REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2018

Haltungsbedingungen

Die Nutztierhaltung ist ein wesentlicher Zweig der landwirtschaftlichen Produktion. Für das Wohlbefinden der Nutztiere sind die Haltungsbedingungen entscheidend. Diese sind im Idealfall an die natürlichen Bedürfnisse der Tiere angepasst. In heutigen Produktionssystemen ist dies jedoch häufig nicht der Fall, da die Wirtschaftlichkeit in den Vordergrund gerückt ist und somit die Nutztiere den Haltungssystemen angepasst wurden. Um die Tierhaltung in den intensiven konventionellen Haltungssystemen überhaupt erst zu ermöglichen, werden routinemäßige Eingriffe am Tier durchgeführt. Das Kupieren des Ringelschwanzes bei Ferkeln ist hierfür ein Beispiel.

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Jahr 2017 wurde die Strategie Grüne Produkte 2030 verabschiedet, um Nachhaltigkeit noch stärker in die Beschaffungsprozesse zu integrieren. Im Rahmen der Handlungsfelder Fairness, Tierwohl und Ressourcenschonung entwickelt das Handels- und Touristikunternehmen wirksame Maßnahmen in der Säule Grüne Produkte, um ökologische und soziale Auswirkungen zu reduzieren. Innerhalb des Handlungsfelds Tierwohl spielt die Haltung der Tiere eine besondere Rolle.

Kennzeichnung der Haltungsbedingungen

Die REWE Group setzt sich verstärkt für die Einhaltung und Verbesserung von Tierschutzstandards ein. Dazu zählt auch eine verbraucherfreundliche und informative Kennzeichnung der Frischfleischprodukte: Im Jahr 2018 haben REWE und PENNY in Deutschland ein Vier-Stufen-Modell zur Kennzeichnung eingeführt. Anschließend entschlossen sie sich gemeinsam mit weiteren Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels dazu, ihre Kennzeichnungen zu vereinheitlichen. Seit dem 1. April 2019 führen die in der Initiative Tierwohl engagierten Unternehmen verpackte Produkte schrittweise mit der Kennzeichnung durch das System „Haltungsform“ ein. Es gibt Verbrauchern auf der Produktverpackung einen Überblick darüber, wie die Tiere, von denen das Fleisch des jeweiligen Produkts stammt, gehalten wurden. Das System besteht aus vier Stufen und ordnet bestehende Qualitäts-, Tierwohl- und Biosiegel für Schweine, Geflügel und Rinder in diese Stufen ein:

Stufe 1: Stallhaltung
Diese Haltungsform entspricht den gesetzlichen Anforderungen bzw. dem QS- oder einem vergleichbaren Standard.

Stufe 2: Stallhaltung Plus
Die Tiere werden mit höheren Tierwohlstandards wie etwa mindestens zehn Prozent mehr Platz im Stall und zusätzlichem Beschäftigungsmaterial gehalten.

Stufe 3: Außenklima
Diese Haltungsform bietet den Tieren unter anderem noch mehr Platz und Frischluftkontakt.

Stufe 4: Premium
Die Tiere haben noch mehr Platz und müssen zwingend Auslaufmöglichkeiten haben. Bio-Fleisch wird in diese Stufe eingeordnet.

Maßnahmen für eine verbesserte Tierhaltung

Die REWE Group setzt sich im Rahmen einer Vielzahl an Maßnahmen verstärkt für bessere Haltungsbedingungen von Tieren ein:

Keine unbetäubte Ferkelkastration

Bei nicht kastrierten männlichen Schweinen kann sich mit der Geschlechtsreife ein strenger Geruch entwickeln, der auch auf das Fleisch übergeht. Daher werden männliche Ferkel etwa sieben Tage nach der Geburt kastriert – in der Regel ohne Betäubung. Bereits im August 2015 hat die REWE Group das Ziel ausgesprochen, schnellstmöglich nur noch frisches Schweinefleisch zu vermarkten, das nicht von betäubungslos kastrierten Schweinen stammt. Die Mehrheit der Zulieferbetriebe konnte bis zum jetzigen Zeitpunkt eine Umstellung auf Alternativmethoden umsetzen, wodurch ein Großteil des von der REWE Group vertriebenen Fleisches bereits diesen Anforderungen entspricht – unter anderem bereits seit zwei Jahren die Fleisch- und Wurstprodukte der Eigenmarke REWE Bio. Die REWE Group bekennt sich zu allen in Deutschland gesetzlich erlaubten Verfahren als Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration.

Leuchtturmprojekt Ringelschwanz bei Schweinen

In der konventionellen Tierhaltung werden den meisten Ferkeln innerhalb der ersten vier Lebenstage die Schwänze gekürzt. Damit wird gegenseitiges Schwanzbeißen verhindert – dieses kann auftreten, wenn Schweine hohem Stress ausgesetzt sind. Wird der Ringelschwanz nicht gekürzt und bleibt während der Aufzucht unversehrt, kann er als Indikator für tiergerechte Haltungsbedingungen herangezogen werden.
Nach der ersten Phase im Jahr 2016 hat die REWE Group auch in den Jahren 2017 und 2018 in enger Kooperation mit den beiden Bauernverbänden Nordrhein-Westfalens, dem Landwirtschaftsministerium und der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ein Leuchtturmprojekt zum Ringelschwanz durchgeführt. Daran beteiligten sich etwa 60 schweinehaltende Betriebe. Sie verzichten auf das Kürzen des Ringelschwanzes und passen die Haltungsbedingungen an, indem den Tieren Wühlerde, Heu oder Stroh sowie offene Tränken zur Verfügung gestellt werden. Dies dient als zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeit und trägt zu einer erhöhten Tiergesundheit bei. Zudem wird die Beobachtung der Tiere intensiviert und die Fütterung angepasst. Als Aufwandsentschädigung erhalten die beteiligten Landwirte einen Betrag von 18 Euro pro Tier und eine zusätzliche einmalige Zahlung in Höhe von 500 Euro für weitergehende Untersuchungen oder Spezialberatungen.

Männliche Küken am Leben halten

Bei der Zucht von Legehennen für die Eierproduktion werden jedes Jahr in Deutschland Millionen männliche Küken noch an ihrem ersten Lebenstag getötet. Der Grund ist, dass sie weder Eier legen können noch zur Mast geeignet sind, da sie langsamer und ineffizienter wachsen sowie weniger Brustfleisch ansetzen als Hähnchen der Mastrassen. Die REWE Group hat den Anspruch, dieses Verfahren zu verhindern, und führt aus diesem Grund ein Projekt durch, bei dem auch die männlichen Küken aufgezogen werden: Unter der Exklusivmarke „Spitz & Bube“ werden die Eier aus Freilandhaltung seit Juli 2017 deutschlandweit in allen teilnehmenden REWE-Märkten verkauft. Der Markenname fasst zusammen, dass zum einen die Schnäbel der Legehennen in ihrer natürlichen Form belassen („Spitz“) und zum anderen ihre männlichen Artgenossen („Bube“) bis zur Schlachtreife aufgezogen werden. Um das Projekt auszuweiten, wurde im Jahr 2018 mit dem Rollout für die Boden- und Biohaltung gestartet. So sind seit März 2018 auch „Spitz & Bube“-Frischeier aus der Bodenhaltung national verfügbar. Mit Blick auf die Biohaltung stammten Ende des Berichtsjahres 2018 bereits rund 60 Prozent aller REWE Bio-Frischeier von der Marke „Spitz & Bube“. Ziel ist eine vollständige Umstellung der REWE Bio-Frischeier auf das Konzept der Marke „Spitz & Bube“.

Das Fleisch für das REWE Beste Wahl Hühnerfrikassee stammt seit 2018 von den „Spitz & Bube“-Hähnen, die unter gleichen Bedingungen wie die Hennen aufgezogen und ebenfalls gentechnikfrei gefüttert werden.

Als erster Discounter in Deutschland hat PENNY Anfang 2017 mit HERZBUBE bundesweit Frischeier aus Bodenhaltung eingeführt, bei denen die Legehennen mit ungekürzten Schnäbeln gehalten und die männlichen Küken aufgezogen werden.

Mit SELEGGT weg vom Kükentöten

Mit dem SELEGGT-Verfahren kann bei den Legehennen-Rassen auf das Töten von männlichen Küken verzichtet werden. Mithilfe einer neuen Technik wird das Geschlecht des Kükens bereits im Brutei ermittelt: Bei der sogenannten endokrinologischen Untersuchung wird mittels eines Lasers ein 0,3 Millimeter kleines Loch in die Schale des Bruteis gebrannt und daraufhin ein Tropfen der sogenannten Allantois-Flüssigkeit entnommen – anhand derer kann das Geschlecht ermittelt werden. Im Anschluss werden die männlichen Bruteier aussortiert, die weiblichen Bruteier gelangen zurück in den Brutschrank. Am 21. Bruttag schlüpfen auf diese Weise nur noch weibliche Küken. So kann auf das Töten von männlichen Küken verzichtet werden. Die Grundlagenforschung zu diesem Verfahren wurde von der Universität Leipzig entwickelt. Für eine praxistaugliche Gestaltung hat die REWE Group gemeinsam mit einem holländischen Technologie-Unternehmen das Joint Venture SELEGGT gegründet. Seit November 2018 können Kunden in mittlerweile rund 400 REWE- und PENNY-Märkten im Großraum Berlin die ersten sogenannten „respeggt-Freiland-Eier“ kaufen. Ende 2019 plant die REWE Group die nationale Markteinführung in allen rund 5.500 REWE- und PENNY-Märkten Deutschlands.

Early Feeding für mehr Tierwohl bei frisch geschlüpften Mastküken

In klassischen Brutschränken sind einzelne Tiere bis zu 36 Stunden unversorgt – mit der Folge, dass die früh geschlüpften Küken durch Dehydrierung bis zu zehn Prozent des Schlupfgewichts verlieren und an Vitalität und Robustheit einbüßen. Eine Lösung stellen innovative Early Feeding-Systeme dar, mit denen sich die REWE Group als erster Lebensmittelhändler in Deutschland dem Tierwohl nach dem Schlupf annimmt. Aktuell gibt es zwei unterschiedliche Systeme: das HatchCare-Verfahren sowie die „Schlupf-im-Stall“-Systeme. Beide Verfahren sorgen dafür, dass die Tiere unmittelbar nach dem Schlüpfen mit den Grundbedürfnissen des Lebens versorgt werden.

Im HatchCare-Verfahren rutscht das Küken, sobald es geschlüpft ist, zu den anderen Tieren in einen gesonderten Korb im Brutschrank. In den zweistöckigen Brutkörben – sogenannten Horden mit jeweils maximal 90 Eiern – rutschen die frisch geschlüpften Küken automatisch in die untere Etage. Dort haben sie ausreichend Licht, Luft und Platz, um sich ohne störende Eierschalen frei bewegen und Trinkwasser sowie Futter unmittelbar nach dem Schlupf aufnehmen zu können. Zusätzlich sind die Brutschränke beleuchtet und bieten dadurch Schlupfbedingungen mit mehr Tierwohl. Seit dem Frühjahr 2017 schlüpfen in den Brütereien die ersten Küken mit dem neuen Verfahren.
Bei den sogenannten „Schlupf-im-Stall“-Systemen schlüpfen die Küken direkt in dem Maststall. Damit entfällt für die Küken der Schlupf in der Brüterei sowie der oft mehrstündige Transport zum Maststall. Auch im Stall haben die Küken direkten Zugang zu Futter und Wasser.

Beide Verfahren erzielen positive Ergebnisse: Durch die frühe Fütterung und Trinkwasserversorgung, durch optimale Klimaführung sowie ausreichend Platz und Licht wird Entwicklungsstörungen vorgebeugt. Alle Küken erhalten einen gleichmäßigeren und vitalen Start in ihr Leben. Auch die Kükensterblichkeit kann so deutlich gesenkt werden.

Die REWE Group erwartet von ihren Lieferanten, dass das Early Feeding-Verfahren Schritt für Schritt in ihrer Lieferkette eingesetzt wird. So sollen immer mehr Küken aus Early Feeding-Systemen bezogen werden.

Verzicht auf Eier aus Käfighaltung und auf Schnabelkürzen

Die Haltungsbedingungen von Legehennen in Käfighaltung sind für die REWE Group nicht akzeptabel. Bereits seit 2010 vermarktet die REWE Group in Deutschland nur noch Eier aus Boden- und Freilandhaltung, die den Anforderungen des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT) entsprechen. Im Jahr 2012 folgte der Entschluss, in Deutschland auch bei verarbeiteten Produkten auf den Einsatz von Käfigeiern und Eiern aus Kleingruppenhaltung zu verzichten. Bis spätestens 2025 soll auch in allen Auslandsgesellschaften der Handel mit Käfigeiern beendet werden. Im Jahr 2016 wurde die REWE Group von der Tierschutzorganisation Compassion in World Farming für ihren frühzeitigen Verzicht auf Eier aus Käfighaltung mit dem Good Egg Award ausgezeichnet.

In der konventionellen Tierhaltung war es bis Anfang 2017 außerdem die Regel, dass die Schnäbel der Legehennen gekürzt werden, um die Verletzungsgefahr durch gegenseitiges Picken zu reduzieren. Die REWE Group erreichte das selbst gesteckte Ziel vorzeitig: Als erstes Handelsunternehmen in Deutschland verkauft die REWE Group seit September 2017 in allen REWE- und PENNY-Märkten keine konventionellen Eigenmarken-Eier von Legehennen mit gekürztem Schnabel. Bio-Eier sind von dieser Maßnahme nicht betroffen, da für die Bio-Zertifizierung die Unversehrtheit der Schnäbel bereits verpflichtend ist.
Alle Frischeeier von REWE und Penny sind KAT-zertifiziert.

Vermarktung von Weidemilch für mehr Tierwohl in der Milchkuhhaltung

Die REWE Group leistet mit der zunehmenden Vermarktung von Weidemilch einen grundlegenden Beitrag für mehr Tierwohl in der Milchkuhhaltung. Die Weidehaltung ist die Haltungsform, die der natürlichen Lebensform der Kühe am nächsten kommt – sowohl hinsichtlich der Futteraufnahme als auch des Fortbewegungs- und Sozialverhaltens. Bei der Weidehaltung stehen die Tiere an mindestens 120 Tagen im Jahr für mindestens sechs Stunden auf Weideflächen. Bei länger haltbarer Frischmilch (ESL-Milch) im REWE-Sortiment lag der Anteil Weidemilch im Jahr 2018 bei 16,67 Prozent (2017: 13,05 Prozent*). Seit August 2017 trägt die Weidemilch und seit Dezember 2017 die Weidebutter das Siegel „PRO WEIDELAND – Deutsche Weidecharta“. Seit September 2018 bietet die Vertriebslinie REWE nahezu bundesweit Weide- und Frischmilch mit dem Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbunds. Zudem werden vier verschiedene Käseartikel bereits aus Milch aus Weidehaltung hergestellt. Im Jahr 2019 sollen außerdem vier verschiedene Joghurtprodukte aus Weidemilch im Regal stehen. Die Umstellung weiterer Artikel ist in Planung. Auch PENNY plant im Jahr 2019 die Einlistung der Milch mit dem Tierschutzlabel. Zudem führen seit Ende 2018 alle PENNY-Märkte Wurstprodukte vom Teutoburger Hofschwein und 550 PENNY-Märkte zusätzlich Fleischprodukte mit dem Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbunds.

* Der für 2017 angegebene Anteil an Weidemilch wurde aufgrund eines Erhebungsfehlers nachträglich angepasst.

Allgäuer Hofmilch mit Tierschutzlabel VIER PFOTEN

Ab Januar 2019 ist die Bio-Heumilch 3,8 % der Allgäuer Hof-Milch GmbH in den REWE-Märkten in Bayern und Baden-Württemberg erhältlich. Die Trinkmilch stammt nur von Allgäuer Betrieben, die nach den strengen Vorgaben der international tätigen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN zertifiziert sind. Das „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel von VIER PFOTEN kennzeichnet Produkte von Nutztieren, die unter wesentlich besseren Bedingungen leben als in der konventionellen Tierhaltung. Beispielsweise gibt es die Haltung in Laufställen ohne Anbindehaltung und ausreichend Bewegungs- und Liegeflächen für die Tiere vor. Die Standards werden in unangemeldeten Kontrollen regelmäßig überprüft. Die Zusammenarbeit von REWE und VIER PFOTEN besteht bereits seit mehreren Jahren. Die Einführung der „Tierschutz-kontrolliert“-zertifizierten Milch ist für die Zusammenarbeit ein wichtiger Schritt, um Verbrauchern tierfreundliche Produkte anzubieten und das Thema Tierwohl voranzubringen.

Zucht einer neuen Putenrasse für ökologischere Geflügelmast

Die Geflügelmast nach ökologischen Richtlinien stellt hohe Anforderungen und bringt somit besondere Herausforderungen mit sich. Aktuell stammen 95 Prozent der weltweiten Bio-Putenzucht aus nur zwei Betrieben, die ausschließlich mit sogenannten Hybridputen arbeiten. Diese Zuchtlinien sind für die ökologische Geflügelmast nur bedingt geeignet, da es durch ihr schnelles Wachstum zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen kann und die Puten sich nicht für die eigene Nachzucht eignen. Dadurch entsteht ein Abhängigkeitsverhältnis zum Züchter.
REWE Bio unterstützt die Biofino GmbH auf einem richtungsweisenden Weg in der Züchtung. Durch die Kreuzung von englischen Freilandputen der Rasse Auburn und einer konventionellen Hybridrasse wird eine neue Rasse gezüchtet, die sich durch besondere Robustheit und Vitalität auszeichnet und sich sehr gut für die Aufzucht in Auslaufhaltung und Fütterung mit Biofutter eignet. In der Aufzucht stehen jedem Tier rund zwölf Quadratmeter Auslauf im Stall, auf dem Freigelände und im überdachten Außenbereich zur Verfügung. Die längere Dauer des Wachstums wird dabei bewusst in Kauf genommen. Im Jahr 2018 stammten nach konstanter Aufbauarbeit in den letzten Jahren 100 Prozent des Putenfleisches der Biofino GmbH von diesen Puten. Bis 2021 soll die Umstellung auf die neue Putenrasse auch von unseren anderen Lieferanten vollständig umgesetzt werden.

Systematische Umstellung auf Bodenhaltung bei Kaninchen

Seit 2010 arbeitet die REWE Group mit der Tierschutzstiftung VIER PFOTEN International an der Umstellung von Käfig- auf Bodenhaltung für Mastkaninchen. Neben mehr Bewegungsfreiheit erhalten die Tiere Beschäftigungsmaterial. Außerdem ist der Boden mit Kunststoffplatten ausgelegt, um die Fußballen zu schonen. Als ersten Schritt hat die REWE Group Ende 2012 ihr Tiefkühlfleisch auf Kaninchen aus Bodenhaltung umgestellt. Seit dem 1. Juli 2016 wird auch frisches Kaninchenfleisch ausschließlich von Tieren aus Bodenhaltung verkauft. Im Jahr 2016 wurde der REWE Group von der Tierschutzorganisation Compassion in World Farming für ihr langjähriges Engagement für eine artgerechte Tierhaltung die Auszeichnung Good Rabbit Commendation verliehen.

Haltungsanforderungen für Büffel implementiert

Für die Herstellung von Mozzarella aus Büffelmilch muss eine Kuh jährlich ein Kalb zur Welt bringen. Etwa die Hälfte dieser Kälber sind männlichen Geschlechts. Weil sie keine Milch geben und ihr Fleisch beim Verbraucher unbeliebt ist, besteht wenig Interesse an ihrer Aufzucht. Tierschutzorganisationen machen immer wieder auf die daraus entstehenden Probleme und Tierschutzverstöße aufmerksam. Um Verstößen entgegenzutreten, gibt die REWE Group Mindestanforderungen an die Lieferanten vor: So sollen sie sich an die Vorgaben zur Büffelhaltung der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN halten und beispielsweise den Zugang zu Schlammbädern ermöglichen oder Wassersprühanlagen installieren.

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