REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2018

Stakeholderdialog

Als Handels- und Touristikunternehmen mit täglich vielen Millionen Kundenkontakten hat die REWE Group eine besondere Chance, aber auch eine Verantwortung, Nachhaltigkeit in seine Geschäftstätigkeit zu integrieren. Wichtige Impulse gibt der direkte und persönliche Austausch mit verschiedenen Anspruchsgruppen, bei denen sich die REWE Group beispielsweise auf Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen oder im Rahmen von Vorträgen auch als Impulsgeber versteht und ihre Erfahrungen mit der Umsetzung von Nachhaltigkeit in die Diskussion einbringt. Auf diese Weise können Erfahrungen ausgetauscht und ein für alle Seiten gewinnbringender Diskurs geführt werden.

GRI 102-40: Liste der Stakeholder-Gruppen

GRI 102-42: Ermittlung und Auswahl der Stakeholder

GRI 102-43: Ansatz für die Einbindung von Stakeholdern

GRI 102-44: Wichtige Themen und hervorgebrachte Anliegen

Ansatz der REWE Group

Die für die REWE Group relevanten Stakeholdergruppen wurden im Rahmen der 2008 erarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie festgelegt. Durch den intensiven Austausch, beispielsweise bei den REWE Group-Dialogforen, den Nachhaltigkeitswochen, im Fachbeirat Nachhaltigkeit oder bei Stakeholderbefragungen, wird die Zusammenarbeit regelmäßig neu justiert. Zu den wesentlichen Stakeholdergruppen, mit denen das Unternehmen im Austausch steht, zählen Lieferanten, Konsumenten, Geschäftspartner, Politik, Behörden, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen (NGOs), aber auch die eigenen Mitarbeiter, der Betriebsrat, Führungskräfte und die selbstständigen Kaufleute. In den Jahren 2015 und 2016 hat die REWE Group ein Stakeholdermapping durchgeführt, um das Feld aktuell relevanter NGOs in den Bereichen Soziales, Umwelt, Verbraucher, Tierschutz, Klimaschutz, Bewusste Ernährung und Notfallhilfe zu erfassen. Dieses Mapping ist weiterhin zutreffend – die Ergebnisse fließen in die Planung der Stakeholderkommunikation ein.

Stakeholder Art der Einbindung
Kunden Online-Plattform Utopia.de, Social Media
Nachhaltigkeitswochen
Umfragen zur Kundenzufriedenheit
Marktforschung
Kundenservice
Point of Sale Aktionen
Mitarbeiter Dialogforen
Betriebsrat
Interne Kommunikation
Mitarbeiterbefragung
Nachhaltigkeitswochen
Selbstständige Kaufleute Dialogforen
Gemeinsame Projekte
Gemeinsame Gremien
Lieferanten Dialogforen
Kommunikation der Leitlinien
Gemeinsame Projekte
Geschäftspartner Kommunikation der Leitlinien
Politik Dialogforen
Mitgliedschaft in Verbänden
Büros in Berlin und Brüssel
NGOs Dialogforen
Kontinuierlicher Austausch
Fachbeirat Nachhaltigkeit
Strategische Partnerschaft mit dem NABU (seit 2015)
Gemeinsame Projekte
Beantwortung von Befragungen
Wissenschaft Dialogforen
Kooperation mit Hochschulen
Durchführung von Studien
Medien Dialogforen
Beantwortung von Journalistenanfragen
Blogger-Events (u.a. Produzentenbesuche)
Nachhaltigkeitswochen

Formate des Stakeholderdialogs

Der institutionalisierte Dialog mit den Anspruchsgruppen und die Kommunikation mit den Leit- und Fachmedien werden von der Abteilung Corporate Responsibility und den Nachhaltigkeits- und Kommunikationsabteilungen der Vertriebslinien verantwortet. Seit 2010 organisiert die REWE Group mit ihren Dialogforen einen persönlichen, offenen und kritischen Austausch mit Anspruchsgruppen. Die REWE Group führt in unterschiedlichen Formaten sowohl größere Dialogveranstaltungen mit bis zu 250 Teilnehmern als auch kleinere themenspezifische Fachdialoge durch. Fachexperten der REWE Group stehen darüber hinaus mit den jeweiligen themenspezifischen Fachstakeholdern in Hintergrundgesprächen und institutionalisierten Dialogen im Austausch – zum Beispiel im Rahmen von Runden Tischen, Arbeitsgruppen oder Foren. Ebenso nehmen die Fachexperten der REWE Group als Redner und Podiumsdiskutanten an Dialogveranstaltungen teil, um ihre Erfahrungen mit der Umsetzung von Nachhaltigkeit weiterzugeben und um im konstruktiven Dialog fachliche Informationen auszutauschen.

Ende des Berichtsjahres 2018 führte die REWE Group eine Aktualisierung ihrer Wesentlichkeitsanalyse durch. Hier erhielten Stakeholder die Möglichkeit, ihre Erwartungen an das Unternehmen zu äußern. Auf diese Weise kann die REWE Group ihr Handeln stärker auf die Anforderungen ihrer Stakeholder ausrichten (für mehr Informationen siehe Abschnitt Wesentlichkeitsanalyse).

Ein wichtiges Organ des Stakeholderdialogs ist auch der Fachbeirat Nachhaltigkeit, der die REWE Group bei ihren Aktivitäten zur nachhaltigeren Sortimentsgestaltung als fachlicher und technischer Berater unterstützt und in Kommunikationsfragen hinzugezogen wird (siehe dazu auch Abschnitt PRO PLANET). Im Jahr 2018 hat sich die Rolle des bisherigen PRO PLANET-Beirats verändert und weiterentwickelt. Als Fachbeirat Nachhaltigkeit, der aus fünf unabhängigen NGO-Experten besteht, ist der Beirat eingebunden in die Entwicklung, Bewertung und Umsetzung aller nachhaltigkeitsrelevanten Maßnahmen der Abteilung Nachhaltigkeit Ware für die Vertriebslinien REWE und PENNY in Deutschland. Dies umfasst sowohl die weitere Arbeit im Rahmen des PRO PLANET-Prozesses als auch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie der REWE Group, z.B. durch die Einbindung in die Erstellung und Aktualisierung der Leitlinien.

Strategische Partnerschaft mit dem NABU

Im Jahr 2015 hat die REWE Group mit dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) eine strategische Partnerschaft abgeschlossen und damit die seit 2009 bestehende Zusammenarbeit intensiviert. Dazu wurde die gemeinsame Projektarbeit zu Biodiversität aus der Zusammenarbeit zu PRO PLANET ausgeweitet und konkrete Themenkomplexe der Zusammenarbeit wie Meeresschutz, Verpackungen, Waldschutz und Papier, Ressourcenschonung und die Förderung der biologischen Vielfalt vereinbart. In Arbeitsgruppen und Strategieworkshops erarbeiten der NABU und die REWE Group Roadmaps für die Erreichung von gemeinsam festgelegten Nachhaltigkeitszielen. Ein wesentlicher Bestandteil der Partnerschaft ist der konstruktive und kritische Austausch, der sowohl auf Arbeitsebene als auch auf Ebene des Vorstands und Präsidenten von REWE Group und NABU stattfindet. So ist der NABU sowohl ein wichtiger Impulsgeber für die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie als auch ein langjähriger Partner bei der Umsetzung von Projekten.

Kunden- und Mitarbeiterkommunikation

Die Vertriebslinien übernehmen die Kundenansprache, indem sie beispielsweise in wöchentlichen Handzetteln, in den Reisekatalogen, auf ihren Internetseiten, in ihren Märkten oder im Rahmen der Nachhaltigkeitswochen über das Thema Nachhaltigkeit informieren. Die Nachhaltigkeitswochen finden jährlich statt und stärken mit ihren individuellen Maßnahmen das Bewusstsein der Verbraucher für umwelt- und sozialverträglichere Produkte (für weitere Informationen siehe auch Abschnitt Nachhaltigen Konsum fördern).

Zusätzlich werden die Mitarbeiter informiert, sensibilisiert und begeistert, denn sie bilden die Schnittstelle zu Kunden und Lieferanten und sind damit – auch als wichtige Ansprechpartner zu Nachhaltigkeitsfragen – ein bedeutender Faktor in der Differenzierung gegenüber Wettbewerbern. Um diesen Ansatz weiter zu stärken, wurde das Konzept des Nachhaltigkeitsbotschafters entwickelt. Ziel ist es, die Nachhaltigkeitsthemen mithilfe von Botschaftern in die Märkte zu tragen. Sie entwickeln eigene Ideen und begeistern Kunden und andere Mitarbeiter für Nachhaltigkeit. So stehen die Botschafter für Fragen ihrer Kunden und Kollegen zur Verfügung und können vor Ort zeigen, dass Nachhaltigkeit sinnvoll und positiv ist.

Alle Mitarbeiter der REWE-Märkte konnten seit 2018 an einem eigens entwickelten E-Learning teilnehmen, das spielerisch kundenrelevante Inhalte zu den vier Säulen der Nachhaltigkeitsstrategie von REWE vermittelt. Das Programm wurde mit dem eLearning-AWARD 2019 des eLearning Journals ausgezeichnet.

Auszubildende der PENNY-Märkte konnten sich im Berichtsjahr 2018 am Food-Waste-Ideenwettbewerb beteiligen. Gefragt waren kreative Tipps und Tricks zur Weitergabe an die Kunden. Der Wettbewerb bettet sich in das langjährige Engagement von PENNY gegen Lebensmittelverschwendung ein. In dessen Rahmen werden Kunden mittels Broschüren aufgeklärt und erhalten beispielsweise aufgedruckte Lagertipps für Obst und Gemüse und frische Backwaren auf den Knotenbeuteln und Papiertüten. Für weitere Informationen siehe Abschnitt Gesellschaftliches Engagement.

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