REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2017

Tierwohl

GRI FP10: Physische Veränderung an Tieren

Die Nutztierhaltung ist ein wesentlicher Zweig der landwirtschaftlichen Produktion und tierische Produkte wie Fleisch oder Eier sind ein fester Bestandteil heutiger Ernährungsgewohnheiten. Die aktuelle Diskussion in der Gesellschaft zum Thema Tierwohl zeigt aber auch, dass Verbrauchern eine artgerechte Haltung der Nutztiere immer wichtiger wird.

Tierwohl in der Nutztierhaltung verbessern

In ihrer Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften bekennt sich die REWE Group zur Einhaltung und Verbesserung von Tierschutzstandards und setzt diesen Anspruch im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie um. Bereits seit Jahren engagiert sich das Unternehmen daher intensiv für mehr Tierwohl, Tiergesundheit und Tierschutz. Dafür entwickelt die REWE Group Maßnahmen, die auf die jeweilige Tierart zugeschnitten sind und die Rahmenbedingungen der verschiedenen Wertschöpfungsketten berücksichtigen.

Die Maßnahmen werden unter anderem in PRO PLANET-Projekten durchgeführt, in denen beispielsweise die Fütterung und Haltungsbedingungen von Hähnchen und Legehennen verbessert wurden. Weitere Schwerpunkte des Engagements liegen in der Produktion von Schweine-, Puten- und Kaninchenfleisch sowie Frischmilch. Ein wichtiger Tierwohlaspekt betrifft schmerzhafte Eingriffe wie die Kastration von Ferkeln oder das Kürzen von Schnäbeln bei Legehennen, für deren Verzicht die REWE Group anspruchsvolle Ziele formuliert hat. Bei der Umsetzung ist die REWE Group in engem Austausch mit ihren relevanten Stakeholdern, wie Lieferanten, Wissenschaftlern und NGOs.

Im Jahr 2017 wurde die „Strategie Grüne Produkte 2030“ für REWE und PENNY Deutschland entwickelt und drei Handlungsfelder definiert (siehe dazu den Managementansatz Grüne Produkte). Das Thema Tierwohl wurde als eines dieser Handlungsfelder festgelegt.

Initiative Tierwohl

Als Gründungsmitglied der Initiative Tierwohl setzt sich die REWE Group auch für die Verbesserung branchenweiter Tierwohlstandards ein. Der Zusammenschluss aus Vertretern der Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und des Lebensmittelhandels verfolgt das Ziel einer tiergerechteren Fleischerzeugung. Die beteiligten Unternehmen des deutschen Lebensmitteleinzelhandels führen mit vier Cent (6,25 Cent ab 01.01.2018) pro Kilogramm verkaufter Schweine- und Geflügelfleischware einen jährlichen Beitrag von rund 85 Mio. Euro (ab 2018 135 Mio. Euro) an die Initiative Tierwohl ab. Das Geld wird für die Finanzierung von Tierwohlmaßnahmen zur Verfügung gestellt, die über gesetzliche Bestimmungen hinausgehen. Durch die Beteiligung von mehr als 3.000 Betrieben konnten die Haltungsbedingungen im Jahr 2017 für über 255 Millionen Schweine, Hähnchen und Puten verbessert werden. Mit dem Start der Programmphase ab 2018 sieht die Weiterentwicklung der Initiative eine Aufstockung der finanziellen Ressourcen vor, um zusätzlichen Betrieben die Teilnahme zu ermöglichen.

Leitbild Nutztierhaltung der Zukunft

Die REWE Group hat 2015 mit dem Leitbild Nutztierhaltung der Zukunft ein Positionspapier veröffentlicht, das die übergreifenden Ziele der REWE Group für eine nachhaltigere Nutztierhaltung dokumentiert. Das Leitbild zeigt die verschiedenen Anforderungen auf, die eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Einklang bringen muss. Dazu zählen neben Tierwohl auch Umwelt- und Klimaschutz, Ressourceneffizienz, Lebensmittelsicherheit und Wirtschaftlichkeit. Außerdem formuliert die REWE Group mit dem Leitbild einen Wertekanon für ihr Tierwohlengagement, der sich an den „Fünf Freiheiten“ einer verantwortungsvollen Nutztierhaltung orientiert, die durch das Farm Animal Welfare Council des britischen Landwirtschaftsministeriums definiert wurden:

  1. Freiheit von Hunger, Durst und Fehlernährung
  2. Freiheit von Unbehagen
  3. Freiheit von Angst, Stress und Leiden
  4. Freiheit von Schmerzen, Verletzungen und Krankheiten
  5. Freiheit zum Ausleben normaler Verhaltensweisen

Das Leitbild dient dazu, die bestehenden Projekte und Anforderungen weiterzuentwickeln. So ist geplant, in Zukunft Leitlinien für spezifische Haltungs- und Managementsysteme mit konkreten Vorgaben zu verabschieden.

Das vollständige Leitbild kann hier heruntergeladen werden.

Im Dezember 2016 hat die REWE International AG eine eigene Leitlinie Tierwohl veröffentlicht, die die wesentlichen Maßnahmen und Handlungsfelder für Österreich darstellt.

Darüber hinaus gibt es in Deutschland sowie in allen anderen relevanten Ländern, die als Lieferländer für Rohstoffe tierischen Ursprungs infrage kommen, entsprechende ordnungspolitische Rahmenbedingungen für die Nutztierhaltung. Die REWE Group akzeptiert nur Partner in ihren Lieferketten, die die jeweils national gültigen gesetzlichen Rahmenbedingungen vollumfänglich erfüllen.

Tierwohl bei der DER Touristik

Als verantwortungsbewusster Reiseveranstalter, der sich zu nachhaltigem Handeln verpflichtet, legt die DER Touristik Wert auf Natur- und Tierschutz. In vielen Urlaubsdestinationen ist die Interaktion mit Tieren Teil des lokalen Unterhaltungsangebotes. Oftmals leiden die Tiere jedoch unter schlechten Lebensbedingungen oder einem nicht artgerechten Umgang. Für die Touristen sind diese Auswirkungen der Angebote nicht immer auf den ersten Blick erkennbar.

Die DER Touristik ist überzeugt, dass tierfreundlicher Tourismus möglich ist. Dazu gehört, die Tiere vor Missbrauch zu schützen, den natürlichen Lebensraum nicht zu beeinträchtigen und gegebenenfalls eine artgerechte Haltung sicherzustellen. Aus diesem Grund unterstützt das Unternehmen vor allem Reiseerlebnisse, bei denen die Beobachtung von Wildtieren in freier Wildbahn im Vordergrund steht.

Damit die eigenen Produkte dem Anspruch nach tierfreundlichen Angeboten gerecht werden, hat die DER Touristik 2017 eine verbindliche Tierschutzrichtlinie verabschiedet. Diese Unternehmensrichtlinie regelt den Umgang touristischer Produkte mit Tierinteraktionen und verfolgt das Ziel, bis 2020 die Angebote der DER Touristik, bei denen Tiere zur touristischen Unterhaltung eingesetzt werden, zu überprüfen und sukzessive anzupassen. Produkte, die nicht den Anforderungen der DER Touristik Tierschutzrichtlinie entsprechen, werden aus dem Programm genommen oder, wo möglich, durch tierfreundliche Alternativen ersetzt. Um die Einhaltung der festgelegten Tierschutzkriterien und anerkannten Standards sicherzustellen, werden Tiereinrichtungen im Rahmen unabhängiger Audits überprüft. Im Berichtszeitraum wurden acht Audits durchgeführt, fünf in Elefantencamps und drei in Tierparks. Für 2018 sind zehn Audits geplant.

Im Jahr 2017 startete die Umsetzung der Richtlinie zunächst mit dem Augenmerk auf Elefanten. In Zusammenarbeit mit der konzerneigenen Zielgebietsagentur Go Vacation Thailand wurde an Lösungen für Freizeitangebote mit Elefanten gearbeitet. In einem ersten Schritt überprüfte die DER Touristik Anbieter durch externe Audits auf Einhaltung von Tierschutzstandards. Aktivitäten wie Elefantenreiten oder Unterhaltungsshows wurden aus dem Programm genommen. Heute wird mit wenigen lokalen Anbietern kooperiert, um mit ihnen gemeinsam an besseren Standards zu arbeiten und sie weiter für das Thema zu sensibilisieren.
Zudem engagiert sich die DER Touristik gemeinsam mit der Tierschutzorganisation „World Animal Protection“ und anderen Branchenteilnehmern in der Arbeitsgruppe „Proving Demand“. Hierbei wurde ein Geschäftsmodell erarbeitet, das dem Aufbau elefantenfreundlicher Einrichtungen dient. Für 2018 ist geplant, zwei Elefanteneinrichtungen nach Standards weiterzuentwickeln und die Nachfrage nach elefantenfreundlichen touristischen Tiereinrichtungen zu steigern.
Im Jahr 2018 sollen Einrichtungen und Angebote mit Meeressäugern in den Fokus rücken.

Des Weiteren verpflichtet sich die DER Touristik, Kunden über einen angemessenen Umgang mit Tieren und tierfreundliche touristische Angebote zu informieren.

Indikator: Projekte und Maßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls

Im Bereich Tierwohl setzt die REWE Group unterschiedliche Maßnahmen um, die auf die jeweilige Tierart und die Bedingungen der Nutztierhaltung abgestimmt sind. Im Folgenden werden einige ausgewählte Projekte vorgestellt.

Verzicht auf unbetäubte Ferkelkastration

Bei nicht kastrierten männlichen Schweinen kann sich mit der Geschlechtsreife ein strenger Geruch entwickeln, der auch auf das Fleisch übergeht. Daher werden männliche Ferkel etwa sieben Tage nach der Geburt kastriert, in der Regel ohne Betäubung. Mit der Zielsetzung, ab 2017 nur noch frisches Schweinefleisch zu vermarkten, das von nicht betäubungslos kastrierten Schweinen stammt, hat die REWE Group ein Zeichen gesetzt und damit zur Entwicklung der Branche beigetragen. Die Politik hat die unbetäubte Ferkelkastration ab dem 1. Januar 2019 gesetzlich verboten.

Verzicht auf routinemäßiges Kürzen des Ringelschwanzes bei Schweinen

In der konventionellen Tierhaltung werden den meisten Ferkeln innerhalb der ersten vier Lebenstage die Schwänze gekürzt. Damit wird gegenseitiges Schwanzbeißen verhindert, das auftreten kann, wenn Schweine hohem Stress ausgesetzt sind. Wird der Ringelschwanz nicht gekürzt und bleibt während der Aufzucht unversehrt, kann er als Indikator für tiergerechte Haltungsbedingungen herangezogen werden.

Nach der ersten Phase in 2016 hat die REWE Group auch im Jahr 2017 in enger Kooperation mit den beiden Bauernverbänden NRWs, dem Landwirtschaftsministerium und der Landwirtschaftskammer NRW ein Leuchtturmprojekt zum Ringelschwanz durchgeführt, an dem sich etwa 60 schweinehaltende Betriebe beteiligt haben. Die Betriebe verzichten auf das Kürzen des Ringelschwanzes und passen die Haltungsbedingungen an, indem den Tieren Wühlerde, Heu oder Stroh sowie offene Tränken zur Verfügung gestellt werden. Dies dient als zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeit und trägt zu einer erhöhten Tiergesundheit bei. Zudem wird die Beobachtung der Tiere intensiviert und die Fütterung angepasst. Als Aufwandsentschädigung erhalten die beteiligten Landwirte einen Betrag von 18 Euro pro Tier und eine zusätzliche einmalige Zahlung in Höhe von 500 Euro für weitergehende Untersuchungen oder Spezialberatungen.

Verzicht auf Eier aus Käfighaltung

Die Haltungsbedingungen von Legehennen in Käfighaltung sind für die REWE Group nicht akzeptabel. Bereits seit 2010 vermarktet die REWE Group in Deutschland nur noch Eier aus Boden- und Freilandhaltung, die den Anforderungen des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT) entsprechen. Im Jahr 2012 folgte der Entschluss, in Deutschland auch bei verarbeiteten Produkten auf den Einsatz von Käfigeiern und Eiern aus Kleingruppenhaltung zu verzichten. Bis spätestens 2025 soll auch in allen Auslandsgesellschaften der Handel mit Käfigeiern beendet werden. Im Jahr 2016 wurde die REWE Group von der Tierschutzorganisation Compassion in World Farming für ihren frühzeitigen Verzicht auf Eier aus Käfighaltung mit dem Good Egg Award ausgezeichnet.

Verzicht auf Schnabelkürzen und das Töten von männlichen Küken bei Legehennen

In konventioneller Tierhaltung war es bis Anfang 2017 die Regel, dass die Schnäbel der Legehennen gekürzt werden, um die Verletzungsgefahr durch gegenseitiges Picken zu reduzieren. Die REWE Group hat sich das Ziel gesetzt, als erstes Handelsunternehmen in Deutschland bis zum 31. Dezember 2017 in allen Märkten der Vertriebslinien REWE und PENNY keine konventionellen Eigenmarken-Eier von Legehennen mit gekürztem Schnabel zu verkaufen. Bereits zum 1. September 2017 wurde das Ziel vorzeitig erreicht. Damit setzt die REWE Group eine Vereinbarung der Branchenverbände der Geflügelwirtschaft und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft um, die einen Verkaufsstopp bis Mitte 2018 vorsieht. Bio-Eier sind von dieser Maßnahme ausgeschlossen, da für die Bio-Zertifizierung die Unversehrtheit der Schnäbel bereits verpflichtend ist.

In einem Pilotprojekt verzichtet die REWE Group nicht nur auf das Kürzen der Schnäbel, sondern auch auf das Töten der männlichen Küken. Unter der Exklusivmarke „Spitz & Bube“ werden die Eier aus Freilandhaltung seit Juli 2017 deutschlandweit in allen teilnehmenden Märkten verkauft. Dank des großen Erfolges des Projektes werden ab März 2018 auch „Spitz & Bube“ Frischeier aus Bodenhaltung national verfügbar sein. Frischeier der Marke „Spitz & Bube“, die nach ökologischen Richtlinien produziert werden, sind derzeit in bayrischen REWE-Märkten verfügbar.

Als erster Discounter in Deutschland hat PENNY Anfang 2017 bundesweit mit HERZBUBE Frischeier aus Bodenhaltung eingeführt, bei denen die Legehennen mit ungekürzten Schnäbeln gehalten und die männlichen Küken aufgezogen werden.

Early Feeding

Die REWE Group bemüht sich für bessere Schlupfbedingungen von Mastküken. In traditionellen Brutschränken befinden sich im Normalfall mehrere tausend Eier. Jedoch bekommen die Tiere erst Zugang zu Futter, Wasser oder Licht, wenn alle Küken geschlüpft und im Mastbetrieb angekommen sind – dies kann bis zu 72 Stunden dauern. Früh geschlüpfte Küken verlieren in dieser Zeit stark an Körpergewicht und sind großem Stress ausgesetzt. Mit „Early Feeding“ nimmt sich die REWE Group als erster Lebensmittelhändler in Deutschland dieses Problems an: Das in den Niederlanden entwickelte HatchCare-Verfahren sorgt dafür, dass die Tiere unmittelbar nach dem Schlüpfen mit den Grundbedürfnissen des Lebens versorgt werden. Sobald ein Küken geschlüpft ist, rutscht es zu den anderen Tieren in einen gesonderten Korb im Brutschrank. Dort kann es sich frei bewegen und bereits Wasser und Nahrung zu sich nehmen. Zusätzlich sind die Brutschränke beleuchtet und bieten dadurch Schlupfbedingungen mit mehr Tierwohl.
Seit dem Frühjahr 2017 schlüpfen in den Brütereien die ersten Küken mit dem neuen Verfahren – mit einem positiven Ergebnis: Da die Tiere direkt nach dem Schlüpfen mit ausreichend Wasser und Futter versorgt werden, sind sie deutlich stärker und vitaler. Die bessere Robustheit der Early Feeding-Küken trägt dazu bei, dass der Gesundheitsstatus verbessert wird und somit auch der Medikamenteneinsatz herabgesetzt werden kann. Künftig erwartet die REWE Group, dass ihre Lieferanten dieses Verfahren Schritt für Schritt in ihrer Lieferkette einsetzen. So sollen immer mehr Küken aus Early Feeding-Brütereien bezogen werden.

SELEGGT

Bei der Zucht von Legehennen für die Eierproduktion werden jedes Jahr in Deutschland Millionen männliche Küken noch an ihrem ersten Lebenstag getötet. Der Grund dafür ist, dass sie weder Eier legen können noch zur Mast geeignet sind, da sie langsamer und ineffizienter wachsen sowie weniger Brustfleisch ansetzen als Hähnchen der Mastrassen. Die REWE Group hat den Anspruch, diesem Verfahren Grenzen aufzuzeigen und mithilfe einer neuen Technik Alternativen zu entwickeln. Die Idee: Das Geschlecht des Kükens soll bereits im Brutei ermittelt werden. Bei der sogenannten endokrinologischen Untersuchung wird dem Brutei mittels einer feinen Nadel Flüssigkeit entnommen – anhand derer man das Geschlecht bestimmen kann. Im Anschluss werden die männlichen Bruteier aussortiert. Die weiblichen Bruteier gelangen zurück in den Brutschrank. Am 21. Bruttag schlüpfen nur noch weibliche Küken. So kann zukünftig auf das Töten von männlichen Küken verzichtet werden. Die Grundlagenforschung zu diesem Verfahren wurde von der Universität Leipzig entwickelt. Daraus soll eine praxistaugliche Lösung entstehen, die in einem möglichst breiten Umfang Anwendung finden kann. Hierzu hat die REWE Group gemeinsam mit einem holländischen Technologie-Unternehmen das Joint Venture „SELEGGT“ gegründet.

Zucht einer neuen Putenrasse

Die Geflügelmast nach ökologischen Richtlinien stellt hohe Anforderungen und bringt somit besondere Herausforderungen mit sich. Aktuell stammen 95 Prozent der weltweiten Putenzucht aus nur zwei Betrieben, die ausschließlich mit sogenannten Hybridputen arbeiten. Diese Zuchtlinien sind für die ökologische Geflügelmast nur bedingt geeignet, da es durch ihr schnelles Wachstum zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen kann und die Puten sich nicht für die eigene Nachzucht eignen. Dadurch entsteht ein Abhängigkeitsverhältnis zum Züchter.

REWE Bio unterstützt die Biofino GmbH auf einem richtungsweisenden Weg in der Züchtung. Durch die Kreuzung von englischen Freilandputen der Rasse Auburn und einer konventionellen Hybridrasse wird eine neue Rasse gezüchtet, die sich durch besondere Robustheit und Vitalität auszeichnet und sich sehr gut für die Aufzucht in Auslaufhaltung und Fütterung mit Biofutter eignet. In der Aufzucht stehen jedem Tier rund 12 Quadratmeter Auslauf im Stall, auf dem Freigelände und im überdachten Außenbereich zur Verfügung. Die längere Dauer des Wachstums wird dabei bewusst in Kauf genommen. Im Jahr 2017 stammte nach konstanter Aufbauarbeit in den letzten Jahren bereits 85% des Putenfleisches der Biofino GmbH von diesen Puten. 2018 wird die Umstellung auf die neue Putenrasse vollständig umgesetzt sein.

Systematische Umstellung auf Bodenhaltung bei Kaninchen

Seit 2010 arbeitet die REWE Group mit der Tierschutzstiftung VIER PFOTEN International an der Umstellung von Käfig- auf Bodenhaltung für Mastkaninchen. Neben mehr Bewegungsfreiheit erhalten die Tiere Beschäftigungsmaterial und der Boden ist mit Kunststoffplatten zur Schonung der Fußballen ausgelegt. Als ersten Schritt hat die REWE Group Ende 2012 ihr Tiefkühlfleisch auf Kaninchen aus Bodenhaltung umgestellt. Seit dem 1. Juli 2016 wird nun auch frisches Kaninchenfleisch ausschließlich von Tieren aus Bodenhaltung verkauft. Im Jahr 2016 wurde der REWE Group von der Tierschutzorganisation Compassion in World Farming für ihr langjähriges Engagement für eine artgerechte Tierhaltung die Auszeichnung Good Rabbit Commendation verliehen.

Vermarktung von Weidemilch

Die REWE Group leistet mit der zunehmenden Vermarktung von Weidemilch einen grundlegenden Beitrag für mehr Tierwohl in der Milchkuhhaltung. Die Weidehaltung ist die Haltungsform, die der natürlichen Lebensform der Kühe am nächsten kommt, sowohl hinsichtlich der Futteraufnahme als auch des Fortbewegungs- und Sozialverhaltens. Bei der Weidehaltung stehen die Tiere an mindestens 120 Tagen im Jahr für mindestens sechs Stunden auf Weideflächen. Bei länger haltbarer Frischmilch (ESL-Milch) im REWE-Sortiment lag der Anteil Weidemilch im Jahr 2017 bei 17,60 Prozent (2016: 11,87 Prozent*). Seit August 2017 trägt die Weidemilch und seit Dezember 2017 die Weidebutter das Siegel „PRO WEIDELAND – Deutsche Weidecharta“. Erste Käseartikel wurden bereits aus Milch aus Weidehaltung hergestellt und die Umstellung weiterer Artikel ist in Planung.

*Auf Grund eines Berechnungsfehlers wurde der Wert für 2016 nachträglich angepasst.

DER Touristik: Chilis gegen Elefanten

Im Rahmen des gemeinnützigen Vereins „DER Touristik Foundation e.V.“ fördert DER Touristik das Projekt „Chilis gegen Elefanten“. Der „Wildtier-Mensch-Konflikt“ wird durch die steigende Bevölkerungszahl und die Migration der Bevölkerung an die Grenzen von Naturschutzgebieten zunehmend zum Problem. Häufig zerstören Elefanten Jahresernten ganzer Dörfer und werden deswegen nicht selten getötet.

In einer Sensibilisierungskampagne soll das Bewusstsein der Bevölkerung in Tansania hinsichtlich der Förderung des ökologischen Lebensraums und der Artenvielfalt gestärkt werden. Für den Konflikt mit Elefanten gibt es eine simple Lösung. Elefanten haben einen sehr stark ausgeprägten Geruchssinn und meiden Chilipflanzen. Durch eine Einzäunung der Agrarwirtschaftsflächen mit sogenannten Chili-Zäunen können rund 75 Prozent der ursprünglichen Schäden vermieden werden. Die einheimische Bevölkerung erhält Schulungen zum Anbau und Erhalt von Chili-Zäunen. Das in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern Upendo e.V. und PAMS Foundation durchgeführte Projekt kommt Tier und Mensch zugute und kann den Konflikt um den Lebensraum entschärfen.

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