REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2017
  • Verpackungen umweltfreundlicher gestalten

Die REWE Group macht sich dafür stark, unnötige Verpackungen aus den Regalen zu verbannen. Dafür entwickelt das Unternehmen unterschiedliche Lösungsideen und Technologien.

Verpackungen sind in unserem Leben allgegenwärtig. Denn sie erfüllen viele wichtige Funktionen: Sie helfen uns, Nahrungsmittel frisch zu halten, Produkte zu transportieren und sie zu schützen. Und sie bieten Platz für wichtige Informationen. Jedoch wird ein Großteil der Verpackungen direkt nach dem Gebrauch weggeworfen – dies erzeugt jedes Jahr tonnenweise Müll.

17 Mil­li­o­nen

Jedes Jahr fallen in Deutschland über 17 Millionen Tonnen Verpackungsmüll an.

Um den Verpackungsmüll konsequent zu reduzieren, arbeitet die REWE Group daran, unnötige Verpackungen aus den Regalen zu verbannen und alternative Lösungen zu entwickeln – überall dort, wo es möglich ist. „Wir arbeiten intensiv daran, überflüssige Verpackungen abzuschaffen, Verpackungen zu reduzieren oder umweltfreundlicher zu gestalten. Doch da jedes Produkt andere Anforderungen an die Verpackung stellt, müssen wir uns jeden Artikel einzeln ansehen. Nicht immer ist ein völliger Verzicht auf die Verpackung die beste Lösung, geschweige denn möglich. Der Produktschutz stellt die wichtigste und größte Ressource dar und steht daher an erster Stelle. Dennoch gibt es hier Bedarf zu optimieren“, erklärt Christin Schmidt, Sachgebietsleiterin Non Food im Bereich Nachhaltigkeit Ware bei der REWE Group.

Vermeiden, Verringern, Verbessern

Die nachhaltige Gestaltung von Verpackungen hat die REWE Group in einer übergreifenden Strategie verankert. Darin strebt das Unternehmen an, Verpackungen zu vermeiden, zu verringern und zu verbessern. Das Ziel: 100 Prozent umweltfreundlichere Eigenmarkenverpackungen bis zum Jahr 2030.

An erster Stelle steht die Verpackungsvermeidung. Doch dies ist manchmal nicht ohne weiteres möglich – weil das Produkt frisch gehalten oder transportiert werden muss oder weil es das Gesetz fordert. Dann arbeitet die REWE Group daran, die für die Verpackungen eingesetzten Materialien zu verringern. Beispielsweise, indem die Stärke der eingesetzten Verpackungsfolien reduziert wird. Dort, wo keine Verringerung vorgenommen werden kann, wird die Verpackung so weit wie möglich verbessert.

Ein Zeichen gegen Plastikmüll

3.7 Mil­li­ar­den

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 3,7 Milliarden Plastiktüten verbraucht.

Als erster großer Lebensmittelhändler in Deutschland hat sich REWE bereits im Jahr 2016 entschieden, bundesweit auf den Verkauf von Plastiktüten zu verzichten. Stattdessen setzen die Märkte vor allem auf Mehrweg-Alternativen wie Baumwolltaschen, Permanenttragetaschen aus recycelten PET-Flaschen oder Einkaufskartons. Innerhalb der REWE Group hat die Entscheidung der REWE schnell Nachahmer gefunden. PENNY stoppte Anfang 2017 den Verkauf von Plastiktüten und bei den österreichischen Märkten der REWE International AG – BILLA, MERKUR, BIPA und ADEG – hat das „Plastiksackerl“ ebenfalls seit dem ersten Halbjahr 2017 ausgedient. Auch die DER Touristik verzichtet in ihren Reisebüros auf Plastiktüten. Im April 2018 verkündete toom Baumarkt die Abschaffung der Einwegtüte.

Natürliches Laser-Tattoo

Schlendert man durch die Gänge der Obst- und Gemüseabteilung, fällt schnell auf: Vor allem die Bioprodukte sind häufig in Plastik verpackt. Ein wesentlicher Grund ist die Kennzeichnung, damit das Gemüse nicht mit konventionellen Produkten verwechselt wird. Um auf diese Kunststoffverpackungen zu verzichten, nutzt REWE als erster Händler in Deutschland nun eine neue Erfindung: In einem kontaktlosen Verfahren werden Logos und Verbraucherinformationen auf die Schale von Avocados und Süßkartoffeln gelasert – die bedruckten Verpackungen werden so überflüssig. „Wir nutzen einen gebündelten Lichtstrahl, um ein Logo auf die Frucht oder das Gemüse aufzubringen“, weiß Christin Schmidt.

Das Labeling findet nur an der Oberfläche statt und hat somit keinerlei Auswirkungen auf den Geschmack oder die Qualität der Frucht. 2017 wurden tätowierte Süßkartoffeln und Avocados in den Testbetrieb bei REWE und PENNY aufgenommen. Für die Süßkartoffeln soll das Branding bereits schrittweise auf weitere REWE Regionen in Deutschland ausgeweitet werden. Künftig werden alle Artikel auf Natural Branding-Fähigkeit geprüft – dort, wo es möglich und sinnvoll ist, wird das Verfahren angewendet.

1 Tonne

Allein durch das Natural Branding der REWE Bio-Süßkartoffel kann eine Tonne Plastik pro Jahr eingespart werden.

Bananen nur noch unverpackt

Ein wichtiger Schritt in Richtung Plastikreduktion: Alle bei REWE und PENNY erhältlichen Bananen werden künftig nicht mehr vollständig in Folie verpackt – die Produktinformationen sind stattdessen auf Klebebanderolen oder -etiketten dargestellt.

900 Fuss­ball­fel­der

Durch die Nutzung der Bananen-Banderolen spart PENNY pro Jahr eine Plastikmenge ein, die ausreichen würde, um knapp 900 Fußballfelder zu bedecken.

Und die REWE Group will sich auch weiterhin verstärkt für eine Reduzierung des Verpackungsmülls starkmachen: „Langfristiges Ziel muss es sein, Materialien, die wir für eine Verpackung einsetzen, wiederzuverwenden, um eine neue Verpackung herzustellen. Je nach Material stellt uns dies heute noch vor Herausforderungen, für die verschiedene Akteure der Lieferkette zusammenarbeiten müssen, um Lösungen zu finden“, erklärt Christin Schmidt.

Nachhaltig frisch halten

Ende 2017 hat sich die REWE Group damit befasst wie die Obstbeutel aus Plastik („Knoten-Beutel“) reduziert werden können: Kunden konnten in den teilnehmenden REWE-Testmärkten Mehrweg-Frischenetze erwerben und diese für den Obsttransport immer wieder mitbringen. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass Obst und Gemüse mit natürlicher Schutzhülle auch ganz ohne Verpackung transportiert werden können.

Alternative Ver­pack­ungen für Äpfel und Co.

Verpackungen aus Gras – diese neue Idee testet die REWE Group aktuell als erster Lebensmittelhändler in Deutschland. Graspapier besteht nur noch zu 60 Prozent aus Holz und zu 40 Prozent aus sonnengetrocknetem Gras. Der Vorteil: Gras wächst schnell nach. Außerdem werden bei der Verarbeitung weniger Wasser und Energie benötigt als bei der Herstellung von Frischfaser oder Altpapier – Chemie kommt für die Herstellung der Graspellets gar nicht zum Einsatz. Und: Die Produktion von Graspapier verursacht weniger Treibhausgase. Für Bio-Äpfel wurde das neue Verpackungsmaterial in ausgewählten REWE- und PENNY-Märkten erprobt. PENNY wird nun künftig alle Naturgut Bio-Äpfel in Graspapier verpacken. In der Saisonplanung wird entschieden, für welche Verpackungen der Einsatz von Gras noch sinnvoll ist.

Recyclingpapier spart Ressourcen

Auch die Papierverpackungen der Eigenmarkenprodukte von REWE und PENNY werden schrittweise auf umweltfreundlichere Alternativen umgestellt: Bis Ende 2020 sollen alle Produktverpackungen nur noch aus recyceltem oder zertifiziertem Papier hergestellt werden. So wird weniger Frischfaser benötigt – das schont die Umwelt. Sollte Altpapier für eine Verpackung untauglich sein, setzt die REWE Group auf Frischfaser-Papier aus zertifizierten Wäldern. Damit schützen wir unsere Wälder.

Verpackungen im Kreislauf führen

Die REWE Group arbeitet daran, Verpackungen im Kreislauf zu führen und so wertvolle Rohstoffe einzusparen: Ein Teil der Plastikflaschen für Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel von REWE und PENNY wird Schritt für Schritt auf Verpackungen umgestellt, die zu 100 Prozent aus recyceltem Material – dem sogenannten Recyclat – bestehen. Dieses Material wiederum stammt zu 20 Prozent aus dem Gelben Sack. So schafft es die REWE Group, aus alten Verpackungen wieder neue Verpackungen herzustellen. Der Anteil aus dem Gelben Sack soll sobald wie möglich weiter erhöht werden. Um die Entwicklung nachhaltigerer Materialkreisläufe weiter voranzutreiben, ist die REWE Group Mitglied der Recyclat-Initiative „Wir für Recyclat“. Gemeinsam mit Partnern verschiedener Branchen erarbeitet das Unternehmen innovative Lösungen für einen effektiveren Wertstoffkreislauf – und eine schonendere Ressourcennutzung.

Auch toom Baumarkt entwickelte in Zusammenarbeit mit Lieferanten und weiteren Partnern Verpackungen, die zu fast 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff hergestellt werden. Bereits 2011 führten die Baumärkte Eigenmarken-Farbe in Eimern aus recyceltem Kunststoff ein. Seither baut toom Baumarkt sein Angebot an Produkten mit Recyclatanteil kontinuierlich aus.

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