REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2017

Projekte und Förderungen

GRI 203: Indirekte wirtschaftliche AuswirkungenManagementansatz

Die REWE Group versteht sich als Good Corporate Citizen – das heißt, sie übernimmt im Rahmen ihrer Möglichkeiten Verantwortung dort, wo sie wirtschaftlich tätig ist und wo Hilfe benötigt wird. Sie engagiert sich besonders für Kinder und Jugendliche und setzt sich für eine gesunde Ernährung und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln ein (siehe dazu auch den Managementansatz der Säule Gesellschaftliches Engagement).

GRI 203-1: Infrastrukturinvestitionen und geförderte Dienstleistungen

Die REWE Group fördert Investitionen in Infrastruktur und Dienstleistungen an ihren Standorten, in Destinationen und in Ländern, in denen besondere Unterstützung dringend erforderlich ist. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf langfristigen Partnerschaften mit gemeinnützigen Organisationen. So gehört die REWE Group seit 1996 zu den Hauptunterstützern der bundesweit mehr als 900 lokalen Tafeln und des Dachverbands Tafel Deutschland e.V. (siehe dazu das Kapitel zu den Tafeln im Magazin). Zudem ist die REWE Group seit vielen Jahren Sponsor zahlreicher Veranstaltungen des Dachverbands Tafel Deutschland e.V. So wurden im Jahr 2017 z. B. das Bundestafeltreffen in Potsdam, die vorangehende Stadtwette und der Bundestafeltag unterstützt. Ein weiterer Fokus der Unterstützung liegt darauf, den Zugang zu Bildung zu verbessern, etwa durch den Bau von Schulen und die Unterstützung von Bildungseinrichtungen. Im Folgenden werden ausgewählte Projekte aus dem Berichtszeitraum vorgestellt.

Projekt: „Gemeinsam für Haiti“

Seit dem schweren Erdbeben 2010 engagiert sich die REWE Group in Kooperation mit der Kindernothilfe Haiti für einen besseren Zugang zu Bildung für Kinder und Jugendliche.

Durch die Unterstützung der REWE Group und vor allem auch durch das starke Engagement der Mitarbeiter kam bisher eine Spendensumme von über 3,6 Millionen Euro zusammen. Das Geld wurde vor allem dem Wiederaufbau der zerstörten Schule Collège Véréna in einem Armenviertel von Port-au-Prince gewidmet, in die rund 1.500 Kinder gehen können. Im April 2015 wurde die Grundschule als erster Gebäudekomplex fertiggestellt, im Herbst 2016 wurde das Gebäude der Sekundarschule eröffnet. Zudem wurden neue Bildungsprojekte für Restavèk-Kinder – Kinder aus ländlichen Regionen, die von ihren armen Familien zu Gastfamilien in die Stadt geschickt wurden – initiiert, um diesen Kindern eine schulische Grundausbildung zukommen zu lassen. Weiterhin rief die REWE Group ein Stipendienprogramm ins Leben, das sich an geeignete, besonders bedürftige Absolventen des Collège Véréna sowie Restavèk-Kinder wendet, um ihnen eine Berufsausbildung oder ein Studium zu ermöglichen.

Bereits im Januar 2016 hat die REWE Group ihre Kooperation mit der Kindernothilfe bis 2020 verlängert, um die neu gebaute Schule weiter zu unterstützen und das Engagement in den weiteren Bildungsprojekten fortzuführen und auszuweiten.

Im Jahr 2017 hat die DER Touristik Foundation an der Nordwestküste Haitis das Child Friendly Spaces-Programm (CFS) der Kindernothilfe mit einer Spende von 30.000 € unterstützt.

Der Nordwesten Haitis war besonders stark von den Verwüstungen durch Hurrikan Matthew Ende 2016 betroffen. Das CFS-Programm ist das einzige Hilfsprogramm, das vor Ort nach dem Hurrikan aktiv geworden ist. Die durch die Naturkatastrophe traumatisierten Kinder bekommen in den CFS Mahlzeiten, eine sozialpädagogische und medizinische Betreuung und können an verschiedenen Freizeit-Aktivitäten teilnehmen. Rund 1.400 Kinder wurden bisher betreut.

Die DER Touristik Foundation

2014 gründete die DER Touristik den gemeinnützigen Verein DER Touristik Foundation e.V., der ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke verfolgt und sich für die Ausbildungsförderung von Kindern und Jugendlichen, die Erhaltung des ökologischen Lebensraums und der Artenvielfalt sowie die nachhaltige Entwicklungshilfe einsetzt. In besonderem Maße widmet sich die DER Touristik mit ihrem gemeinnützigen Engagement unter „DER Welt verpflichtet“ der Schaffung von notwendiger Schulinfrastruktur und der Wissensvermittlung an Kinder, Jugendliche und Frauen.

Seit Gründung der DER Touristik Foundation wurde der Bau und die Renovierung von mehr als 40 Schulen für über 6.500 Kinder finanziell gefördert. Im Jahr 2017 konnten mithilfe der Spendengelder insgesamt 12 Schulbauprojekte in 10 Ländern weltweit realisiert werden, darunter in Afrika (Kenia, Namibia, Tansania, Südafrika), Asien (Kambodscha, Sri Lanka, Nepal, Indien, Indonesien) und Amerika (Guatemala).

Seit 2016 wird das soziale Engagement um weitere Bildungsprojekte erweitert. Ziel ist es, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen und insbesondere Jugendliche darin zu stärken, eine bessere Zukunft für sich und ihre Gemeinschaften zu schaffen. Zudem unterstützt die DER Touristik Foundation Umweltbildungsprogramme, um die lokale Bevölkerung für den Natur- und Artenschutz zu sensibilisieren.

  1. Bildungsprojekt KOTO/Vietnam

    Die DER Touristik Foundation startete 2016 die finanzielle Unterstützung der vietnamesischen Bildungseinrichtung KOTO in der Nähe von Hanoi. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, stark benachteiligten und gefährdeten Jugendlichen eine Berufsausbildung zu ermöglichen, die sie für eine Tätigkeit in der Gastronomie und im Tourismus qualifiziert. Mit den Fördermitteln wurde 2017 der Aufbau eines Lern- und Trainingscenters auf dem KOTO Campus finanziert. In den neu entstandenen Räumlichkeiten finden die Jugendlichen einen geschützten Raum und Unterstützung für ihre berufliche Weiterentwicklung durch Lernmaterial, Coaching und berufliche Aktivitäten.

  2. Regionales Entwicklungsprojekt Tansania Emboreet

    Die DER Touristik Foundation unterstützt seit 2016 verschiedene Entwicklungsprojekte in Tansania, die der Bevölkerung im Simanjiro-Distrikt südlich des Kilimandscharo zugutekommen. In dieser Region ist die Volksgruppe der Massai beheimatet. Dort freuen sich seit Anfang Oktober rund 1.200 Grundschüler in zwei Schulen über sanierte Klassenzimmer, erneuerte Schlafräume im Internat, eine von Grund auf renovierte Mensa und neues Schulmobiliar. Ziel dieser Projekte ist es, eine förderliche Lernumgebung zu schaffen, damit sich mehr Schüler für den Besuch der Sekundarschule qualifizieren können.

    Den Start in eine bessere Zukunft verspricht auch das gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit BMZ, Upendo e.V. und örtlichen Organisationen neu errichtete Bildungszentrum für Frauen aus der Volksgruppe der Massai. Das Projekt steht im Zentrum einer lokalen Initiative, die die Rolle von Frauen in der Gesellschaft stärken will und dabei vor allem auf bessere Bildung sowie die Schulung und Beratung setzt.

    Durch die Nähe zu den angrenzenden Nationalparks, wie dem Tarangire-Nationalpark, kommt dem Natur- und Artenschutz ebenfalls eine wichtige Bedeutung in dieser Region zu. Im Rahmen des Projekts „Living in Harmony with Nature“, das von DER Touristik Foundation finanziert wird, werden seit 2017 Jugendliche an verschiedenen Sekundarschulen im Simanjiro-Distrikt zum Umweltschutz unterrichtet. Denn auch bei der Erhaltung der großartigen Tierwelt und Landschaften Tansanias ist Bildung eine Schlüsselkomponente.

  3. Haiti, Aufbau von Kinderschutzzentren nach dem Hurrikan Matthew

    Die DER Touristik Foundation fördert Entwicklungsmaßnahmen weltweit. Zusammen mit der Kindernothilfe und lokalen Partnern vor Ort wurde 2017 der Aufbau von Kinderschutzzentren auf Haiti finanziell gefördert. Hurrikan Matthew hatte im Oktober 2016 ein Feld der Verwüstung hinterlassen. Besonders betroffen von der Naturgewalt waren die dort lebenden Kinder. Bereits unmittelbar nach der Naturkatastrophe wurden die ersten Zentren in der Region errichtet. Das von der Foundation zur Verfügung gestellte Spendengeld floss in das Programm „Child Friendly Spaces“ (kurz: CFS, Kinderschutzzentren) an der Nordwestküste Haitis, eine besonders stark in Mitleidenschaft gezogene Region. Die durch die Naturkatastrophe traumatisierten Kinder haben durch diese Maßnahme Mahlzeiten, eine sozialpädagogische und medizinische Betreuung erhalten, die rund 1.400 Kindern zugutekam.

Projekt: REWE Far East – WASH-Projekt/Indien

Die REWE Far East Ltd. ist sich ihrer Verantwortung als Beschaffungsorganisation der REWE Group bewusst und unterstützt seit Januar 2017 das „Water, Sanitation and Hygiene“-Projekt – kurz WASH – von Save the Children in Indien. Die unzureichende Versorgung mit Trinkwasser, mangelnde sanitäre Versorgung und Hygieneaufklärung gehören zu den Hauptursachen für die hohe Kindersterblichkeit in den informellen Siedlungen marginalisierter Bevölkerungsgruppen in Delhi. Auch deswegen zählt Indien zu den Ländern mit der höchsten Kindersterblichkeitsrate weltweit aufgrund von Durchfallerkrankungen – eine komplett vermeidbare Krankheit. Eine Verbesserung der sanitären Grundversorgung und der Hygienesituation, wie z. B. das regelmäßige Händewaschen mit Seife, reduziert die Anzahl von tödlich verlaufenden Durchfallerkrankungen bereits um zwei Drittel. Unzureichender Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung führt außerdem zu verminderten Bildungschancen, Ernährungsunsicherheit und geringerem Einkommen der Familien aufgrund von krankheitsbedingten Ausfallzeiten.

Ziel des Projekts ist es daher, Kindern und ihren Familien in Delhi den Zugang zu sanitärer Infrastruktur und sauberem Trinkwasser zu ermöglichen sowie gleichzeitig über Hygienemaßnahmen aufzuklären. Dabei wird Kindern in Grundschulen und Zentren des integrierten Kinderentwicklungsprogramms der indischen Regierung (Integrated Child Development Services – ICDS) der richtige Umgang mit Hygiene und Wasser vermittelt – zum Beispiel das Händewaschen vor dem Essen und nach dem Toilettengang. Zudem werden sanitäre Anlagen inkl. Toiletten und Waschbecken errichtet bzw. rehabilitiert. Die Kombination aus der Bereitstellung von sauberen Wasserzugängen, Sanitärversorgung und den entsprechenden Hygienemaßnahmen soll dazu beitragen, langfristig vermeidbare Krankheiten einzudämmen und die Gesundheit von Kindern und deren Familien zu erhalten.

Das Projekt wird in drei Slumgebieten, in sieben ICDS-Zentren sowie in vier Grundschulen in Süd-Delhi implementiert. Durch zusätzliche Schulungen werden weitere 40 Grundschulen und ICDS-Zentren einbezogen. Bis Juni 2017 konnten REWE Far East und Save the Children in den ersten sieben Monaten des Projekts durch die Projektaktivitäten 3.038 Kinder und 3.251 Erwachsene erreichen.

REWE Far East möchte in Zusammenarbeit mit Save the Children die Nachhaltigkeit des Projekts für die Menschen in Delhi sicherstellen. Aus diesem Grund und um ein hohes Maß an Eigenverantwortung zu gewährleisten, sind die Community-Mitglieder eng in die Identifikation, Planung, Organisation und Durchführung von Projektaktivitäten eingebunden. Darüber hinaus werden die im Rahmen des Projekts errichteten und sanierten Toilettenanlagen an die Gemeinden, die während des Projekts bezüglich ihrer Verwaltung und Wartung geschult werden, übergeben.

Projekt: Deutschland und Österreich runden auf

Seit 2012 besteht eine Partnerschaft mit der gemeinnützigen Initiative „Deutschland rundet auf“. Kunden bei PENNY und toom Baumarkt können an der Kasse ihren Einkaufsbetrag um maximal 10 Cent aufrunden. Das gesamte Spendenvolumen geht zu 100 Prozent an soziale Projekte für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Seit Start der Initiative wurde bei PENNY bereits über 100 Millionen Mal aufgerundet und so rund 5 Millionen Euro gespendet.

Im Rahmen einer ähnlichen Aktion, der „Woche des Aufrundens“, engagiert sich die REWE International AG in Österreich. „Aufrunden, bitte“ heißt es bei BILLA, MERKUR, BIPA und PENNY sowie seit April 2015 auch bei LIBRO. Dank der langjährigen Unterstützung der Kunden konnte im Mai 2016 die Spendensumme von 500.000 Euro überschritten werden. Gefördert werden Projekte der Caritas, wie Lerncafés, spezielle Bildungsprogramme oder Mutter-Kind-Häuser.

Projekt: Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe

Seit 2014 kooperiert der toom Baumarkt mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Ziel ist es, im lebendigen Austausch miteinander Barrieren abzubauen und Kunden die Themen Inklusion und Vielfalt näherzubringen. Zu diesem Zweck unterhalten toom Baumärkte im gesamten Bundesgebiet Partnerschaften mit Einrichtungen der Lebenshilfe in ihrer Stadt oder Region. Das Engagement setzt sich aus folgenden Projektschwerpunkten zusammen:

  • Lokale Aktionen vor Ort an den toom Baumärkten – etwa gemeinsamer Verkauf von Weihnachtsbäumen.
  • Veröffentlichung der Broschüre „Selbermachen leicht gemacht“ zu drei beliebten Heimwerkerthemen in leichter Sprache.
  • Ausgelagerte Werkstattarbeitsplätze für Menschen mit Behinderung im toom Baumarkt.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Inklusion von Arbeitnehmern mit Behinderung in toom Baumärkten. toom hat bereits in 14 Märkten ausgelagerte Arbeitsplätze von Lebenshilfe-Werkstätten eingerichtet.

GRI 203-2: Erhebliche indirekte wirtschaftliche Auswirkungen

Mit rund 15.300 Märkten und Reisebüros hat die REWE Group national sowie international insgesamt rund 345.000 Mitarbeiter. Durch die Eröffnung neuer Märkte profitieren die Gemeinden zudem von Infrastrukturinvestitionen, Steuern und Abgaben sowie den vielfältigen sozialen Aktionen der Mitarbeiter, Marktleiter und selbstständigen Kaufleute. Die REWE Group gibt so wichtige Impulse für die Entwicklung und Förderung der Regionen, in denen die Märkte ansässig sind. Darüber hinaus engagiert sich die REWE Group aktiv für Kinder und Jugendliche und legt einen Schwerpunkt auf Themen, die mit ihrer Geschäftstätigkeit verbunden sind.

Gesunde Ernährung und Bewegung

Um insbesondere Kinder für eine gesunde Lebensweise zu begeistern, kooperiert die REWE Group mit verschiedenen Organisationen. Seit 2008 unterstützt die REWE Group den Verein „Klasse in Sport – Initiative für täglichen Schulsport e.V.“ und fördert so die Gesundheit und Bewegung von Kindern an ausgewählten Schulen. Die REWE Group hat mittlerweile für 46 „Klasse in Sport“-Schulen ein Namenspatronat übernommen. Die Idee von Klasse in Sport: Jeden Tag im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften eine Stunde qualifizierten Schul- oder Pausensport zu ermöglichen sowie Bewegung in den Unterricht methodisch zu integrieren, um Kindern und Jugendlichen den Spaß an der Bewegung zu vermitteln. Denn: Wer ein positives Körpergefühl hat, ist zudem motivierter beim Lernen.

Der Verein setzt sich für die Aus- und Fortbildung des benötigten Fach- und Übungsleiterpersonals ein und stattet die Schulen mit Unterrichtsmaterialien sowie Spiel- und Sportgeräten aus. Die Deutsche Sporthochschule Köln begleitet das Projekt wissenschaftlich und führt dieses auch durch.

Als Gründungsmitglied des Vereins „5 am Tag“ unterstützt die REWE Group das Ziel, den Verzehr von Obst und Gemüse auf fünf Portionen am Tag zu steigern und eine gesunde Ernährung von Kindern zu fördern. Gemeinsam mit weiteren Förderern, darunter die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), engagiert sich das Unternehmen seit 2000 dafür, dass mehr Obst und Gemüse konsumiert wird.

Um einen gesunden Lebensstil auch bei Kindern zu fördern, verteilt REWE zudem jährlich Schultüten an Erstklässler. Sie enthalten u. a. Obst und Gemüse sowie kindgerecht aufbereitete Informationen zur Ernährung.

Power Kiste

Um Kindern einen gesunden Start in den Tag zu ermöglichen, stellt die REWE Group in Kooperation mit der Tafel Deutschland e.V. und weiteren Partnern teilnehmenden Schulen sogenannte Power Kisten mit wechselnden und von Ernährungsexperten ausgewählten Lebensmitteln für die Zubereitung eines Frühstücks in der Klassengemeinschaft zur Verfügung. Ende 2017 erhielten zehn Schulen und damit circa 1.200 Kinder täglich von Montag bis Freitag die Power Kiste. Im gesamten Schuljahr 2016/17 wurden somit über 230.000 Mahlzeiten zur Verfügung gestellt. Unterstützt wird das Projekt mit Spenden unter anderem von Chiquita, Danone, Ehrmann, FrieslandCampina, Mondelez, Nestlé, Unilever, Zentis und den zur REWE Group gehörenden Produktionsbetrieben Glocken Bäckerei und Wilhelm Brandenburg.

In vielen Regionen in Deutschland fördert REWE die Durchführung von Ernährungsworkshops. Ziel der Workshops, die je nach Region mit dem ArbeitsKreisNeueMedien oder expika durchgeführt werden, ist es, Kinder in Kindertageseinrichtungen zu motivieren und praktisch darin zu unterstützen, spielerisch etwas über gesunde Ernährung zu lernen und die neuen Medien in der täglichen Bildungsarbeit zeit- und kindgemäß zu nutzen. 2017 haben über 1.000 Workshops stattgefunden.

Chancen für Kinder und Jugendliche

Die REWE Group engagiert sich seit Langem gezielt für Projekte, die die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fördern. Ein wichtiger Ansatz ist dabei die Unterstützung von Freiwilligen, die Wissen und Erfahrung im direkten Kontakt weitergeben.

Die REWE International AG unterstützt mit dem Projekt „Lernen macht Schule“ gemeinsam mit der Caritas und der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) Kinder und Jugendliche, die zusätzliche Betreuung brauchen. Getragen wird das Projekt von ehrenamtlichen „Lernbuddies“ – häufig Studierende der WU oder Mitarbeiter der REWE International AG, die einmal pro Woche für zwei bis drei Stunden Hilfe bei der Bewältigung des Schulalltags leisten und auch für alle anderen Fragen zur Verfügung stehen.

Als weiteres Mentoringprojekt setzt die REWE Group das Patenschaftsprogramm EHRENSACHE in Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation Joblinge um, die Praktika und Einstiegsqualifizierungen an sozial benachteiligte Jugendliche vermittelt (für mehr Informationen dazu siehe auch das Magazin-Kapitel „Joblinge“).
Mit dem PENNY Förderkorb unterstützt die Vertriebslinie vor allem kleine Organisationen und Projekte im lokalen Umfeld der Märkte, die in der Kinder- und Jugendförderung arbeiten (für mehr Informationen dazu siehe das Kapitel zur Förderung von Projekten im Magazin).

Bewusster Umgang mit Lebensmitteln

Die REWE Group ist bestrebt, dass Lebensmittelverschwendung auf ein Minimum reduziert wird. Dafür engagiert sie sich in den vorgelagerten Erzeugerstufen (siehe dazu das Kapitel zu den Naturgut Bio-Helden im Magazin) und in den eigenen Märkten. Moderne Prognosesysteme und automatisierte Bestellverfahren, unterstützt durch die kaufmännische Erfahrung der Mitarbeiter, ermöglichen schon heute eine sehr gute und bedarfsgerechte Versorgung der Märkte mit frischer Ware. Kurze Transportwege zwischen Lagerstandorten und den Märkten, eine lückenlose Kühlung von der Herstellung bis ins Regal, aber auch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter, tragen dazu bei, die Verlustquoten auf ein Minimum zu reduzieren. Mittlerweile verkaufen PENNY und REWE im Jahresdurchschnitt bis zu 99 Prozent ihrer Lebensmittel. Das Gros des verbleibenden Prozents stellt die REWE bereits seit 1996 (PENNY seit 2007) kostenlos den bundesweit rund 900 lokalen Tafel-Initiativen zur Verfügung (siehe dazu auch das Kapitel zu den Tafeln im Magazin). Das gilt für Lebensmittel, die nicht mehr verkauft, aber dennoch bedenkenlos verzehrt werden können.

Da ein Großteil der Lebensmittelverluste bei den Verbrauchern anfällt, setzt die REWE Group auf Information und Aufklärung ihrer Kunden. Die Vertriebslinie PENNY engagiert sich seit Jahren zu diesem Thema und hat 2016 und 2017 u. a. eine Broschüre mit dem Titel „Spar doch grün“ mit Tipps und Tricks zum cleveren Haushalten veröffentlicht und 2015 eine Aufklärungskampagne zum Mindesthaltbarkeitsdatum durchgeführt.

PENNY engagiert sich seit dem Start im Jahr 2016 in dem EU-Forschungsprojekt „Refresh“ und hat im Zuge dessen bereits Pilotprojekte umgesetzt. So durchlaufen 2017/2018 alle PENNY-Azubis eine Schulung zum Thema Food Waste, um die Mitarbeiter für das wichtige Thema zu sensibilisieren und aufzuklären. Zudem werden die Azubis aufgerufen, an einem Ideenwettbewerb teilzunehmen und kreative Tipps gegen Lebensmittelverschwendung einzureichen.

In deutschen Hotels entstehen 200.000 Tonnen Lebensmittelabfälle pro Jahr, von denen ein Großteil vermeidbar wäre. Um diesen Zustand zu verbessern, hat sich die DER Touristik an dem Projekt „Vermeidung von Lebensmittelverschwendung in Hotels“ beteiligt. Gemeinsam mit der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris e.V. und der Organisation „United Against Waste e.V.“ wurden über ein Jahr lang Untersuchungen in ausgewählten Hotels in Griechenland, in der Türkei und in Italien durchgeführt. Ziel war es, praktische Maßnahmen gegen die Lebensmittelverschwendung zu entwickeln.

Eines der Projekthotels war das lti Asterias Beach Resort auf Rhodos, das zur DER Touristik gehört. Im ersten Schritt wurden alle Lebensmittelreste in der Küche gesammelt und in Abfälle aus dem Lager, Produktionsabfall, Überproduktion und Tellerrücklauf sortiert. Mithilfe eines Abfall-Analyse-Tools wurden über mehrere Wochen die Abfallmengen systematisch gemessen und auf dieser Grundlage Einsparpotenziale ermittelt und Maßnahmen entwickelt. Größte Herausforderung dabei stellte das in allen teilnehmenden Hotels übliche „All you can eat“-Konzept dar, welches zu überdurchschnittlich hohen Teller-Rückläufen führt.

Seit dem Sommer 2017 wird im lti Asterias bereits das neue Konzept zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen umgesetzt. So wurde beispielsweise für das A-la-Carte-Restaurant ein Vorbestellsystem eingeführt. Gäste können ihre Speisewünsche einen Tag vorher an der Rezeption angeben, was der Küche eine bessere Planung ermöglicht. Auch die Einführung von noch mehr „Live Cooking“ als Ergänzung zum Buffet erwies sich als sehr erfolgreich. Die Portionen können dadurch besser bemessen werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sensibilisierung der Gäste für das Thema. Vor allem die aufgestellten Informationen über Lebensmittel aus der Region und lokale Spezialitäten führten zu einem bewussteren Umgang mit dem Essen.

Im lti Asterias ergab eine Kontroll-Messung im Oktober 2017, dass durch die ersten umgesetzten Maßnahmen Lebensmittelabfälle um durchschnittlich 18 Prozent reduziert wurden. Bei den Mittag- und Abendessen lag die Reduzierung der Abfälle zwischen 30 und 60 Prozent. Darüber hinaus bestätigt das Ergebnis des Projekt-Abschlussberichtes, dass rund 400 Kilogramm Lebensmittelabfälle pro Woche in einem Hotel eingespart werden können.

Für 2018 wird die DER Touristik das Konzept auf weitere eigene Hotels ausweiten. Zunächst werden die Maßnahmen auch in den Hotels lti alpenhotel Kaiserfels in St. Johann in Tirol und im lti Bellevue Park in Tunesien umgesetzt. Mitarbeiter aus dem Food & Beverage-Bereich werden außerdem zu den Themen nachhaltiges Speiseangebot und Vermeidung von Lebensmittelabfällen geschult.

Weitere Themen aus diesem Bereich:

GRI 413

Kinderschutz