REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2018

Green Building

Die REWE Group betreibt in ganz Deutschland und Österreich Märkte. Beim Betrieb der Märkte werden jeden Tag Energie und weitere Ressourcen eingesetzt. Diesen Verbrauch systematisch zu reduzieren und die Gebäude nachhaltiger zu gestalten, ist für das Unternehmen ein besonderes Anliegen.

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Rahmen der Säule Energie, Klima und Umwelt wurden darüber hinaus drei Handlungsfelder definiert: Energieeffizienz, Klimarelevante Emissionen und Ressourcenschonung. Die Aktivitäten mit Blick auf Green Buildings sind den Handlungsfeldern Energieeffizienz und Ressourcenschonung zuzuordnen. Die REWE Group verfolgt das Ziel, den Energie- und Ressourcenverbrauch der Märkte durch das Green Building-Konzept zu reduzieren.

RG1: Green Building

Managementansatz

„Nachhaltigere Produkte gehören in nachhaltigere Märkte.“ Mit dieser Überzeugung begann die REWE Group im Jahr 2008 mit der Entwicklung einer neuen Supermarktgeneration, die Nachhaltigkeit für Kunden wie für Mitarbeiter erlebbar macht und einen messbaren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leistet. Das Green Building-Konzept der REWE Group kombiniert moderne Architektur mit energieeffizienten Technologien und dem Einsatz regenerativer Energien. Beispielsweise konnte der Primärenergiebedarf mit der Einführung des Musterkonzepts 2012 gegenüber den damals vergleichbaren konventionellen Märkten um bis zu 40 Prozent reduziert werden. Mit der erfolgreichen Umsetzung des Green Building-Konzepts demonstriert die REWE Group, dass der Bau und Betrieb von nachhaltigeren Handelsimmobilien ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Da die REWE Group ihre Märkte häufig als Mietobjekte betreibt, müssen meist Investoren und Vermieter für das nachhaltigere Baukonzept gewonnen werden. Hierbei überzeugen insbesondere Kriterien wie Werthaltigkeit, die Flexibilität bei der Nutzung sowie die wirtschaftlichen Erstellungskosten dieses mittlerweile erprobten Baukonzepts. Ein Beleg für die positive Resonanz bei den Kunden sind die überdurchschnittliche Kundenfrequenz und die damit verbundenen gestiegenen Umsätze.

Elemente des Green Building-Konzepts
Im Einzelnen enthält das Konzept folgende Elemente, die je nach Rahmenbedingungen an den Standorten umgesetzt werden:

  1. Tageslichtarchitektur: Ein Fensterlichtband an bis zu vier Gebäudeseiten sowie zusätzliche Dachlichtkuppeln ermöglichen die Nutzung von natürlichem Licht, welches durch ein energieeffizientes LED-Beleuchtungskonzept ergänzt wird. Der natürliche Lichteinfall trägt auch maßgeblich zu einer höheren Aufenthaltsqualität für Kunden und Mitarbeiter bei.
  2. Ökologische Baustoffe: Die charakteristische Trägerkonstruktion eines Green Buildings besteht aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz, ebenso wie die Hauptfassade und in vielen Fällen die Dachschale. Auch bei den weiteren Materialien wird auf umweltverträgliche und recycelbare Baustoffe geachtet.
  3. Regenerative Energien: Die Green Building-Märkte werden wie alle anderen Märkte, Läger und Reisebüros der REWE Group mit zu 100 Prozent zertifiziertem Grünstrom versorgt, wo sinnvoll werden zusätzlich Photovoltaikanlagen installiert.
  4. Wärmeversorgung: Bei der Wärmeversorgung wird durch den Einsatz von Wärmepumpen und die Abwärmenutzung aus den Kälteanlagen auf fossile Energieträger verzichtet.
  5. Regenwassernutzung: Für die Fußbodenreinigung, WC-Spülung und Außenbewässerung wird nach Möglichkeit Regenwasser in Auffangbehältern gesammelt.
  6. Kältetechnik und Kühlmöbel: Für Normal- und Tiefkühlverbundanlagen kommt das natürliche Kältemittel CO2 und für steckerfertige Pluskühltruhen das natürliche Kältemittel Propen zum Einsatz. Pufferspeicher werden zur Wärmerückgewinnung eingesetzt, verglaste Wandkühlregale für Fleisch- und Molkereiprodukte lassen weniger Kälte entweichen. Die Energieeffizienz der Kühlmöbel wird außerdem durch integrierte LED-Beleuchtung, Energiesparventilatoren und den Verzicht auf Scheibenheizung bei Tiefkühlmöbeln erhöht.
  7. Soziokulturelle Faktoren: Green Building-Märkte sind weitgehend barrierefrei und mit Behindertentoiletten und Wickelplatz ausgestattet. Zudem werden Faktoren wie der visuelle Komfort, die Raumluft oder eingangsnahe Fahrradstellplätze beachtet.

Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen

Im Jahr 2013 hat die REWE Group beschlossen, künftig grundsätzlich alle Neubauprojekte und alle neuen Mietverträge in Deutschland nach dem Green Building-Konzept umzusetzen, sofern die Rahmenbedingungen dies zulassen. Das Green Building-Konzept bei REWE verfügt seit 2012 über eine Mehrfachzertifizierung in der Stufe „Gold“* durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e.V.). Bei der Vertriebslinie REWE werden seitdem Neubauten nach dem Green Building-Konzept bzw. den Kriterien für nachhaltiges Bauen der DGNB umgesetzt. Im Jahr 2014 erhielt toom Baumarkt die DGNB-Mehrfachzertifizierung. Damit wurden auch hier die DGNB-Kriterien für den „Gold“* Standard in die Baubeschreibung mit aufgenommen und es ist sichergestellt, dass das Green Building-Konzept standardmäßig bei toom Baumarkt umgesetzt wird. Die Vertriebslinie PENNY hat für ihre Baubeschreibung die Mehrfachzertifizierung für den „Gold“* Standard im Jahr 2016 erreicht. Daher werden auch bei PENNY seitdem bei allen Neubauten die DGNB-Kriterien berücksichtigt und zunehmend auch die Gebäude nach den DGNB-Kriterien zertifiziert. Durch die Aufnahme der DGNB-Kriterien in die Baubeschreibungen der Vertriebslinien gelten diese Anforderungen explizit auch für die Mietobjekte der REWE Group.
Das Gütesiegel der DGNB bewertet verschiedene Qualitäten eines Gebäudes. Dazu gehören neben ökologischen Aspekten auch der Ablauf des Bauprozesses und soziokulturelle Faktoren des Wohlbefindens, wie beispielsweise der visuelle Komfort, die Raumluft, die Fahrradstellplätze oder die Kundentoiletten. Die Mehrfachzertifizierung der Baubeschreibung erleichtert den Zertifizierungsablauf erheblich, da das Gesamtkonzept bereits einer eingehenden Prüfung unterzogen wurde. Dies ist für die schnelle und kosteneffiziente Umsetzung von Green Building-Märkten eine wichtige Voraussetzung.

* Entspricht der aktuellen Klassifizierung nach der Novellierung der Kriterien durch die DGNB im Jahr 2015.

RG1-1:

Anzahl der Märkte, die den Anforderungen der DGNB e.V. (Green Building) entsprechen.

Fertiggestellte Märkte nach Anforderung der DGNB e.V. (Green Building), Status Ende des jeweiligen Berichtsjahres

2016 2017 2018
REWE 79 106 144
PENNY 1 7 25
toom Baumarkt 9 12 13
Lager 1 1 1
Summe 90 126 183

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