REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2017

Green Building

RG1-1: Green BuildingManagementansatz

„Nachhaltigere Produkte gehören in nachhaltigere Märkte.“ Mit dieser Überzeugung begann die REWE Group im Jahr 2008 mit der Entwicklung einer neuen Supermarkt-Generation, die Nachhaltigkeit für Kunden wie für Mitarbeiter erlebbar macht und einen messbaren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leistet.

Im Ergebnis ist das Green Building-Konzept der REWE Group entstanden, das moderne Architektur mit energieeffizienten Technologien und dem Einsatz regenerativer Energien kombiniert. Beispielsweise konnte der Primärenergiebedarf mit der Einführung des Musterkonzeptes 2012 gegenüber vergleichbaren konventionellen Märkten um bis zu 40 Prozent reduziert werden. Mit der erfolgreichen Umsetzung des Green Building-Konzepts demonstriert die REWE Group, dass der Bau und Betrieb von nachhaltigeren Handelsimmobilien ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Da die REWE ihre Märkte häufig als Mietobjekte betreibt, müssen meist Investoren und Vermieter für das nachhaltigere Baukonzept gewonnen werden. Hierbei überzeugen insbesondere Kriterien wie Werthaltigkeit und die Umnutzbarkeit sowie die wirtschaftlichen Erstellungskosten dieses mittlerweile erprobten Baukonzepts. Ein Beleg für die positive Resonanz bei den Kunden sind die überdurchschnittliche Kundenfrequenz und die damit verbundenen gestiegenen Umsätze. Den Kunden bringt die REWE Group die Green Building-Strategie über die Handzettel der Wochenwerbung und Sonderbroschüren sowie im Rahmen der jährlich stattfindenden Nachhaltigkeitswochen in den Märkten näher.

Konzept

Im Einzelnen enthält das Konzept folgende Elemente, die je nach Rahmenbedingungen an den Standorten umgesetzt werden:

  1. Tageslichtarchitektur: Ein Fensterlichtband an bis zu vier Gebäudeseiten sowie zusätzliche Dachlichtkuppeln ermöglichen die Nutzung von natürlichem Licht, welches durch ein energieeffizientes LED-Beleuchtungskonzept ergänzt wird. Der natürliche Lichteinfall trägt auch maßgeblich zu einer höheren Aufenthaltsqualität für Kunden und Mitarbeiter bei.
  2. Ökologische Baustoffe: Die charakteristische Trägerkonstruktion eines Green Buildings besteht aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz, ebenso wie die Hauptfassade und in vielen Fällen auch die Dachschale. Auch bei den weiteren Materialien wird auf umweltverträgliche und recycelbare Baustoffe geachtet.
  3. Regenerative Energien: Die Green Building-Märkte werden mit zu 100 Prozent zertifiziertem Grünstrom versorgt, wo sinnvoll werden zusätzlich Photovoltaik-Anlagen installiert.
  4. Wärmeversorgung: Bei der Wärmeversorgung wird durch den Einsatz von Wärmepumpen und die Abwärmenutzung aus den Kälteanlagen auf fossile Energieträger verzichtet.
  5. Regenwassernutzung: Für die Fußbodenreinigung, WC-Spülung und Außenbewässerung wird nach Möglichkeit Regenwasser in Auffangbehältern gesammelt.
  6. Kältetechnik und Kühlmöbel: Für Normal- und Tiefkühlverbundanlagen kommt das natürliche Kältemittel CO2 und für steckerfertige Pluskühltruhen das natürliche Kältemittel Propen zum Einsatz. Pufferspeicher werden zur Wärmerückgewinnung eingesetzt, verglaste Wandkühlregale für Fleisch- und Molkereiprodukte lassen weniger Kälte entweichen. Die Energieeffizienz der Kühlmöbel wird außerdem durch integrierte LED-Beleuchtung, Energiesparventilatoren und den Verzicht auf Scheibenheizung bei Tiefkühlmöbeln erhöht.
  7. Soziokulturelle Faktoren: Green Building-Märkte sind weitgehend barrierefrei und mit Behindertentoiletten und Wickelplatz ausgestattet. Zudem werden Faktoren wie der visuelle Komfort, die Raumluft oder eingangsnahe Fahrradstellplätze beachtet.

DGNB-Zertifizierung

Das Green Building-Konzept bei REWE verfügt seit 2012 über eine Mehrfachzertifizierung in der Stufe „Gold“* durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Im Jahr 2014 erhielt toom Baumarkt für seine Green Buildings die Mehrfachzertifizierung. Die Vertriebslinie PENNY hat die Mehrfachzertifizierung im Jahr 2016 erreicht. Das Gütesiegel bewertet verschiedene Qualitäten eines Gebäudes. Dazu gehören neben ökologischen Aspekten auch der Ablauf des Bauprozesses und soziokulturelle Faktoren des Wohlbefindens, wie beispielsweise der visuelle Komfort, die Raumluft, die Fahrradstellplätze oder die Kundentoiletten. Die Mehrfachzertifizierung der Baubeschreibung erleichtert den Zertifizierungsablauf erheblich, da das Gesamtkonzept bereits einer eingehenden Prüfung unterzogen wurde. Dies ist für die schnelle und kosteneffiziente Umsetzung von Green Building-Märkten eine wichtige Voraussetzung.

* Entspricht der aktuellen Klassifizierung nach der Novellierung der Kriterien durch die DGNB im Jahr 2015.

RG1-1: Anzahl der Märkte, die den Anforderungen des DGNB e.V. (Green Building) entsprechen

Märkte nach Anforderung der DGNB e.V. (Green Building) Status Ende 2017

REWE PENNY toom Baumarkt
In Arbeit 139 21 2
Fertiggestellt 106 7 12
Gesamt 245 28 14

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