REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2018

Projekte und Förderungen

Als international agierendes Handelsunternehmen trägt die REWE Group auch Verantwortung über das Kerngeschäft hinaus. Mithilfe von starken und langfristigen Partnerschaften sowie engagierten Mitarbeitern setzt das Unternehmen eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte und Maßnahmen um, die der Gesellschaft zugutekommen.

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Rahmen der Säule Gesellschaftliches Engagement wurden darüber hinaus vier Handlungsfelder definiert, um zielgerichtete Maßnahmen zu entwickeln: Bewusste Ernährung und Bewegung, Chancen für Kinder und Jugendliche, Bewusster Umgang mit Lebensmitteln sowie Artenvielfalt und Umweltschutz. Mit der Durchführung von Projekten verfolgt die REWE Group das Ziel, die einzelnen Handlungsfelder voranzutreiben.

GRI 203: Indirekte ökonomische Auswirkungen

Managementansatz

Die REWE Group versteht sich als Good Corporate Citizen – das heißt, sie übernimmt im Rahmen ihrer Möglichkeiten Verantwortung dort, wo sie wirtschaftlich tätig ist und wo Hilfe benötigt wird. Sie engagiert sich besonders für Kinder und Jugendliche und setzt sich für eine gesunde Ernährung und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln ein (siehe dazu auch Abschnitt Gesellschaftliches Engagement).

GRI 203-1:

Infrastrukturinvestitionen und geförderte Dienstleistungen

Die REWE Group fördert Investitionen in Infrastruktur und Dienstleistungen an ihren Standorten sowie in Destinationen und Ländern, in denen besondere Unterstützung dringend erforderlich ist. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf langfristigen Partnerschaften mit gemeinnützigen Organisationen. Ein weiterer Fokus liegt darauf, den Zugang zu Bildung zu verbessern, etwa durch den Bau von Schulen und die Unterstützung von Bildungseinrichtungen. Im Folgenden werden ausgewählte Projekte aus dem Berichtszeitraum vorgestellt.

Unterstützung der Tafeln
So gehört die REWE Group seit 1996 zu den Hauptunterstützern der bundesweit mehr als 940 lokalen Tafeln. Zudem ist die REWE Group seit vielen Jahren Sponsor zahlreicher Veranstaltungen des Dachverbands Tafel Deutschland e.V. Im Jahr 2018 unterstützte die REWE Group die Jubiläumsveranstaltung zum 25. Geburtstag der Tafeln und den Bundestafeltag.
Seit 2009 können Kunden die Tafeln im Rahmen der jährlichen Aktion „Gemeinsam Teller füllen!“ mit dem Kauf einer sogenannten Tafeltüte unterstützen. Dabei werden Lebensmittel zur Verfügung gestellt, die aufgrund ihrer langen Haltbarkeit eher selten gespendet werden, wie zum Beispiel Nudeln, Reis, Schokolade oder Marmelade. Im November 2018 konnten die Kunden in den REWE-Märkten und beim REWE Lieferservice in einem Zeitraum von zwei Wochen Tafeltüten im Wert von fünf Euro spenden. In diesem Rahmen gingen rund 505.000 Spendentüten in einem Wert von 2,53 Millionen Euro an die Tafel. Die Vertriebslinie REWE spendete dabei 40.000 Tüten.

Gemeinsam für Haiti
Seit dem schweren Erdbeben im Jahr 2010 engagiert sich die REWE Group in Kooperation mit der Kindernothilfe Haiti für einen besseren Zugang zu Bildung für Kinder und Jugendliche. Durch die Unterstützung der REWE Group und das starke Engagement der Mitarbeiter kam bisher eine Spendensumme von knapp vier Millionen Euro zusammen. Das Geld wurde vor allem dem Wiederaufbau der zerstörten Schule Collège Véréna in einem Armenviertel von Port-au-Prince gewidmet, in die rund 1.500 Kinder gehen können. Zudem wurden neue Bildungsprojekte für Restavèk-Kinder – Kinder aus ländlichen Regionen, die von ihren armen Familien als Arbeitskräfte zu Gastfamilien in die Stadt geschickt wurden – initiiert, um ihnen eine schulische Grundausbildung zukommen zu lassen. Weiterhin rief die REWE Group ein Stipendienprogramm ins Leben, um besonders bedürftigen Absolventen des Collège Véréna sowie Restavèk-Kindern eine Berufsausbildung oder ein Studium zu ermöglichen. Die Kooperation mit der Kindernothilfe ist bis mindestens 2020 angelegt, um die neu gebaute Schule weiter zu unterstützen und das Engagement in den weiteren Bildungsprojekten fortzuführen und auszuweiten.

Die DER Touristik Foundation
Die DER Touristik Foundation wurde 2014 als gemeinnütziger Verein von der DER Touristik ins Leben gerufen. Damit bekennt sich die DER Touristik als international agierender Reisekonzern zu ihrer sozialen Verantwortung gegenüber den Menschen und der Natur in den Reiseländern. Anspruch ist es, die Kraft des Tourismus zu nutzen, um die Vielfalt unserer Erde zu schützen und die wirtschaftliche Entwicklung in den gastgebenden Ländern zu fördern. Mit der DER Touristik Foundation wird das gesellschaftliche Engagement der DER Touristik über die Geschäftstätigkeit hinaus gebündelt und sichergestellt, dass die Förderprojekte wirksam und nachhaltig unterstützt werden.

Die DER Touristik Foundation setzt sich dafür ein, die sozialen und wirtschaftlichen Lebensumstände der Menschen und die ökologischen Lebensräume in weniger entwickelten touristischen Regionen weltweit zu fördern und zu schützen. Bildungsmaßnahmen sollen Zukunftsperspektiven schaffen und die Menschen vor Ort befähigen, Armut und Ungleichheit zu verringern, zu Wachstum und Wohlstand beizutragen und sich für den Erhalt der Natur und Tierwelt einzusetzen.

Zugang zu Bildung: Schulbau weltweit

Seit 2014 wurden der Bau und die Renovierung von mehr als 45 Schulen in 21 Ländern auf fünf Kontinenten durch die DER Touristik Foundation vorangetrieben. Alleine im Jahr 2018 konnten mithilfe der Spendengelder insgesamt sieben Schulbauprojekte in Afrika (Kenia, Namibia, Tansania, Uganda) und Asien (Kambodscha, Sri Lanka) umgesetzt werden. Durch diese Unterstützung erhalten benachteiligte Kinder und Jugendliche Zugang zu Bildung und damit erhöhte Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben.

„Know one teach one“ (KOTO): Bildungsprojekt in Vietnam
Die DER Touristik Foundation startete 2016 die finanzielle Unterstützung der vietnamesischen Bildungseinrichtung KOTO. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, stark benachteiligten und gefährdeten Jugendlichen eine Berufsausbildung zu ermöglichen, die sie für eine Tätigkeit in der Gastronomie und im Tourismus qualifiziert. Mit den Fördermitteln wurde 2018 mit der Renovierung und dem Ausbau eines KOTO-Trainingsrestaurants in Hanoi begonnen, in dem die Schüler ihre praktische Ausbildung absolvieren. Sie sollen hier ein verbessertes Lernumfeld für ihre Ausbildung erhalten, praktische Erfahrung sammeln und ihr Selbstbewusstsein im Umgang mit den Gästen stärken. Die Unterstützung folgt dem Leitsatz der „Hilfe zur Selbsthilfe“, denn KOTO möchte durch die Einnahmen im Restaurant mittel- bis langfristig finanziell unabhängig werden.

Regionales Entwicklungsprojekt in Tansania
Die DER Touristik Foundation unterstützt seit 2016 verschiedene Entwicklungsprojekte in Tansania, die der Bevölkerung im Simanjiro-Distrikt südlich des Kilimandscharo zugutekommen. Dort wurden 2018 die Sanierung und der Bau neuer Klassenräume an zwei Grundschulen (Malambo und Kampuni) finanziert. Aufgrund der wachsenden Bevölkerung in der Region ist der Bedarf an neuen Schulplätzen sehr groß. Ziel ist es, eine förderliche Lernumgebung zu schaffen, damit sich mehr Schüler für den Besuch der Sekundarschule qualifizieren können.

Den Start in eine bessere Zukunft verspricht auch das gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Upendo e.V. und örtlichen Organisationen geplante Handwerkerzentrum (Vocational Training Center). 2018 erfolgten die Grundsteinlegung und der Bau von notwendigen Wasserbrunnen. Die neue Bildungseinrichtung soll 2019 eröffnet werden und vermittelt im Rahmen einer dualen Ausbildung handwerkliche Kompetenzen und praktische Erfahrung direkt vor Ort, wie beispielsweise im Rahmen von Schulbauprojekten. Gut ausgebildete Jugendliche erhalten eine Jobchance, Erwerbsgrundlage und eine Zukunftsperspektive in ihrer Region.

Durch die Nähe zu den angrenzenden Nationalparks, wie dem Tarangire-Nationalpark, kommt dem Natur- und Artenschutz ebenfalls eine wichtige Bedeutung in dieser Region zu. Seit 2017 fördert die DER Touristik Foundation das Umweltbildungsprogramm „Living in Harmony with Nature“ an verschiedenen Sekundarschulen im Simanjiro-Distrikt. Langfristiges Ziel ist es, bei den Jugendlichen ein stärkeres Bewusstsein für die Bedeutung der Wildtiere und die Erhaltung der natürlichen Ressourcen zu schaffen und damit die Folgen des Tier-Mensch-Konflikts zu reduzieren.

Care Center in Kleinmond (Südafrika)
Die DER Touristik Foundation möchte den Kindern und Jugendlichen aus Kleinmond (Südafrika) neue Perspektiven aufzeigen. Die Township von Kleinmond hat mit vielen Problemen zu kämpfen: Armut, Arbeits- und Perspektivlosigkeit und daraus resultierend Teenager-Schwangerschaften, Drogenmissbrauch sowie Gewalt und Bandenkriminalität. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, unterstützt die DER Touristik Foundation seit 2018 den Aufbau eines neuen Jugendzentrums für Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren. Das Angebot umfasst die Themen Gesundheit (Mittagessen, Drogenberatung, psychologische Betreuung), Bildung (Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe, Computerkurse) und Freizeit (Sport, Teamwork, Förderung persönlicher Skills). Die Jugendlichen sollen entsprechend ihren Fähigkeiten unterstützt werden.

Sanitäre Versorgung und Hygiene in Indien
Die REWE Far East Ltd. ist sich ihrer Verantwortung als Beschaffungsorganisation der REWE Group bewusst und unterstützt seit Januar 2017 das „Water, Sanitation and Hygiene“-Projekt – kurz WASH – von Save the Children in Indien. Die unzureichende Versorgung mit Trinkwasser, mangelnde sanitäre Anlagen und nahezu keine Hygieneaufklärung gehören zu den Hauptursachen für die hohe Kindersterblichkeit in den informellen Siedlungen marginalisierter Bevölkerungsgruppen in Delhi. Unzureichender Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung führt außerdem zu verminderten Bildungschancen, Ernährungsunsicherheit und geringerem Einkommen der Familien aufgrund von krankheitsbedingten Ausfallzeiten. Eine Verbesserung der sanitären Grundversorgung und der Hygienesituation, wie beispielsweise das regelmäßige Händewaschen mit Seife, reduziert die Anzahl von tödlich verlaufenden Durchfallerkrankungen bereits um zwei Drittel.

Ziel des Projekts ist es, Kindern und ihren Familien in Delhi den Zugang zu sanitärer Infrastruktur und sauberem Trinkwasser zu ermöglichen sowie gleichzeitig über Hygienemaßnahmen aufzuklären. In Grundschulen und Zentren des integrierten Kinderentwicklungsprogramms der indischen Regierung (Integrated Child Development Services – ICDS) wird Kindern der richtige Umgang mit Hygiene und Wasser vermittelt – zum Beispiel das Händewaschen vor dem Essen und nach dem Toilettengang. Zudem werden sanitäre Anlagen inklusive Toiletten und Waschbecken errichtet beziehungsweise instand gesetzt.

Das Projekt wird in drei Slumgebieten, in sieben ICDS-Zentren sowie in vier Grundschulen in Süd-Delhi implementiert. Durch zusätzliche Schulungen werden weitere 40 Grundschulen und ICDS-Zentren einbezogen. Neben dem Toilettenkomplex wurden „Wasser-Geldautomaten“ installiert, in denen sauberes und gefiltertes Wasser für ein Fünftel des normalen Preises gekauft werden kann. Darüber hinaus werden Solarmodule installiert, um den Toilettenkomplex nachhaltig mit Strom zu versorgen.

Bis Dezember 2018 konnten REWE Far East und Save the Children innerhalb der ersten zwei Jahre des Projekts 4.864 Kinder und Erwachsene direkt erreichen. Um die Nachhaltigkeit des Projekts sicherzustellen und ein hohes Maß an Eigenverantwortung zu gewährleisten, sind die Community-Mitglieder eng in die Identifikation, Planung, Organisation und Durchführung von Projektaktivitäten eingebunden. Darüber hinaus werden die im Rahmen des Projekts errichteten und sanierten Toilettenanlagen an die Gemeinden, die während des Projekts bezüglich ihrer Verwaltung und Wartung geschult werden, übergeben.

GRI 203-2:

Erhebliche indirekte ökonomische Auswirkungen

Mit rund 15.600 Märkten und Reisebüros hat die REWE Group national sowie international insgesamt rund 360.000 Mitarbeiter. Durch die Eröffnung neuer Märkte profitieren die Gemeinden zudem von Infrastrukturinvestitionen, Steuern und Abgaben sowie von den vielfältigen sozialen Aktionen der Mitarbeiter, Marktleiter und selbstständigen Kaufleute. Die REWE Group gibt so wichtige Impulse für die Entwicklung und Förderung der Regionen, in denen die Märkte ansässig sind. Darüber hinaus engagiert sich die REWE Group aktiv für Kinder und Jugendliche und legt einen Schwerpunkt auf Themen, die mit ihrer Geschäftstätigkeit verbunden sind.

Gesunde Ernährung und Bewegung
Seit 2000 unterstützt die REWE Group als Gründungsmitglied und Vorstandsmitglied den Verein „5 am Tag“ bei dem Ziel, den Verzehr von Obst und Gemüse auf fünf Portionen am Tag zu steigern und eine gesunde Ernährung von Kindern zu fördern. Um einen gesunden Lebensstil bei Kindern zu fördern, verteilt REWE zudem jährlich Schultüten an Erstklässler. Sie enthalten unter anderem Obst und Gemüse sowie kindgerecht aufbereitete Informationen zur Ernährung.

Mit der Power Kiste gesund in den Tag

Mit der Tafel Deutschland e.V. und weiteren Partnern stellt REWE teilnehmenden Schulen sogenannte Power Kisten mit wechselnden und von Ernährungsexperten ausgewählten Lebensmitteln für die Zubereitung eines Frühstücks in der Klassengemeinschaft zur Verfügung. So soll Kindern ein gesunder Start in den Tag ermöglicht werden. Ende 2018 erhielten 14 Schulen und damit circa 1.600 Kinder täglich von Montag bis Freitag die Power Kiste. Im gesamten Schuljahr 2017/18 wurden so über 230.000 Mahlzeiten zur Verfügung gestellt. Unterstützt wird das Projekt durch Spenden unter anderem von Chiquita, Danone, Ehrmann, FrieslandCampina, Mondelez, Nestlé, Unilever, Zentis und den zur REWE Group gehörenden Produktionsbetrieben Glocken Bäckerei und Wilhelm Brandenburg.

In vielen Regionen in Deutschland fördert REWE außerdem die Durchführung von Ernährungsworkshops. Je nach Region werden sie mit dem ArbeitsKreisNeueMedien oder expika veranstaltet. Ziel der Workshops ist es, Kinder in Kindertageseinrichtungen zu motivieren und sie darin zu unterstützen, spielerisch etwas über gesunde Ernährung zu lernen. Dafür werden die neuen Medien in der täglichen Bildungsarbeit zeit- und kindgemäß genutzt. Über 170.000 Kinder haben bereits an einem Workshop teilgenommen.

Chancen für Kinder und Jugendliche
Die REWE Group engagiert sich seit Langem gezielt für Projekte, die die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fördern. Ein wichtiger Ansatz ist dabei die Unterstützung von Freiwilligen, die Wissen und Erfahrung im direkten Kontakt weitergeben.

Als Wirtschaftspartner Erfahrungen teilen: Lernen macht Schule

Durch die Bildungs- und Integrationsinitiative „Lernen macht Schule“ lernen Kinder sozial benachteiligter Familien und Studenten der Wirtschaftsuniversität Wien mit- und voneinander. Rund 120 Lernbuddies der Universität betreuen jedes Semester etwa 240 Kinder und Jugendliche in Caritas-Einrichtungen. Durch die Stärkung der Persönlichkeit und einen intensiven Austausch profitieren beide Seiten. Die REWE International AG fungiert als Wirtschaftspartner.

Als weiteres Mentoringprojekt setzt die REWE Group das Patenschaftsprogramm EHRENSACHE in Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation Joblinge um, die Praktika und Einstiegsqualifizierungen an sozial benachteiligte Jugendliche vermittelt.

Um die motorische und soziale Entwicklung schon im frühen Kindesalter zu fördern, unterstützt REWE gemeinsam mit Aktion Mensch und Procter & Gamble die Errichtung inklusiver Spielplätze. Seit April 2018 fließt mit jedem Kauf eines Procter & Gamble-Produkts eine Spende von einem Cent in die Aktion „Stück zum Glück“. Mit dem Geld werden in einem Zeitraum von drei Jahren neue inklusive Spielplätze gebaut und bereits bestehende erweitert.

Deutschland und Österreich spenden durch Aufrunden
Die Vertriebslinie PENNY hat im November 2018 mit dem Förderpenny gestartet. Kunden können an der Kasse auf den nächsten Zehn-Cent-Betrag aufrunden – die Summe wird anschließend an Organisationen gespendet, die sich für die Kinder- und Jugendförderung in der Nachbarschaft engagieren. Die Spendenempfänger sind damit Gewinner des PENNY-Förderkorbs in ihrer Nachbarschaftsregion.
Im Rahmen von „Aufrunden“ engagiert sich die REWE International AG in Österreich mit den Handelsfirmen BILLA, MERKUR, BIPA und PENNY. Dank der langjährigen Unterstützung der Kunden kam bis Ende 2018 eine Spendensumme von knapp 900.000 Euro zusammen. Gefördert werden Projekte der Caritas, wie Lerncafés, spezielle Bildungsprogramme oder Mutter-Kind-Häuser.

PENNY-Förderkorb unterstützt lokale Kinder- und Jugendförderung

Mit dem PENNY-Förderkorb unterstützt die Vertriebslinie PENNY seit 2015 lokale gemeinnützige Organisationen, die sich in der Kinder- und Jugendförderung engagieren. 2018 vergab PENNY Fördergelder in Höhe von 250.000 Euro. Nachdem sich die Organisationen beworben haben, wählt eine Jury pro Nachbarschaftsregion drei Favoriten aus, die ein Preisgeld erhalten. Und auch die Kunden haben die Möglichkeit, für eine Organisation aus ihrer Nachbarschaft abzustimmen. Diejenigen Organisationen mit den meisten Stimmen erhalten für ein Jahr lang die Spenden aus der Initiative Förderpenny.

Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe
Seit 2014 kooperiert toom Baumarkt mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Ziel ist es, im lebendigen Austausch miteinander Barrieren abzubauen und Kunden die Themen Inklusion und Vielfalt näherzubringen. Zu diesem Zweck unterhalten 40 toom Baumärkte im gesamten Bundesgebiet Partnerschaften mit Einrichtungen der Lebenshilfe in ihrer Stadt oder Region. Das Engagement setzt sich aus folgenden Projektschwerpunkten zusammen:

  • Lokale Aktionen an den toom Baumärkten – etwa gemeinsamer Verkauf von Weihnachtsbäumen.
  • Veröffentlichung der Broschüre „Selbermachen leicht gemacht“ zu drei beliebten Heimwerkerthemen in Leichter Sprache.
  • Werkstattaußenplätze für Menschen mit Behinderung im toom Baumarkt.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Inklusion von Arbeitnehmern. So hat toom Baumarkt bereits in 14 Märkten ausgelagerte Arbeitsplätze von Lebenshilfe-Werkstätten eingerichtet.

Bewusster Umgang mit Lebensmitteln
Die REWE Group ist bestrebt, dass Lebensmittelverschwendung auf ein Minimum reduziert wird. Dafür engagiert sie sich in den vorgelagerten Erzeugerstufen und in den eigenen Märkten. Moderne Prognosesysteme und automatisierte Bestellverfahren, unterstützt durch die kaufmännische Erfahrung der Mitarbeiter, ermöglichen schon heute eine sehr gute und bedarfsgerechte Versorgung der Märkte mit frischer Ware. Kurze Transportwege zwischen Lagerstandorten und den Märkten, eine lückenlose Kühlung von der Herstellung bis ins Regal, aber auch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter tragen dazu bei, die Verlustquoten auf ein Minimum zu reduzieren. Mittlerweile verkaufen PENNY und REWE im Jahresdurchschnitt bis zu 99 Prozent ihrer Lebensmittel. Das Gros des verbleibenden Prozents stellt REWE bereits seit 1996 und PENNY seit 2007 kostenlos den bundesweit rund 940 lokalen Tafel-Initiativen zur Verfügung. Das gilt für Lebensmittel, die nicht mehr verkauft, aber dennoch bedenkenlos verzehrt werden können.

Da ein Großteil der Lebensmittelverluste bei den Verbrauchern anfällt, setzt die REWE Group auf Information und Aufklärung ihrer Kunden. Die Vertriebslinie PENNY engagiert sich seit Jahren zu diesem Thema. Neben den regulären Aktivitäten zur Sensibilisierung der Verbraucher, beispielsweise zur richtigen Lagerung von Lebensmitteln oder der kreativen Verwertung von Resten, hat PENNY im Jahr 2018 mit zwei reichweitenstarken Youtube-Bloggern zusammengearbeitet, um insbesondere die jüngere Zielgruppe für das Thema Food Waste zu sensibilisieren.

PENNY-Azubis gegen Lebensmittelverschwendung

PENNY engagiert sich seit dem Start im Jahr 2016 in dem EU-Forschungsprojekt „Refresh“ und hat im Zuge dessen bereits Pilotprojekte umgesetzt. So durchliefen 2017 und 2018 alle PENNY-Azubis eine Schulung zum Thema Food Waste und wurden auf diese Weise für das Thema sensibilisiert und aufgeklärt. Zudem wurden die Azubis aufgerufen, an einem Ideenwettbewerb teilzunehmen und kreative Tipps gegen Lebensmittelverschwendung einzureichen. Die Gewinner aus den rund 200 Einsendungen wurden zu einer kulinarischen Trendexpedition nach Köln geladen, um Konzepte zu besuchen, die sich der Wertschätzung von Lebensmitteln auf ganz unterschiedliche Art und Weise verschrieben haben. Abgeschlossen wurde der Abend mit einer sogenannten „Schnippeldisco“ – ein gemeinsames kreatives Kochen in entspannter Atmosphäre unter Anleitung eines jungen Kochs.

Im Jahr 2019 wurde PENNY für die Kampagne zum Mindesthaltbarkeitsdatum „Kostbares Retten“ und die Naturgut Bio-Helden mit dem „Zu gut für die Tonne!“ Bundespreis in der Kategorie Handel ausgezeichnet. Bereits 2018 erzielte PENNY mit den Naturgut Bio-Helden beim Bundespreis den 2. Platz in der Kategorie Handel.

In deutschen Hotels entstehen 200.000 Tonnen Lebensmittelabfälle pro Jahr, von denen ein Großteil vermeidbar wäre. Um diesen Zustand zu verbessern, hat sich die DER Touristik an dem Projekt „Vermeidung von Lebensmittelverschwendung in Hotels“ beteiligt. Gemeinsam mit der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris e.V. und der Organisation United Against Waste e.V. wurden über ein Jahr lang Untersuchungen in ausgewählten Hotels in Griechenland, in der Türkei und in Italien durchgeführt. Ziel war es, praktische Maßnahmen gegen die Lebensmittelverschwendung zu entwickeln und umzusetzen.

Food-Waste-Vermeidung auf Rhodos

Eines der Projekthotels war das lti Asterias Beach Resort auf Rhodos, das zur DER Touristik gehört. Im ersten Schritt wurden alle Lebensmittelreste in der Küche gesammelt und in Abfälle aus dem Lager, Produktionsabfall, Überproduktion und Tellerrücklauf sortiert. Mithilfe eines Abfall-Analyse-Tools wurden die Abfallmengen über mehrere Wochen systematisch gemessen und auf dieser Grundlage Einsparpotenziale ermittelt und Maßnahmen entwickelt. Größte Herausforderung dabei stellte das in allen teilnehmenden Hotels übliche „All you can eat“-Konzept dar, welches zu überdurchschnittlich hohen Tellerrückläufen führt.

Seit dem Sommer 2017 wird im lti Asterias das neue Konzept zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen umgesetzt. So wurde beispielsweise für das À-la-carte-Restaurant ein Vorbestellsystem eingeführt. Gäste können ihre Speisewünsche einen Tag vorher an der Rezeption angeben, was der Küche eine bessere Planung ermöglicht. Auch die Einführung von mehr „Live Cooking“ als Ergänzung zum Buffet erwies sich als sehr erfolgreich. Die Portionen können dadurch besser bemessen werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sensibilisierung der Gäste für das Thema. Vor allem die aufgestellten Informationen über Lebensmittel aus der Region und lokale Spezialitäten führten zu einem bewussteren Umgang mit dem Essen.

Eine Kontrollmessung im Oktober 2017 ergab, dass Lebensmittelabfälle durch die ersten umgesetzten Maßnahmen um durchschnittlich 18 Prozent reduziert wurden. Bei den Mittag- und Abendessen lag die Reduzierung der Abfälle zwischen 30 und 60 Prozent. Darüber hinaus bestätigt das Ergebnis des Projekt-Abschlussberichts, dass rund 400 Kilogramm Lebensmittelabfälle pro Woche in einem Hotel eingespart werden können.

Seit 2018 weitet die DER Touristik das Konzept auf weitere eigene Hotels aus. Unter anderem sollen Mitarbeiter aus dem Food & Beverage-Bereich zum nachhaltigen Speiseangebot und zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen geschult werden. Das Hotel lti Bellevue Park in Tunesien machte mit einem Sensibilisierungsworkshop den Anfang.

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Kinderschutz

GRI 413