REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2018

Baumwolle

Baumwolle ist eine Naturfaser mit vielen positiven Eigenschaften: Sie ist hautfreundlich, weich, strapazierfähig und waschbar. Dies macht die Baumwolle zu einem vielfältig einsetzbaren Rohstoff, vor allem für Textilien und Bekleidung.

Textilprodukte mit dem PRO PLANET-Label tragen den Zusatz „Unterstützt sozialverträglichen Baumwollanbau“ oder „Umweltschützend hergestellt“.

Diese Produkte sind aus Baumwolle gefertigt (Beispiele):

Babykleidung


Hot Spot: Anbau

Herausforderungen bei der Gewinnung von Baumwolle

Umwelt
  • Wasserintensiver Anbau
  • Sehr hoher Einsatz von synthetischem Dünger, Pflanzenschutz- und Entlaubungsmitteln
  • Biodiversitätsverlust und Resistenzen durch den Einsatz gentechnisch veränderter Baumwolle
Sozial
  • Mangelnde Arbeitssicherheit
  • Gesundheitsgefährdung durch den Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln
  • Geringe Löhne
  • Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen (Verbot von Gewerkschaften, Kinderarbeit)
  • Abhängigkeit und hohe Kosten für Saatgut durch den Einsatz gentechnisch veränderter Baumwolle

Engagement der REWE Group

  • Die REWE Group hat im September 2018 ihre erste Leitlinie für nachhaltigere Textilien veröffentlicht. Darin verpflichtet sie ihre Lieferanten dazu, Sozial- und Umweltstandards einzuhalten und auf die Verwendung bestimmter Materialien zum Schutz des Tierwohls zu verzichten.
  • Um den Anteil der aus nachhaltigerer Baumwolle hergestellten textilen Produkte zu erhöhen, setzt die REWE Group in Deutschland auf Cotton made in Africa (CmiA), den Global Organic Textile Standard (GOTS) und zusätzlich auf Textilien aus recycelten Fasern. Die REWE Group strebt an, den Anteil der Textilien aus nachhaltigerer Baumwolle bei REWE, PENNY und toom Baumarkt in Deutschland bis 2025 auf 100 Prozent zu erhöhen. Im Jahr 2018 betrug der Anteil 85 Prozent.
  • GOTS: Der Standard trägt dazu bei, dass Textilien unter kontrolliert sozial- und umweltverträglicheren Bedingungen hergestellt werden. Dazu gehören der Anbau nach Bio-Standard, der Verzicht auf Gentechnik, Schulungen zur Arbeitssicherheit sowie Gewerkschaftsfreiheit und das Verbot von Kinderarbeit.
  • CmiA: Der Standard wurde von der Aid by Trade Foundation entwickelt. Er unterstützt afrikanische Kleinbauern beim umweltschonenderen Baumwollanbau etwa durch den Einsatz von natürlichem Dünger, den Ausschluss hochgefährlicher Pestizide, einen reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sowie den Verzicht auf Gentechnik. Im sozialen Bereich werden Schulungen zur Arbeitssicherheit durchgeführt und die Gewerkschaftsfreiheit sowie das Verbot von Kinderarbeit gewährleistet. Darüber hinaus werden verschiedene Kooperationsprojekte, zum Beispiel im Bereich Bildung und Frauenförderung, unterstützt.
  • Die Baumwolltragetaschen von REWE und PENNY tragen das PRO PLANET-Label und werden nach dem internationalen Global Organic Textile Standard (GOTS) gefertigt.
  • Bei Kleidungsstücken und Heimtextilien mit dem PRO PLANET-Label setzt die REWE Group auf CmiA-zertifizierte und GOTS-zertifizierte Baumwolle. So unterstützt die REWE Group beispielsweise seit 2018 im Rahmen des Cotton made in Africa Community-Kooperationsprogramms Frauengruppen im ländlichen Sambia mit einkommensschaffenden Maßnahmen.
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Baumwollanbau

Stoffherstellung

Hot Spot: Veredelung

Herausforderungen bei der Veredelung von Baumwolle

Umwelt
  • Hoher Wasser- und Energieverbrauch, insbesondere durch Färbe- und Trocknungsprozesse
  • Wasserverschmutzung durch Chemikalieneinsatz (insbesondere beim Bleichen und Färben)
Sozial
  • Gesundheitsgefährdung durch Kontakt mit Chemikalien

Engagement der REWE Group

  • Alle Textilien der REWE Group sind OEKO-TEX 100-zertifiziert. Zertifizierte Produkte sind frei von gesetzlich verbotenen und gesundheitsbedenklichen Substanzen.
  • Im Jahr 2014 hat sich die REWE Group der Detox-Kampagne von Greenpeace angeschlossen und ein eigenes Detox-Programm initiiert mit dem Ziel, bis 2020 den Einsatz von gefährlichen Chemikalien in der Produktion von Textilien der REWE-Eigenmarken zu eliminieren und damit die Qualität der Produktionsabwässer zu verbessern. Über die Fortschritte informiert die REWE Group in jährlichen Detox-Fortschrittsberichten (Download Detox-Fortschrittsbericht 2018).
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Veredelung

Hot Spot: Konfektion von Textilien

Herausforderungen bei der Konfektion von Textilien

Sozial
  • Geringe Löhne
  • Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen (Verbot von Gewerkschaften, Kinderarbeit, Sicherheit am Arbeitsplatz)

Engagement der REWE Group

  • Die REWE Group hat sich das Ziel gesetzt, Textilien ausschließlich aus Betrieben zu beziehen, die ein gültiges Sozialaudit vorweisen können.
  • Die REWE Group ist seit 2008 Mitglied der amfori Business Social Compliance Initiative (amfori BSCI), einem Zusammenschluss aus Wirtschaftsunternehmen, die sich zum Ziel gesetzt haben, Arbeits- und Sozialstandards in Risikoländern zu verbessern. Der Code of Conduct der amfori BSCI basiert auf den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation und der Menschenrechtserklärung der UNO.
  • The Bangladesh Accord on Fire and Building Safety: Die REWE Group hat 2013 das Abkommen zur Umsetzung eines Programms für verlässliche Sicherheitsmaßnahmen in der Textilindustrie in Bangladesch unterzeichnet. 2017 hat die REWE Group den Transition Accord, ein Folgeabkommen zum Accord von 2013, unterzeichnet.
  • Im Juni 2015 ist die REWE Group dem Bündnis für nachhaltige Textilien beigetreten. Die Multi-Stakeholder-Initiative wurde im Oktober 2014 gegründet und setzt sich für soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der Textillieferkette ein.
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Näherei

Transport

Markt

Die Lieferkette der Baumwolle

  1. Baumwolle wird hauptsächlich in China, Indien und den USA in großen Plantagen angebaut. Die Baumwolle wird entweder von Hand oder mit der Maschine gepflückt. Im folgenden Arbeitsschritt wird die Baumwolle entkernt (zum Hot Spot).
  2. Vom Baumwollanbau bis hin zur Näherei ist eine Vielzahl eigenständig handelnder Unternehmen involviert. Oft werden die einzelnen Schritte der Verarbeitung in unterschiedlichen Ländern durchgeführt. In der Spinnerei werden die einzelnen Baumwollfasern zu Garn gesponnen. Das Garn wird in der Weberei zu Stoffen verarbeitet (zum Hot Spot).
  3. In der Veredelung werden die Stoffe in sogenannten Nassproduktionsstätten unter Einsatz von Wasser und Chemikalien geblichen, gefärbt oder bedruckt.
  4. In der Konfektion wird der fertige Stoff zugeschnitten, zu einem Kleidungsstück vernäht und mit Etiketten versehen (zum Hot Spot).
  5. Danach erfolgt der Transport der Textilien aus Baumwolle aus den überwiegend asiatischen Produktionsländern per Schiff nach Deutschland. Von den Logistikzentren werden sie in die Märkte der REWE Group verteilt.

China, Bangladesch und die Türkei sind die wichtigsten Importländer für Textilien nach Deutschland.

(Anteil der Textilimporte 2015)
baumwolle_de 28% China 11% Türkei 16% Bangladesch
baumwolle_m 28% China 11% Türkei 16% Bangladesch
Die größten Anbauländer nach Erntemengen im Jahr 2018/2019 (in 1.000 Baumwollballen)
Indien 28500
China 26500
USA 19500
Brasilien 9000
Pakistan 8500
Türkei 4300
Australien 3800
in 1.000 Tonnen
120.4

Millionen Baumwollballen wurden im Erntejahr 2018/19 geerntet.

60Mio.

Menschen arbeiten weltweit in der Textilindustrie.

In den Jahren 2015 bis 2017 wurde durch die Verwendung von CmiA-Baumwolle bei der Produktion von T-Shirts eine Wassermenge von rund 372 Millionen Litern eingespart – hiermit könnte man etwa 2,7 Millionen haushaltsübliche Badewannen füllen.

95

Kleidungsstücke besitzt jeder Erwachsene durchschnittlich in Deutschland.

30%

der weltweiten Textilexporte stammen aus China, dem wichtigsten Exportland.

Alle nicht REWE Group-spezifischen Kennzahlen wurden aus allgemeinen Fachpublikationen entnommen.

Weitere Lieferketten

Bananen

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Natursteine

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Palmöl

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