REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2018

Beschäftigung

Der demografische Wandel sowie Entwicklungen der Digitalisierung und Globalisierung verändern die Arbeitswelt und stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Engagierte und zufriedene Mitarbeiter sind die Grundlage für einen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg – sie zu fördern und an das Unternehmen zu binden, ist heute wichtiger denn je.

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Rahmen der Säule Mitarbeiter wurden darüber hinaus fünf Handlungsfelder definiert: Werte und Kultur, Ausbildung und Entwicklung, Gesundheit und Sicherheit, Beruf und Lebensphasen sowie Vielfalt und Chancengleichheit.

GRI 401: Beschäftigung

Managementansatz

Die REWE Group schafft ein attraktives und faires Arbeitsumfeld für ihre Mitarbeiter. Dazu gehören unter anderem eine faire Entlohnung, zusätzliche betriebliche Leistungen über den Tariflohn hinaus, flexible Arbeitszeitmodelle, die sich an die jeweiligen Bedürfnisse der Mitarbeiter anpassen, und individuelle Angebote, die die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erleichtern.

Die REWE Group begrüßt den im Jahr 2014 in Deutschland eingeführten gesetzlichen Mindestlohn. Beim Einsatz von Fremdfirmen achten die Unternehmen der REWE Group auf die Einhaltung sozialer Mindeststandards. Seit 2011 gilt bei der REWE Group auf nationaler Ebene die „Konzernrichtlinie zum Einsatz von Fremdpersonal“. Diese gilt sowohl für die Zusammenarbeit mit Zeitarbeitsunternehmen als auch für den Einsatz von Fremdkräften im Rahmen von Werk- oder Dienstleistungsverträgen. Nach dieser Richtlinie werden nur Vertragspartner eingesetzt, die zusichern, für ihre Mitarbeiter soziale Mindeststandards und etwaige tarifliche Mindestlöhne sowie den gesetzlichen Mindestlohn einzuhalten. Um sicherzustellen, dass die Vertragspartner die Standards respektieren, hat die REWE Group gemeinsam mit dem TÜV Rheinland ein Auditierungsverfahren entwickelt, welches vom TÜV Rheinland durchgeführt wird. Die Audits werden z.B. in den Bereichen Warenverräumung, Kommissionierung und beim Reinigungspersonal umgesetzt.

Zertifizierung durch das audit berufundfamilie

Seit 2009 lässt sich REWE von der berufundfamilie Service GmbH, einer Initiative der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, gemäß dem „audit berufundfamilie“ zertifizieren. Etwa 2.550 Filialen und Märkte von Kaufleuten, sechs Verwaltungs- und drei Logistikstandorte sind bereits seit einigen Jahren zertifiziert. Damit profitieren rund 102.000 Mitarbeiter von der „audit berufundfamilie“-Zertifizierung. Im Rahmen der Rezertifizierung der Märkte wurde in zahlreichen Workshops und unter Einbeziehung aller Schnittstellen eine neue, ab 2018 gültige Zielvereinbarung erarbeitet.

Als erster Discounter in Deutschland wurde die PENNY Markt GmbH 2018 mit dem Zertifikat „audit berufundfamilie“ für ihre strategisch angelegte familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik ausgezeichnet. Dieses Zertifikat betrifft alle 27.000 Mitarbeiter, die in den Märkten, in der Logistik und der Verwaltung tätig sind.

Seit 2012 trägt die REWE Group Zentrale in Köln das Zertifikat „audit berufundfamilie“ – im Berichtsjahr 2018 wurde sie rezertifiziert.
Die Märkte, die Zentrale und die Logistikstandorte von toom Baumarkt mit seinen rund 15.400 Mitarbeitern sind seit 2016 zertifiziert.
Die REWE International Dienstleistung GmbH in Österreich trägt seit 2013 das Zertifikat der berufundfamilie Service GmbH. Und auch die österreichischen Vertriebslinien BILLA (seit 2015), MERKUR (seit 2016), BIPA (seit 2016) und PENNY (seit 2018) sind nach dem „audit berufundfamilie“ zertifiziert. Insgesamt profitieren so rund 40.300 Mitarbeiter in Österreich vor der „audit berufundfamilie“-Zertifizierung.

Damit ist die REWE Group aktuell das größte Unternehmen Deutschlands, das nach dem „audit berufundfamilie“ zertifiziert ist.

Darüber hinaus wurden der REWE Group vielzählige Auszeichnungen verliehen, wie beispielsweise:

  • Top Arbeitgeber 2018 (Top Employers Institute)
  • Faires Traineeprogramm 2018 (trendence)
  • Best Recruiter 2017/18 in der Kategorie Einzelhandel (BEST RECRUITERS)

Mitarbeiterzufriedenheit
Einen wesentlichen Bestandteil des wertschätzenden Personalmanagements der REWE Group stellen regelmäßige Mitarbeiterbefragungen dar. Sie bilden die Stimmung im Unternehmen ab und zeigen Handlungsbedarfe auf. Im Berichtszeitraum 2018 schrieb die REWE Group etwas mehr als 134.000 Mitarbeiter in den Märkten ausgewählter Vertriebslinien und damit rund 41 Prozent aller Beschäftigten an (davon fast 92.000 Mitarbeiter der REWE-Märkte, rund 23.000 Mitarbeiter aus dem Bereich der Logistik und 19.000 Mitarbeiter aus anderen Vertriebslinien). Knapp die Hälfte (45 Prozent) davon beteiligten sich an der Befragung. Die Auswertung zeigt, dass die Mitarbeiter die Faktoren Identifikation mit dem Unternehmen und Transparenz/Klarheit am besten bewerten. Das Thema Arbeitsorganisation schneidet hingegen etwas schwächer ab. Den einzelnen Vertriebslinien wurden differenzierte Auswertungen zur Verfügung gestellt, sodass auf Basis der Befragungsergebnisse zusammen mit den Mitarbeitern konkrete Maßnahmen in den einzelnen Märkten abgeleitet werden können. Allein für REWE und PENNY wurden insgesamt über 3.000 Marktberichte erstellt.

Maßnahmen und Projekte für ein gutes Beschäftigungsverhältnis

Die REWE Group setzt Maßnahmen und Projekte um, die den Einklang von Beruf und Privatleben erleichtern und ein attraktives Arbeitsumfeld fördern. Beispielsweise wird durch Homeoffice-Möglichkeiten, einen flexibleren Überstundenabbau (mehrere Zeitausgleichstage zusammenhängend, auch vor oder nach Urlaubstagen möglich), den Wegfall der Kernarbeitszeit sowie eine Ausweitung der Rahmenarbeitszeit den Mitarbeitern eine individuellere und flexiblere Gestaltung ihres Arbeitstags ermöglicht. Die Maßnahmen wurden verbindlich innerhalb verschiedener Betriebsvereinbarungen verankert.

Kinderbetreuung
Um den Wiedereinstieg in den Beruf zu erleichtern, wurden in den letzten Jahren unternehmenseigene Kinderbetreuungsangebote sowie in einzelnen Regionen Kooperationsverträge für Kindergartenbelegplätze verstärkt ausgeweitet. Die Betriebskindertagesstätten (Kitas) in Köln beispielsweise haben eine Kapazität von 105 Plätzen. Die DER Touristik belegt 23 Plätze in einer Krabbelstube für Kinder unter drei Jahren. Darüber hinaus gibt es in einzelnen Regionen Deutschlands und in Österreich Kooperationsverträge für Kindergartenbelegplätze und/oder Plätze in privaten Kindergärten zu vergünstigten Preisen. Die REWE Group arbeitet hierbei stetig an einer Erweiterung der Kooperationsverträge.

Mit Kooperationen mehr erreichen: awo lifebalance

Die seit 2008 bestehende Zusammenarbeit der REWE Group mit awo lifebalance (ehemals AWO ElternService) ist mittlerweile deutschlandweit ausgebaut. Somit stehen die Services nun allen Mitarbeitern der Zentral- und Regionalstandorte sowie in den Märkten und Logistikstandorten zur Verfügung. Mit einem breiten Angebot rund um die Beratung und Vermittlung von Leistungen in der Kinderbetreuung und Pflege werden alle Mitarbeiter in Deutschland erreicht. Zusätzlich bietet die REWE Group über den Service awo lifebalance deutschlandweit Ferienfreizeiten an.

Darüber hinaus bestehen in Deutschland und Österreich zahlreiche weitere Unterstützungsmöglichkeiten hinsichtlich der Betreuung während der Ferienzeiten zur Verfügung. Zudem hat die Zentrale in Wien eine „Fenstertagsbetreuung“ eingerichtet. An bestimmten schulfreien Tagen, die für die Eltern kein Feiertag sind, wurden im Jahr 2018 50 Kinder betreut und beschäftigten sich mit Aktionen rund um das Thema Plastik. Auch an den regionalen Standorten bestehen spezielle Vor-Ort-Angebote wie die Kinderbetreuung während Firmenveranstaltungen, Möglichkeiten der Notfallbetreuung oder Spielekisten bzw. Kinderstühle in den Kantinen.
Speziell eingerichtete Eltern-Kind-Büros an allen Zentralstandorten ermöglichen Mitarbeitern, ihre Kinder im Notfall mit zur Arbeit zu nehmen. So können sie ihrer Tätigkeit wie gewohnt nachgehen und gleichzeitig das eigene Kind beim Spielen beaufsichtigen.

In Köln nahmen im Berichtsjahr 18 Kinder am Sportcamp teil.

Toom Baumarkt bietet darüber hinaus vergünstigte Nachhilfestunden für Mitarbeiterkinder an. So soll eine erschwingliche Förderung ermöglicht und Zeugnissorgen verringert werden. Nachhilfestunden für ein Kind eines Mitarbeiters werden mit einer Gehaltszulage von 100 Euro brutto pro Monat für eine Laufzeit von sechs Monaten gefördert. Insgesamt stehen den Mitarbeiterkindern 250 Plätze beim Anbieter Studienkreis zur Verfügung. Auch die Mitarbeiter bei BIPA in Österreich haben seit September 2015 die Möglichkeit, eine vergünstigte Nachhilfe bei der Schülerhilfe zu erhalten.

Pflege von Angehörigen
Die Unterstützung in Pflegesituationen erhält zunehmende Bedeutung. Als Ergänzung zum neuen Familienpflegezeitgesetz hat die REWE Group in den Jahren 2015 und 2016 neue Betriebsvereinbarungen abgeschlossen, die den Beschäftigten weitere Vorteile bieten, wie:

  • Pflege- bzw. Familienpflegezeiten, unabhängig von der Mitarbeiteranzahl, für die Beschäftigten aller Gesellschaften
  • Bezahlte, zweistündige Freistellung von der Arbeit zur Erledigung von Behördengängen und der Bearbeitung notwendiger Anträge zum Thema Pflege
  • Einsatz der Beschäftigten an ihren ursprünglichen Arbeitsplätzen nach Beendigung der Pflege- und Familienpflegezeit, soweit dem nicht dringende betriebliche Gründe entgegenstehen
  • Erste Anlaufstellen durch interne Berater, die betroffenen Mitarbeitern in Gesprächen Hilfestellung und Unterstützung bieten und erste Informationen bereitstellen

Sabbaticals
Die REWE Group bietet eine Freistellung von der Arbeit im Rahmen eines Sabbaticals an und stößt damit auf positive Resonanz: Insgesamt nahmen im Berichtsjahr 159 Mitarbeiter das Angebot wahr. Das Sabbatical ermöglicht den Beschäftigten, sich innerhalb von zwölf Monaten ohne Angabe von Gründen bis zu sechs Monate vollständig von der Arbeit freistellen zu lassen. Während der Auszeit wird ein entsprechend angepasstes Gehalt ausbezahlt, wodurch eine fortlaufende Sozialversicherung bestehen bleibt.

GRI 401-1:

Neu eingestellte Angestellte und Angestelltenfluktuation

Die Fluktuationsrate der REWE Group-Mitarbeiter ist seit Jahren relativ stabil und bewegt sich zwischen 17 und 20 Prozent. Im Vergleich zu 2017 (18,2 Prozent) stieg die Fluktuationsrate im Berichtsjahr 2018 auf 19,5 Prozent. Der Branchendurchschnitt lag in Deutschland im Jahr 2017 bei 29,7 Prozent*. Auch die Personaleintrittsrate bei der REWE Group stieg von 19 Prozent (2017) auf 20,9 Prozent im Jahr 2018.

* Informationen aus dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Ausgabe 18, 2018. Kennzahl enthält die Branchen Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kraftfahrzeugen.

Eintritte und Austritte

2018 ✓
bis 30 Jahre 31-50 Jahre älter als 50 Jahre w m D AU
Eintritte 20991 14541 3822 24274 15080 27968 11386
Austritte -17412 -13332 -6123 -22973 -13894 -26374 -10493
2017
bis 30 Jahre 31-50 Jahre älter als 50 Jahre w m D AU
Eintritte 19367 13155 3238 22527 13233 25410 10350
Austritte -15745 -12022 -5256 -20872 -12151 -23302 -9721
2016
bis 30 Jahre 31-50 Jahre älter als 50 Jahre w m D AU
Eintritte 18174 12028 2855 21116 11941 23149 9908
Austritte -14576 -10485 -4816 -19107 -10770 -21189 -8688

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Fluktuation nach Geschäftsfeldern in Prozent

Handel Deutschland Handel International Baumarkt Touristik Sonstige Gesamt (Scope NH-Bericht)
2016 16.0 21.5 12.1 11.2 27.3 17.2
2017 16.7 23.7 12.4 10.7 29.3 18.2
2018 ✓ 18.0 25.1 13.2 11.7 33.4 19.5

Fluktuation nach Geschlecht und Alter in Prozent

2016 2017 2018
Fluktuation gesamt 17,2 18,2 19,5
Fluktuation Frauen 15,6 16,3 17,4
Fluktuation Männer 21,1 22,6 24,4
Fluktuation Altersgruppe bis 30 J. 33,8 35,5 38,5
Fluktuation Altersgruppe 31 bis 50 J. 12,8 14,2 15,3
Fluktuation Altersgruppe ab 50 J. 9,9 10,0 10,9

GRI 401-3:

Elternzeit

Werdende Eltern erhalten vor und während ihrer Elternzeit Unterstützung – beispielsweise durch Informationsveranstaltungen zum Thema Elternzeit und Wiedereinstieg. In Österreich erhalten Mitarbeiter bei BILLA neben Informationsmaterial zu Schwangerschaft, Karenz und Rückkehr in den Beruf zur Geburt eine „BILLA Babybox“ mit Informationen und Produkten. In der Elternzeit findet die sogenannte „Karenzjause“ statt, ein informelles Treffen von Eltern in Elternzeit mit ihren Kindern. Bei BIPA wird ein Informationspaket und -gespräch mit den werdenden Müttern angeboten. Außerdem fördert BIPA den Papa-Monat und die Väterkarenz. Unterschiedliche Teilzeitmodelle sowie Jobsharing unterstützen Wiedereinsteiger.

Rückkehr aus der Elternzeit
Die REWE Group setzt sich verstärkt für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein und gestaltet ihren Mitarbeitern die Rückkehr in den Beruf so einfach wie möglich. 2018 nahmen 10.967 Mitarbeiter in Deutschland und Österreich Elternzeit in Anspruch, davon waren 942 Mitarbeiter männlich und 10.025 weiblich. Im Berichtszeitraum sind 3.818 Mitarbeiter wieder an den Arbeitsplatz zurückgekehrt. 86,5 Prozent der Mitarbeiter, die 2017 aus der Elternzeit zurückgekehrt sind, waren zum 31. Dezember 2018 noch bei der REWE Group beschäftigt. Der Anspruch auf Elternzeit ist in Deutschland und Österreich gesetzlich geregelt.

Anzahl der Beschäftigten, die Elternzeit in Anspruch genommen haben

2016 2017 2018
w 9.155 9.564 10.025
m 686 841 942
Gesamt (Scope NH-Bericht) 9.841 10.405 10.967

Anzahl der Beschäftigten, die nach Elternzeit* wieder an den Arbeitsplatz zurückgekehrt sind

2016 2017 2018
w 2.692 2.829 2.977
m 578 727 841
Gesamt (Scope NH-Bericht) 3.270 3.556 3.818

* Vollzeit bzw. in Teilzeit oder geringfügig beschäftigt im Rahmen der Elternzeit

Anzahl der Beschäftigten, die zwölf Monate nach ihrer Rückkehr aus der Elternzeit (Ende der Elternzeit) noch im Unternehmen beschäftigt sind

Anzahl in % aller Männer und Frauen, die 2016 aus der Elternzeit zurückgekehrt sind Anzahl in % aller Männer und Frauen, die 2017 aus der Elternzeit zurückgekehrt sind Anzahl in % aller Männer und Frauen, die 2018 aus der Elternzeit zurückgekehrt sind
2016 2017 2018
Weiblich Austritt innerhalb von 12 Monaten 233 12,4 227 10,5 326 12,9
nach 12 Monaten noch im Unternehmen beschäftigt 1.652 87,6 1.931 89,5 2.202 87,1
Weiblich gesamt 1.885 2.158 2.528
Männlich Austritt innerhalb von 12 Monaten 67 16,8 67 12,5 112 15,7
nach 12 Monaten noch im Unternehmen beschäftigt 332 83,2 470 87,5 603 84,3
Männlich gesamt 399 537 715
Gesamt Austritt innerhalb von 12 Monaten 233 12,4 294 10,9 438 13,5
nach 12 Monaten noch im Unternehmen beschäftigt 1.652 87,6 2.401 89,1 2.805 86,5
Gesamt 1.885 2.695 3.243

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GRI 406