REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2015/2016

Nachhaltigen Konsum fördern

GRI 417: Marketing und LabelingManagementansatz (GRI 103-1, 103-2, 103-3)

Die Förderung des Konsums nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen ist ein wichtiges Element der REWE Group-Nachhaltigkeitsstrategie. Damit nachhaltigere Sortimente erfolgreich sind, muss der soziale oder ökologische Mehrwert für die Kunden verständlich und glaubwürdig sein. Dabei ist zu beachten, dass auch andere Kriterien wie der Preis, die Qualität und die Frische bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen. Dem Handel kommt dabei eine wichtige Mittlerfunktion zu. Denn ohne ausreichende Nachfrage und Preisbereitschaft seitens der Kunden geraten verantwortungsvolle Anbieter schnell in eine wirtschaftliche Schieflage, und ohne ein breites nachhaltiges Warenangebot kann kein Konsument ethisch handeln. Die REWE Group hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Nachhaltigkeit aus der Nische in den Massenmarkt zu bringen.

Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitskommunikation setzt die REWE Group verschiedene Maßnahmen um, die darauf abzielen, eine informierte Kaufentscheidung zu ermöglichen und die Konsumenten für nachhaltigere Produkte und Dienstleistungen zu begeistern. Glaubwürdigkeit, Transparenz und eine zielgruppenspezifische Ansprache sind dabei wichtige Prinzipien der Kommunikation.

Nachhaltigkeitsbewusstsein stärken

Die REWE Group verfolgt das Ziel, nachhaltigen Konsum zu fördern und „raus aus der Nische“ zu bringen. Dazu gehört auch, ihre Kunden für das Thema Nachhaltigkeit zu begeistern und sie für Nachhaltigkeitsthemen in ihrem Alltag zu sensibilisieren.

Nachhaltigkeitswochen

Ein wesentliches Instrument sind dabei die Nachhaltigkeitswochen der REWE Group. In einem festgelegten Aktionszeitraum sprechen die unterschiedlichen Vertriebslinien ihre Kunden zum Thema nachhaltiger Konsum im Kontext eines übergeordneten gesellschaftlichen Themas an, wie beispielsweise bewusster Ernährung, sozialem Engagement oder Regionalität. Fester Bestandteil der Nachhaltigkeitswochen sind Mitmachaktionen, die zum Handeln anregen und die oft abstrakten Nachhaltigkeitsthemen an einem konkreten Beispiel erlebbar machen. Außerdem werden die nachhaltigeren Produkte der Vertriebslinien inklusive Markenprodukten in dieser Zeit verstärkt beworben. So schafft die REWE Group Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei der Kaufentscheidung und sensibilisiert ihre Kunden für verantwortungsvollen Konsum. Im Jahr 2016 haben REWE und PENNY jeweils drei Nachhaltigkeitswochen durchgeführt, ebenso im Jahr 2015. Die DER Touristik hat ihre Kunden im Rahmen der Nachhaltigkeitswochen über das Thema biologische Vielfalt aufgeklärt, bei toom Baumarkt standen im Berichtszeitraum die Themen Artenvielfalt, Klimaschutz und Inklusion im Vordergrund. Bei der REWE Group in Österreich stehen die jährlichen Nachhaltigkeitswochen unter dem Motto „Gemeinsam an morgen denken“.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Die REWE Group vergibt jedes Jahr gemeinsam mit der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für die Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Produkte“ (Food und Non-Food). Dabei haben Verbraucher die Möglichkeit, über die nachhaltigsten Markenprodukte abzustimmen. Markenhersteller können sich mit ihren Produkten für diesen Preis bewerben. Im Jahr 2016 wurde die Bewerbung erstmalig für alle gelisteten Lieferanten der REWE Group geöffnet. In einer Vorauswahl werden die eingereichten Produkte von dem wissenschaftlichen Institut CSCP (Centre on Sustainable Consumption and Production) in Wuppertal auf ihren nachhaltigen Beitrag geprüft und dann von der Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises für das Online-Voting nominiert.

Gewinner im Berichtszeitraum:

  • Kategorie Food: BIONADE Holunder (2016); iglo Rahmspinat (2015)
  • Kategorie Non-Food: Frosch Citrus Dusche und Bad Reiniger (2016); Omniflora Fairtrade Rosen (2015)

Kundenkommunikation

Um die Verbraucher für ihr Nachhaltigkeitsengagement zu sensibilisieren und für nachhaltigen Konsum zu begeistern, führen die Vertriebslinien der REWE Group nachhaltigkeitsbezogene Maßnahmen zur Kundenkommunikation durch. PENNY hat im Berichtszeitraum eine Nachhaltigkeitskampagne gestartet, die von der bekannten Janosch-Figur „Günter Kastenfrosch“ getragen wird. Unter dem Motto „grün sparen“, „grün genießen“ und „grün engagieren“ informiert der sympathische Nachhaltigkeitsbotschafter verständlich und ohne erhobenen Zeigefinger über die Vorteile von Nachhaltigkeit für Umwelt, Gesellschaft und die Kunden selbst.

Bei REWE stand unter anderem das Thema Regionalität im Mittelpunkt einer bundesweiten Kampagne. Mit einem Fernsehspot wurden Kunden reichweitenstark angesprochen. Auf einer interaktiven Website wurden regionale Lieferanten vorgestellt und Kunden dazu aufgerufen, ihre eigenen regionalen Rezepte hochzuladen.

GRI 417-1 Grundsätze und Verfahren zur Produktkennzeichnung

Die Produkte der REWE Group werden im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich ihrer Herkunft, Zusammensetzung und Nutzung (zum Beispiel durch das Mindesthaltbarkeitsdatum) gekennzeichnet. Neben den gesetzlichen Pflichtangaben kennzeichnet die REWE Group Nachhaltigkeitsaspekte bei ihren Produkten und macht bei vielen Produkten detailliertere Angaben zur Herkunft.

Verwendung von Nachhaltigkeitslabeln

Mit dem PRO PLANET-Prozess verfügt die REWE Group über einen systematischen Ansatz, um Nachhaltigkeitsinformationen transparent und verständlich auf Produkten darzustellen. Auf der zugehörigen PRO PLANET-Website stehen weitere Informationen zu den einzelnen Produkten zur Verfügung, die direkt über eine produktspezifische Kennziffer auf dem Label aufgerufen werden können. Das PRO PLANET-Label dient so als Navigationssystem für den Verbraucher (für eine Übersicht der Anteile dieser Produkte im Sortiment und eine Erläuterung des PRO PLANET-Prozesses siehe GRI 204: Beschaffung).

Darüber hinaus verwendet die REWE Group anerkannte externe Labels für die Kennzeichnung ihrer Eigenmarken und führt Markenprodukte mit diesen Labels in ihrem Sortiment. Dazu zählen etwa der Blaue Engel, Fairtrade, Forest Stewardship Council (FSC®), Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC™), Rainforest Alliance, Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG), Marine Stewardship Council (MSC), Aquaculture Stewardship Council (ASC) und UTZ. Außerdem werden Bio- und Regionalprodukte gesondert ausgewiesen. Nahezu alle Frischfischtheken der REWE-Märkte sind seit 2009 nach dem Marine Stewardship Council (MSC) und seit 2012 nach dem Aquaculture Stewardship Council (ASC) zertifiziert.

Damit Verbraucher trotz der Vielfalt an Labeln eine informierte Kaufentscheidung treffen können, haben REWE und PENNY die wichtigsten Informationen zu verwendeten Labels und Zertifizierungen auf ihren Webseiten (REWE; PENNY) zusammengestellt.

toom Baumarkt hat gemeinsam mit der Verbraucher Initiative e. V. einen Leitfaden für Nachhaltigkeitslabel zusammengestellt. Der Leitfaden soll Kunden Orientierung für einen nachhaltigeren Einkauf geben und erläutert empfehlenswerte Labels, die auf Produkten im Baumarkt zu finden sind. Die Labelauswahl basiert auf Bewertungen des Verbraucherportals label-online.de . Der Leitfaden wird als gedrucktes Faltblatt in den Märkten verteilt und kann hier heruntergeladen werden. Bei Non-Food-Waren setzt die REWE Group auf das TÜV-Exklusiv-Siegel, das für die Qualität und Sicherheit der Produkte steht. Jedes zertifizierte Produkt trägt eine individuelle ID-Nummer, über die sich weitere Informationen abrufen lassen. Im Jahr 2015 wurden 348 Produkte neu mit dem Siegel ausgezeichnet, 2016 kamen 225 hinzu, sodass Ende 2016 insgesamt 3.707 Produkte mit dem TÜV-Exklusiv-Siegel zertifiziert wurden.

Um Reisenden, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, eine transparente Entscheidungshilfe zu bieten, arbeitet die DER Touristik an einer Strategie zur verständlichen Kennzeichnung nachhaltiger Reiseangebote. In diesem Rahmen wurde die Anzahl der verwendeten Labels in den Katalogen der Reiseveranstalter von 23 auf ein Label reduziert – das Nachhaltigkeitssiegel Travelife. Travelife ist ein branchenweit und international anerkanntes Siegel, das unter anderem Kriterien wie Energieeffizienz, Abfallvermeidung und faire Arbeitsbedingungen bewertet. Die ausgezeichneten Hotels nutzen beispielsweise Ökostrom, zahlen Mitarbeitern den nationalen Mindestlohn oder schulen das Personal zum Thema Kinderschutz. Im Rahmen des Projekts Green Travel Transformation der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris beteiligt sich die DER Touristik darüber hinaus an der Entwicklung einer branchenweit anerkannten Kennzeichnung für nachhaltige Reiseangebote, die auch direkt in den Informations- und Buchungssystemen der Reiseveranstalter einsetzbar ist. Die DER Touristik plant, unter der einheitlichen Kennzeichnung wieder eine größere Anzahl von Labeln zu berücksichtigen.

Transparenz bei Herkunftsangaben

Viele Verbraucher möchten sich darüber informieren, woher die Produkte stammen, die sie einkaufen. Die REWE Group entspricht diesem Wunsch, indem sie beispielsweise die Herkunft ihrer regionalen Produkte auszeichnet und die Angaben bei vielen Produkten nach den Kriterien des Regionalfensters zertifizieren lässt (siehe dazu GRI 204 – Beschaffung).

Für Fischprodukte hat die REWE Group im Rahmen der Leitlinie für Fische, Krebs- und Weichtiere (ehemals Leitlinie für Wildfischeinkauf) im Jahr 2012 zudem einen Tracking-Code für Fisch-Eigenmarkenprodukte eingeführt. Damit kann sich der Kunde auf den Webseiten der Vertriebslinien REWE und PENNY über die Lieferkette des Fischprodukts informieren. Auch die ersten Aquakulturprodukte können jetzt bis auf die Farmregion online zurückverfolgt werden. Insgesamt sind so über 70 Fischprodukte mit dem Tracking-Code ausgestattet. Das entspricht einem Anteil von 85 Prozent.

Seit 2014 wird auf den Eigenmarkenprodukten von PENNY und REWE der Hersteller als Inverkehrbringer genannt. Für den Kunden bedeutet dies eine größere Transparenz in der Lieferkette. Nur in wenigen Ausnahmen wird die REWE Group weiterhin als Inverkehrbringer genannt, beispielsweise bei Produkten der Marke Feine Welt, die von kleinen Lieferanten stammen.

GRI 417-3: Verstöße gegen Vorschriften oder freiwillige Verhaltensregeln bzgl. Werbung

Bei der Gestaltung der Werbung hält sich die REWE Group grundsätzlich an die Gesetzgebung sowie an ethische und kulturelle Standards. Sie verzichtet ausdrücklich auf sexistische, diskriminierende, politische, pornografische, extremistische und gewaltverherrlichende Werbung. Wahrheit, Klarheit und Transparenz sind dabei die grundlegenden Prinzipien. Darüber hinaus gelten die von der REWE Group entwickelten, unternehmensweit gültigen Verhaltenskodizes, Richt- und Leitlinien ebenso wie Vorschriften der nationalen Werberäte. Die Kommunikation von Nachhaltigkeit setzt ein besonderes Maß an Glaubwürdigkeit voraus. Die REWE Group verpflichtet sich in ihrer Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften explizit zur Einhaltung geltender verbraucherschützender Vorschriften sowie angemessener Vertriebs-, Marketing- und Informationspraktiken gegenüber dem Verbraucher. Um dies auch in der Gestaltung von Werbemaßnahmen zu berücksichtigen, werden diese vor Veröffentlichung von der Nachhaltigkeitsabteilung freigegeben.

Im Berichtszeitraum 2015/2016 wurden keine wesentlichen Verstöße bekannt.

Weitere Themen aus diesem Bereich:

GRI 204

Nachhaltigere Sortimente

GRI 204-1

Regionalität

GRI 204-FP1

Rohstoffe

GRI 204-FP2

Bio und PRO PLANET

GRI 304

Biodiversität

GRI 308

Ökologische Standards in der Lieferkette

GRI 412, 414

Soziale Standards in der Lieferkette

GRI 416

Kundengesundheit und -sicherheit

FP10

Tierwohl