REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2018

Nachhaltigen Konsum fördern

Die Förderung des Konsums nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen ist ein wichtiges Element der REWE Group-Nachhaltigkeitsstrategie. Damit nachhaltigere Sortimente erfolgreich sind, muss der soziale oder ökologische Mehrwert für die Kunden verständlich und glaubwürdig sein. Dabei ist zu beachten, dass auch andere Kriterien wie der Preis, die Qualität, die Verpackung und die Frische bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen. Dem Handel kommt eine wichtige Mittlerfunktion zu. Denn ohne ausreichende Nachfrage und Preisbereitschaft seitens der Kunden geraten verantwortungsvolle Anbieter schnell in eine wirtschaftliche Schieflage, und ohne ein breites nachhaltiges Warenangebot kann kein Konsument ethisch handeln. Die REWE Group hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Nachhaltigkeit aus der Nische in den Massenmarkt zu bringen.

GRI 417: Marketing und Kennzeichnung

Managementansatz

Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitskommunikation setzt die REWE Group verschiedene Maßnahmen um, die darauf abzielen, eine informierte Kaufentscheidung zu ermöglichen und die Konsumenten für nachhaltigere Produkte und Dienstleistungen zu begeistern. Glaubwürdigkeit, Transparenz und eine zielgruppenspezifische Ansprache sind dabei wichtige Prinzipien der Kommunikation.

Maßnahmen zur Stärkung des Nachhaltigkeitsbewusstseins

Im Rahmen von Nachhaltigkeitswochen sprechen einige Vertriebslinien der REWE Group ihre Kunden in festgelegten Aktionszeiträumen zum Thema nachhaltiger Konsum im Kontext eines übergeordneten gesellschaftlichen Themas an, wie beispielsweise bewusster Ernährung, Regionalität oder sozialem Engagement. So schafft die REWE Group Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei der Kaufentscheidung und sensibilisiert ihre Kunden für verantwortungsvollen Konsum. PENNY hat im Jahr 2018 drei Nachhaltigkeitswochen durchgeführt, ebenso wie auch schon in den Vorjahren. Auch toom Baumarkt hat 2018 drei Nachhaltigkeitswochen veranstaltet. Im Vordergrund standen die Themen Arten- und Insektenschutz sowie soziales Engagement (Fair Trees). Bei der REWE Group in Österreich standen die jährlichen Nachhaltigkeitswochen unter dem Motto „Blühendes Österreich“.

Die Vertriebslinie REWE kommuniziert Nachhaltigkeitsthemen mehrfach unterjährig im Rahmen von Nachhaltigkeitskampagnen. Die Themen spielen auch in den REWE-Dachmarkenkampagnen eine Rolle.

REWE und PENNY machen auf das Insektensterben aufmerksam

Große mediale Aufmerksamkeit erlangte PENNY im Frühjahr 2018 für die Aktion „Stummer Frühling“. Um die Kunden über die unmittelbaren Folgen des Insektensterbens zu informieren, wurden in einer Filiale sämtliche Produkte aus den Regalen genommen, die es in der bekannten Form nicht mehr gäbe, wenn das Insektensterben unvermindert weitergeht. Von den 2.500 Artikeln im PENNY-Sortiment sind rund 60 Prozent direkt oder indirekt von der Insektenbestäubung abhängig. Unterstützt wurde die Tagesaktion durch den NABU und den niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies. Zur Sensibilisierung von Kindern wurde ergänzend ein Pixibuch über die Biene Fibi veröffentlicht, das das Insekten- und Bienensterben kindgerecht aufbereitet. Es wurde im Rahmen einer Aktion deutschlandweit und kostenlos in den PENNY- und REWE-Märkten verteilt. Darüber hinaus erhält REWE ab 2019 prominente Unterstützung für die kommunikativen Aktivitäten zum Insektenschutz: Biene Maja und ihre Freunde sind Botschafter für REWEs Engagement für Artenvielfalt.

Auch im Berichtszeitraum nutzte PENNY in der Nachhaltigkeitskommunikation die bekannte Janosch-Figur „Günter Kastenfrosch“. Unter dem Motto „grün sparen“, „grün genießen“ und „grün engagieren“ informiert der sympathische Nachhaltigkeitsbotschafter verständlich und ohne erhobenen Zeigefinger über die Vorteile von Nachhaltigkeit für Umwelt, Gesellschaft und die Kunden selbst. Ein wesentlicher Bestandteil der Kundenkommunikation von PENNY ist das Engagement gegen Lebensmittelverschwendung. So gibt der Discounter seinen Kunden Tipps zur richtigen Einkaufsplanung, korrekten Lagerung von Lebensmitteln und optimalen Resteverwertung an die Hand. Seit Ende 2017 finden Kunden auf den Knotenbeuteln für Obst und Gemüse sowie auch auf den Brottüten an der Bakeoff-Theke Lagertipps für ihre Einkäufe. In Zusammenarbeit mit zwei bekannten Youtube-Bloggern wurde das Thema Resteküche insbesondere für die jüngere Zielgruppe im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche im Frühjahr 2018 bespielt.

Regionalität im Fokus bei REWE

Bei REWE stand unter anderem das Thema Regionalität im Mittelpunkt einer bundesweiten Kampagne. Die Vertriebslinie bietet insgesamt mehr als 20.000 Produkte von Erzeugern aus der jeweiligen Region der Supermärkte an. Unter dem Motto „Gut für Dich und Deine Region“ wurden die Kunden angesprochen. Rund 50 verschiedene Motive von Lieferanten und Themen erschienen genau dort, wo der Herkunftsbezug die Regionalität verdeutlicht. Mit der integrierten Regionalitätskampagne wurden die Kunden zwölf Wochen lang über alle klassischen und digitalen Kanäle informiert. Ein TV-Spot visualisierte die Zusammenhänge eines regionalen Kreislaufs und verfolgte die frischen Produkte vom Feld bis in den Markt. In den REWE-Märkten wurden gemeinsam mit den Erzeugern aus der Region die Vielfalt regionaler Produkte auf kreative Weise präsentiert und zahlreiche lokale Aktionen durchgeführt. Im Rahmen der Kampagne hat REWE in einem zweiwöchigen Aktionszeitraum zwei Cent pro verkauftem REWE Regional Obst- und Gemüse-Produkt an den NABU Insektenschutzfonds gespendet, bei dem die REWE Group Gründungsmitglied ist. Auf diese Weise hat die REWE den Schutz der Bienen mit über 188.000 Euro unterstützt.

Nachhaltige Produkte sichtbar machen

Die REWE Group hat im Jahr 2018 wieder gemeinsam mit der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Produkte“ ausgelobt. Prämiert wurden Produkte, die der Kunde als nachhaltig wahrnimmt, kauft und weiterempfiehlt – um über nachhaltige Aspekte von Produkten zu informieren und nachhaltigere Produkte dauerhaft im Einzelhandel zu etablieren. Bei der Nominierung arbeitete die REWE Group mit dem Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production in Wuppertal zusammen. Das Institut wertete die eingereichten Produkte wissenschaftlich aus und prüfte die produkt- und unternehmensbezogenen Nachhaltigkeitsleistungen. Anschließend bestätigte die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises die Produkte und die Verbraucher stimmten in einem Online-Voting über die Gewinner ab. Den ersten Platz belegte das Goldeimer Toilettenpapier, hergestellt von der WEPA Hygieneprodukte GmbH. Es besteht zu 100 Prozent aus Recyclingpapier und trägt das Umweltzeichen Blauer Engel, da eine umweltfreundlichere Produktion gefördert wird. Mit dem Kauf des Produkts werden Sanitärprojekte von Viva con Agua und der Welthungerhilfe in Ländern mit unzureichender sanitärer Infrastruktur unterstützt. Unter den Top drei waren außerdem die Frische Bergbauern-Milch von Berchtesgadener Land und der Bio-Joghurt von Andechser Natur.

Erstmals vergibt die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis im Jahr 2019 zusammen mit der REWE Group eine Sonderauszeichnung, die nachhaltigere Produktverpackungsideen prämiert. Der Sieger wird am 22. November 2019 im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf ausgezeichnet.

GRI 417-1

Grundsätze und Verfahren zur Produktkennzeichnung

Die Produkte der REWE Group werden im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich ihrer Herkunft, Zusammensetzung und Nutzung gekennzeichnet – ein Beispiel ist das Mindesthaltbarkeitsdatum. Die REWE Group kennzeichnet Nachhaltigkeitsaspekte bei ihren Produkten über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und macht bei vielen Produkten detaillierte Angaben zur Herkunft.

Nachhaltigkeitslabel und Zertifizierungen schaffen Transparenz und Glaubwürdigkeit

Mit dem PRO PLANET-Prozess verfügt die REWE Group über einen systematischen Ansatz, um Nachhaltigkeitsinformationen transparent und verständlich auf Produkten darzustellen. Auf der zugehörigen PRO PLANET-Webseite stehen weitere Informationen zu den einzelnen Produkten zur Verfügung, die direkt über eine produktspezifische Kennziffer auf dem Label aufgerufen werden können. Das PRO PLANET-Label dient so als Navigationssystem für den Verbraucher (für eine Übersicht der Anteile dieser Produkte im Sortiment und eine Erläuterung des PRO PLANET-Prozesses siehe Abschnitt PRO PLANET).

Darüber hinaus verwendet die REWE Group anerkannte externe Labels für die Kennzeichnung ihrer Eigenmarken und führt Markenprodukte mit diesen Labels in ihrem Sortiment. Dazu zählen etwa der Blaue Engel, Fairtrade, Forest Stewardship Council (FSC®), Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC™), Rainforest Alliance, Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG), Marine Stewardship Council (MSC), Aquaculture Stewardship Council (ASC), GGN – zertifizierte Aquakultur (GlobalG.A.P.) und UTZ. Außerdem werden Bio- und Regionalprodukte gesondert ausgewiesen. Nahezu alle Frischfischtheken der REWE-Märkte sind seit 2009 nach dem Marine Stewardship Council (MSC) und seit 2012 nach dem Aquaculture Stewardship Council (ASC) zertifiziert. Damit Verbraucher trotz der Vielfalt an Labeln eine informierte Kaufentscheidung treffen können, haben REWE und PENNY die wichtigsten Informationen zu verwendeten Labels und Zertifizierungen auf ihren Webseiten (REWE; PENNY) zusammengestellt.
Bei Non-Food-Waren setzt die REWE Group auf das TÜV-Exklusiv-Siegel, das für die Qualität und Sicherheit der Produkte steht. Jedes zertifizierte Produkt trägt eine individuelle ID-Nummer, über die sich weitere Informationen abrufen lassen. Ende 2018 waren insgesamt knapp 1.700 Produkte mit dem TÜV-Exklusiv-Siegel zertifiziert.

toom Baumarkt hat gemeinsam mit der Verbraucher Initiative e. V. einen Leitfaden für Nachhaltigkeitslabel zusammengestellt. Der Leitfaden soll Kunden Orientierung für einen nachhaltigeren Einkauf geben und erläutert empfehlenswerte Labels, die auf Produkten im Baumarkt zu finden sind. Die Labelauswahl basiert auf Bewertungen des Verbraucherportals label-online.de. Der Leitfaden wird als gedrucktes Faltblatt in den Märkten verteilt und ist online unter toom.de/nachhaltigkeit zum Download verfügbar.

Um Reisenden, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, eine transparente Entscheidungshilfe zu bieten, arbeitet die DER Touristik an einer Strategie zur verständlichen Kennzeichnung nachhaltiger Reiseangebote. In diesem Rahmen wurden die verschiedenen Labels in den Katalogen der Reiseveranstalter auf das branchenweit und international anerkannte Nachhaltigkeitssiegel Travelife reduziert. Im Rahmen des Projekts Green Travel Transformation der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris beteiligte sich die DER Touristik darüber hinaus an der Entwicklung einer branchenweit anerkannten einheitlichen Kennzeichnung für nachhaltige Reiseangebote. Das Pilotprojekt endete im April 2018 – daraus hat sich der Datenanbieter Green Travel Index gebildet, der die Daten von anerkannten Nachhaltigkeitszertifikaten sammelt und aufbereitet. Ab Winter 2019 werden nachhaltig zertifizierte Hotels in den Katalogen von DERTOUR, Meier’s, ITS und Jahn mit einem grünen Blatt gekennzeichnet. Dahinter verbergen sich über Travelife hinaus weitere international anerkannte Zertifikate. Sie verpflichten sich zur Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards gemäß den Anforderungen des Global Sustainability Tourism Council.
Zusätzlich zu der Abbildung im Katalog plant die REWE Group für das Jahr 2019 auch die Möglichkeit einer gezielten Onlinesuche nach nachhaltigen Hotels. Diese Hotels sind auch auf der Reisebüro-Buchungsplattform Bistro entsprechend mit dem grünen Blatt gekennzeichnet und können von den Reisebüromitarbeitern der REWE Group gefunden und im Beratungsgespräch mit aufgenommen werden. Die Reisebüromitarbeiter werden ab 2019 gezielt für das Thema Nachhaltigkeit sowie für die Beratung und den Verkauf von nachhaltigen Produkten geschult.

Mit Herkunftsangaben für größere Lieferkettentransparenz

Viele Verbraucher möchten sich darüber informieren, woher die Produkte stammen, die sie einkaufen. Die REWE Group entspricht diesem Wunsch, indem sie beispielsweise die Herkunft ihrer regionalen Produkte auszeichnet und die Angaben bei vielen Produkten nach den Kriterien des Regionalfensters zertifizieren lässt (siehe dazu Abschnitt Regionalität).

Für Fischprodukte hat die REWE Group im Jahr 2012 einen Tracking-Code für Fisch-Eigenmarkenprodukte eingeführt. Damit kann sich der Kunde auf den Webseiten der Vertriebslinien REWE und PENNY über die Lieferkette des Fischprodukts informieren. Auch die ersten Aquakulturprodukte können so bis auf die Farmregion online zurückverfolgt werden. Insgesamt sind 67 Prozent der Fischprodukte mit dem Tracking-Code ausgestattet.

Um auch die Transparenz in den Lieferketten von Bananen zu erhöhen, führte die REWE Group Anfang 2019 für die REWE-Eigenmarken-Bananen einen QR-Code ein. Mit diesem können die Kunden die Bananen bis zum Erzeugerbetrieb rückverfolgen.

Seit 2014 wird auf den Eigenmarkenprodukten von PENNY und REWE der Hersteller als Inverkehrbringer genannt. Für den Kunden bedeutet dies eine größere Transparenz in der Lieferkette. Nur in wenigen Ausnahmen wird die REWE Group weiterhin als Inverkehrbringer genannt, beispielsweise bei Produkten der Marke Feine Welt, die von kleinen Lieferanten stammen.

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Verstöße im Zusammenhang mit Marketing und Kommunikation

Bei der Gestaltung der Werbung hält sich die REWE Group grundsätzlich an die Gesetzgebung sowie an ethische und kulturelle Standards. Sie verzichtet ausdrücklich auf sexistische, diskriminierende, politische, pornografische, extremistische und gewaltverherrlichende Werbung. Wahrheit, Klarheit und Transparenz sind dabei die grundlegenden Prinzipien. Darüber hinaus gelten die von der REWE Group entwickelten, unternehmensweit gültigen Verhaltenskodizes, Richt- und Leitlinien ebenso wie Vorschriften der nationalen Werberäte. Die Kommunikation von Nachhaltigkeit setzt ein besonderes Maß an Glaubwürdigkeit voraus. Die REWE Group verpflichtet sich in ihrer Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften explizit zur Einhaltung geltender verbraucherschützender Vorschriften sowie angemessener Vertriebs-, Marketing- und Informationspraktiken gegenüber dem Verbraucher. Um dies auch in der Gestaltung von Werbemaßnahmen zu berücksichtigen, werden diese vor Veröffentlichung von der Nachhaltigkeitsabteilung freigegeben.
Im Berichtszeitraum 2018 wurden keine wesentlichen Verstöße bekannt.

Weitere Themen aus diesem Bereich:

Produktbezogene Risikoanalysen

GRI 102-11

Regionalität

GRI 204-1

Fokusrohstoffe – Food

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Fokusrohstoffe – Non-Food

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Biodiversität

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Kundengesundheit und Produktsicherheit

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FP10