REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2017

Beschäftigung

GRI 401: BeschäftigungManagementansatz

Engagierte und zufriedene Mitarbeiter sind die Grundlage für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg der REWE Group. Deshalb schafft das Unternehmen ein attraktives und faires Arbeitsumfeld für seine Mitarbeiter. Dazu gehören unter anderem eine faire Entlohnung, zusätzliche betriebliche Leistungen über den Tariflohn hinaus, flexible Arbeitszeitmodelle, die sich an die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter anpassen, und individuelle Angebote, die den Einklang von Beruf und Privatleben erleichtern.

Der REWE Group wurden im Berichtszeitraum vielzählige Auszeichnungen verliehen, wie beispielsweise:

  • CSR Jobs Award in der Kategorie „Vereinbarkeit Beruf und Familie“, Top Arbeitgeber 2018 vom Top Employers Institute, Top 100 Arbeitgeber des trendence Schülerbarometers, HR Excellence Award 2017 für das Projekt „Digitale Schnitzeljagd“, kununu Top Company, kununu Open Company, Trainee-Auszeichnung 2018 von Absolventa, Great Place to Work Berlin und Brandenburg 2017, Great Place to Work (Bester Arbeitgeber 2017 und Sonderpreis für Diversity & Inclusion) und die Auszeichnung „echtes & faires Traineeprogramm 2017“ (beide für die REWE International AG), Ausbilder des Jahres 2017 der Branchenzeitung „Lebensmittel Praxis“ für das Konzept des Social Recruitings

Seit 2009 lässt sich REWE von der berufundfamilie Service GmbH, einer Initiative der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, gemäß dem „audit berufundfamilie“ zertifizieren. Etwa 2.400 REWE-Märkte (1.700 Filialmärkte und 700 Partnermärkte), sechs Verwaltungs- und drei Logistikstandorte sind bereits seit einigen Jahren zertifiziert. Seit Juni 2017 arbeitet das Unternehmen an der Re-Zertifizierung der Märkte. In zahlreichen Workshops und unter Einbeziehung aller Schnittstellen wurde die neue, ab 2018 gültige Zielvereinbarung erarbeitet. Seit 31. Oktober 2016 sind auch die Märkte, die Zentrale und die Logistikstandorte von toom Baumarkt zertifiziert.

Im Berichtszeitraum wurde der Grundstein gelegt, dass das „audit berufundfamilie“ im Jahr 2018 auch für die PENNY Markt GmbH, d. h. für 27.000 Mitarbeiter in den Märkten, den Regionszentralen und den Logistikstandorten durchgeführt wird.

Insgesamt können über 135.000 Mitarbeiter der REWE Group deutschlandweit erreicht werden und von flexibleren Arbeitszeitmodellen oder einer familien- und lebensphasenbewussteren Personalpolitik profitieren. Damit ist REWE aktuell das größte Unternehmen Deutschlands, das nach dem „audit berufundfamilie“ zertifiziert ist. In Österreich sind zudem BILLA, MERKUR, BIPA, PENNY und REWE Int. Dienstleistungen nach dem „audit berufundfamilie“ zertifiziert.

Die REWE Group bietet vielzählige Maßnahmen, die der Umsetzung einer familienfreundlichen und lebensphasenorientierten Personalpolitik dienen und hierzu verbindlich innerhalb verschiedener Betriebsvereinbarungen verankert worden sind. Beispielsweise regeln diese die Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort. Werdende Eltern erhalten, bereits bevor und während sich sie sich in ihrer Elternzeit befinden, Unterstützung, beispielsweise mit Informationsveranstaltungen oder dem Kontakthalteprogramm. Um den Wiedereinstieg in den Beruf zu erleichtern, wurden in den letzten Jahren unternehmenseigene Kinderbetreuungsangebote sowie in einzelnen Regionen Kooperationsverträge für Kindergartenbelegplätze verstärkt ausgeweitet. Beispielsweise wurden 2017 die Betriebskindertagesstätten (Kitas) in Köln und in Frankfurt auf insgesamt 128 Plätze vergrößert. Die DER Touristik belegt 23 Plätze in einer Krabbelstube für Kinder unter drei Jahren. Darüber hinaus gibt es in den einzelnen Regionen Kooperationsverträge für Kindergartenbelegplätze.

Die seit 2008 bestehende Zusammenarbeit mit awo lifebalance, einer bundesweiten Initiative der AWO (ehemals AWO ElternService), wurde 2016 deutschlandweit ausgebaut, wodurch die Services nun allen Mitarbeitern der Zentral- und Regionalstandorte sowie in den Märkten und Logistikstandorten zur Verfügung stehen. Mit einem breiten Angebot rund um Beratung und Vermittlung von Leistungen zu den Themen Kinderbetreuung und Pflege werden etwa 145.000 Mitarbeiter erreicht. Speziell eingerichtete Eltern-Kind-Büros an allen Standorten ermöglichen Mitarbeitern, ihre Kinder im Notfall mit zur Arbeit zu nehmen. So können sie ihrer Tätigkeit wie gewohnt nachgehen und gleichzeitig das eigene Kind beim Spielen beaufsichtigen.

Darüber hinaus bestehen zahlreiche weitere Unterstützungsmöglichkeiten hinsichtlich der Betreuung während der Ferienzeiten. Die REWE Group bietet deutschlandweit Ferienfreizeiten, Gesundheitsreisen und eine kostenlose Jugendherbergsmitgliedschaft für alle Mitarbeiter an. An den regionalen Standorten wird dem Thema Kinderbetreuung ebenfalls verstärkt nachgekommen. So bestehen spezielle regionale Angebote wie Kinderbetreuung während Firmenveranstaltungen, Möglichkeiten der Notfallbetreuung oder unter anderem Spielekisten oder Kinderstühle in den Kantinen. Auch in Österreich wird den Mitarbeitern durch Angebote wie Sommer-Camps, in denen die Kinder ein bis zwei Wochen professionell betreut werden, der Wiedereinstieg in den Job erleichtert.

Auch die Unterstützung in Pflegesituationen erhält zunehmende Bedeutung. Als Ergänzung zum neuen Familienpflegezeitgesetz hat die REWE Group 2015/2016 neue Betriebsvereinbarungen abgeschlossen, die den Beschäftigten weitere Vorteile bieten, wie:

  • Die REWE Group bietet den Beschäftigten aller Gesellschaften Pflege- bzw. Familienpflegezeiten.
  • Den Beschäftigten wird einmalig eine bezahlte, zweistündige Freistellung von der Arbeit gewährt. Diese dient der Erledigung von Behördengängen und der Bearbeitung notwendiger Anträge zum Thema Pflege.
  • Die Beschäftigten werden nach Beendigung der Pflege- und Familienpflegezeit an ihren ursprünglichen Arbeitsplätzen eingesetzt, soweit dem nicht dringende betriebliche Gründe entgegenstehen.
  • Um betroffenen Mitarbeitern eine Hilfestellung zu bieten, werden erste Anlaufstellen durch interne Berater angeboten, die in Gesprächen erste Informationen bereitstellen und Unterstützung anbieten.

Darüber hinaus wird eine Freistellung von der Arbeit im Rahmen eines Sabbaticals angeboten. Dies ermöglicht den Mitarbeitern, sich innerhalb von zwölf Monaten ohne Angabe von Gründen bis zu sechs Monate vollständig von der Arbeit freistellen zu lassen. Während der Auszeit wird ein entsprechend angepasstes Gehalt ausbezahlt, wodurch eine fortlaufende Sozialversicherung bestehen bleibt.

Im Rahmen ihres wertschätzenden Personalmanagements führt die REWE Group regelmäßig Mitarbeiterbefragungen durch. Sie bilden die Stimmung im Unternehmen ab und zeigen Handlungsbedarfe auf. Im Berichtszeitraum schrieb die REWE Group europaweit knapp 80.000 Mitarbeiter ausgewählter Geschäftseinheiten an (u. a. fast 5.000 Mitarbeiter der Zentrale in Köln, rund 15.000 Mitarbeiter von toom Baumarkt, 20.000 Mitarbeiter von BILLA in CEE), und damit rund 25 Prozent aller Beschäftigten. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) davon beteiligten sich an der Befragung. Die Auswertung zeigt, dass die Mitarbeiter der REWE Group grundsätzlich mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden sind. Die besten Noten gab es für das Betriebsklima und bei den Themen Transparenz und Klarheit. Den einzelnen Geschäftseinheiten wurden differenzierte Auswertungen zur Verfügung gestellt, so dass im einzelnen Markt oder in der einzelnen Abteilung auf Basis der Ergebnisse der Befragung zusammen mit den Mitarbeitern konkrete Maßnahmen abgeleitet werden können (allein für die Zentrale Handel Deutschland wurden 483 Berichte erstellt).

Die REWE Group begrüßt den im Jahr 2014 von der deutschen Bundesregierung beschlossenen gesetzlichen Mindestlohn. Beim Einsatz von Fremdfirmen achtet die REWE Group auf die Einhaltung sozialer Mindeststandards. Seit 2011 gilt bei der REWE Group auf nationaler Ebene die „Richtlinie zu Mindeststandards für den Einsatz von Mitarbeitern von Fremdunternehmen“. Die Vorgaben gelten sowohl für Zeitarbeitsunternehmen als auch für den Einsatz im Rahmen von Werks- oder Dienstleistungsverträgen. Es werden nur Vertragspartner eingesetzt, die sich verpflichten, für ihre Mitarbeiter soziale Mindeststandards und etwaige tarifliche Mindestlöhne sowie den gesetzlichen Mindestlohn einzuhalten. Um sicherzustellen, dass die Vertragspartner die Standards respektieren, hat die REWE Group gemeinsam mit dem TÜV Rheinland ein Auditierungsverfahren entwickelt. Die Audits werden durchgeführt in den Bereichen Warenverräumung, Kommissionierung und beim Reinigungspersonal. Im Berichtszeitraum wurden in allen Strategischen Geschäftseinheiten, in denen mit Vertragspartnern gearbeitet wurde, Audits durchgeführt.

Weitere Maßnahmen

Homeoffice und neue Arbeitszeitregelungen für die REWE Zentralorganisation, REWE Markt GmbH Köln und REWE Systems Unter anderem:
  • Ausweitung der Rahmenarbeitszeit
  • Wegfall der Kernzeit
  • Flexiblerer Überstundenabbau (mehrere Zeitausgleichstage zusammenhängend, auch vor oder nach Urlaubstagen möglich)
Gültig seit 01.01.2015
Ausbau Kindertagesstätten
  • 2017: Zehn Betreuungsplätze
  • eKITA REWE minis in München- Schwabing, Region Süd der REWE Zentrale Vollsortiment
  • 95 Kita-Plätze in der Zentrale Köln
  • 23 Belegplätze für Kinder unter drei Jahren in der Krabbelstube
  • Erweiterung der Kooperationsverträge für Kindergartenbelegplätze in einzelnen Regionen
2017
toom Baumarkt: Nachhilfestunden für Mitarbeiterkinder
  • Ziel: Nachhilfe durch Förderung erschwinglich machen und Zeugnissorgen verringern
  • Nachhilfestunden für ein Kind eines Mitarbeiters werden mit einer Gehaltszulage von 100 Euro brutto pro Monat für eine Laufzeit von sechs Monaten gefördert. Insgesamt stehen den Mitarbeiterkindern 250 Plätze beim Anbieter Studienkreis zur Verfügung.
Februar 2015

GRI 401-1: Neu eingestellte Angestellte und Angestelltenfluktuation

Neueinstellungen und Mitarbeiterfluktuation

Die Fluktuationsrate der REWE Group-Mitarbeiter ist seit Jahren relativ stabil und bewegt sich zwischen 14 und 16 Prozent. Im Vergleich zu 2016 (15,3 Prozent) stieg die Fluktuationsrate leicht auf 16,2 Prozent (2017). Im gleichen Zeitraum stieg auch die Personaleintrittsrate von 16,7 Prozent (2016) auf 17,1 Prozent im Jahr 2017. Der Branchendurchschnitt lag in Deutschland 2014 bzw. 2015 bei 27,9 Prozent.*

* Informationen aus dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Ausgabe 20. Zeitraum: 3. Quartal 2014 bis 2. Quartal 2015, Kennzahl enthält die Branchen Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kraftfahrzeugen.

Eintritte und Austritte

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2017 ✓
bis 30 Jahre 31-50 Jahre älter als 50 Jahre w m D AU
Eintritte 14197 9380 1687 15247 10017 14914 10350
Austritte -11333 -8868 -3786 -14659 -9328 -14266 -9721
2016
bis 30 Jahre 31-50 Jahre älter als 50 Jahre w m D AU
Eintritte 13605 8745 1517 14700 9167 13959 9908
Austritte -10670 -7768 -3477 -13629 -8286 -13227 -8688
2015
bis 30 Jahre 31-50 Jahre älter als 50 Jahre w m D AU
Eintritte 13344 7830 1324 13667 8831 13243 9255
Austritte -10119 -7492 -3617 -13388 -7840 -12612 -8616

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Fluktuation nach Vertriebslinien in Prozent

Fluktuation nach Vertriebslinien in Prozent
Vollsortiment National Vollsortiment Int. (Österreich) Discount National Discount Österreich Fachmarkt National Touristik Nat. Sonstige Gesamt (Scope NH-Bericht)
2015 11.2 20.4 14.7 42.4 11.4 10.3 24.3 15.1
2016 11.0 20.4 15.7 36.9 11.0 11.2 27.4 15.3
2017 ✓ 11.9 23.0 15.3 34.8 11.5 10.7 29.3 16.2
2015 2016 2017
Fluktuation gesamt 15,1 15,3 16,2
Fluktuation Frauen 13,7 13,8 14,4
Fluktuation Männer 18,3 18,7 20,2
Fluktuation Altersgruppe bis 30 J. 29,9 31,1 32,6
Fluktuation Altersgruppe 31 bis 50 J. 10,9 11,2 12,6
Fluktuation Altersgruppe ab 50 J. 9,6 8,8 8,9

GRI 401-3: Elternzeit

Rückkehr aus Elternzeit

Die REWE Group setzt sich stark für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein und gestaltet ihren Mitarbeitern die Rückkehr in den Beruf so einfach wie möglich. 2017 nahmen 8.928 Mitarbeiter in Deutschland und Österreich Elternzeit in Anspruch, davon waren 774 Mitarbeiter männlich und 8.154 weiblich. Im Berichtszeitraum sind 3.100 Mitarbeiter wieder an den Arbeitsplatz zurückgekehrt. 89,1 Prozent der Mitarbeiter, die 2016 aus der Elternzeit zurückgekehrt sind, waren zum 31.12.2017 noch bei der REWE Group beschäftigt. Der Anspruch auf Elternzeit ist in Deutschland und Österreich gesetzlich geregelt.

Anzahl der Beschäftigten, die Elternzeit in Anspruch genommen haben

2015 2016 2017
w 7.517 7.906 8.154
m 485 638 774
Gesamt (Scope NH-Bericht) 8.002 8.544 8.928

Anzahl der Beschäftigten, die nach Elternzeit* wieder an den Arbeitsplatz zurückgekehrt sind

2015 2016 2017
w 2.013 2.313 2.425
m 406 537 675
Gesamt (Scope NH-Bericht) 2.419 2.850 3.100

* Vollzeit bzw. in Teilzeit oder geringfügig beschäftigt im Rahmen der Elternzeit

Anzahl der Beschäftigten, die zwölf Monate nach ihrer Rückkehr aus der Elternzeit (Ende der Elternzeit) noch im Unternehmen beschäftigt sind

Anzahl in % aller Männer und Frauen, die 2015 aus der Elternzeit zurückgekehrt sind Anzahl in % aller Männer und Frauen, die 2016 aus der Elternzeit zurückgekehrt sind
weiblich  Austritt innerhalb 12 Monaten 233 12,4 % 227 10,5 %
nach 12 Monaten noch im Unternehmen beschäftigt 1.652 87,6 % 1.931 89,5 %
weiblich gesamt 1.885 2.158
männlich  Austritt innerhalb 12 Monaten 67 16,8 % 67 12,5 %
nach 12 Monaten noch im Unternehmen beschäftigt 332 83,2 % 470 87,5 %
männlich gesamt 399 537
Gesamt  Austritt innerhalb 12 Monaten 300 13,1 % 294 10,9 %
nach 12 Monaten noch im Unternehmen beschäftigt 1.984 86,9 % 2.401 89,1 %
Gesamt 2.284 2.695

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