REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2018

Fokusrohstoffe – Food

Insbesondere in den Lieferkettenstufen des Rohstoffanbaus und der Verarbeitung gibt es ökologische Herausforderungen sowie ein erhöhtes Risiko der Missachtung von Arbeits- und Sozialstandards. Sie stehen daher im Fokus der Aktivitäten der REWE Group. Im Rahmen ihrer produktbezogenen Risikoanalyse ermittelte die REWE Group folgende kritische Rohstoffe im Food-Bereich: Obst und Gemüse allgemein mit besonderem Fokus auf Bananen und Ananas, Fleisch und Milchprodukte inklusive Futtermitteln für Tiere, Kaffee, Kakao, Orangensaft, Tee, Palmöl, Fisch.

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Jahr 2017 wurde die Strategie Grüne Produkte 2030 verabschiedet, um Nachhaltigkeit noch stärker in die Beschaffungsprozesse zu integrieren. Im Rahmen der Handlungsfelder Fairness, Tierwohl und Ressourcenschonung entwickelt das Handels- und Touristikunternehmen wirksame Maßnahmen in der Säule Grüne Produkte, um ökologische und soziale Auswirkungen zu reduzieren. Innerhalb dieser Handlungsfelder spielen die Aktivitäten zu den Fokusrohstoffen im Food-Bereich eine besondere Rolle.

GRI FP1:

Anteil des Einkaufsvolumens, welches in Übereinstimmung mit den Leitlinien des Unternehmens beschafft wurde

Die REWE Group arbeitet kontinuierlich daran, ihre Lieferketten sozial und ökologisch verträglicher zu gestalten. Dabei setzt die REWE Group auf international anerkannte Zertifizierungsstandards, arbeitet gemeinsam mit der Branche in Initiativen, setzt eigene Projekte auf und formuliert eigene Anforderungen im Rahmen ihrer Leitlinien sowie im PRO PLANET-Prozess. Im Folgenden werden die Ansätze für einzelne Rohstoffe vorgestellt.

Obst und Gemüse

Von Lieferanten landwirtschaftlicher Primärprodukte im Obst- und Gemüsebereich verlangt die REWE Group seit 2013, dass sie sich im Rahmenvertrag zur Einhaltung der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) im Rahmen der jeweils geltenden nationalen Gesetzgebung verpflichten. Dazu gehört auch die rechtmäßige Zahlung von mindestens dem geltenden gesetzlichen, tariflichen oder vertraglich vereinbarten Lohn. Beide Anforderungen sind verpflichtend und müssen von den Lieferanten belegt werden können. Die Lieferanten stehen zudem in der Verantwortung, diese Anforderungen auch für ihre Zulieferer sicherzustellen. Alle Erzeuger von Obst- und Gemüseprodukten müssen entsprechend die Einhaltung der oben benannten Anforderungen in Form von externen Audits (zum Beispiel GLOBALG.A.P. Risk Assessment on Social Practice (GRASP), SA8000, Sustainable Agriculture Network (SAN), amfori BSCI) belegen. Mit Stichprobenaudits wird die Einhaltung der Anforderungen überprüft.

Neben den sozialen Aspekten in der Obst- und Gemüseproduktion engagiert sich die REWE Group auch für die Minderung der ökologischen Auswirkungen. Dazu zählen die Förderung der Biodiversität durch spezifische Projekte, beispielsweise im Apfel- und Gemüseanbau in Deutschland, Vorgaben zum Einsatz von Pestiziden und die Zusammenarbeit mit ökologischen Standards wie Rainforest Alliance oder Fairtrade.

Bananen und Ananas

Beim Anbau der tropischen Früchte Banane und Ananas können negative ökologische und soziale Auswirkungen in den Produktionsländern auftreten. Dazu zählen schlechte Arbeitsbedingungen auf den Obstplantagen, ein hoher Pestizideinsatz und die Schädigung von Ökosystemen. Die REWE Group und ihre Vertriebslinien in Deutschland haben die Beschaffung von Ananas und Bananen in den Jahren 2015 und 2016 vollständig auf Rainforest Alliance umgestellt, sodass seit Ende 2016 Ananas und Bananen zu 100 Prozent aus Rainforest Alliance-zertifiziertem Anbau stammen. Im Zuge des Zusammenschlusses von Rainforest Alliance und UTZ ist die REWE Group seit 2018 Teil des Komitees zur Weiterentwicklung des Zertifizierungsstandards. Zusätzlich bieten die Vertriebslinien Bio-Ananas, Bio-Bananen und bei PENNY Fairtrade-Bananen an. Um die Transparenz in den Lieferketten zu erhöhen, führt die REWE Group Anfang 2019 bei den Bananen der REWE-Eigenmarken einen QR-Code ein, mit dem die Kunden die Bananen bis zum Erzeugerbetrieb rückverfolgen können.

Anteile der konventionellen Bananen und Ananas aus Rainforest Alliance-zertifiziertem Anbau (REWE Group in Deutschland)

2016 2017 2018
Bananen 100% 100% 100%
Ananas 100% 100% 100%

Palmöl

Zunehmender Palmölanbau führt zu einem Verlust von Torf- und Regenwäldern. Dadurch wird der lokalen Bevölkerung häufig ihre Lebensgrundlage entzogen und Lebensräume für wertvolle Arten gehen verloren. Zudem werden durch die Rodung der Regenwälder große Mengen CO2 freigesetzt.

Vor diesem Hintergrund hat die REWE Group Anfang 2011 mit der Leitlinie für Palmöl- und Palmkernölerzeugnisse das Ziel formuliert, für ihre Eigenmarken ausschließlich Palmöl aus nachhaltigerer Produktion zu verwenden. Um dies zu gewährleisten, setzt die REWE Group vornehmlich auf den Zertifizierungsstandard des Runden Tisches für nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil, RSPO), bei dem sie seit 2011 Mitglied ist. Bei der Beschaffung von zertifiziertem Palmöl gibt es vier Handelsmodelle in den Lieferketten, die unterschiedliche Ansprüche an die Rückverfolgbarkeit des Rohstoffs zu den Plantagen stellen. Die REWE Group in Deutschland setzt bereits seit 2013 zu 100 Prozent zertifiziertes Palmöl ein. Die REWE Group in Österreich bezieht seit 2014 ausschließlich zertifiziertes Palmöl und verzichtet bei der Marke Ja! Natürlich seit 2018 gänzlich auf Palmöl.

Anteile der Eigenmarkenprodukte mit zertifizierten Palm(kern)ölerzeugnissen

2016 2017 2018
RSPO-zertifiziertes Palm(kern)öl in Eigenmarkenprodukten (Deutschland) 100% 100% 100%
RSPO-zertifiziertes Palm(kern)öl in Eigenmarkenprodukten (Österreich) 100% 100% 100%

Die Ziele der REWE Group-Leitlinie sind auch Teil einer Selbstverpflichtung, die die REWE Group als Mitglied des Forums Nachhaltiges Palmöl (FONAP) 2015 unterzeichnet hat. Die Mitglieder des FONAP haben sich verpflichtet, ausschließlich nachhaltig zertifiziertes Palmöl, Palmkernöl sowie deren Derivate und Fraktionen in ihren Produkten zu verwenden. Mit den ambitionierten Zielen der Selbstverpflichtung soll die Rückverfolgbarkeit des verwendeten Palmöls unter der Einhaltung definierter Zusatzkriterien langfristig sichergestellt werden. Dazu gehört auch, Palmöl über das anspruchsvolle Handelsmodell Segregation zu beziehen, bei dem nachhaltig zertifizierte Ware entlang der gesamten Lieferkette durchgängig von nicht zertifizierter Ware getrennt wird. Unter der Berücksichtigung der individuellen Zielsetzung je Palm(kern)ölerzeugnis erzielte die REWE Group in Deutschland im Jahr 2018 mit allen Eigenmarkenprodukten einen Gesamterfüllungsgrad von 99 Prozent.

Die REWE Group in Deutschland arbeitet gemeinsam mit ihren Lieferanten daran, das letzte Prozent zur Vervollständigung der Ziele zu erreichen. Die Anforderungen sind insbesondere für kleinere Lieferanten mit komplexen Lieferkettenstrukturen eine Herausforderung. Einzelne Lieferanten konnten zum Beispiel die Umstellung auf das Handelsmodell Segregation erst sukzessive umsetzen, da die Etablierung separater Warenströme sehr aufwendig ist. Dies gilt insbesondere, wenn ein Lieferant nur eine kleine Menge seiner Gesamtproduktion umstellt. Bei der Umstellung auf zertifiziertes Palmöl ist auch die REWE Group in Österreich bereits weit fortgeschritten. Unter Berücksichtigung der individuellen Zielsetzung je Palm(kern)ölerzeugnis erzielte die REWE Group in Österreich im Jahr 2018 mit allen Eigenmarkenprodukten einen Gesamterfüllungsgrad von über 95 Prozent.

Umsetzung von FONAP-Kriterien stärken

Mit Vereinsgründung im November 2015 ist die REWE Group im Vorstand des FONAP vertreten und engagiert sich aktiv in den Arbeitsgruppen – beispielsweise zur Kommunikation sowie zur Erarbeitung und Umsetzung eines Projekts in den Erzeugerländern. Konkret handelt es sich dabei um ein Kooperationsprojekt zwischen dem FONAP und der malaysischen Nichtregierungsorganisation WildAsia, das im Juli 2018 gestartet ist. Ziel des Projekts ist es, Feedback zur Umsetzbarkeit von FONAP-Zusatzkriterien zu sammeln und ihre Anwendbarkeit gemeinsam mit ausgewählten Kleinbauern in der Region Perak/Westmalaysia zu testen. Bei den Zusatzkriterien handelt es sich um:

  • Stopp des Anbaus auf Torfböden und anderen Flächen mit hohem Kohlenstoffgehalt
  • Stopp der Nutzung hochgefährlicher Pestizide (Konventionen von Rotterdam und Stockholm, WHO 1a und 1b sowie Paraquat)
  • Anwendung strenger Reduktionsziele für Treibhausgase
  • Ausschließliche Verwendung von Ölpalmfrüchten (Fresh Fruit Bunches) aus legalem Anbau
Das Projekt läuft noch bis Juli 2019.

Kakao

Ein Großteil der weltweiten Rohkakaoproduktion stammt aus Westafrika und findet in erster Linie in kleinbäuerlichen Familienbetrieben statt. Die Kakaobauern haben dort mit schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen zu kämpfen und leben mit ihren Familien oft unterhalb der Armutsgrenze. In der Folge fehlen notwendige Investitionsmittel und es herrschen häufig schlechte Arbeitsbedingungen. Dies führt bis hin zu ausbeuterischen Formen der Kinderarbeit (für mehr Informationen siehe Abschnitt Kinder- und Zwangsarbeit). In der Leitlinie für Kakaoerzeugnisse hat die REWE Group das Ziel formuliert, bis Ende 2015 sämtliche Rohkakaomengen für ihre Eigenmarken aus nachhaltigeren Erzeugerstrukturen zu beziehen. Dies wird durch die Verwendung der Standards Fairtrade, Fairtrade Sourcing Program, Rainforest Alliance und UTZ sichergestellt. Bis zum Ende der Frist am 1. Januar 2016 konnte die REWE Group in Deutschland dieses Ziel nicht erreichen. Im Jahr 2017 betrug der Anteil an zertifiziertem Kakao 99 Prozent und konnte 2018 auf diesem Niveau gehalten werden. Die REWE Group in Deutschland arbeitet gemeinsam mit ihren Lieferanten daran, das letzte Prozent zur Vervollständigung des Ziels zu erreichen. Vor allem die Umstellung von kleinen Mengen der Gesamtproduktion auf zertifizierte Ware ist eine große Herausforderung für einige Lieferanten. Bei der REWE Group in Österreich waren 2018 rund 99 Prozent der gesamten Rohkakaomengen für die Eigenmarken zertifiziert.

Anteile des zertifizierten Kakaos nach Fairtrade, Fairtrade Sourcing Program, Rainforest Alliance und UTZ

2016 2017 2018
Eigenmarkenprodukte in Deutschland, die Kakao beinhalten 94 % 99 % 99 %
Eigenmarkenprodukte in Österreich, die Kakao beinhalten - 80 % 99 %

Bedingungen verbessern: Forum Nachhaltiger Kakao

Als Gründungsmitglied der Multi-Stakeholder-Initiative Forum Nachhaltiger Kakao unterstützt die REWE Group zusammen mit anderen Unternehmen das Projekt PRO-PLANTEURS. Das über fünf Jahre angelegte Kakao-Projekt in der Côte d’Ivoire verfolgt das Ziel, kakaoproduzierende Familienbetriebe und ihre Kooperativen zu professionalisieren. Insbesondere Frauen sollen die Möglichkeit erhalten, ihr eigenes Einkommen zu optimieren und eine bessere Nahrungsgrundlage für ihre Familien zu schaffen. Auch soll der Kakaoanbau für junge Kakaobauern wieder attraktiver werden. Eine Einkommenssteigerung und ausgewogenere Ernährung sollen die Lebenssituation der Familien vor Ort verbessern. PRO-PLANTEURS hat zusammen mit dem Nationalen Ernährungsprogramm der Côte d’Ivoire 41 Frauen aus den 2018 neu ausgewählten Kooperativen zu landwirtschaftlichen Beratern ausgebildet. Zusammen mit den bereits ausgebildeten Beratern erreicht das Projekt über 20.000 Haushalte.

Im März 2018 wurden spezielle Trainings für Frauen durchgeführt. Als Ansprechpartner und mit einer Vorbildfunktion werden sie ihr neu erworbenes Wissen und Fähigkeiten nun in ihre Kooperativen einbringen. Im November 2018 starteten neue Schulungen für Frauen zum Thema landwirtschaftliche Diversifizierung. In einer weiteren Schulung sollen Produzenten der neu aufgenommenen Kooperativen durch ein intensives Coaching professionalisiert werden. Zudem finanziert PRO-PLANTEURS die Ausbildung von jungen Kooperativen-Mitgliedern.

Orangensaft

Der Orangenanbau und die Orangensaftproduktion stehen vor vielschichtigen sozialen und ökologischen Herausforderungen. Dazu zählen existenzielle Probleme für Kleinbauern, prekäre Arbeitsbedingungen, der Umgang mit Pflanzenschutzmitteln und ein hoher Energieverbrauch. Die REWE Group setzt sich für eine nachhaltigere Orangensaftproduktion ein und verfolgt das Ziel, zu einer Verbesserung der sozialen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen in der Orangensafterzeugung beizutragen. Dafür setzt das Unternehmen auf den Einkauf von nachhaltiger produzierten Orangensafterzeugnissen, auf Projekte im Ursprung und einen übergreifenden Branchendialog sowie Transparenz entlang der Lieferkette. Seit dem Frühjahr 2019 sind jeweils ein 100 Prozent Fairtrade-zertifizierter Orangensaft der Eigenmarken „REWE Beste Wahl“ (REWE) und „Paradiso“ (PENNY) aus Saft eingeführt, der bis zu den Produzenten-Organisationen rückverfolgbar ist. Mit diesem Orangensaft unterstützt die REWE Group ein Projekt in Brasilien, um die Arbeitsbedingungen vor Ort zu verbessern. Im Jahr 2019 hat die REWE Group eine Leitlinie für Orangensaft veröffentlicht. Darin ist das Ziel formuliert, 100 Prozent der REWE- und PENNY-Eigenmarken bis Ende 2025 auf zertifizierten Orangensaft umzustellen. Dafür nutzt sie die Zertifizierungen nach Fairtrade und Rainforest Alliance sowie das EU-Bio-Siegel. Außerdem sollen Informationen über die Herkunft einzelner Orangensaftprodukte künftig auch für Kunden sichtbar gemacht werden und es soll in der Orangensaft-Lieferkette auf höhere Löhne hingewirkt werden.

Engagement in der Fruchtsaftindustrie: Juice CSR Platform

Seit Juni 2016 engagiert sich die REWE Group als Mitglied der europäischen Juice CSR Platform für soziale und ökologische Verbesserungen in den Lieferketten der Fruchtsaftindustrie. Die Plattform wurde als Nachhaltigkeitsinitiative ins Leben gerufen, um die europäischen Fruchtsaftproduzenten dabei zu unterstützen, CSR-Maßnahmen in ihre Unternehmensstrategien zu integrieren und so einen langfristigen nachhaltigen Beitrag entlang der globalen Wertschöpfungskette von Fruchtsäften für alle Stakeholder zu erreichen. Außerdem arbeitet die REWE Group aktiv in einer Arbeitsgruppe zu Orangensaft aus Brasilien mit und ist seit 2017 Mitglied im Steering Committee.

Kaffee

Der Anbau von Kaffee als weltweit gehandeltes Gut ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in vielen Ländern Lateinamerikas, Asiens und Afrikas. Die Erträge der meist kleinbäuerlichen Betriebe sind jedoch oft zu niedrig, um den Kaffeebauern und ihren Familien ein ausreichendes Einkommen zu sichern. Hinzu kommen gesundheitliche und ökologische Risiken durch den unsachgemäßen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Um die Lage der Kaffeebauern zu verbessern, haben sich REWE und PENNY das Ziel gesetzt, ihre Eigenmarken bis Ende 2020 auf 100 Prozent zertifizierten Kaffee umzustellen. Im Jahr 2018 konnte der Anteil des nach UTZ, Rainforest Alliance, Bio oder Fairtrade zertifizierten Kaffees von 69,4 Prozent (2017) auf 71,4 Prozent gesteigert werden.

Anteile des zertifizierten Eigenmarken-Kaffees nach UTZ, Rainforest Alliance, Bio oder Fairtrade

2016 2017 2018
REWE und PENNY (Deutschland) 61,7 % 69,4 % 71,4 %

Eine besondere Verbindung: Unterstützung der Kaffeebauern vor Ort

Seit 2009 verbindet die REWE Group eine besondere Partnerschaft mit den Menschen der Fairtrade-Kaffeekooperative Valle de Incahuasi in Peru, in der sie eine gesicherte Abnahme des Kaffees garantiert. Gemeinsam mit der Kooperative führt die REWE Group Maßnahmen und Projekte durch, um dem Klimawandel zu begegnen und das Einkommen der Bauern zu erhöhen.

Die Kooperative produziert den REWE Feine Welt Kaffee, der Fairtrade- und Bio-zertifiziert ist. Die Pflanzen werden kontrolliert biologisch angebaut, wodurch das sensible Ökosystem weniger belastet wird. Nach der Ernte werden die Bohnen in der Kooperative verkostet und nach den entsprechenden Kontrollen mit Kleintransportern in die nächstgrößere Stadt Andahuaylas gebracht. Von dort werden sie weiter nach Lima transportiert, um schließlich im Ruhrgebiet geröstet zu werden.

Tee

Der konventionelle Anbau der Teepflanzen erfolgt häufig in Monokulturen und unter einem hohen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Das gefährdet die Artenvielfalt und die Trinkwasserversorgung der Menschen in den Anbaugebieten. Die Arbeiter vor Ort sind zudem mit Herausforderungen wie zu geringen Löhnen, unzureichendem Gesundheitsschutz und mangelnder Arbeitssicherheit konfrontiert. Vor diesem Hintergrund fördert die REWE Group eine nachhaltigere Landwirtschaft in der Teeproduktion und bezieht zertifizierte Ware, die das Siegel Rainforest Alliance trägt. 2017 lag der Anteil zertifizierter Teeprodukte bei REWE und PENNY bei 19 Prozent, im Jahr 2018 konnte der Anteil auf 31,7 Prozent gesteigert werden. Die REWE Group verfolgt das Ziel, diesen Anteil kontinuierlich zu erhöhen.

Bis zum Ende des Berichtszeitraums 2018 wurden sowohl bei REWE als auch bei PENNY die Segmente Grün- und Rooibostee auf 100 Prozent Rainforest Alliance-zertifizierte Rohware umgestellt. Zudem konnte 2018 die Umstellung des Segments Schwarztee von 50 auf 100 Prozent Rainforest Alliance-zertifizierte Rohware abgeschlossen werden.

Anteile zertifizierter Teeprodukte/Rohware bei REWE und PENNY

2016 2017 2018
Zertifizierte Teeprodukte nach Rainforest Alliance, Fairtade und Bio 14% 19% 31,7%
Rainforest Alliance-zertifizierte Rohwaren bei Grün- und Rooibostee
Rainforest Alliance-zertifizierte Rohwaren bei Schwarztee
100%

100%

Fisch

Der steigende Bedarf an Fisch und Meeresfrüchten führt dazu, dass ein Großteil der weltweiten Fischbestände stark unter Druck steht und zum Teil bereits überfischt ist. Die REWE Group hat sich daher im Rahmen ihrer Leitlinie für Fische, Krebs- und Weichtiere dazu verpflichtet, zunehmend Fischprodukte aus nachhaltigerer und zertifizierter Fischerei und Aquakultur zu beziehen und dies dem Verbraucher transparent darzustellen.

Anteile nachhaltigerer Eigenmarken-Fischprodukte der REWE Group in Deutschland

2016 2017 2018
Anteil zertifizierter Produkte (MSC, ASC, GGN) 86 % 88 % 90 %
Anteil der Produkte mit Tracking-Code 85 % 81 % 67 %

Im Sortiment der REWE Group in Österreich sind rund 400 MSC-zertifizierte Fischprodukte bei Eigen- und Industriemarken.

Soja als Futtermittel

In der konventionellen Nutztierhaltung wird für eine ausreichende Eiweißversorgung der Tiere in vielen Fällen auf aus Übersee importierten Sojaschrot zurückgegriffen, der häufig von gentechnisch veränderten Sorten stammt. Die REWE Group hat deswegen in ihrer Leitlinie für Soja als Futtermittel unter anderem die Gentechnikfreiheit von Soja als Anforderung für die Erzeuger von Eigenmarkenprodukten festgelegt. Die Umsetzung dieser Anforderung erfolgt individuell für jede Nutztierspezies. Für den Nachweis der gentechnikfreien Fütterung setzt die REWE Group in Deutschland auf das Siegel des Verbands für Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG). Wie bereits im Vorjahr erhielt im Jahr 2018 das gesamte Frischei-Sortiment der REWE Group in Deutschland das VLOG-Siegel, bei Frischmilch und H-Milch konnte der Anteil von 77 Prozent im Jahr 2016 auf 100 Prozent im Jahr 2018 gesteigert werden. Bei der REWE Group in Österreich stammt das gesamte Frischei- und Frischmilchsortiment aus gentechnikfreier Fütterung.

Anteile der Produkte mit Siegel des Verbands für Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG)

2016 2017 2018
Frischmilch und H-Milch 77 % 99 % 100 %
Frischei-Sortiment 100 % 100 % 100 %

Weitere Informationen zum Engagement der REWE Group in Organisationen und Initiativen siehe Abschnitt Initiativen und Mitgliedschaften.

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