REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2018

Energie

Ob in den Märkten, beim Transport oder in der Verwaltung – die REWE Group verbraucht im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Energie. Ein verantwortungsbewusster Einsatz und die Nutzung alternativer Energiequellen können dazu beitragen, die Umweltauswirkungen zu verringern.

Um Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in die Unternehmensprozesse zu integrieren, hat die REWE Group eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaftliches Engagement entwickelt. Im Rahmen der Säule Energie, Klima und Umwelt wurden drei Handlungsfelder definiert: Energieeffizienz, Klimarelevante Emissionen und Ressourcenschonung. Im Rahmen des Handlungsfelds Energieeffizienz arbeitet die REWE Group kontinuierlich daran, ihren Energieverbrauch pro Quadratmeter Verkaufsfläche zu reduzieren. Damit leistet sie einen zentralen Beitrag zum Klimaschutz.

GRI 302: Energie

Managementansatz

Die wesentlichen Energieverbräuche entstehen bei der Kälteerzeugung und der Beleuchtung in den Märkten der REWE Group. Außerdem fallen durch den Transport von Waren relevante Kraftstoffverbräuche an. Für den Stromverbrauch, der mit etwa 59 Prozent den größten Anteil am gesamten Energieverbrauch ausmacht, konnte folgende Entwicklung erzielt werden:

KPI Ziel Status
Stromverbrauch je Quadratmeter Verkaufsfläche (in kWh/m²) in Deutschland und Österreich Senkung um 7,5 % zwischen 2012 und 2022 -9,2 %

Damit hat die REWE Group in Deutschland und Österreich den für 2022 angestrebten Zielwert bereits im Jahr 2018 erreicht. Den wesentlichen Beitrag dazu leisteten der Einsatz von LED-Beleuchtung, die Maßnahmen für energieeffizientere Kühlung und neue energieeffizientere Märkte. Insgesamt zeigt sich an diesem Erfolg die Wirksamkeit der implementierten Energiemanagementsysteme. Die REWE Group wird weiterhin daran arbeiten, ihre Energieeffizienz in einem ständigen Verbesserungsprozess zu steigern.

Entwicklung des Stromverbrauchs im Detail

2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 ✓
  Veränderung ggü. 2012   -0,7 % -3,9 % -4,3 % -5,3 % -6,6 % -9,2 %
Stromverbrauch je Quadratmeter Verkaufsfläche in kWh/m² 333,6 331,4 320,6 319,4 315,9 311,4 303

Geltungsbereich: Unternehmen der REWE Group in Deutschland und Österreich inklusive der Kaufleute. Nicht berücksichtigt wurden Einheiten, die im Berichtszeitraum bezogen auf den Geltungsbereich aus der REWE Group ausgeschieden sind.

Die Senkung des Energieverbrauchs pro Quadratmeter Verkaufsfläche ist ein wichtiger Beitrag zur Erreichung des REWE Group-Klimaziels (siehe auch Abschnitt Klimaschutz). Die Grundlage für gezielte Effizienzmaßnahmen innerhalb der REWE Group bildet ein konzernweites Energiemanagementsystem, das seit 2008 gemeinsam mit der Hamburger Energie-Handels-Gesellschaft (EHA) umgesetzt wird. Der Energiedienstleister – seit 2014 eine 100-prozentige Unternehmenstochter der REWE Group – hat die Märkte und Läger mit Messstellen ausgestattet und ermöglicht so eine zentrale und tagesaktuelle Erfassung des Energieverbrauchs. Ergänzend dazu werden die Temperatur- und Energiedaten mit der Monitoring-Plattform FRIGODATA überwacht.

Im Jahr 2015 hat die REWE Group in Deutschland begonnen, ein zentrales Energiemanagement nach der Norm ISO 50001 einzuführen, das seit Ende 2016 entsprechend zertifiziert ist. Mit allen Vertriebslinien und über 5.000 Standorten erfasst das System den Stromverbrauch der gesamten REWE Group in Deutschland. Dazu gehören die Märkte des Lebensmitteleinzelhandels, Baumärkte, Reisebüros, Logistikzentren, Verwaltungen und Online-Shops. Die Produktionsbetriebe Wilhelm Brandenburg und die Glockenbrot-Bäckerei betreiben bereits seit 2014 zertifizierte Energiemanagementsysteme nach ISO 50001. Im April 2016 erhielt auch die REWE International AG für Österreich die ISO 50001-Zertifizierung für rund 2.100 Märkte (BILLA, MERKUR, PENNY Österreich, BIPA) und den gesamten Logistikbereich. Auch für BILLA Tschechische Republik, BILLA Slowakei, BILLA Bulgarien, IKI Litauen und PENNY Rumänien liegt seit Frühjahr 2017 eine Zertifizierung nach ISO 50001 vor. Im Jahr 2018 wurden alle weiteren Länder der REWE International AG zertifiziert. Damit bündelt die REWE Group die zahlreichen Aktivitäten im Energiebereich und erfüllt zugleich Anforderungen der europäischen Energieeffizienz-Richtlinie bzw. der gesetzlichen Umsetzungen in den einzelnen Ländern (in Deutschland die Novelle des Energiedienstleistungsgesetzes).

Energieverbräuche optimieren

Die neue Managementstruktur ist ein wesentlicher Meilenstein für die weitere Optimierung der Energieverbräuche, denn durch die detaillierte Erfassung können zentrale Energieziele und Unterziele besser definiert und gemonitort werden. Zudem lassen sich Zusammenhänge zwischen den gemessenen Energieverbräuchen und umgesetzten Maßnahmen besser nachvollziehen und überwachen. So können wirkungsvolle Ansätze identifiziert und weiterentwickelt werden. Neben den zuständigen Verwaltungsmitarbeitern und Energiemanagern spielen dabei auch die Mitarbeiter vor Ort eine wichtige Rolle. Sie können durch ihr Verhalten am Arbeitsplatz einen wichtigen Beitrag zum Erfolg von Maßnahmen leisten und sind wichtige Hinweisgeber für Verbesserungsansätze. Für Fragen, Anregungen und eigene Vorschläge hat die REWE Group für die Mitarbeiter daher eine zentrale E-Mail-Adresse eingerichtet: EnMS@rewe-group.com.

GRI 302-1:

Energieverbrauch innerhalb der Organisation

Der Energieverbrauch umfasst Strom, im Wesentlichen für die Kühlung und Beleuchtung, sowie den Kraftstoffverbrauch für die Transporte der Produkte vom Lager zum Markt und bei Online-Bestellungen die Lieferung zum Kunden. Dieser Teil der Logistik fällt in den direkten Einflussbereich des Unternehmens, weshalb hier sowohl die Verbräuche der eigenen Fahrzeuge als auch die der externen Dienstleister in Deutschland und Österreich aufgenommen wurden.

Der absolute Energieverbrauch der REWE Group ist 2018 im Vergleich zu 2016 um etwa 6,8 Prozent angestiegen. Diese Entwicklung beruht auf mehreren Effekten: Übernahmen und die Erweiterung des Konsolidierungskreises führten zu einer Erhöhung – allein die Hinzunahme von Supermärkte Nord und REWE Dortmund ist für eine 6,2-prozentige Steigerung des Energieverbrauchs von 2016 auf 2018 verantwortlich. Zusätzlich führen die Kraftstoffe für Lkw und Pkw, ohne Berücksichtigung von Supermärkte Nord und REWE Dortmund, zu einem Anstieg des Verbrauchs von rund einem Prozent. Dennoch sind die standortbezogenen Energieverbräuche, ohne die der Supermärkte Nord und REWE Dortmund, trotz Erweiterungen im Filialbereich und der Logistik um 0,3 Prozent gesunken (siehe auch Energieintensität).

Der größte Anteil des gesamten Energieverbrauchs aus dem Jahr 2018 entfällt mit etwa 59 Prozent auf Strom, gefolgt von den Kraftstoffen für Lkw und Pkw (inkl. Fremdlogistik) und Gas.

Energieverbrauch innerhalb der Organisation (in GWh)

2016 2017 2018 ✓ Veränderung 2016–2018
absolut absolut absolut absolut Prozent
Strom 3.844 3.945 4.163 319,4 8,3 %
Heizöl 92 83 75 -16,7 -18,2 %
Gas (Erdgas und Flüssiggas) 1.026 1.038 1.065 39,2 3,8 %
Erneuerbare Energien aus Eigenerzeugung 9 8 10 0,7 7,6 %
Fernwärme 295 310 324 29,4 10,0 %
Kraftstoffe (Lkw/Pkw) 1.022 1.057 1.129 107,7 10,5 %
Kerosin 295 286 264 -31,3 -10,6 %
Gesamt 6.582 6.728 7.030 448,4 6,8 %
Gesamt ohne Kerosin 6.287 6.442 6.766 479,7 7,6 %

1 TJ | 0,2778 GWh, 1 MJ/m² | 0,2778 kWh/m² (Quelle: Internationale Einheitensystem (SI))

Geltungsbereich: REWE Group inklusive der Kaufleute. Die Verbrauchsdaten von den ehemaligen Kaiser'sTengelmann-Filialen sowie der Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG (SuNo) finden seit 2017 und diejenigen der REWE Dortmund seit dem Berichtsjahr 2018 Berücksichtigung in den Werten. Nicht berücksichtigt wurden Einheiten, die im Jahr 2018 aus der REWE Group ausgeschieden sind: TEMMA, Gartenliebe, Smart People – die Daten wurden dementsprechend rückwirkend angepasst und sind daher nicht identisch mit den Werten aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2017.

Erneuerbare Energien aus Eigenerzeugung umfassen: Solarthermie, Photovoltaik, Geothermie, Windenergie, Holzpellets, Biowärme.

Energieverbrauch innerhalb der Organisation – Verbrauchsanteile 2018 ✓
Strom 59.2%
Heizöl 1.1%
Gas (Erdgas und Flüssiggas) 15.2%
Erneuerbare Energien aus Eigenerzeugung 0.1%
Fernwärme 4.6%
Kraftstoffe (Lkw/Pkw) 16.0%
Kerosin 3.8%

Geltungsbereich: REWE Group inklusive der Kaufleute. Die Verbrauchsdaten von den ehemaligen Kaiser'sTengelmann-Filialen sowie der Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG (SuNo) finden seit 2017 und diejenigen der REWE Dortmund seit dem Berichtsjahr 2018 Berücksichtigung in den Werten. Nicht berücksichtigt wurden Einheiten, die im Jahr 2018 aus der REWE Group ausgeschieden sind: TEMMA, Gartenliebe, Smart People – die Daten wurden dementsprechend rückwirkend angepasst und sind daher nicht identisch mit den Werten aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2017.

Erneuerbare Energien aus Eigenerzeugung umfassen: Solarthermie, Photovoltaik, Geothermie, Windenergie, Holzpellets, Biowärme.

in %

Geltungsbereich: REWE Group inklusive Kaufleute. Die Verbrauchsdaten von den ehemaligen Kaiser'sTengelmann-Filialen sowie der Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG (SuNo) finden seit 2017 und diejenigen der REWE Dortmund seit dem Berichtsjahr 2018 Berücksichtigung in den Werten. Nicht berücksichtigt wurden Einheiten, die im Jahr 2018 aus der REWE Group ausgeschieden sind: TEMMA, Gartenliebe, Smart People – die Daten wurden dementsprechend rückwirkend angepasst und sind daher nicht identisch mit den Werten aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2017.
Erneuerbare Energien aus Eigenerzeugung umfassen: Solarthermie, Photovoltaik, Geothermie, Windenergie, Holzpellets, Biowärme.

GRI 302-3:

Energieintensität

Die Energieintensität umfasst den standortbezogenen Energieverbrauch aus den Energiearten Strom und Wärme. Dieser spezifische Energieverbrauch (Energieverbrauch je Quadratmeter Verkaufsfläche) der REWE Group ist trotz des steigenden absoluten Energieverbrauchs im Berichtszeitraum gesunken und lag 2018 im Vergleich zu 2016 um knapp 2,9 Prozent niedriger. Diese Entwicklung ist auf eine Steigerung der Quadratmeter-Verkaufsfläche und den Einsatz zahlreicher Stromeffizienzmaßnahmen wie den Einsatz von LED-Beleuchtungen zurückzuführen (siehe dazu auch den KPI zum Stromverbrauch und die Tabelle Maßnahmen zur Verringerung des Stromverbrauchs).

Energieintensität

Einheit 2016 2017 2018 ✓ Veränderung
2016–2018
Absoluter Energieverbrauch in GWh 5.265 5.384 5.637 7,1 %
Energieverbrauch je Quadratmeter Verkaufsfläche in kWh/m² 473,27 464,82 459,71 -2,9 %

1 TJ | 0,2778 GWh, 1 MJ/m² | 0,2778 kWh/m² (Quelle: Internationale Einheitensystem (SI))

Geltungsbereich: REWE Group inklusive der Kaufleute. Die Verbrauchsdaten von den ehemaligen Kaiser'sTengelmann-Filialen sowie der Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG (SuNo) finden seit 2017 und diejenigen der REWE Dortmund seit dem Berichtsjahr 2018 Berücksichtigung in den Werten. Nicht berücksichtigt wurden Einheiten, die im Jahr 2018 aus der REWE Group ausgeschieden sind: TEMMA, Gartenliebe, Smart People – die Daten wurden dementsprechend rückwirkend angepasst und sind daher nicht identisch mit den Werten aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2017.

GRI 302-4:

Verringerung des Energieverbrauchs

Um Energie gezielt einsparen und Emissionen reduzieren zu können, überprüft das Unternehmen gemeinsam mit der Hamburger Energie-Handels-Gesellschaft (EHA) den Strom- und Gasverbrauch an den von ihr versorgten Standorten. Seit 2016 kommt dabei das neue Energiemanagementsystem ISO 50001 der REWE Group in Deutschland, Österreich und in den mittel- und osteuropäischen Ländern zum Einsatz. Auf Basis der erhobenen Daten prüfen die Energiemanager der REWE Group Ist- und Soll-Verbräuche und geben Empfehlungen für Optimierungsmaßnahmen. Diese zielen im Wesentlichen auf die Optimierung der Beleuchtung und Kälte- bzw. Heizungs- und Lüftungsanlagen ab. Auch hinsichtlich des Wärmeverbrauchs arbeitet die REWE Group an Verbesserungen. Hierzu werden seit 2017 bei der REWE Markt GmbH Potenzialerhebungen zur Entwicklung von Optimierungsmaßnahmen durchgeführt.

Beleuchtung
Die Beleuchtung beeinflusst das Wohlbefinden der Kunden und die Präsentation der Produkte – ein angenehmes Licht trägt wesentlich zum Einkaufserlebnis bei. Gleichzeitig ist die Beleuchtung für rund 25 Prozent des Stromverbrauchs in den Lebensmittelmärkten und für rund 60 Prozent bei den toom Baumärkten verantwortlich. Um diesen Verbrauch zu reduzieren, arbeitet das Energiemanagement an effizienten Beleuchtungskonzepten, die den Lichtanforderungen der Vertriebslinien gerecht werden. LEDs spielen dabei eine große Rolle, denn sie sparen zwischen 30 und 45 Prozent des für die Beleuchtung erforderlichen Stroms ein.

Projekt zur Umstellung auf LED-Beleuchtung

Die Vertriebslinien der REWE Group haben bereits in den Jahren 2013 und 2014 mit der systematischen Umstellung auf LED-Beleuchtung in ihren Märkten begonnen. Hierfür wurde ein groupweites Projekt initiiert, um bei der Neu- und Austauschbeschaffung grundsätzlich LEDs (einschließlich Retrofit-Lösungen) zu beschaffen. Dafür mussten auf den Einsatz im Handel abgestimmte Lichtkonzepte entwickelt werden, die zum Teil neue technische Lösungen erforderten. In den letzten Jahren haben sich die LED-Beleuchtungssysteme bezüglich Lichtfarbe und Lebensdauer deutlich weiterentwickelt, sodass dem flächendeckenden Einsatz nichts mehr im Wege steht. Die REWE Group setzt bei allen Neu- und Umbauten neue LED-Lichtkonzepte in Märkten und an den Logistikstandorten ein. Der Einsatz von LED-Beleuchtung hat in den letzten Jahren einen erheblichen Beitrag geleistet, den Stromverbrauch pro Quadratmeter Verkaufsfläche zu reduzieren.

Kühlung
Die Kühlung benötigt in den Lebensmittelmärkten den meisten Strom. Sie ist daher eine wichtige Stellschraube zur Reduzierung des Energieverbrauchs. Optimierte Kühlregale sparen 20 bis 40 Prozent des Kältestroms ein. Dabei sind Glastüren an den Kühlregalen eine wirkungsvolle und sichtbare Maßnahme zur Verringerung des Energiebedarfs. Für Fleischprodukte werden sie bereits standardmäßig eingesetzt und auch bei Molkereiprodukten werden sie bei Neubauten und größeren Umbauten verwendet. In Österreich testen die Vertriebslinien MERKUR und PENNY aktuell Glastüren für Molkereikühlregale.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die kontinuierliche Wartung und fachgerechte Steuerung der Kühlanlagen. Denn nur wenn die Kälteanlagen optimal betrieben werden, sind sie wirklich energieeffizient. Da das Frische- und Convenience-Angebot in den Märkten zunimmt und der Kühlbedarf damit steigt, werden energieeffiziente Kühlregale in Zukunft noch bedeutsamer werden.

Kälteforum sorgt für regelmäßigen Austausch

Für den Erfahrungsaustausch laden die Vertriebslinien REWE und PENNY die Vertreter von Kältefirmen und Systemlieferanten alle zwei Jahre zu einem Kälteforum ein. Dabei diskutieren die Teilnehmer im Rahmen von Fachvorträgen und Workshops über Themen wie Energieoptimierung oder die Betriebs- und Temperatursicherheit. Die österreichischen Vertriebslinien BILLA, MERKUR und PENNY vergeben im Rahmen ihrer Kältepartnertagung einen Energieeffizienzpreis für Kältefirmen.

Maßnahmen zur Verringerung des Stromverbrauchs

Maßnahmen Einsparung Stromverbrauch (GWh)
2016 2017 2018
Beleuchtung
Umrüstung der Beleuchtung auf LED, Optimierung Lichtsteuerung, Reduzierung von Einschaltzeiten
27,2 47,8 25,8
Kühlung
z.B. Verglasung der Mopro-Regale bzw. Türen an TK-Schränken, Nachrüstung Glastüren, Optimierung/Erneuerung der Anlagentechnik, Austausch Kälteanlage, energieeffiziente Truhen
12,5 19,8 12,3
Verbesserung der Technik sonstiger Anlagen insbesondere in der Produktion 0,1 2,2 1,0
Gesamteinsparung 39,7 69,7 39,1

1 TJ | 0,2778 GWh, 1 MJ/m² | 0,2778 kWh/m² (Quelle: Internationale Einheitensystem (SI))

Unternehmen der REWE Group in Deutschland und Österreich inklusive der Kaufleute. Nicht berücksichtigt wurden Einheiten, die im Berichtszeitraum bezogen auf den Geltungsbereich aus der REWE Group ausgeschieden sind.

Die von den Vertriebslinien der REWE Group in Deutschland und Österreich umgesetzten Maßnahmen haben im Jahr 2018 zu einer Verringerung des Stromverbrauchs von rund 39 GWh geführt. In allen Bereichen trägt insbesondere der Einsatz von LED-Beleuchtung zu den Einsparungen bei. Der Einsatz von LED in den verschiedenen Bereichen steht mit fast 26 GWh für 66 Prozent der gesamten Einsparung. Bei den Lebensmittelmärkten ist die Kühlung für rund die Hälfte des Stromverbrauchs verantwortlich, weshalb auch in diesem Berichtszeitraum viele Maßnahmen im Bereich der Kältetechnik und zur Verringerung von Kälteverlusten umgesetzt wurden. Zusätzlich kommen Maßnahmen in anderen Bereichen, z.B. bei der Belüftung und bei sonstigen Anlagen – insbesondere im Bereich der Produktion –, zum Tragen.

Logistik und Warentransport
Die REWE Group-Logistik sorgt vorrangig dafür, dass die Märkte stets bedarfsgerecht beliefert werden. Dahinter steht ein komplexes Transport- und Lagersystem, das Verfügbarkeit, Qualität und Frische der Produkte gewährleistet. Die transportbedingten Emissionen haben an den gesamten Treibhausgasemissionen der REWE Group in Deutschland und Österreich einen Anteil von etwa 12 Prozent. Um diese zu verringern, setzt die REWE Group an folgenden Hebeln an: die strategische Verringerung der Entfernung zwischen Lager- und Marktstandorten, eine hohe Auslastung der Fahrzeuge und die Reduzierung der Emissionen pro Kilometer durch differenzierte Logistikkonzepte sowie der Einsatz effizienter Technik und angepasstes Fahrverhalten.

Im Jahr 2018 wurde die Lagernetzstruktur der REWE Group weiter optimiert, unter anderem durch die Erweiterung des REWE-Regionallagers in Raunheim, die Fertigstellung der Umbaumaßnahmen am Standort REWE-Koblenz sowie durch die bauliche Modernisierung und Reorganisationsmaßnahmen an anderen Lagerstandorten. Neben den Verbesserungen im Lagernetz werden auch Prognoseverfahren und Tourenplanungen beständig optimiert. So liegt die Fahrzeugauslastung der gesamten Lkw-Flotte bei über 90 Prozent der im Einsatz befindlichen Fahrzeugkapazität. Im Jahr 2018 konnte die gesamte Fahrzeugauslastung nochmals leicht gesteigert werden. Die beständige Weiterentwicklung des Logistiknetzwerks der REWE Group hat ihren Effekt insbesondere auch in einer kontinuierlich sinkenden durchschnittlichen Tourlänge.

Schulungen für Kraftfahrer

Für die sparsame Nutzung ihrer Fahrzeuge führt die REWE Group Schulungen ihrer Kraftfahrer durch und setzt Maßnahmen auf Grundlage eines flächendeckenden Monitorings der Kraftstoffverbräuche um: Im Jahr 2018 wurden im Vergleich zu 2017 15 Prozent mehr Kraftfahrer geschult. Der Kraftstoffverbrauch lag 2018 auf Vorjahresniveau, was trotz zunehmender Verkehrsdichte, sinkender Fahrgeschwindigkeiten und der Zunahme von Verkehrsstaus als positiver Erfolg der Anstrengungen in Bezug auf die Verbrauchsreduktionen anzusehen ist.

Um den CO2-Ausstoß des Fuhrparks weiter zu senken, erneuert die REWE Group kontinuierlich ihre Fahrzeugflotte. Der Anteil an Fahrzeugen gemäß der Euro-6-Emissionsnorm betrug Ende des Jahres 2018 49 Prozent für Deutschland und über 50 Prozent in Österreich (bezogen auf die Gesamtanzahl der eigenen Lkw). Außerdem ist die Erprobung alternativer Antriebstechnologien auf Einsatzfähigkeit, Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit innerhalb der REWE Group-Logistik eine wesentliche Säule der Nachhaltigkeitsanstrengungen. In der REWE-Region Mitte sind erdgasbetriebene Lkw ein fester Bestandteil der Fuhrparkflotte. Auch die REWE International AG arbeitet mit alternativen Antriebsmöglichkeiten. So sind in Österreich aktuell drei E-Hybrid-Lkw und sieben erdgasbetriebene Lkw im Einsatz. Im September 2018 wurde zudem ein vollelektrisch betriebener Lkw in Betrieb genommen, der die Handelsfirmen im Stadtgebiet Wien beliefert.
Die REWE International AG engagiert sich seit vielen Jahren für das Council Nachhaltige Logistik (CNL), in dessen Entwicklungspartnerschaft die Entwicklung und Indienststellung des E-Lkw stattgefunden hat.

Gewinnerprojekt für eine nachhaltige Logistik

Das Forschungsprojekt „GeNaLog“ (Geräuscharme Nachtlogistik), an dem die REWE Group als Handelspartner teilgenommen hatte, wurde im Dezember 2018 als eines der Gewinnerprojekte des Wettbewerbs „Nachhaltige Urbane Logistik“ ausgezeichnet. Mit dem Bundeswettbewerb zeichnet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gemeinsam mit dem Umweltbundesamt Projekte und Maßnahmen aus, die in besonderer Weise für eine nachhaltige Logistik in deutschen Städten stehen. Dabei geht es um innovative städtische Logistikkonzepte aus dem ganzen Bundesgebiet, die vor allem ökologisch, aber auch ökonomisch und sozial nachhaltig sind. Beim Forschungsprojekt „GeNaLog“ konnte durch den Einbezug eines vollelektrischen Lkw und unter Anwendung intelligenter Prozessumstellungen sowie mit geräuschgedämmten Transporthilfsmitteln gezeigt werden, dass die Nachtlogistik das Potenzial hat, als eine Lösung für die logistischen Herausforderungen der Innenstädte zu funktionieren.

Mobilität der Mitarbeiter
Eine weitere Maßnahme zur Senkung des Energieverbrauchs betrifft den Bereich Mobilität. So haben anspruchsberechtigte Mitarbeiter die Möglichkeit, ihre Mobilitätsbudgets individuell zu nutzen – beispielsweise können sie ein kleineres Automodell wählen und den eingesparten Betrag für einen anderen Zweck nutzen. Nutzer von Elektrofahrzeugen erhalten zusätzlich zu ihrem Mobilitätsbudget einen monatlichen Bonus von 150 Euro. Bei Hybridfahrzeugen beträgt der monatliche Zuschuss 25 Euro. Um die Mobilität mit dem Fahrrad zu fördern, können alle Mitarbeiter der REWE Group in Deutschland seit November 2016 ein Dienstfahrrad im Rahmen eines Entgeltumwandlungsmodells erwerben, das für den Weg zur Arbeit ebenso wie in der Freizeit genutzt werden kann. Seitdem sind über 3.300 Fahrräder von Mitarbeitern erworben worden.

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