REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2018

Arbeitssicherheit und
Gesundheitsmanagement

Sichere Arbeitsplätze und die Förderung der Gesundheit jedes Mitarbeiters nehmen für Unternehmen eine zentrale Rolle ein. Dazu zählt die Vermeidung von Arbeitsunfällen ebenso wie die Förderung gesundheitlicher Präventionsmaßnahmen. So können längere Ausfälle der Beschäftigten verhindert und die Mitarbeiter geschützt werden. Um die Sicherheit und Gesundheit möglichst effektiv zu gewährleisten, ist es notwendig, diese Aspekte gut in die Unternehmensstrukturen einzubinden.

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Rahmen der Säule Mitarbeiter wurden darüber hinaus fünf Handlungsfelder definiert: Werte und Kultur, Ausbildung und Entwicklung, Gesundheit und Sicherheit, Beruf und Lebensphasen sowie Vielfalt und Chancengleichheit. Mit den Aktivitäten im Handlungsfeld Gesundheit und Sicherheit verfolgt die REWE Group das Ziel, die Arbeitssicherheit sicherzustellen und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu erhalten bzw. zu fördern.

GRI 403: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Managementansatz

Die REWE Group achtet darauf, die jeweils gültigen Gesetze und Standards zum Arbeits- und Gesundheitsschutz einzuhalten, und sorgt für ein sicheres und hygienisches Arbeitsumfeld. Dazu analysiert und kontrolliert das Handelsunternehmen relevante Arbeitsprozesse auf potenzielle Gesundheits- und Sicherheitsrisiken und trifft geeignete Maßnahmen zur Reduzierung.

Gesundheitsmanagement
Das Center of Expertise (CoE) Gesundheit & Innovation ist zuständig für das Gesundheitsmanagement der REWE Group und engagiert sich ergänzend zum klassischen Arbeits- und Gesundheitsschutz konsequent für die Mitarbeiter. Ein wichtiges Ziel ist es, die Gesundheit der Mitarbeiter nachhaltig zu fördern und die Gesundheitsquote so zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, entwickelt und koordiniert das CoE Gesundheit & Innovation Konzepte und koordiniert Projekte und Angebote für die einzelnen Vertriebslinien und ihre Beschäftigten. Dazu zählen Gesundheitsvorsorge-Screenings, Fit.Netz-Angebote (Bewegungs- und Entspannungskurse) und die Initiative LoS! – Lebensphasenorientierte Selbsthilfekompetenz.

Die arbeitsmedizinische Betreuung in Deutschland wird einheitlich durch einen überbetrieblichen Dienstleister für die Vertriebslinien REWE, PENNY, toom Baumarkt und DER Touristik sichergestellt. Der Dienstleister wird national durch das CoE Gesundheit & Innovation sowie in Abstimmung mit den Verantwortlichen in den Geschäftseinheiten und den Fachkräften für Arbeitssicherheit bedarfsgerecht entsprechend den strategischen Zielsetzungen koordiniert.
In der REWE International AG basiert die Gesundheitsförderung auf drei Bereichen: Körper, Soziales und Geist/Wohlbefinden. Ausgehend von Pilotprojekten im Filialbereich gibt es seit 2010 auch ein Programm für die Mitarbeiter in den Zentralen der Handelsunternehmen. Die Aktivitäten der betrieblichen Gesundheitsförderung orientieren sich dabei an der biopsychosozialen Gesundheit der Mitarbeiter und Führungskräfte und gliedern sich in die Elemente: Ergonomie am Arbeitsplatz, Ernährung, Psyche/Entspannung, Sport/Bewegung, Vorsorge und Arbeitszeitflexibilisierung. In diesem Zusammenhang liegt ein Schwerpunkt der REWE International AG auf der Sensibilisierung der Mitarbeiter für physische und psychische Gesundheitsfaktoren.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Die HR-Services Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz führen die Fachkräfte für Arbeitssicherheit in einer Organisationseinheit zusammen – sie betreuen insbesondere die Gesellschaften von Handel Deutschland, toom Baumarkt, Handel und Lager Service sowie REWE Digital Fulfilment Services als interner Dienstleister entsprechend den gesetzlichen Anforderungen. Eine Koordination der sechs regional aufgestellten und übergreifend betreuenden Teams mit ihren Teamleitern erfolgt dabei national über die leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Unter Berücksichtigung der staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften finden regelmäßige Begehungen der Arbeitsstätten, systematische Analysen von Unfällen, Auswertungen der im Arbeitsschutz eingehenden Berichte von Behörden (wie Bezirksregierung, Gewerbeaufsicht, Amt für Arbeitsschutz oder Berufsgenossenschaft) sowie regelmäßige Abstimmungstermine mit Verantwortlichen wie Vertrieb, Bauabteilung etc. und Arbeitsschutzausschuss-Sitzungen statt. Entscheidend ist zudem, Führungskräfte und Mitarbeiter für Arbeitssicherheit sowie gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen und -prozesse zu sensibilisieren. Im Rahmen eines kontinuierlichen Entwicklungsprozesses werden mögliche Handlungsfelder aufgezeigt, Schwerpunkte regelmäßig überprüft und in Abstimmung weiterentwickelt.

Gefährdungen systematisch erfassen und bewerten

Ein Erfolgsfaktor zur systematischen Erfassung und Beurteilung von Gefährdungen liegt in einer effizienten Gefährdungsbeurteilung. Hierzu wird ein System verwendet, das hilft, Gefahrenschwerpunkte zu erfassen, zu bewerten und Vorschläge für geeignete Umsetzungsmaßnahmen zu erarbeiten. Die elektronische Erfassung der Gefährdungen unterstützt die im Arbeitsschutz verantwortlichen Führungskräfte bei ihren systematischen Marktbegehungen. Insbesondere für PENNY, toom Baumarkt und REWE Digital Fulfilment Services (sowie die zu diesen Gesellschaften gehörenden Logistikstandorte) wurde das System „Gefährdungsbeurteilung Online“ der Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW) flächendeckend umgesetzt: Mithilfe eines Tablets, Laptops oder am Markt-PC wird eine elektronische Checkliste mit relevanten Aspekten aufgerufen, um mögliche Risiken zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu entwickeln.

Zur psychischen Gefährdungsbeurteilung werden Mitarbeiterbefragungen und Checklisten hinzugezogen, die so weit wie möglich IT-basiert dokumentiert werden. Außerdem werden mitarbeiterbezogene Instrumente wie Mitarbeiterforen, (Gesundheits-)Zirkel, Arbeitssituationserfassungen und andere moderierte Workshopverfahren zielgruppenspezifisch genutzt.

Als Basisinstrument zur Unterweisung in den REWE- und PENNY-Märkten existieren seit 2012 E-Learnings zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz für alle Filialen. Sie werden von den Beschäftigten und den Führungskräften (mit einem Zusatzmodul „Verantwortung“) durchgeführt. Um das Gelernte nachhaltig zu verankern, finden jährliche Wiederholungen statt. Spezielle Themen, insbesondere örtliche Besonderheiten sowie der Einsatz und die Nutzung von Maschinen und Geräten, werden vor Ort regelmäßig durch die Verantwortlichen mit den Nutzern besprochen. Die interaktive Schulungsunterlage „Azupoly“ vermittelt Auszubildenden bei PENNY im Sinne einer Unterweisung das Wissen auf spielerische Weise. Bereits 2015 wurde Azupoly mit dem Präventionspreis der Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW) ausgezeichnet. Das Programm hat sich seitdem zu einem jährlichen Standardprogramm entwickelt, das zwischenzeitlich auch flächendeckend auf andere Vertriebslinien wie REWE und toom Baumarkt übertragen wurde.

In allen Märkten werden zudem die gesetzlich geforderten Brandschutz- und Evakuierungshelfer sowie Ersthelfer ausgebildet. Die Qualifizierung der Brandschutzhelfer läuft bislang in Form eines spezifischen E-Learnings (PENNY) sowie in Präsenzschulungen (REWE) und wird in beiden Vertriebslinien durch praktische Aspekte wie Löschübungen ergänzt. Die Ausbildung der Ersthelfer wird über zertifizierte anerkannte Anbieter durchgeführt.

Die REWE International AG führt gesetzlich vorgeschriebene Arbeitssicherheitsschulungen durch und überprüft die Betriebsstätten regelmäßig. Darüber hinaus werden kontinuierlich Sicherheitstrainings für Pkw und Lkw umgesetzt. Jeder Mitarbeiter, der einen neuen Firmen-Pkw erhält, muss ein solches Fahrsicherheitstraining absolvieren.

GRI 403-2:

Unfälle, Berufskrankheiten, Ausfalltage und Todesfälle

Die von der REWE Group erhobene Unfallstatistik erfasst die Arbeitsunfälle sowie die damit verbundenen Ausfalltage und ermöglicht eine Auswertung nach Geschlecht und Geschäftsfeld. Die Darstellung erfolgt wie die BGHW-Statistiken entsprechend als meldepflichtige Unfälle pro 1.000 Full Time Equivalents (FTE, deutsch: Vollzeitäquivalente).

2018 stieg die Unfallrate im Vergleich zu 2017 auf 46,1 Unfälle pro 1.000 FTE an und liegt damit weiterhin unter dem Ziel von 48 Unfällen pro 1.000 FTE.

KPI Ziel Status
Unfälle pro 1.000 Full Time Equivalent Bis 2022 das Niveau von 48 Unfällen pro 1.000 FTE halten oder verbessern 46,1

Bedauerlicherweise sind die Arbeits- und Wegeunfälle im Berichtszeitraum gestiegen. In fünf Fällen kam es zu tödlichen Unfällen. Der Krankenstand innerhalb der REWE Group ist im Berichtszeitraum leicht gestiegen und lag 2018 bei 6,7 Prozent (2017: 6,4 Prozent). Der bezahlte Krankenstand lag im Berichtszeitraum bei 4,5 Prozent und ist damit im Vergleich zu 2017 leicht gestiegen (2017: 4,2 Prozent).

Seit der Einführung im Jahr 2008 setzt die REWE Group den kassenartenübergreifenden Gesundheitsbericht regelmäßig ein und diskutiert ihn in unterschiedlichen Gremien. Der Gesundheitsbericht umfasst die bei den größten Krankenkassen in der REWE Group gemeldeten Arbeitsunfähigkeiten. Daten zu Berufskrankheiten werden nicht dokumentiert. Erfahrungen zeigen jedoch, dass bei der REWE Group anerkannte Berufskrankheiten nur in einem geringen Umfang zum Tragen kommen.

Raubüberfälle sind in den Märkten der REWE Group – wie im gesamten Einzelhandel – leider nach wie vor ein aktuelles Thema. Die betroffenen Mitarbeiter können sowohl unter körperlichen als auch psychischen Schäden leiden, was zu längeren Ausfallzeiten führen kann. Eine Akutintervention nach traumatischen Ereignissen, das heißt eine professionelle psychologische Beratung, wird in der REWE Group systematisch eingesetzt.
2018 wurden 180 von Raubüberfällen betroffene Arbeitnehmer in Deutschland und Österreich gemeldet, 15 mehr als im Vorjahr.

Die REWE Group-Dienstleister sind in der Regel selbstständige dezentrale Vertragspartner, sodass Daten zu Unfallraten, Krankenstand und Todesfällen in Bezug auf externe Dienstleister derzeit nicht erfasst werden.

Unfälle, Raubüberfälle und Todesfälle

Gesamt (Scope NH-Bericht) Deutschland Österreich
Art Geschlecht 2016 2017 2018 2016 2017 2018 2016 2017 2018
Unfälle 1.000 FTE* weiblich 40,1 40,7 44,5 47,5 48,7 52,2 16,1 13,9 18,6
männlich 47,1 49,5 49,0 50,6 54,2 53,3 31,9 28,1 28,9
Gesamt 42,6 43,8 46,1 48,6 50,7 52,6 20,9 18,2 21,7
Anzahl verunfallte Mitarbeiter (Arbeits- und Wegeunfälle) weiblich 3.820 4.035 4.549 3.456 3.718 4.114 364 317 435
männlich 2.488 2.751 2.863 2.175 2.471 2.570 313 280 293
Gesamt 6.308 6.786 7.412 5.631 6.189 6.684 677 597 728
Anzahl verunfallte Mitarbeiter (Arbeitsunfälle) weiblich 2.926 3.137 3.475 2.926 3.137 3.475 - - -
männlich 1.938 2.166 2.244 1.938 2.166 2.244 - - -
Gesamt 4.864 5.303 5.719 4.864 5.303 5.719 - - -
Anzahl verunfallte Mitarbeiter (Wegeunfälle) weiblich 530 581 639 530 581 639 - - -
männlich 237 305 326 237 305 326 - - -
Gesamt 767 886 965 767 886 965 - - -
Durch Raubüberfälle betroffene Arbeitnehmer weiblich 119 108 104 119 108 104 - - -
männlich 60 45 65 60 45 65 - - -
Gesamt 201 165 180 179 153 169 22 12 11
Tödliche Unfälle weiblich 1 1 4 1 1 4 - - -
männlich 2 - 1 1 - 1 1 - -
Gesamt 3 1 5 2 1 5 1 - -

In Österreich ist die Trennung in Arbeits- und Wegeunfälle gesetzlich nicht vorgeschrieben, daher ist diese Trennung in den Systemen auch nicht vorhanden und nicht auswertbar. Es wird für Österreich nur die Gesamtzahl Unfälle (Arbeits- und Wegeunfälle) angegeben. In der Gesamtsumme Geltungsbereich NH-Bericht fehlen somit in den Spalten Arbeitsunfälle und Wegeunfälle jeweils die Zahlen aus Österreich.

* FTE = Full Time Equivalent (Vollzeitäquivalent)

Ohne EHA Austria, Mayflor, Commercetools und Zoo Royal.

Ausfalltage durch Unfälle

Geschlecht 2016 2017 2018
Gesamt (Scope NH-Bericht)  weiblich 85.270 89.237 99.789
männlich 42.969 50.475 54.473
Gesamt 128.239 139.711 154.262
Deutschland  weiblich 79.814 85.186 93.559
männlich 38.739 45.521 50.155
Gesamt 118.553 130.706 143.714
Österreich weiblich 5.456 4.051 6.230
männlich 4.230 4.954 4.318
Gesamt 9.686 9.025 10.548

Ohne EHA Austria, Mayflor, Commercetools und Zoo Royal. Aufgrund von Rundungen kommt es zu Abweichungen bei den Summen.

Krankenstand

2016 2017 2018
Region Geschlecht  % % %
Gesamt (Scope NH-Bericht)  weiblich 6,8 6,9 7,3
männlich 5,4 5,5 5,7
Gesamt 6,3 6,4 6,7
Deutschland weiblich 7,6 7,6 8,0
männlich 5,8 5,8 6,0
Gesamt 6,9 7,0 7,2
Österreich  weiblich 4,6 4,8 5,1
männlich 3,9 4,2 4,3
Gesamt 4,4 4,6 4,9

Ohne EHA Austria, Mayflor, Commercetools und Zoo Royal. Aufgrund von Rundungen kommt es zu Abweichungen bei den Summen.

GRI 403-3:

Maßnahmen zur Förderung besonders gefährdeter Berufsgruppen

Hinweise auf Arbeitnehmer, die aufgrund ihrer Tätigkeit eine hohe Erkrankungsrate oder -gefährdung aufweisen, liegen nicht vor.

Gesundheit gezielt fördern und Krankheiten vorbeugen
Um ein gesundheitsbewusstes Verhalten der Mitarbeiter zu fördern, führt die REWE Group verschiedene Projekte durch. Die Präventionskurse des betrieblichen Gesundheitsmanagements in Köln unter dem Namen Fit.Netz weisen eine hohe Teilnehmerzahl auf: In den Jahren 2016 bis 2018 wurden insgesamt 2.715 Kursplätze belegt – davon 1.044 Plätze im Berichtsjahr 2018. Auf Marktebene und in der Logistik spielt insbesondere das Thema Ergonomie am Arbeitsplatz eine große Rolle. Hier verursachen wiederkehrende Bewegungsabläufe sowie falsches Heben, Tragen und Stehen häufig Schmerzen und Ausfalltage. Aus diesem Grund wurden im Berichtszeitraum in vielen Regionen die Ergonomie-Trainings „Heben und Tragen“ und „Kasse“ zur richtigen Einstellung und Gestaltung der Arbeitsplätze, aber beispielsweise auch Aktionstage zum Thema Rückengesundheit durchgeführt. Zudem werden in den Vertriebslinien auf regionaler Ebene vielzählige unterschiedliche präventive Angebote gemacht – dazu zählen Sprechstunden zur persönlichen Beratung an allen Verwaltungsstandorten sowie Gesundheitstage, Fitness-Checks, Krebsvorsorge (Hautscreening), Grippeschutzimpfungen, Ernährungskurse, Nichtraucherkurse, Massage am Arbeitsplatz, individuelle Kurse und Workshops oder Online-Coaching-Kurse in Zusammenarbeit mit der DAK Gesundheit. Die Gesundheitsförderung bei toom Baumarkt beinhaltet außerdem Seminare zum Thema „Gesund managen“ und eine Gesundheitsolympiade in einzelnen Baumärkten.

Das Programm bei der REWE International AG umfasst individuelle Fitness-Einheiten, Beratungen zur Ergonomie am Arbeitsplatz sowie Vorträge zur Stärkung des Gesundheitsbewusstseins. Im Filialbereich werden Vorsorge- und Gesundenuntersuchungen durch eine bezahlte Freistellung für die Zeit der Untersuchung unterstützt. Darüber hinaus werden Schulungen zum richtigen Heben und Tragen sowie ergonomische Gesundheitsschuhe angeboten.

Gemeinsam fit bleiben: „Gemeinsam.topfit“

Mit der Bereitstellung einer Onlineplattform, einer App sowie Printmaterialien, einem E-Learning und einem Film unterstützt die REWE Group ihre Mitarbeiter seit 2019 bei einem gesunden Lebensstil – von Stressbewältigung über Tipps zur Ernährung bis zu Schrittzähleraktionen können die Beschäftigten im Rahmen von „Gemeinsam.topfit“ verschiedene Angebote wahrnehmen. Neben Video- und Audiokursen, Ernährungsplänen, Rezepten und weiteren Inhalten erhalten die Mitarbeiter in einem Job-Info-Modul wertvolle Hinweise zur täglichen Arbeit und körperlichen Tätigkeiten wie dem Heben und Tragen von schweren Waren, dem Einräumen von Regalen und dem Sitzen an der Kasse. Im Herbst 2018 wurde eine Pilotphase durchlaufen, in der die Plattform von ca. 1.100 Mitarbeitern der REWE Group getestet wurde.

Das Projekt „Voll im Leben – Kenn Dein Limit“ der Vollsortimentsregion Südwest richtet sich mit dem Thema Suchtprävention speziell an Jugendliche und junge Beschäftigte. Aufgrund der sehr guten Resonanz ist das Projekt seit 2014 zum festen Bestandteil der Ausbildung bei der gesamten REWE geworden. Im Jahr 2016 hat toom Baumarkt seine Gesundheitsförderung dezentralisiert, sodass in allen Regionen eine Suchtberatung mit ausgebildeten Beratern vor Ort implementiert wurde. Außerdem wurde eine Sprechstunde zur psychosozialen Beratung eingeführt. Diese steht seit April 2016 allen Mitarbeitern an den Kölner Zentralstandorten zur Verfügung.

Weitere Beispiele für das Angebot zur Gesundheitsförderung bei der REWE Group:

  • In den Logistiklagern in der Region Süd werden nach und nach Fitnessräume eingerichtet.
  • In der Region West wurden für Mitarbeiter und Führungskräfte Schulungen zu den Themen „Umgang mit Stress“, „Progressive Muskelentspannung“ und „Gesund managen“ durchgeführt.
  • In der Region Nord/Lehrte wurde zum wiederholten Mal die „Tour de REWE“ veranstaltet, innerhalb derer das REWE Gesundheitsmobil verschiedene Märkte besuchte und Check-up- sowie Informationsmodule wie Cardio- oder Venen-Scans für die Mitarbeiter anbot.
  • Seit Ende 2016 gibt es das JobRad für Mitarbeiter der REWE Group. Das Angebot zum Erwerb eines Dienstfahrrads im Rahmen eines Entgeltumwandlungsmodells wurde seither von über 3.000 Mitarbeitern in Anspruch genommen.
  • Seit 2017 wird in PENNY LIVE (Radio in den Märkten) zweimal wöchentlich vor Marktöffnung „Der Gesundschreiber“ gespielt. Fachexperten und Ärzte geben Ratschläge rund um das Thema Gesundheit. Auch im Instore Radio von BILLA, MERKUR und PENNY in Österreich wird das Thema Gesundheit aufgegriffen: Im Rahmen der Sendungen „Fit in den Frühling“ und „Fit in den Herbst“ werden Bewegungs- und Ernährungstipps gegeben.
Zu den Maßnahmen der REWE International AG in Österreich zählen die konzernweit verpflichtende Führungskräfte-Akademie mit einem Modulschwerpunkt „Gesundes Führen“ und das BILLA-Burnout-Präventions-Curriculum. Zusätzlich besteht die Möglichkeit eines individuellen Coachings für Führungskräfte sowie eines arbeitspsychologischen Coachings für Mitarbeiter. Das Forschungsprojekt „Enable 50+“ der Universität Graz beschäftigt sich mit dem altersgerechten Arbeiten bei der REWE International AG – der Fokus liegt auf den Mitarbeitern in den Märkten. Für ihr hohes Engagement im Bereich Gesundheitsförderung wurde die REWE International AG (Österreich) bereits drei Mal mit dem Gütesiegel „Betriebliche Gesundheitsförderung“ ausgezeichnet.

Auch der Umgang mit Stress und psychischen Belastungen spielt bei der Gesundheitsprävention eine wichtige Rolle. Psychische Belastung wirkt sich auf die Beschäftigungsfähigkeit, Motivation und Arbeitsleistung von Beschäftigten teilweise gravierend aus. Die REWE Group hat deshalb in Kooperation mit dem Institut für gesundheitliche Prävention (IFGP) bereits 2011 das Projekt „LoS! – Lebensphasenorientierte Selbsthilfekompetenz“ ins Leben gerufen. In den Jahren 2013 bis 2018 wurden in zwölf Multiplikatoren-Qualifizierungen kollegiale Erstberater ausgebildet, sodass aktuell rund 170 sogenannte „LoS!-Multiplikatoren“ als Ansprechpartner für Mitarbeiter in kritischen Lebensphasen zur Verfügung stehen. Zur Unterstützung der ehrenamtlichen Tätigkeit der Multiplikatoren werden regelmäßig neue Handlungshilfen entwickelt.

Wiedereinstieg erleichtern: betriebliches Eingliederungsmanagement
Das betriebliche Eingliederungsmanagement unterstützt Mitarbeiter, die nach längerer Krankheit wieder in den Beruf einsteigen. Es orientiert sich an den gesetzlichen Regelungen und berücksichtigt betriebliche Rahmenbedingungen wie den Standort oder Mitarbeiterstrukturen. Darüber hinaus können alle Mitarbeiter der Region Süd das Netzwerk Reha REWE nutzen – ein Kooperationsprojekt von REWE, der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd, Schwaben und Nordbayern sowie verschiedener Rehabilitationskliniken. Es ermöglicht Mitarbeitern beispielsweise eine gezielte, qualitativ hochwertige und arbeitsplatzbezogene Rehabilitation.

Auch in Österreich wurde 2017 das betriebliche Eingliederungsmanagement (Wiedereingliederungsteilzeit) gesetzlich eingeführt.

Weitere Themen aus diesem Bereich:

Beschäftigung

GRI 401

Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis

GRI 402

Aus- und Weiterbildung

GRI 404

Vielfalt und Chancengleichheit

GRI 405

Gleichbehandlung

GRI 406