REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2019

Projekte und Förderungen

Als international agierendes Handelsunternehmen trägt die REWE Group auch Verantwortung über das Kerngeschäft hinaus. Mithilfe von starken und langfristigen Partnerschaften sowie engagierten Mitarbeitern setzt das Unternehmen eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte und Maßnahmen um, die der Gesellschaft zugutekommen.

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Rahmen der Säule Gesellschaftliches Engagement wurden darüber hinaus vier Handlungsfelder definiert, um zielgerichtete Maßnahmen zu entwickeln: Bewusste Ernährung und Bewegung, Chancen für Kinder und Jugendliche, Bewusster Umgang mit Lebensmitteln sowie Artenvielfalt und Umweltschutz. Mit der Durchführung von Projekten verfolgt die REWE Group das Ziel, die einzelnen Handlungsfelder voranzutreiben.

GRI 203: Indirekte ökonomische Auswirkungen

Managementansatz

Die REWE Group versteht sich als Good Corporate Citizen – das heißt, sie übernimmt im Rahmen ihrer Möglichkeiten Verantwortung dort, wo sie wirtschaftlich tätig ist und wo Hilfe benötigt wird. Sie engagiert sich besonders für Kinder und Jugendliche und setzt sich für eine gesunde Ernährung und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln ein (siehe dazu auch Abschnitt Gesellschaftliches Engagement).

GRI 203-1:

Infrastrukturinvestitionen und geförderte Dienstleistungen

Die REWE Group fördert Investitionen in Infrastruktur und Dienstleistungen an ihren Standorten sowie in Destinationen und Ländern, in denen besondere Unterstützung dringend erforderlich ist. Sehr viele Projekte im Bereich des gesellschaftlichen Engagements werden von den selbständigen Kaufleuten im Umfeld der Märkte umgesetzt. Diese machen einen Großteil aller Projekte aus und leisten daher einen bedeutenden Beitrag zum Engagement.
Einen Schwerpunkt legt die REWE Group auf langfristige Partnerschaften mit gemeinnützigen Organisationen. Ein weiterer Fokus liegt darauf, den Zugang zu Bildung zu verbessern, etwa durch den Bau von Schulen und die Unterstützung von Bildungseinrichtungen. Im Folgenden werden ausgewählte Projekte aus dem Berichtszeitraum vorgestellt.

Unterstützung der Tafeln

Die REWE Group gehört seit 1996 zu den Hauptunterstützern der bundesweit mehr als 940 lokalen Tafeln. Zudem ist sie seit vielen Jahren Sponsor zahlreicher Veranstaltungen der Tafel Deutschland e.V. Im Jahr 2019 unterstützte die REWE Group das Bundestafeltreffen in Köln, das Bürgerfest „Lange Tafel“ und den Tafeltag. Seit 2009 können Kunden die Tafeln im Rahmen der jährlichen Aktion „Gemeinsam Teller füllen!“ mit dem Kauf einer sogenannten Tafeltüte unterstützen. Dabei werden Lebensmittel zur Verfügung gestellt, die aufgrund ihrer langen Haltbarkeit eher selten gespendet werden, wie zum Beispiel Nudeln, Reis, Schokolade oder Marmelade. Im November 2019 konnten die Kunden in den REWE-Märkten und beim REWE Lieferservice in einem Zeitraum von zwei Wochen Tafeltüten im Wert von fünf Euro spenden. In diesem Rahmen gingen rund 480.000 Spendentüten mit einem Wert von 2,42 Millionen Euro an die Tafel. Die Vertriebslinie REWE spendete davon 40.000 Tüten.

Unterstützung von Kranken und Pflegebedürftigen

Seit 2004 unterstützt die REWE-Region Ost das Kinderhospiz Tambach-Dietharz. Durch Spenden, Tombolas, Wettbewerbe und weitere Aktionen konnte die REWE Group bisher rund 1,5 Millionen Euro an das Hospiz übergeben. Auf diese Weise wurden alleine 2019 200 Familien unterstützt und die kranken Kinder konnten positive Zeit mit ihren Familien verbringen.

Ergänzend dazu engagiert sich die REWE-Region Süd seit 2015 für die KlinikClowns Bayern e.V.: REWE Süd bietet Produkte mit dem Logo der KlinikClowns an. Für jedes verkaufte Produkt gehen 20 bzw. 30 Cent als Spende an den gemeinnützigen Verein. So konnte seit Beginn der Aktion bereits ein Betrag von 160.000 Euro gespendet werden. Damit macht REWE Süd zahlreiche Clownbesuche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen möglich: 2019 haben die KlinikClowns insgesamt 95.000 Kindern, Jugendlichen und Senioren eine Freude bereitet.

Hilfe für Obdachlose

Um Obdachlosen eine Hilfestellung bei ihrem Weg zurück in die Gesellschaft zu bieten, stellt ihnen der Verein Little Home Köln e.V. mobile Mini-Häuser und somit einen geschützten Wohnraum zur Verfügung. toom Baumarkt unterstützt den Verein unter anderem durch die Bereitstellung des benötigten Baumaterials für die „Little Homes“. Im ersten Kooperationsjahr 2019 konnten so bereits 15 Mini-Häuser gebaut werden.

Gemeinsam für Haiti

Seit dem schweren Erdbeben im Jahr 2010 engagiert sich die REWE Group in Kooperation mit der Kindernothilfe in Haiti für einen besseren Zugang zu Bildung für Kinder und Jugendliche. Durch die Unterstützung der REWE Group und das starke Engagement der Mitarbeiter kam bisher eine Spendensumme von über vier Millionen Euro zusammen. Das Geld kam vor allem dem Wiederaufbau der zerstörten Schule Collège Véréna in einem Armenviertel von Port-au-Prince zugute, in die rund 1.500 Kinder gehen können. Darüber hinaus werden seit 2015 verschiedene Bildungsprojekte für Restavèk-Kinder – Kinder aus ländlichen Regionen, die von ihren armen Familien als Arbeitskräfte zu Gastfamilien in die Stadt geschickt wurden – unterstützt, um ihnen eine schulische Grundausbildung zu ermöglichen. Ein Stipendienprogramm der REWE Group ermöglicht seit 2016 besonders bedürftigen Absolventen des Collège Véréna sowie Restavèk-Kindern eine Berufsausbildung oder ein Studium. 2019 wurden zusätzlich Spendengelder zur Unterstützung von Schülern und Lehrern eingesetzt, die infolge der politischen Unruhen in Haiti zu Schaden gekommen waren.

Die DER Touristik Foundation

Die DER Touristik Foundation wurde 2014 als gemeinnütziger Verein von der DER Touristik ins Leben gerufen. Damit bekennt sich die DER Touristik als international agierender Reisekonzern zu ihrer sozialen Verantwortung gegenüber den Menschen und der Natur in den Reiseländern. Anspruch ist es, die Kraft des Tourismus zu nutzen, um die Vielfalt unserer Erde zu schützen und die wirtschaftliche Entwicklung in den gastgebenden Ländern zu fördern. Mit der DER Touristik Foundation wird das gesellschaftliche Engagement der DER Touristik über die Geschäftstätigkeit hinaus gebündelt und sichergestellt, dass die Förderprojekte wirksam und nachhaltig unterstützt werden.

Die DER Touristik Foundation setzt sich dafür ein, die sozialen und wirtschaftlichen Lebensumstände der Menschen und die ökologischen Lebensräume in weniger entwickelten touristischen Regionen weltweit zu fördern und zu schützen. Bildungsmaßnahmen sollen Zukunftsperspektiven schaffen und die Menschen vor Ort befähigen, Armut und Ungleichheit zu verringern, zu Wachstum und Wohlstand beizutragen und sich für den Erhalt von Natur und Tierwelt einzusetzen.

Seit 2014 hat die DER Touristik Foundation den Bau und die Renovierung von mehr als 50 Schulen in 21 Ländern auf fünf Kontinenten vorangetrieben. Alleine im Jahr 2019 konnten mithilfe der Spendengelder insgesamt sechs Schulbauprojekte in Afrika (Tansania (zwei Schulen), Namibia, Südafrika) und Asien (Kambodscha, Sri Lanka) umgesetzt werden. Durch diese Unterstützung erhalten benachteiligte Kinder und Jugendliche Zugang zu Bildung und damit erhöhte Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben.

Smiling Gecko: Bildungsprojekt in Kambodscha

Seit 2014 setzt die Organisation Smiling Gecko e.V. ein ganzheitliches Bildungsprojekt (inkl. eigener Betriebe) in Kambodscha um – mit dem Ziel, jungen Menschen auf dem Land in den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus und Gastronomie, Handwerk und Produktion sowie in Schulen eine nachhaltige Zukunftsperspektive zu geben. Die DER Touristik Foundation unterstützt das Projekt seit 2019 durch die Förderung der Ausbildung von zehn jungen Kambodschanern im touristischen Bereich: Durch eine Schul- und Berufsausbildung und die Mitarbeit in einer Lodge, dem Smiling Gecko Farmhouse, werden sie für eine Tätigkeit in der Küche, im Service oder Housekeeping qualifiziert. So haben sie gute Chancen, eine Arbeitsstelle zu finden, und können den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien selbst verdienen.

Regionales Entwicklungsprojekt in Tansania

Die DER Touristik Foundation unterstützt seit 2016 verschiedene Entwicklungsprojekte in Tansania, die der Bevölkerung im Simanjiro-Distrikt südlich des Kilimandscharo zugutekommen. Neben dem Bau und der Ausstattung verschiedener Schulen konnte durch das Engagement unter anderem ein Massai-Frauen-Seminarzentrum aufgebaut werden. Es dient der Stärkung von Frauen in ihrer Rolle in der Massai-Kultur durch Seminare zu Alphabetisierung, Hygiene, Erziehung, Handwerk, Umwelt und Naturschutz.

Den Start in eine bessere Zukunft verspricht das gemeinsam von Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, des Upendo e.V. und örtlicher Organisationen realisierte Handwerkerzentrum in Tansania. Die neue Bildungseinrichtung wurde 2019 eröffnet und vermittelt 25 Schulabgängern durch die Ausbildung zum Maurer eine Perspektive. Im Rahmen einer dualen Ausbildung werden handwerkliche Kompetenzen und praktische Erfahrung vermittelt. Damit erhalten die Jugendlichen eine Jobchance in ihrer Region, womit auch die wirtschaftliche Entwicklung des Distrikts gefördert wird. Im Oktober 2019 wurde das Handwerkerzentrum an die tansanische Berufsausbildungsbehörde VETA übergeben.

Durch die Nähe zu den angrenzenden Nationalparks, wie dem Tarangire-Nationalpark, kommt dem Natur- und Artenschutz ebenfalls eine wichtige Bedeutung in dieser Region zu. Seit 2017 fördert die DER Touristik Foundation das Umweltbildungsprogramm „Living in Harmony with Nature“ an verschiedenen Sekundarschulen im Simanjiro-Distrikt. Langfristiges Ziel ist es, bei den Jugendlichen ein stärkeres Bewusstsein für die Bedeutung der Wildtiere und den Erhalt der natürlichen Ressourcen zu schaffen und damit die Folgen des Tier-Mensch-Konflikts zu reduzieren.

Care Center in Kleinmond, Südafrika

Der Bau des Jugendzentrums für Kinder und Jugendliche aus dem Township Kleinmond bei Kapstadt in Südafrika wurde Ende 2019 durch die Unterstützung der DER Touristik Foundation abgeschlossen. Seit Anfang 2020 bekommen Kinder und Jugendliche dort ein Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfeunterricht, können Sport treiben, erhalten bei Bedarf eine Drogenberatung und psychologische Betreuung und werden in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit unterstützt. Das Jugendzentrum bietet eine Nachmittagsbetreuung für rund 30 Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren. So soll ihre Zukunftsperspektive verbessert werden.

Schutz von Meeressäugern in Griechenland

Die DER Touristik Foundation setzt sich seit 2019 in einem weltweit einzigartigen Pionierprojekt für den Schutz und Erhalt von Meeressäugern ein. Robben, Schildkröten und Delfine, die aus Gefangenschaft kommen oder verletzt sind, sollen in diesem Meeresschutzgebiet künftig artgerecht gehalten werden. Zur Errichtung des Schutzgebiets unterstützt die DER Touristik Foundation den Aufbau einer Tierklinik und eines Besucherzentrums für die lokale Bevölkerung und Touristen.

Sanitäre Versorgung und Hygiene in Indien

Die REWE Far East Ltd. ist sich ihrer Verantwortung als Beschaffungsorganisation der REWE Group bewusst und unterstützt seit Januar 2017 das „Water, Sanitation and Hygiene“-Projekt – kurz WASH – von Save the Children in Indien. Die unzureichende Versorgung mit Trinkwasser, mangelnde sanitäre Anlagen und nahezu keine Hygieneaufklärung gehören zu den Hauptursachen für die hohe Kindersterblichkeit in den informellen Siedlungen marginalisierter Bevölkerungsgruppen in Delhi. Unzureichender Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung führt außerdem zu verminderten Bildungschancen, Ernährungsunsicherheit und geringerem Einkommen der Familien aufgrund von krankheitsbedingten Ausfallzeiten. Eine Verbesserung der sanitären Grundversorgung und der Hygienesituation, wie beispielsweise das regelmäßige Händewaschen mit Seife, reduziert die Anzahl von tödlich verlaufenden Durchfallerkrankungen bereits um zwei Drittel.

Ziel des Projekts ist es, Kindern und ihren Familien in Delhi den Zugang zu sanitärer Infrastruktur und sauberem Trinkwasser zu ermöglichen sowie gleichzeitig über Hygienemaßnahmen aufzuklären. In Grundschulen und Zentren des integrierten Kinderentwicklungsprogramms der indischen Regierung (Integrated Child Development Services – ICDS) wird Kindern der richtige Umgang mit Hygiene und Wasser vermittelt – zum Beispiel das Händewaschen vor dem Essen und nach dem Toilettengang. Zudem werden sanitäre Anlagen inklusive Toiletten und Waschbecken errichtet beziehungsweise instand gesetzt.

Das Projekt ist in drei Slumgebieten, in zwölf ICDS-Zentren sowie in fünf Grundschulen in Süd-Delhi implementiert. Durch zusätzliche Schulungen werden weitere 40 Grundschulen und ICDS-Zentren einbezogen. Neben dem Toilettenkomplex wurden „Wasser-Geldautomaten“ installiert, in denen sauberes und gefiltertes Wasser für ein Fünftel des normalen Preises gekauft werden kann. Darüber hinaus werden Solarmodule installiert, um den Toilettenkomplex nachhaltig mit Strom zu versorgen.

Bis Dezember 2019 konnten REWE Far East und Save the Children innerhalb der ersten drei Jahre des Projekts 6.482 Kinder und Erwachsene direkt erreichen. Um die Nachhaltigkeit des Projekts sicherzustellen und ein hohes Maß an Eigenverantwortung zu gewährleisten, sind die Community-Mitglieder eng in die Identifikation, Planung, Organisation und Durchführung von Projektaktivitäten eingebunden. Darüber hinaus werden die im Rahmen des Projekts errichteten und sanierten Toilettenanlagen an die Gemeinden, die während des Projekts bezüglich ihrer Verwaltung und Wartung geschult werden, übergeben.

GRI 203-2:

Erhebliche indirekte ökonomische Auswirkungen

In ihren Märkten und Reisebüros beschäftigt die REWE Group national sowie international insgesamt rund 363.000 Mitarbeiter. Durch die Eröffnung neuer Märkte profitieren die Gemeinden zudem von Infrastrukturinvestitionen, Steuern und Abgaben sowie von den vielfältigen sozialen Aktionen der Mitarbeiter, Marktleiter und selbstständigen Kaufleute. Die REWE Group gibt so wichtige Impulse für die Entwicklung und Förderung der Regionen, in denen die Märkte ansässig sind. Darüber hinaus engagiert sich die REWE Group aktiv für Kinder und Jugendliche und legt einen Schwerpunkt auf Themen, die mit ihrer Geschäftstätigkeit verbunden sind.

Gesunde Ernährung und Bewegung
Seit 2000 unterstützt die REWE Group als Gründungs- und Vorstandsmitglied den Verein „5 am Tag“ bei dem Ziel, den Verzehr von Obst und Gemüse auf fünf Portionen am Tag zu steigern und eine gesunde Ernährung von Kindern zu fördern. Für einen gesunden Lebensstil bei Kindern verteilt REWE zudem jährlich Schultüten an Erstklässler. Sie enthalten unter anderem Obst und Gemüse sowie kindgerecht aufbereitete Informationen zur Ernährung.

Mit der Power Kiste gesund in den Tag

Mit der Tafel Deutschland e.V. und weiteren Partnern stellt REWE teilnehmenden Schulen sogenannte Power Kisten mit wechselnden und von Ernährungsexperten ausgewählten Lebensmitteln für die Zubereitung eines Frühstücks in der Klassengemeinschaft zur Verfügung. So soll Kindern ein gesunder Start in den Tag ermöglicht werden. Ende 2019 erhielten 15 Schulen und damit knapp 1.700 Kinder von Montag bis Freitag täglich die Power Kiste. Im gesamten Schuljahr 2018/19 wurden so über 330.000 Frühstücke zur Verfügung gestellt. Seit Projektstart 2009 erhielten insgesamt 55 Schulen und damit 11.500 Kinder über 1,5 Millionen Frühstücke. Unterstützt wird das Projekt durch Spenden unter anderem von Chiquita, Danone, Ehrmann, FrieslandCampina, Mondelez, Nestlé, Unilever, Zentis und den zur REWE Group gehörenden Produktionsbetrieben Glocken Bäckerei und Wilhelm Brandenburg.

In einigen Regionen Deutschlands fördert REWE außerdem Ernährungsworkshops, die durch den Anbieter expika durchgeführt werden. Ziel der Workshops ist es, Kinder in Kindertageseinrichtungen zu motivieren und sie darin zu unterstützen, spielerisch etwas über gesunde Ernährung zu lernen. Dafür werden die neuen Medien in der täglichen Bildungsarbeit genutzt. Die Workshops fanden 2019 bereits im zehnten Jahr statt. Seit 2009 haben knapp 240.000 Kinder teilgenommen, im Berichtsjahr waren es über 18.000 Kinder.

Chancen für Kinder und Jugendliche
Die REWE Group engagiert sich seit Langem gezielt für Projekte, die die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fördern. Ein wichtiger Ansatz ist dabei die Unterstützung von Freiwilligen, die Wissen und Erfahrung im direkten Kontakt weitergeben.

Als Wirtschaftspartner Erfahrungen teilen: Lernen macht Schule

Durch die Bildungs- und Integrationsinitiative „Lernen macht Schule“ lernen Kinder sozial benachteiligter Familien und Studenten der Wirtschaftsuniversität Wien mit- und voneinander. Rund 120 Lernbuddies der Universität betreuen jedes Semester etwa 220 Kinder und Jugendliche in Caritas-Einrichtungen. Durch die Stärkung der Persönlichkeit und einen intensiven Austausch profitieren beide Seiten. Die REWE Group in Österreich fungiert als Wirtschaftspartner und präsentiert sich als attraktiver Arbeitgeber.

Als weiteres Mentoringprojekt setzt die REWE Group das Patenschaftsprogramm EHRENSACHE in Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation Joblinge um, die Praktika und Einstiegsqualifizierungen an sozial benachteiligte Jugendliche vermittelt.

Schüler schauen hinter die Kulissen bei PENNY

Seit 2018 unterstützt PENNY als Sponsor den Bundeswettbewerb „Bestes Junior Unternehmen 2020“ der IW JUNIOR, ein Tochterunternehmen des Instituts der deutschen Wirtschaft. Im Rahmen der Kooperation mit IW JUNIOR bot die Vertriebslinie 2019 erstmals Schülern die Möglichkeit, beim „Innovation Camp“ Einblicke in die Arbeitsthemen bei PENNY zu erhalten, diese mitzugestalten und dabei Wirtschaft hautnah zu erleben. In Workshops erarbeiteten die Schüler innovative Lösungen zu Fragestellungen aus den Bereichen Arbeitgebermarkenbildung und Social Media Marketing.

Inklusive Spielplätze dank „Stück zum Glück“

Um die motorische und soziale Entwicklung schon im frühen Kindesalter zu fördern, unterstützt REWE gemeinsam mit Aktion Mensch und Procter & Gamble die Errichtung inklusiver Spielplätze. Seit April 2018 fließt mit jedem Kauf eines Procter & Gamble-Produkts eine Spende von einem Cent in die Aktion „Stück zum Glück“. Mit dem Geld werden neue inklusive Spielplätze gebaut und bestehende erweitert. So konnten bis Ende 2019 bereits 18 Spielplätze in ganz Deutschland gebaut oder erweitert werden. Die Projektpartner haben sich entschieden, das Projekt vorzeitig bis 2024 zu verlängern.

Deutschland und Österreich spenden durch Aufrunden

Die Vertriebslinie PENNY ist im November 2018 mit dem Förderpenny gestartet. Kunden können an der Kasse auf den nächsten Zehn-Cent-Betrag aufrunden – die Summe wird anschließend an Organisationen gespendet, die sich für die Kinder- und Jugendförderung in der Nachbarschaft engagieren. Im ersten Jahr des Förderpennys kam eine Spendensumme von knapp 335.000 Euro zusammen. Sie kommt den Gewinnern des PENNY Förderkorbs zugute.

Im Rahmen von „Aufrunden“ engagiert sich die REWE Group in Österreich mit den Handelsfirmen BILLA, MERKUR, BIPA und PENNY. Dank der langjährigen Unterstützung der Kunden konnte bis Ende 2019 eine Spendensumme von über einer Million Euro gespendet werden. Gefördert werden Projekte der Caritas, darunter Lerncafés, spezielle Bildungsprogramme oder Mutter-Kind-Häuser.

PENNY-Förderkorb unterstützt lokale Kinder- und Jugendförderung

Mit dem PENNY-Förderkorb unterstützt die Vertriebslinie PENNY seit 2015 lokale gemeinnützige Organisationen, die sich in der Kinder- und Jugendförderung engagieren. 2019 vergab PENNY Fördergelder in Höhe von 265.000 Euro an insgesamt 108 Gewinner in 36 Nachbarschaftsregionen. Aus über 500 Bewerbern wählten regionale Jurys zunächst drei Förderkorb-Sieger pro Nachbarschaftsregion aus, die ein Preisgeld in Höhe von je 2.222,22 Euro erhielten. Und auch die Kunden haben die Möglichkeit, für eine Organisation aus ihrer Nachbarschaft abzustimmen. Diejenigen Organisationen mit den meisten Stimmen erhalten für ein Jahr lang die Spenden aus der Initiative Förderpenny. Zusätzlich wurden aus allen Erstplatzierten drei Bundespreisträger bestimmt, die Preisgelder in Höhe von insgesamt 25.000 Euro erhielten. In diesem Jahr wurden erstmals zwei erste Bundespreise vergeben – und zwar an die Jugend-Onlineberatung da-sein.de der Stiftung Hospizdienst Oldenburg und an das Bildungsangebot „livingroom - help youth grow e.V“. Drittplatzierter wurde der Verein Respekt e.V.

REWE vergibt Spenden und Sachprämien an Vereine und Organisationen

Die Vertriebslinie REWE unterstützte 2019 lokale Vereine und Organisationen im Rahmen von zwei Initiativen: An den Pfandautomaten vieler Märkte werden Spenden für verschiedene Organisationen gesammelt – zwischen Juli 2019 und Mai 2020 sind auf diese Weise knapp 635.000 Euro1 zusammengekommen. Im Rahmen der strategischen Partnerschaft mit Aktion Mensch werden REWE-Märkte bei der Suche nach dem passenden Spendenpartner unterstützt. Außerdem führte REWE 2019 die Aktion „Scheine für Vereine“ durch: Beim Einkauf erhielten REWE-Kunden sogenannte Vereinsscheine, die per App einem Sportverein zugeordnet werden konnten. Abhängig von der gesammelten Anzahl dieser Scheine erhielten die Vereine Sachprämien. So wurden über 55.000 Vereine durch 48 Millionen Scheine mit Prämien im Gesamtwert von 13 Millionen Euro unterstützt. Damit leistete REWE gemeinsam mit den Kunden einen Beitrag zur wichtigen Arbeit der Sportvereine in Deutschland, die meist auf private Spenden angewiesen sind, um beispielsweise ein Tor zu reparieren oder die Ausrüstung zu ersetzen.

1 Bei dieser Kennzahl wurde bisher nur ein Teil der Märkte erfasst – das Tracking wird stetig ausgebaut.

Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe

Seit 2014 kooperiert toom Baumarkt mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Ziel ist es, im lebendigen Austausch miteinander Barrieren abzubauen und Kunden die Themen Inklusion und Vielfalt näherzubringen. Zu diesem Zweck unterhalten 40 toom Baumärkte im gesamten Bundesgebiet Partnerschaften mit Einrichtungen der Lebenshilfe in ihrer Stadt oder Region. Das Engagement setzt sich aus folgenden Projektschwerpunkten zusammen:

  • Lokale Aktionen an den toom Baumärkten – etwa gemeinsamer Verkauf von Weihnachtsbäumen
  • Veröffentlichung der Broschüre „Selbermachen leicht gemacht“ zu drei beliebten Heimwerkerthemen in Leichter Sprache (Auflage 2019: 400)
  • Werkstattaußenplätze für Menschen mit Behinderung im toom Baumarkt
Ein besonderer Fokus liegt auf der Inklusion von Arbeitnehmern. So hat toom Baumarkt bereits in 17 Märkten ausgelagerte Arbeitsplätze von Lebenshilfe-Werkstätten eingerichtet.

Bewusster Umgang mit Lebensmitteln
Die REWE Group ist bestrebt, Lebensmittelverschwendung auf ein Minimum zu reduzieren. Dafür engagiert sie sich in den vorgelagerten Erzeugerstufen und in den eigenen Märkten. Moderne Prognosesysteme und automatisierte Bestellverfahren, unterstützt durch die kaufmännische Erfahrung der Mitarbeiter, ermöglichen schon heute eine sehr gute und bedarfsgerechte Versorgung der Märkte mit frischer Ware. Kurze Transportwege zwischen Lagerstandorten und den Märkten, eine lückenlose Kühlung von der Herstellung bis ins Regal, aber auch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter tragen dazu bei, die Verlustquoten auf ein Minimum zu reduzieren. Mittlerweile verkaufen PENNY und REWE im Jahresdurchschnitt bis zu 99 Prozent ihrer Lebensmittel. Das Gros des verbleibenden Prozents stellt REWE bereits seit 1996 und PENNY seit 2007 kostenlos den bundesweit über 940 lokalen Tafel-Initiativen zur Verfügung. Das gilt für Lebensmittel, die nicht mehr verkauft, aber dennoch bedenkenlos verzehrt werden können. Ergänzend dazu arbeitet PENNY in ausgewählten Städten mit dem Verein foodsharing e.V. zusammen.

Seit Ende 2019 ist die REWE Group mit den Vertriebslinien REWE und PENNY Mitglied des „Nationalen Dialogforums Lebensmittelverschwendung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und unterstützt die nationale Strategie zur Reduktion der Lebensmittelverschwendung. Damit signalisiert das Unternehmen sein Bestreben, zum weltweiten Ziel, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 um 50 Prozent zu verringern, beizutragen. Im Rahmen des Dialogforums werden Maßnahmen zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung entwickelt.

Außerdem engagiert sich die REWE Group als Projektpartner von „Tafel macht Zukunft – gemeinsam digital“. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensmittelrettung durch die Tafeln mit digitalen Lösungen zu vereinfachen, um zukünftig noch mehr Nahrungsmittel vor dem Müll zu retten und an Bedürftige weiterzugeben.

„Kostbares retten“: PENNY macht auf Lebensmittelverluste aufmerksam

Da ein Großteil der Lebensmittelverluste bei den Verbrauchern anfällt, setzt die REWE Group auf Information und Aufklärung ihrer Kunden. Die Vertriebslinie PENNY engagiert sich seit Jahren zu diesem Thema. Neben eigenen Aktivitäten – zum Beispiel der Optimierung der Bestellprozesse und der Zusammenarbeit mit den Tafeln – liegt der Fokus darauf, Verbraucher zu sensibilisieren, beispielsweise mit Tipps zur optimalen Lagerung von Lebensmitteln und zur kreativen Resteverwertung. Seit März 2019 werden ausgewählte Eigenmarkenprodukte wie Joghurt, Sahne und Butter im Rahmen der Kampagne „Kostbares retten“ mit dem Hinweis „Riechen. Probieren. Genießen.“ in direkter Nähe zum Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet. Der Aufdruck fordert dazu auf, sich nicht allein auf das Mindesthaltbarkeitsdatum zu verlassen. Damit will PENNY zeigen, dass Lebensmittel mit dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht automatisch weggeworfen werden müssen – der Verzehr ist bei entsprechender Lagerung auch danach meist unbedenklich möglich. Produkte mit kurzer Haltbarkeit tragen außerdem einen Rabattsticker: Verbraucher erhalten beim Kauf von Waren mit kurzer Haltbarkeit einen Preisnachlass von 30 Prozent. Für diese Initiative wurde PENNY mit dem Bundespreis „Zu gut für die Tonne“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft in der Kategorie Handel ausgezeichnet.

In deutschen Hotels entstehen 200.000 Tonnen Lebensmittelabfälle pro Jahr, von denen ein Großteil vermeidbar wäre. Um diesen Zustand zu verbessern, hat sich die DER Touristik an dem Projekt „Vermeidung von Lebensmittelverschwendung in Hotels“ beteiligt. Gemeinsam mit der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris e.V. und der Organisation United Against Waste e.V. wurden über ein Jahr lang Untersuchungen in ausgewählten Hotels in Griechenland, in der Türkei und in Italien durchgeführt. Auf diese Weise konnten praktische Maßnahmen gegen die Lebensmittelverschwendung entwickelt und umgesetzt werden.

Food-Waste-Vermeidung auf Rhodos

Eines der Projekthotels war das lti Asterias Beach Resort auf Rhodos, das zur DER Touristik gehört. Mithilfe eines Abfall-Analyse-Tools wurden die Mengen der Lebensmittelabfälle über mehrere Wochen systematisch gemessen und auf dieser Grundlage Einsparpotenziale ermittelt und Maßnahmen entwickelt. Größte Herausforderung dabei stellte das in allen teilnehmenden Hotels übliche „All you can eat“-Konzept dar, welches zu überdurchschnittlich hohen Tellerrückläufen führt. Seit 2017 wird im lti Asterias das neue Konzept zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen umgesetzt. So wurde beispielsweise für das À-la-carte-Restaurant ein Vorbestellsystem eingeführt. Gäste können ihre Speisewünsche zur besseren Planung einen Tag vorher angeben. Und auch die Einführung von mehr „Live Cooking“ und eines modularen Buffet-Konzepts erwies sich als sehr erfolgreich. Die Portionen können dadurch besser bemessen werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sensibilisierung der Gäste für das Thema. Vor allem die aufgestellten Informationen über Lebensmittel aus der Region, welche etwa 70 Prozent der verarbeiteten Speisen ausmachen, und lokale Spezialitäten führten zu einem bewussteren Umgang mit dem Essen.

Kontrollmessungen in Oktober 2019 ergaben, dass durch diese Maßnahmen Lebensmittelabfälle um durchschnittlich 25 Prozent reduziert werden konnten. Darüber hinaus können auf diese Weise in einem Hotel rund 400 Kilogramm Lebensmittelabfälle pro Woche eingespart werden.

Seit 2018 weitet die DER Touristik das Konzept auf weitere eigene Hotels aus. Unter anderem sollen Mitarbeiter aus dem Food & Beverage-Bereich zum nachhaltigen Speiseangebot und zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen geschult werden. Das Hotel lti Bellevue Park in Tunesien machte mit einem Sensibilisierungsworkshop den Anfang.

Artenvielfalt und Umweltschutz
Im Rahmen des gemeinnützigen Vereins „DER Touristik Foundation e.V.“ fördert die DER Touristik das Projekt „Chilis gegen Elefanten“. Der „Wildtier-Mensch-Konflikt“ wird durch die steigende Bevölkerungszahl und die Migration der Bevölkerung an die Grenzen von Naturschutzgebieten zunehmend zum Problem. Häufig zerstören Elefanten Jahresernten ganzer Dörfer und werden deswegen nicht selten getötet. Mithilfe einer Sensibilisierungskampagne soll das Bewusstsein der Bevölkerung in Tansania hinsichtlich der Förderung des ökologischen Lebensraums und der Artenvielfalt gestärkt werden. Für den Konflikt mit Elefanten gibt es eine simple Lösung: Sie haben einen stark ausgeprägten Geruchssinn und meiden Chilipflanzen. Durch eine Einzäunung der Agrarwirtschaftsflächen mit sogenannten Chili-Zäunen können rund 75 Prozent der ursprünglichen Schäden vermieden werden. Die einheimische Bevölkerung erhält Schulungen zum Anbau und Erhalt der Chili-Zäune. Das in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern Upendo e.V. und PAMS Foundation durchgeführte Projekt kommt Tier und Mensch zugute und kann den Konflikt um den Lebensraum entschärfen.

Weitere Projekte zum Engagement der REWE Group im Handlungsfeld Artenvielfalt und Umweltschutz werden im Abschnitt Biodiversität beschrieben.

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Kinderschutz

GRI 413