REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2018

Verpackungen

Verpackungen gehören zu unserem alltäglichen Leben. Sie erfüllen viele wichtige Funktionen: Sie halten Nahrungsmittel frisch, schützen sie und machen ihren Transport möglich. Außerdem bieten sie Platz für wichtige Informationen. Jedoch entsteht entlang der Wertschöpfungskette von Verpackungen eine Vielzahl negativer ökologischer Effekte. Bei der Verpackungsherstellung werden beispielsweise natürliche Ressourcen eingesetzt, Energie verbraucht und Emissionen ausgestoßen. Wird der Verpackungsmüll falsch entsorgt und nicht dem Recycling zugeführt, so landet dieser in einer Verbrennungsanlage, bei nicht sachgerechter Entsorgung aber in der Natur. Die Stakeholder der REWE Group schätzen das Thema Verpackungen als besonders relevant für das Unternehmen ein (für mehr Informationen siehe Abschnitt Wesentlichkeitsanalyse).

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Jahr 2017 wurde die Strategie Grüne Produkte 2030 verabschiedet, um Nachhaltigkeit noch stärker in die Beschaffungsprozesse zu integrieren. Im Rahmen der Handlungsfelder Fairness, Ressourcenschonung und Tierwohl entwickelt das Handels- und Touristikunternehmen wirksame Maßnahmen in der Säule Grüne Produkte, um ökologische und soziale Auswirkungen zu reduzieren. Innerhalb des Handlungsfelds Ressourcenschonung wurden die Fokusthemen Kreislaufwirtschaft, Wasser sowie Biodiversität identifiziert. Eine besondere Rolle beim Fokusthema Kreislaufwirtschaft spielt dabei der Bereich Verpackung.

GRI 301: Materialien

Managementansatz

In ihrer Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften bekennt sich die REWE Group zu einer effizienten Nutzung der natürlichen Ressourcen Boden, Luft und Wasser sowie von Rohstoffen, Kraft- und Brennstoffen. Dafür optimiert die REWE Group relevante Ressourcenverbräuche in ihren Geschäftsprozessen und setzt produkt- oder rohstoffbezogene Maßnahmen um, die in vor- und nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette ansetzen.

Für die REWE Group ist die Kreislaufwirtschaft ein bedeutender Lösungsansatz, um Ressourcen zu schonen und Rohstoffe wiederzuverwerten. Da Verpackungen einen relevanten Ressourcenverbrauch verursachen, setzt der Handelskonzern hier an und hat einen umfassenden Ansatz für umweltfreundlichere Verpackungen entwickelt. Dabei arbeitete die REWE Group eng mit wichtigen Stakeholdern zusammen – von den Einkaufsbereichen über ausgewählte NGOs bis hin zu Experten der Verpackungsgestaltung. Als Basis für die Entwicklung des Ansatzes wurde eine Datenanalyse zur Identifizierung wesentlicher Auswirkungen und Stellschrauben durchgeführt: Mithilfe einer detaillierten Analyse aller Verpackungsdaten identifizierte die REWE Group im Jahr 2018 sowohl wichtige Lieferanten als auch wesentliche Verpackungsfraktionen. Darauf aufbauend hat das Unternehmen in allen Warenbereichen Optimierungsprojekte und Lieferantengespräche angestoßen, die darauf abzielen, Verpackungsmaterialien zu vermeiden, zu verringern und mit Blick auf die Umweltfreundlichkeit zu verbessern. Anschließend wurde der Ansatz durch Ziele und Maßnahmen konkretisiert.

Um die Fortschritte messbar zu machen, hat die REWE Group für den Bereich Verpackung folgenden Key Performance Indikator (KPI) mit dazugehörigem Ziel definiert:

KPI Ziel Status1
Anteil umweltfreundlichere Eigenmarkenverpackungen 100 % bis Ende 2030 ↗︎
↗︎On Track Ziel erreichtZiel nicht erreicht
1 Genaue Angaben zum aktuellen Status werden durch die Einführung einer systemseitigen Erfassung voraussichtlich ab 2019 möglich sein.

Im Jahr 2030 soll jede Verpackung der Eigenmarkenprodukte der REWE Group in Deutschland und Österreich einen umweltfreundlicheren Mehrwert bieten. So reduziert die REWE Group die ökologischen Auswirkungen von Verpackungen und fördert eine kreislaufgeführte Wirtschaft. „Umweltfreundlichere Verpackungen“ sind definiert als solche, die einen negativen Effekt auf die Umwelt reduzieren, indem die Verpackung vermieden, verringert oder verbessert wurde.

Bei der Umsetzung dieses Ansatzes unterscheidet die REWE Group zwischen Mehrweg- und Einwegverpackungen:

  • Mehrwegverpackungen dienen der Verpackungsvermeidung und gelten als „umweltfreundlicher“.
  • Einwegverpackungen gelten als „umweltfreundlicher“, wenn sie einen umweltfreundlicheren Mehrwert nach den folgenden definierten Kriterien besitzen:
    • Reduzierte Materialmasse
    • Möglichkeit des Recyclings
    • Einsatz von Sekundärrohstoffen
    • Einsatz von alternativen Materialien
    • Einsatz zertifizierter Rohstoffe
  • Jede Optimierung einer Verpackung oder eines Verpackungsbestandteils reduziert die negativen Auswirkungen auf die Umwelt – und trägt somit dazu bei, das Ziel „100 Prozent umweltfreundlichere Verpackungen“ zu erreichen.

Leitlinie gibt den Rahmen vor

Um Produktverpackungen umweltfreundlicher zu gestalten, hat die REWE Group im Austausch mit Stakeholdern und in internen Workshops Verbesserungsansätze und -potenziale identifiziert, die den Anstoß für die Erstellung einer Leitlinie für umweltfreundlichere Verpackungen gegeben haben. Sie wurde im Januar 2019 veröffentlicht und definiert einen verbindlichen Handlungsrahmen für die REWE Group und die Geschäftsbeziehungen mit ihren Vertragspartnern. Darin wird beschrieben, welche Faktoren grundlegend positive („Dos“) und negative („Don’ts“) Effekte auf die Umweltfreundlichkeit einer Verpackung haben.

Die Integration von Nachhaltigkeit in die Einkaufsprozesse erfolgt systematisch. Je nach Komplexitätsgrad und Charakteristika der Verpackung hat die REWE Group drei Vorgehensweisen definiert:

  • Der Handelskonzern verankert die Berücksichtigung von definierten Anforderungen an umweltfreundlichere Verpackungen in seinen Einkaufsprozessen.
  • Für die Bewertung von Verpackungen und Verpackungsalternativen hat die REWE Group Instrumente entwickelt, die auf Grundlage der Anforderungen eine Einordnung der Umweltfreundlichkeit von Verpackungen erlauben.
  • Ergänzend dazu stellen Lieferantengespräche die Basis für eine Kooperation mit Blick auf Potenziale zur Verbesserung der Umweltfreundlichkeit von Verpackungen dar.
  • Darüber hinaus führen Innovationsprojekte zur Entwicklung neuer Verpackungskonzepte.

Maßnahmen für umweltfreundlichere Verpackungen

Um ein Zeichen für die Reduzierung des Plastikmülls zu setzen, hat die REWE Group in ihren Vertriebslinien REWE (2016), PENNY (2017), DER Touristik Reisebüros (2017) und toom Baumarkt (2018) in Deutschland sowie bei BILLA, MERKUR, PENNY, BIPA und ADEG in Österreich (2017) die Plastiktüte ausgelistet.

„Raus aus Plastik“

Mit ihrer Initiative „Raus aus Plastik“ arbeitet die REWE International AG daran, Plastik in den Regalen von BILLA, MERKUR, PENNY und ADEG einzusparen. Beispielsweise bietet Echt B!O seit 2018 Blutorangen im Baumwollnetz an. Speisekürbisse und Zucchini werden darüber hinaus unverpackt angeboten. Mit zwei zukunftsweisenden Aktivitäten will das Unternehmen die negativen Auswirkungen von Plastik auf die Umwelt reduzieren:

  1. Bis Ende 2019 wird das gesamte Bio-Obst & Gemüse-Sortiment der Bio-Marken Ja! Natürlich und Echt B!O unverpackt und lose oder umweltfreundlich verpackt angeboten.
  2. In einem breit angelegten Ideenwettbewerb wurden Kunden und innovative Start-ups dazu eingeladen, alternative Ideen für umweltfreundlichere Verpackungen zu entwickeln und Vorschläge zur Kunststoffreduktion zu präsentieren. Bis zum 28. Februar 2019 wurden insgesamt über 10.000 Vorschläge eingereicht.

Darüber hinaus hat die REWE Group weitere vielfältige Maßnahmen zur umweltfreundlicheren Gestaltung von Verpackungen und zur Optimierung des Ressourceneinsatzes implementiert. Bislang wurden bereits über 1.000 Verpackungen umweltfreundlicher gestaltet (Stand Mai 2019). Durch diese umgesetzten Verpackungsänderungen sparen REWE und PENNY mittlerweile jährlich 7.650 Tonnen Kunststoffe ein.

In einem ersten Schritt arbeitet die REWE Group intensiv daran, Verpackungen zu vermeiden (1):

Mehrwegnetze im Obst- und Gemüsebereich

Ende 2017 hat sich die REWE Group erstmals damit befasst, wie die Obstbeutel aus Plastik („Knoten-Beutel“) reduziert werden können: Kunden konnten in den teilnehmenden REWE-Testmärkten Mehrwegfrischenetze erwerben und diese für den Obsttransport immer wieder mitbringen. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass Obst und Gemüse mit natürlicher Schutzhülle auch ganz ohne Verpackung transportiert werden können. Im Oktober 2018 führte REWE als erster großer Lebensmittelhändler in Deutschland diese Mehrwegfrischenetze bundesweit ein. Auch in Österreich bietet die REWE Group seit 2018 als erster Händler Mehrwegfrischenetze an – für den ressourcenschonenderen Transport von unverpacktem Obst und Gemüse.

Weniger Verpackungen durch Natural Branding

Seit März 2017 wendet REWE das sogenannte „Natural Branding“ an: Per Laser werden Logos und Informationen direkt auf die äußere Schale von Süßkartoffeln aufgetragen. Hierzu werden lediglich Pigmente der äußersten Schalenschicht abgetragen. Das Labeling findet nur an der Oberfläche statt, ist völlig kontaktlos und hat keinen Einfluss auf Geschmack, Qualität oder Haltbarkeit. Bedruckte Verpackungen zur Kennzeichnung von Bio-Ware werden so überflüssig – Plastik, Papier und Metall können eingespart werden. Während der Saisonplanung werden zukünftig regelmäßig Obst- und Gemüseartikel auf Natural-Branding-Fähigkeit geprüft und, wo sinnvoll, getestet bzw. umgestellt. Darüber hinaus läuft österreichweit in allen BILLA-Filialen ein Test mit gelaserten Bio-Kiwis mit dem „Ja! Natürlich“-Logo.

Bio-Obst und -Gemüse unverpackt

REWE und PENNY bieten ihre Bio-Gurken seit Anfang 2019 ganzjährig nur noch mit einem Klebeetikett an – und verzichten damit vollständig auf die Schutzfolie. Auf diese Weise können voraussichtlich 80 Tonnen Kunststoff jährlich eingespart werden. Unter Einbezug aller beteiligten Handelspartner sind die relevanten, komplexen Transportprozesse so verändert worden, dass Bio-Gurken nicht mehr eingeschweißt werden müssen und dennoch ihre Frische und Qualität erhalten. Und auch Echt B!O, die Bio-Marke bei PENNY in Österreich, bietet seit 2018 Speisekürbisse und Zucchini unverpackt an. Zudem werden rund 630 REWE- und nahkauf-Märkte in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ab April 2019 einen Test durchführen, bei dem im Bereich Bio-Obst und -Gemüse weitestgehend auf Plastikverpackungen verzichtet wird oder umweltfreundlichere Verpackungen eingesetzt werden. Mit den Maßnahmen können jährlich gut 90.000 Kilogramm Verpackungsmaterial eingespart werden, davon rund 55.000 Kilogramm Kunststoff.

DER Touristik vermeidet Einweg-Plastikflaschen

Mindestens 20 Plastikflaschen werden pro Urlauber während einer Asien-Rundreise verwendet. Um die Menge an Plastikabfall in den Urlaubsregionen zu reduzieren, gibt Go Vacation, die Zielgebietsagentur der DER Touristik, seit Winter 2017/18 an die Rundreise-Gäste der DER Touristik-Veranstalter Dertour, Jahn Reisen, ITS, Meier‘s Weltreisen, ADAC Reisen, Travelix und Kuoni zu Reisebeginn wiederbefüllbare Trinkflaschen aus, die sie auch mit nach Hause nehmen können. In allen Rundreisehotels und auch bei Zwischenstopps in Restaurants wird es durch Wasserspender Möglichkeiten geben, die Flaschen aufzufüllen. Auf Einweg-Plastikflaschen wird künftig komplett verzichtet. Auf Bali erhalten die Gäste zusätzlich Stofftaschen, damit Plastiktüten überflüssig werden. Die Trinkflaschen und auch die Stofftaschen wurden lokal produziert.

Eine Ausweitung der Aktion auf weitere asiatische Länder, wie zum Beispiel Vietnam oder Sri Lanka, ist in Planung.

Verpackungsfreie Produkte an der Frischetheke

In ausgewählten BILLA- und MERKUR-Filialen testet REWE International in Österreich das Befüllen von Wurst und Käse in mitgebrachte Behältnisse. Der Kunde bringt eine leere, saubere Mehrwegbox mit. Die Mitarbeiter befüllen dieses Behältnis und versehen es mit einem Etikett. Auf diese Weise kann der Verpackungsverbrauch reduziert werden. Ab Juni 2019 ist das Mitbringen von Behältnissen in fast allen deutschen REWE-Märkten mit Frischetheken möglich.

Ist die vollständige Verpackungsvermeidung nicht möglich, so arbeitet die REWE Group mithilfe verschiedener Maßnahmen daran, das Material zu verringern (2):

Weniger Plastik durch Banderolen bei Obst und Gemüse

Für den Bereich Obst und Gemüse wurde eine umfassende Bestandsaufnahme der eingesetzten Verpackungen durchgeführt und daraus Ansätze zur umweltfreundlicheren Gestaltung von Verpackungen abgeleitet. Erste Umsetzungen sind bereits erfolgt. Ein Beispiel zur Verringerung von Verpackungsmaterial ist die Umstellung von Folienverpackung auf Klebebanderolen oder Klebeetiketten bei Bananen. Pro Jahr sparen REWE und PENNY durch die Umstellung der bisher verwendeten Folienverpackung bei Bananen auf Banderole rund 205 Tonnen Plastik ein. Diese Menge würde ausreichen, um knapp 2.200 Fußballfelder zu bedecken. Und auch bei weiteren Produkten wie Bio-Zucchini, Bio-Fenchel, Bio-Blumenkohl und Porree helfen Banderolen, Verpackungen zu verringern.

Mehrwegtaschen bei toom Baumarkt

Im April 2018 hat auch toom Baumarkt den vollständigen Verzicht auf Einweg-Tragetaschen angekündigt. Stattdessen werden in allen toom Baumärkten nur noch Mehrwegtüten in verschiedenen Designs und Größen angeboten. Denn: Je öfter eine Tasche genutzt wird, desto besser ist ihre Ökobilanz. Zur Auswahl stehen neben Baumwolltragetaschen, Permanent-Tragetaschen aus Recyclingmaterial auch Kartons. Auf das Rollout-Jahr bezogen spart toom Baumarkt in allen Märkten 470.000 Einwegtüten jährlich ein.

Foliendicke reduzieren

Folieneinsparungen bei ausgewählten REWE- und PENNY-Eigenmarkenprodukten, beispielsweise bei Frühstücks- und Müllbeuteln und bei Verpackungen von Küchentüchern und Toilettenpapier, führen zu einer Gesamteinsparung von 300 Tonnen Plastikfolie seit dem Jahr 2016.

Dort, wo keine Verringerung der Verpackung vorgenommen werden kann, wird sie mit Blick auf die Umweltfreundlichkeit so weit wie möglich verbessert (3):

Materialien im Kreislauf führen

Um die nicht vermeidbaren Verpackungen zu verbessern, spielt das Konzept der Kreislaufwirtschaft eine wichtige Rolle für die REWE Group. So ist die REWE Group Mitglied der Rezyklat-Initiative, einer Kooperation von Partnern verschiedener Branchen, die sich für ein effektives Recycling starkmachen und dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft Rechnung tragen. Das gemeinsame Ziel ist es, nachhaltige Materialkreisläufe zu entwickeln und dafür Wertstoffe aus der Quelle „Gelber Sack“ zu nutzen. Ein Teil der Eigenmarkenprodukte der Warengruppe „Waschen, Putzen, Reinigen“ bei REWE und PENNY wird Schritt für Schritt auf Verpackungen umgestellt, die zu 100 Prozent aus Rezyklat bestehen, von dem wiederum 20 Prozent aus dem Gelben Sack stammen. Die Nutzung der Rohstoffe aus dem „Gelben Sack“ ist aufgrund einer speziellen, auf Laseroptik basierenden Sortiertechnologie möglich. Als nächste Meilensteine soll der Anteil aus dem „Gelben Sack“ weiter erhöht und weitere Verpackungen auf Rezyklat umgestellt werden.
Seit Frühjahr 2019 werden in REWE- und PENNY-Märkten Wasserflaschen aus Rezyklat angeboten. So besteht bei den Eigenmarken PENNY Ready und REWE Beste Wahl die 0,75 l-Wasserflasche (still) mit Sportscap aus 100 Prozent Rezyklat.

Recycelter Kunststoff für Farbeimer

toom Baumarkt entwickelte in Zusammenarbeit mit Lieferanten und weiteren Partnern Verpackungen, die zu fast 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff hergestellt werden. Schon seit 2011 bieten die Baumärkte Eigenmarken-Farbe in Eimern aus recyceltem Kunststoff an. Im Jahr 2018 umfasste das Sortiment aus Farbeimern aus recyceltem Kunststoff (Procyclen®) 66 Artikel. Im Vergleich zu Verpackungen aus Primärmaterial ist der CO2-Ausstoß bei Gebinden aus Rezyklat um bis zu 50 Prozent reduziert. Seit 2015 hat toom Baumarkt darüber hinaus beispielsweise Farbwannen sowie Eimer und Aufbewahrungsboxen aus recyceltem Kunststoff ins Sortiment aufgenommen und baut sein Angebot an Produkten mit Rezyklatanteil kontinuierlich aus.

bi good: Verpackungen mit höchstmöglichem Recyclinganteil

In Österreich hat die Vertriebslinie BIPA im Jahr 2014 unter dem Namen bi good eine neue Linie für Haushalts- und Pflegeprodukte eingeführt. Die Verpackungen bestehen ausschließlich aus wiederverwertbaren Materialien und haben den aktuell maximal möglichen Recyclinganteil. So werden Flaschen (HDPE oder PET) und Faltschachteln (Papier) aus 100 Prozent und Tuben (PE) aus 60 Prozent Recyclingmaterial hergestellt.

Alternative Verpackungen testen

Ein weiterer Ansatz, um Verpackungen zu verbessern, ist der Einsatz von Graspapier. Das neuartige Verpackungsmaterial besteht zu 40 Prozent aus sonnengetrocknetem Gras und nur zu 60 Prozent aus Holz. Gras ist ein schnell nachwachsender Rohstoff und benötigt bei der Verarbeitung zu Graspellets weniger Wasser und Energie als für die Herstellung von Frischfaser oder Altpapier. Chemie kommt bei der Herstellung der Graspellets gar nicht zum Einsatz. Zudem verursacht die Produktion von Graspapier weniger Treibhausgase als die Herstellung von herkömmlichem Papier aus Frischfaser oder Altpapier. Der Rohstoff für die Graspellets stammt von ungenutzten Ausgleichsflächen aus der näheren Umgebung der Papierfabrik. Damit hat die Grasverpackung eine vergleichsweise gute Ökobilanz.
Derzeit nutzt die REWE Group in den rund 5.500 REWE- und PENNY-Märkten Verpackungen aus Graspapier für die PENNY Naturgut Bio Äpfel national, PENNY Naturgut Bio Rispentomaten national und die REWE Bio Birnen regional.

Papierverpackungen optimieren

Die Primärpapierverpackungen der Eigenmarkenprodukte bei REWE und PENNY werden schrittweise komplett auf umweltfreundlichere Alternativen umgestellt. Bis Ende 2020 sollen alle Papierverpackungen nur noch aus recyceltem oder zertifiziertem Papier hergestellt werden. Durch die Verwendung von Altpapier wird die Umwelt geschont, denn es wird weniger Frischfaser benötigt. Sollte Altpapier nicht tauglich für eine Verpackung sein, setzt die REWE Group auf Frischfaserpapier, das aus zertifizierten Wäldern stammt.

Beispielhafter Überblick über weitere Maßnahmen zur Verpackungsoptimierung der REWE Group

Produkt Maßnahme
Bio Rispentomaten und Bio Äpfel (PENNY) Umstellung der bisherigen Pappschalen auf Graspapierschalen
Bio Rapsöl und Bio Sonnenblumenöl (REWE) Materialreduktion durch den Einsatz von Leichtglas
Champignons (REWE) Verwendung einer transparenten statt einer blauen Plastikschale zur Verbesserung der Recyclingfähigkeit
Eiscreme (REWE und PENNY) Weglassen der Siegelfolie zwischen Dose und Deckel bzw. Umstellung auf einen Originalitätsverschluss an der Dose
Verschiedene Fleischsorten (REWE) Verpackungsverringerung bei Kunststoffschalen
Himbeeren, Heidelbeeren, Helle und dunkle Trauben (REWE) Umstellung von Schale mit Deckel auf Schale mit dünner Folie als Verschluss
Pfirsiche, Nektarinen, Aprikosen (REWE) Umstellung von Plastikschale mit Deckel auf Plastikschale mit Netz
Salatschalen (REWE to go) Umstellung von Schale mit Deckel auf Schale mit dünner Folie als Verschluss
Feuchttücher (REWE und PENNY) Folie aus 50 % Recyclingmaterial
Tiefkühltragetaschen (REWE und PENNY) Aus mindestens 80 % Rezyklatfolie, Erfüllung des Umweltzeichens „Blauer Engel“
Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel (REWE und PENNY) Verpackung aus bis 100 % Rezyklat
Zahnbürsten (REWE und PENNY) Erhöhung des Recyclingmaterials der Kunststoffverpackung auf bis zu 90% Recycling-Material

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