REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2017

Compliance

GRI 205: Korruptionsbekämpfung
GRI 206: Wettbewerbswidriges Verhalten
GRI 307: Umwelt-Compliance
GRI 419: Sozioökonomische Compliance
Managementansatz

Regelverstöße können persönliche Haftung (zum Beispiel Schadensersatzforderungen und strafrechtliche Konsequenzen) für einzelne Mitarbeiter oder die Organmitglieder der REWE Group nach sich ziehen und zum Reputationsverlust für die Unternehmen der REWE Group führen. Für ein Handels- und Touristikunternehmen bestehen besondere Compliance-Risiken im Bereich der Preisabsprache, der Ausnutzung von Marktmacht im Verhalten gegenüber Lieferanten und in der persönlichen Vorteilsnahme. Integrität und Fairness im Geschäftsverkehr und im Umgang miteinander sind daher als wichtige Grundwerte im Leitbild der REWE Group verankert. Mit dem Verhaltenskodex der REWE Group hat das Unternehmen zudem Verhaltensstandards definiert, die für alle verpflichtend sind, die im Namen der REWE Group tätig sind.

Im Zuge der Einführung eines Antikorruptionssystems wurden diverse Verhaltensrichtlinien für Führungskräfte und Mitarbeiter implementiert und ein interner Antikorruptionsbeauftragter sowie ein externer Ombudsmann bestellt. Im Februar 2009 hat die REWE Group einen Chief Compliance Officer berufen und seit Juni 2010 bündelt und koordiniert der Zentralbereich Governance & Compliance die Aktivitäten der REWE Group. Ihm stehen in den jeweiligen Geschäftseinheiten und Landesgesellschaften seit 2011 dezentrale Compliance Officer als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. Im Rahmen eines effizienten Compliance-Management-Systems (CMS), angelehnt an den Standard IDW PS 980, hat die REWE Group ein Compliance-Programm aufgestellt, das eine Vielzahl von präventiven Maßnahmen umfasst. Seit Mitte 2011 werden regelmäßige Compliance-Risikoanalysen durchgeführt, aus denen weitere präventive Maßnahmen abgeleitet werden. Schulungen für die Mitarbeiter und spezielle Regelungen, die den Umgang mit Zuwendungen an Top Executives oder die Einkaufsbereiche betreffen, gehören ebenfalls dazu. Im Jahr 2015 wurde das CMS einem externen Readiness-Check durch eine anerkannte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen. Infolgedessen wird seit 2016 eine Prüfung des CMS nach dem anerkannten Prüfungsstandard (PS 980) des IDW durchgeführt. Ziel der Prüfung ist die kontinuierliche Verbesserung des bestehenden Systems. Die erste Stufe der Prüfung – die Konzeption des CMS – wurde im Juli 2017 erfolgreich abgeschlossen. Daran anschließend wurde mit der zweiten Zertifizierungsstufe, der Angemessenheitsprüfung, begonnen. Seit 2016 verantwortet der Zentralbereich Governance & Compliance das Konzern-Richtlinienmanagement der REWE Group. Im Rahmen der Neuordnung wurden ein unternehmensweiter Prozess und ein neues IT-System implementiert. Sukzessive werden Compliance-relevante Konzernrichtlinien in das neue Tool überführt und somit allen Mitarbeitern zugänglich gemacht. Das Projekt wird im Jahr 2019 abgeschlossen.

Formelle Beschwerden können an unterschiedliche Bereiche der REWE Group adressiert sein, wie beispielsweise Management, Compliance, Qualitätsmanagement oder Einkauf. Sie können auch direkt an die Märkte gerichtet sein.

Gesetzesverstöße werden bei der REWE Group bislang nicht umfassend zentral erfasst, daher kann keine Gewähr für die Vollständigkeit der Angaben in den nachfolgenden Indikatoren gegeben werden.

GRI 205-1: Geschäftsstandorte, die in Hinblick auf Korruptionsrisiken geprüft wurden

Mithilfe eines IT-gestützten Tools werden in der REWE Group systematisch Korruptionsrisiken erfasst und bewertet sowie daraus entsprechende Maßnahmen abgeleitet. Dies entspricht einer 100-prozentigen Abdeckung, sowohl national wie auch international. Als wesentliches Korruptionsrisiko wurde die „Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr“ für die Geschäftsbereiche Einkauf und Logistik identifiziert.

Die Rahmenbedingungen, Richtlinien und Prozesse für ein konzerneinheitliches Risikomanagement bezüglich der Compliance-Risiken Kartellverstöße und Korruption werden durch den Zentralbereich Governance & Compliance geschaffen. Seit 2012 werden jährliche Compliance-Risikoanalysen durchgeführt und geeignete Maßnahmen zur Risikosteuerung entwickelt und implementiert. Im Zuge des Integrationsprojekts Governance Risk & Compliance (GRC) werden die Geschäftsbetriebsrisiken und Compliance-Risiken gemeinsam erhoben, einheitlich bewertet und in eine gruppenweite Systemlösung überführt (für weitere Informationen zum Risikomanagement siehe auch den kombinierten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017, Seite 26–31).

GRI 205-2: Informationen und Schulungen zu Strategien und Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung

Für alle Verwaltungsmitarbeiter gibt es auf nationaler Ebene das verpflichtende E-Learning „Compliance Basics“ zum richtigen Umgang mit Zuwendungen (Antikorruption); für die Top Executives wird es freiwillig angeboten. Im Jahr 2017 wurde mit dem Aufbau eines neuen Schulungsformats hinsichtlich Antikorruption und Integrität begonnen. Dieses wird das bisherige E-Learning „Compliance Basics“ ersetzen und schrittweise national sowie international ausgerollt werden. Darüber hinaus wurden zahlreiche Präsenzschulungen und Workshops durchgeführt, in denen den Mitarbeitern auch fachspezifisch ein Compliance-konformes Verhalten vermittelt wurde. Das Schulungskonzept folgt einem risikoorientierten Ansatz, der Schulungen in einem regelmäßigen Turnus vorsieht, sodass über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren eine nahezu 100-prozentige Abdeckung der relevanten Mitarbeiter erzielt werden kann.

Die REWE Group informiert auf ihrer Website zum Thema Compliance, insbesondere zum Hinweismanagement, und stellt den Verhaltenskodex zum Download bereit. Jedem Mitarbeiter der REWE Group stehen wesentliche Compliance-Informationen über das Intranet und diverse Team-Rooms zur Verfügung.

Gesamtzahl der Angestellten, die in der Antikorruptionspolitik und den Verfahrensweisen der Organisation geschult wurden

2015 2015 2016 2016 2017 2017
nicht Leitungsebene absolut Leitungsebene absolut nicht Leitungsebene absolut Leitungsebene absolut nicht Leitungsebene absolut Leitungsebene absolut
Handel Deutschland 514 63 318 35 734 98
Handel International 1.915 139 3.679 637 1.796 284
Fachmarkt 64 2 33 9 53 0
Touristik 145 64 506 15 483 172
Sonstige 490 200 461 93 556 105
Gesamt 3.128 468 4.997 789 3.622 659

Bedingt durch den Konzernumbau sind die Bereiche Vollsortiment und Discount national sowie der Bereich Ware unter der Einheit Handel Deutschland zusammengefasst. Ebenso konsolidiert sind die Angaben zu Vollsortiment und Discount International in die Einheit Handel International.

GRI 205-3: Bestätigte Korruptionsfälle und ergriffene Maßnahmen

Hinweise, die bei den Compliance-Verantwortlichen eingehen, werden systematisch im Compliance-Hinweistool erfasst, bearbeitet und zur Aufklärung an die zuständigen Fachbereiche – insbesondere an die Konzernrevision – weitergeleitet. Diese prüfen den Sachverhalt und teilen dem Bereich Governance & Compliance die Ergebnisse beziehungsweise die zu ergreifenden Maßnahmen mit. Deren Umsetzung, zum Beispiel arbeits- oder strafrechtlicher Art, liegt in der Verantwortlichkeit der operativen Einheiten. Im Jahr 2017 ging ein wesentlicher Hinweis auf Korruption im Bereich Governance & Compliance ein. In diesem Fall handelte es sich um „Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr“. Dieser wurde durch arbeitsrechtliche Maßnahmen geahndet. Die REWE Group schützt im Rahmen ihres Hinweismanagementsystems die Identität von Hinweisgebern und Betroffenen.

Zusammen mit den dezentralen Compliance Officern führt der Zentralbereich Governance & Compliance jährlich Workshops durch, um gemeinsam das Compliance-Programm weiterzuentwickeln und präventive Maßnahmen zur Minimierung von Compliance-Risiken zu implementieren.

GRI 206-1: Rechtsverfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten oder Kartell- und Monopolbildung

Die REWE Group berichtet nicht zu der Gesamtzahl der Verfahren sowie deren Ergebnissen, da diese Angaben speziellen Vertraulichkeitsauflagen unterliegen.

GRI 307-1: Nichteinhaltung von Umweltschutzgesetzen und -verordnungen

Die REWE Group macht keine Angaben zum monetären Wert signifikanter Bußgelder und der Gesamtzahl nicht monetärer Strafen wegen Nichteinhaltung von Umweltgesetzen und -vorschriften, da diese Informationen nicht konzernweit in erforderlicher Qualität vorliegen. Auch in Zukunft ist nicht geplant, diese Informationen zu erheben, da der Aufwand der Datenbeschaffung nicht im Verhältnis zum Nutzen dieser Informationen steht.

GRI 419-1: Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich

Die REWE Group macht keine Angaben zum monetären Wert signifikanter Bußgelder und der Gesamtzahl nicht monetärer Strafen wegen Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften, da diese Informationen nicht konzernweit in erforderlicher Qualität vorliegen. Auch in Zukunft ist nicht geplant, diese Informationen zu erheben, da der Aufwand der Datenbeschaffung nicht im Verhältnis zum Nutzen dieser Informationen steht. Über rechtliche Risiken wird im kombinierten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 ab Seite 30 berichtet. Sonstige Rückstellungen für Gerichts-, Prozess- und Rechtsberatungskosten werden in der Anhangsangabe 34 des kombinierten Lageberichts für das Geschäftsjahr 2017 auf Seite 119 ausgewiesen.

Weitere Themen aus diesem Bereich:

GRI 102-18 - 102-21

Nachhaltig­keits­strategie

GRI 102-1 – 102-7, 102-10

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GRI 102-8, 102-41

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GRI 102-12, 102-13

Initiativen und Mitgliedschaften

GRI 102-16, 102-17

Ethik und Integrität

GRI 102-45 – 102-47, 102-49

Wesentlichkeit

GRI 102-40, 102-42 – 102-44

Stakeholder­dialog

GRI 102-48, 102-50 – 102-56

Berichtsprofil

GRI 201

Wirtschaftliche Leistung

GRI 415

Zusammenarbeit mit Politik

GRI 418

Datenschutz