung der ehrenamtlichen Tätigkeit der Multiplikatoren werden regelmäßig neue Handlungshilfen entwickelt.

Wiedereinstieg erleichtern: betriebliches Eingliederungsmanagement
Das betriebliche Eingliederungsmanagement unterstützt Mitarbeiter, die nach längerer Krankheit wieder in den Beruf einsteigen. Es orientiert sich an den gesetzlichen Regelungen und berücksichtigt betriebliche Rahmenbedingungen wie den Standort oder Mitarbeiterstrukturen. Darüber hinaus können alle Mitarbeiter der Region Süd das Netzwerk Reha REWE nutzen – ein Kooperationsprojekt von REWE, der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd, Schwaben und Nordbayern sowie verschiedener Rehabilitationskliniken. Es ermöglicht Mitarbeitern beispielsweise eine gezielte, qualitativ hochwertige und arbeitsplatzbezogene Rehabilitation. In Österreich wurde das betriebliche Eingliederungsmanagement (Wiedereingliederungsteilzeit) 2017 gesetzlich eingeführt.

Weitere Themen aus diesem Bereich:

Beruf und Lebensphasen

GRI 401

Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis

GRI 402

Aus- und Weiterbildung

GRI 404

Vielfalt und Chancengleichheit

GRI 405

Gleichbehandlung

GRI 406