REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2018

Energie, Klima und Umwelt

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen der internationalen Staatengemeinschaft. In diesem Bewusstsein haben die Vertragsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention am 12. Dezember 2015 das Übereinkommen von Paris verabschiedet und sich damit zu dem Ziel bekannt, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Denn bereits ein Anstieg von 2 Grad bedroht bestehende Ökosysteme und gefährdet damit die biologische Vielfalt und die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen.

Die REWE Group ist sich ihrer Verantwortung für das Klima bewusst: Ein Großteil der weltweiten CO2-Emissionen entsteht bei der Herstellung und dem Konsum von Produkten sowie bei der Bereitstellung von Dienstleistungen. Auch im Betrieb der Märkte, in der Logistik und an den Standorten entstehen Treibhausgasemissionen. Die Bedeutung von Maßnahmen zum Klimaschutz für die REWE Group bestätigten auch die Stakeholder im Rahmen der 2018 aktualisierten Wesentlichkeitsanalyse: Das Thema wurde als besonders relevant eingestuft und landete im Ranking auf dem zweiten Platz (für weitere Informationen siehe Abschnitt Wesentlichkeitsanalyse).

Gleichzeitig ist die REWE Group selbst durch den Klimawandel in unterschiedlicher Weise betroffen: Klimatische Veränderungen, hohe Niederschlagsmengen und Stürme können die eigenen Standorte beeinträchtigen und haben Einfluss auf die Produkte und Dienstleistungen der REWE Group, die auf die langfristige und verlässliche Verfügbarkeit von Lebensmitteln angewiesen ist. Extremwetterereignisse und veränderte klimatische Bedingungen können Anbau und Ernte von Rohstoffen bedrohen und zu höheren Einkaufspreisen führen. In der Touristik können durch den Klimawandel langfristig ganze Destinationen gefährdet werden. Dazu gehören vor allem Inseln, Küstenregionen oder Skigebiete.

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Nachhaltigkeitssäulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Rahmen der Säule Energie, Klima und Umwelt verfolgt die REWE Group das strategische Ziel, einen aktiven Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz zu leisten beziehungsweise die Belastungen für Klima und Umwelt so gering wie möglich zu halten.

Strategischer Ansatz

Das Bestreben der REWE Group mit Blick auf den Klima- und Ressourcenschutz ist in der Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften fest verankert. Die Nachhaltigkeitssäule Energie, Klima und Umwelt befasst sich im Wesentlichen mit umweltrelevanten Aktivitäten, die in den eigenen Geschäftsprozessen liegen. Dazu zählen die Errichtung und der Betrieb der Märkte, Lager-, Verwaltungs- und Produktionsstandorte, die Logistik sowie Ressourcen und Materialien, die für die eigene Geschäftstätigkeit benötigt werden. Die REWE Group ist bestrebt, Ressourcen sparsam zu nutzen und den Einsatz von recycelten und nachhaltigeren Materialien zu erhöhen.

Die Einsparung von Energie und die Vermeidung klimaschädigender Emissionen haben einen besonderen Stellenwert für das Unternehmen. So hat die REWE Group ein zentrales Energiemanagement zur Steuerung ihrer Effizienzmaßnahmen aufgebaut, setzt seit 2008 auf die Nutzung von Grünstrom, schöpft Optimierungspotenziale in der Logistik aus und verfolgt mit ihrem Green Building-Konzept seit 2009 einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz für ihre Standorte. Ihre Fortschritte überprüft die REWE Group in einer jährlichen Klimabilanz, die von unabhängigen Experten erstellt wird.

Handlungsfelder

In der Säule Energie, Klima und Umwelt hat die REWE Group im Rahmen eines Strategieprozesses die folgenden drei Handlungsfelder identifiziert: Energieeffizienz, Klimarelevante Emissionen und Ressourcenschonung. Die Steuerung über alle Handlungsfelder hinweg obliegt der Projektgruppe Energie, Klima und Umwelt, in der alle Vertriebslinien und relevanten Holding-Bereiche vertreten sind. Die Projektgruppe steht unter der Leitung von Herrn Telerik Schischmanow (Bereichsvorstand Handel Deutschland – Verwaltung und Services).

Ziele und Key Performance Indikatoren (KPIs)

Um ihre Fortschritte in der Säule Energie, Klima und Umwelt messbar zu machen, hat die REWE Group verschiedene KPIs mit dazugehörigen Zielen definiert. Im Jahr 2013 hat die REWE Group ihr seit 2009 bestehendes Klimaziel aktualisiert und strebt nun an, die Treibhausgasemissionen pro Quadratmeter Verkaufsfläche bis 2022 gegenüber 2006 zu halbieren:

KPI Ziel Status Maßnahmen
Treibhausgasemissionen (CO2-Äquivalente) für Deutschland und Österreich pro Quadratmeter Verkaufsfläche Bis 2022 gegenüber 2006 halbieren -43,0 % Siehe Abschnitt Klimaschutz

Neben dem übergeordneten Klimaziel hat die REWE Group zwei weitere KPIs festgelegt, welche die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Energieeffizienz und zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen nachverfolgen. Sie setzen bei den Aktivitäten an, die für wesentliche Verbräuche bzw. Treibhausgasemissionen stehen und bei denen die REWE Group durch eigene Maßnahmen eine direkte Wirkung erzielen kann: Energieeffizienz (Beleuchtung und Kühlung) und kältemittelbedingte Treibhausgasemissionen.

KPI Ziel Status Maßnahmen
Stromverbrauch je Quadratmeter Verkaufsfläche (in kWh/m²) in Deutschland und Österreich Senkung um 7,5 % zwischen 2012 und 2022 -9,2 % Siehe Abschnitt Energie
Kältemittelbedingte Treibhausgasemissionen je Quadratmeter Verkaufsfläche (in kg CO2-Äquivalenten/m²) in Deutschland und Österreich Reduzierung um 35 % zwischen 2012 und 2022 -36,2 % Siehe Abschnitt Klimaschutz

Damit hat die REWE Group in Deutschland und Österreich die für 2022 angestrebten Zielwerte bereits im Jahr 2018 erreicht. Für den KPI zum Stromverbrauch je Quadratmeter Verkaufsfläche leisteten der Einsatz von LED bei der Beleuchtung, die Maßnahmen für energieeffizientere Kühlung sowie Bau- und Umbaumaßnahmen einen entscheidenden Beitrag. Insgesamt zeigt sich an diesem Erfolg die Wirksamkeit der implementierten Energiemanagementsysteme. Beim KPI zu kältemittelbedingten Treibhausgasemissionen je Quadratmeter Verkaufsfläche trägt der Einsatz klimaschonenderer Kältemittel wesentlich zur Zielerreichung bei. Dies sind zunehmend auch natürliche Kältemittel wie CO2 oder Propan mit einem geringeren Treibhausgaspotenzial.

Die REWE Group arbeitet weiter an Aktivitäten zur Verbesserung der beiden KPIs. Die notwendigen Investitionen in neue Techniken und Verfahren wurden bereits durch die Vertriebslinien und die fachspezifischen Holding-Bereiche verabschiedet. Basierend darauf werden Maßnahmen für künftige Berichtsperioden abgestimmt und deren Fortschritt und Wirksamkeit jährlich überprüft.

Sustainable Development Goals

Mit ihrem Engagement in der Säule Energie, Klima und Umwelt leistet die REWE Group auch einen Beitrag zu globalen Zielen einer nachhaltigen Entwicklung. Ein Abgleich der Nachhaltigkeitsstrategie mit den Sustainable Development Goals (SDGs) zeigt, dass vor allem SDG 7: Erneuerbare Energien, SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden sowie SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz für die Säule Energie, Klima und Umwelt relevant sind. Im Rahmen dieser Analyse wurde von den Nachhaltigkeitsverantwortlichen der REWE Group und externen Stakeholdern das SDG 7: Erneuerbare Energien mit hoher Relevanz für die REWE Group bewertet (siehe auch Abschnitt Nachhaltigkeitsstrategie).

Reporting

In den folgenden Abschnitten des GRI-Berichts sind alle Ansätze, Daten und Themen der Säule Energie, Klima und Umwelt zu finden:

Weitere Themen aus diesem Bereich:

Materialien

GRI 301

Energie

GRI 302

Wasser

GRI 303

Klimaschutz

GRI 305

Abfall

GRI 306

Green Building

RG 1