REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2018

Wesentlichkeitsanalyse

Vom Lebensmitteleinzelhandel über Baumärkte bis zur Touristik – die REWE Group ist mit ihren Geschäfts- und Tätigkeitsfeldern breit aufgestellt. Ebenso vielfältig sind auch die potenziell wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte, die das Unternehmen betreffen können. Neben anderen Instrumenten wie beispielsweise produktbezogenen Risikoanalysen ist die Wesentlichkeitsanalyse eine Methode, mit der die REWE Group wesentliche Themen identifiziert und Schwerpunkte bei der Maßnahmenentwicklung setzt. Dabei spielen insbesondere die Einschätzung der internen und externen Stakeholder sowie die Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf Mensch, Tier und Umwelt eine bedeutende Rolle.

GRI 102-46:

Vorgehen zur Bestimmung des Berichtsinhalts und der Abgrenzung der Themen

Um sich veränderten Gegebenheiten anzupassen, hat die REWE Group ihre Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2018 aktualisiert. Die Ergebnisse der vorangegangenen Analyse aus dem Jahr 2014 bildeten hierbei die Basis. Im Rahmen eines internen Workshops prüften Verantwortliche aus allen Geschäftsfeldern der REWE Group die ursprünglich 38 Nachhaltigkeitsthemen auf Aktualität, Relevanz, fehlende Schwerpunkte und im Hinblick auf positive wie negative Auswirkungen. Hierfür wurden Benchmarks durchgeführt und die Themenliste mit den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) abgeglichen. Im Ergebnis ergab dies eine Liste von 18 Nachhaltigkeitsthemen.

Neben diesen 18 Themen hat die REWE Group fünf weitere Themen definiert. Diese wurden jedoch im Rahmen der Analyse nicht weiter zur Diskussion gestellt, da sie übergeordnete Managementkonzepte betreffen, die für die Geschäftstätigkeit der REWE Group besonders relevant sind, oder das Unternehmen aufgrund der Anforderungen der GRI hierzu Informationen offenlegen muss:

  • Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung
  • Integrität und Compliance
  • Faire Geschäftsbeziehungen
  • Dialog
  • Ökonomische Performance

In einem zweiten Schritt führte die REWE Group eine onlinebasierte Konsumenten- und Mitarbeiterbefragung durch. Insgesamt 4.772 Stakeholder in Deutschland und Österreich* schätzten die zuvor konsolidierten 18 Themen nach ihrer Relevanz ein. Im Ergebnis bewerteten die Befragten die Themen Umweltfreundlichere Verpackung, Klimaschutz, Tierwohl, Faire Arbeitsbedingungen und Ökologische Aspekte in der Lieferkette als besonders relevant für die REWE Group. Im Vergleich zur letzten Stakeholderbefragung aus dem Jahr 2014 haben die Themen Umweltfreundlichere Verpackung und Ökologische Aspekte in der Lieferkette deutlich an Relevanz zugenommen. Um die Erwartungshaltung der Stakeholder abzufragen, wurde das Querschnittsthema Digitalisierung und Nachhaltigkeit neu im Berichtsjahr aufgenommen. Im Ergebnis war es in Relation zu den anderen Themen von deutlich geringerer Relevanz für die Stakeholder. Aus diesem Grund wurde kein eigenes Berichtskapitel erstellt. Die REWE Group verfolgt jedoch weiterhin die internen und externen Anforderungen, die sich aus diesem Querschnittsthema für die verschiedenen Bereiche ergeben.

Zusätzlich zu der Priorisierung der 18 Themen hatten die Befragten die Möglichkeit, ihre konkreten Erwartungen zu ihrem „Top-Thema“ offen zu äußern. In Bezug auf Umweltfreundlichere Verpackung nannte ein Großteil der Befragten die Reduktion/Vermeidung von Plastik (insbesondere bei Obst und Gemüse) und den Einsatz von Kunststoffalternativen. Das Thema Klimaschutz sahen die Befragten als Querschnittsthema und erwarten von der REWE Group, dass Klimaschutz eine Grundlage bei allen Entscheidungen darstellt. Vor allem kurze Lieferwege sind für eine große Gruppe der Befragten ein wichtiger Faktor. Eine artgerechte Haltung sowie den Verzicht auf Massentierhaltung und Billigfleisch erwartet ein Großteil der Befragten bezüglich des Themas Tierwohl.

Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse fließen neben anderen Informationen in das jährliche Review der Nachhaltigkeitsstrategie ein (für weitere Informationen siehe Abschnitt Nachhaltigkeitsstrategie).

Relevanz aus Sicht der internen und externen Stakeholder

Die 17 durch die Wesentlichkeitsanalyse ermittelten Nachhaltigkeitsthemen wurden abschließend durch das Top-Management bestätigt und als wesentlich definiert.

* Anzahl der Teilnehmer an der Konsumenten- und Mitarbeiterbefragung nach Gruppen: 3.299 Deutschland (extern), 636 Deutschland (intern), 505 Österreich (extern), 332 Österreich (intern). Für die Berechnung des Gesamtergebnisses wurden die Gruppen gewichtet.

GRI 102-47:

Liste der wesentlichen Themen

Themen der Wesentlichkeitsanalyse Zugeordnete GRI-Themen
Grüne Produkte
Bewusste Ernährung:
Zum Beispiel Ausbau nachhaltigerer Sortimente (bspw. größerer Produktanteil mit Nachhaltigkeitslabels und -zertifizierungen, Produkte mit weniger Zucker), Ernährungstipps für eine vielfältigere oder gesündere Ernährung
Gesunde und erschwingliche Lebensmittel (FP)
Engagement im Bereich Artenvielfalt und Umweltschutz:
Zum Beispiel Förderung von Projekten für Umweltschutz und für den Erhalt der biologischen Vielfalt
Biodiversität (GRI 304)
Ökologische Aspekte in der Lieferkette:
Zum Beispiel Berücksichtigung ökologischer Aspekte in der Lieferkette/beim Wareneinkauf durch die REWE Group (bspw. Reduktion von Pestiziden und Chemikalien zum Schutz der biologischen Vielfalt), Angebot von Bio- und Regionalartikeln oder Produkten mit zertifizierten Rohstoffen
Umweltbewertung der Lieferanten (GRI 308)
Soziale Aspekte in der Lieferkette:
Zum Beispiel Berücksichtigung von sozialen Aspekten in der Lieferkette/beim Wareneinkauf durch die REWE Group (bspw. im Hinblick auf Menschenrechte, Vermeidung von Zwangs- und Kinderarbeit, Fairtrade-Produkte)
Soziale Bewertung der Lieferanten (GRI 414), Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte (GRI 412)
Tierwohl:
Zum Beispiel Einhaltung und Verbesserung von Tierschutzstandards (bspw. mehr Platz für Tiere, keine Kastration von Schweinen ohne Betäubung, keine Schnäbel kürzen), Schutz von Tierrechten an den Reisedestinationen
Tierwohl (FP10)
Transparenz für Kunden:
Zum Beispiel Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen (bspw. verständliche Angabe zu Nährwerten und Haltungsbedingungen, Rückverfolgbarkeit, Nachhaltigkeitssiegel und -labels bei Produkten und Reisen)
Nachhaltigen Konsum fördern (GRI 417)
Umweltfreundlichere Verpackung:
Zum Beispiel Vermeidung, Verringerung und Verbesserung von Verpackungen (bspw. durch plastikfreie oder unverpackte Ware, Mehrwegverpackungen, keine Plastiktüten, Wiederverwertung von Verpackungen)
Materialien (GRI 301)
Energie, Klima und Umwelt
Betriebliche Ressourcenschonung:
Zum Beispiel Energieeffizienz (bspw. LED-Beleuchtung und effiziente Kühlgeräte in den Märkten), nachhaltigeres Bauen (bspw. Märkte nach dem Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), Hotels), Reduktion des Wasserverbrauchs, konsequentes Abfallmanagement
Materialien (GRI 301), Green Building (RG1)
Klimaschutz:
Zum Beispiel Vermeidung von CO2-Emissionen und anderen Treibhausgasemissionen (bspw. durch Energieeinsparungen, erneuerbare Energien, klimaschonende Kältemittel bei Kühlanlagen)
Emissionen (GRI 305)
Nachhaltigere Logistik:
Zum Beispiel optimierte Routenplanung, optimale Fahrzeugnutzung (Fahrzeugauslastung), Modernisierung des eigenen Fuhrparks
Energie (GRI 302), Emissionen (GRI 305)
Mitarbeiter
Arbeitssicherheit und Gesundheit:
Zum Beispiel Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten (bspw. durch Präventionsmaßnahmen bei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten), Erhalt der Gesundheit (z.B. durch Sport- und Entspannungsangebote)
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (GRI 403)
Aus- und Weiterbildung:
Zum Beispiel vielfältige Einstiegs- und Ausbildungsmöglichkeiten, regelmäßige Weiterbildungen, regelmäßige Feedback- und Entwicklungsmöglichkeiten
Aus- und Weiterbildung (GRI 404)
Beruf und Lebensphasen:
Zum Beispiel Sicherstellung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Privatleben (bspw. flexible Arbeitsmodelle wie: Homeoffice, Teilzeit, Gleitzeit, Pflege- bzw. Familienpflegezeiten, Sabbaticals), Unterstützung bei der Wiedereingliederung
Beschäftigung (GRI 401)
Faire Arbeitsbedingungen:
Zum Beispiel Sicherstellung und Messung der Mitarbeiterzufriedenheit, faire Löhne, Recht auf Mitbestimmung
Beschäftigung (GRI 401), Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis (GRI 402)
Vielfalt und Chancengleichheit:
Zum Beispiel Einstellung, Entlohnung und Entwicklungsmöglichkeiten (Chancengleichheit) von Mitarbeitern unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Behinderung, Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung, Alter oder sexueller Orientierung, Sensibilisierung von Mitarbeitern bzgl. Antidiskriminierung
Diversität und Chancengleichheit (GRI 405), Diskriminierungsfreiheit (GRI 406)
Gesellschaftliches Engagement
Engagement im Bereich Gesundheit und Bewegung:
Zum Beispiel Verbraucheraufklärung zu ausgewogener Ernährung, Unterstützung von Projekten zur Förderung von Gesundheit und Bewegung (bspw. an Kindergärten und Hochschulen)
Indirekte ökonomische Auswirkungen (GRI 203)
Unterstützung von Bedürftigen:
Zum Beispiel Unterstützung von Kindern, Jugendlichen, Flüchtlingen und älteren Menschen
Lokale Gemeinschaften (GRI 413)
Unternehmensführung
Dialog Allgemeine Angaben (GRI 102)
Faire Geschäftsbeziehungen Wettbewerbswidriges Verhalten (GRI 206)
Integrität und Compliance
  • Korruptionsbekämpfung (GRI 205)
  • Politische Einflussnahme (GRI 415)
  • Sozioökonomische Compliance (GRI 419)
  • Schutz der Kundendaten (GRI 418)
Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung Allgemeine Angaben (GRI 102)
Ökonomische Performance Wirtschaftliche Leistung (GRI 201)

GRI 102-49:

Änderungen bei der Berichterstattung

Siehe Bestimmung des Berichtsinhalts und Themenabgrenzung.

Weitere Themen aus diesem Bereich:

REWE Group Porträt

GRI 102-1 – 102-7, 102-10

Mitarbeiter­struktur

GRI 102-8, 102-41

Lieferkette

GRI 102-9

Risikomanagement

GRI 102-11

Brancheninitiativen und Mitgliedschaften

GRI 102-12, 102-13

Grundsätze und Leitlinien

GRI 102-16, 102-17

Nachhaltig­keits­strategie

GRI 102-18 – 102-21

Stakeholder­dialog

GRI 102-40, 102-42 – 102-44

Wesentlichkeitsanalyse

GRI 102-45 – 102-47, 102-49

Berichtsprofil

GRI 102-48, 102-50 – 102-56

Wirtschaftliche Leistung

GRI 201

Compliance

GRI 205, 206, 307, 419

Zusammenarbeit mit Politik

GRI 415

Datenschutz

GRI 418