REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2017
  • Mit gemischten
    Teams zum Erfolg

Die REWE Group will gleiche Karrierechancen für Männer und Frauen schaffen. Dafür sind veränderte Rahmenbedingungen notwendig – aber auch ein Kulturwandel muss eintreten. Kann die Frauenquote dabei helfen?

In vielen Unternehmen ist die oberste Führungsebene männerdominiert. Warum ist dieses überholte Rollenverständnis noch immer so präsent? Schließlich ist längst erwiesen, dass gemischte Teams aus Männern und Frauen bessere Leistungen erbringen. Das hat auch die REWE Group für sich erkannt: „Untersuchungen belegen, dass Unternehmen produktiver sind, wenn sie einen ausgewogenen Anteil von Männern und Frauen im Management haben“, erklärt Dr. Petra Meyer-Ochel, Bereichsleiterin im Bereich Personalentwicklung. „Es lohnt also, sich um die Frauenquote zu bemühen. Vielfalt bringt das Unternehmen voran, kann die Qualität der Arbeit merklich verbessern und ist ein Garant für Teamgeist.“

Offen für Veränderungen

Fast 70 Prozent der REWE Group-Mitarbeiter sind weiblich. Im Gegensatz dazu sind in den oberen Führungsebenen jedoch nur wenige Frauen vertreten. Das will die REWE Group ändern.

„Wir haben bei unseren Mitarbeiterinnen ein riesiges Potenzial. Das gilt es zu nutzen und sie in Führungspositionen zu bringen.“


Daniela Büchel,
Bereichsvorstand Handel Deutschland - HR und Nachhaltigkeit

Ganz konkret hat sich die REWE Group zum Ziel gesetzt, in den kommenden fünf Jahren den Frauenanteil in den obersten drei Führungsebenen von 15 auf 20 Prozent zu erhöhen. Berufliche und persönliche Fähigkeiten sollen gefördert und Entwicklungsmöglichkeiten vorangetrieben werden – für gleiche Karrierechancen.

20%

In den kommenden fünf Jahren will die REWE Group den Frauenanteil in den obersten drei Führungsebenen von 15 auf 20 Prozent erhöhen.

Performance statt Präsenz

Doch was muss sich verändern, damit mehr Frauen Führungspositionen wahrnehmen? Es braucht vor allem eines: Flexibilität. Die Mitarbeiterinnen müssen die Möglichkeit haben, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Eltern-Kind-Büros, Job Sharing, flexible Arbeitszeiten, Weiterbildungsprogramme, mobiles Arbeiten – das sind nur einige Maßnahmen, die die REWE Group in Zukunft weiter ausbauen will. Im Gegensatz zur Anwesenheitspflicht führt ein ortsungebundenes Arbeiten zu einer flexibleren Gestaltung des Arbeitstages.

Mit der Zertifizierung „audit berufundfamilie“ hat die REWE Group eine familienbewusste Personalpolitik in der Unternehmenskultur fest verankert.

„Wir müssen als Unternehmen Rahmenbedingungen schaffen, die den Anforderungen der Arbeitswelt der Zukunft und den gewandelten Wertvorstellungen gerecht werden.“


Oliver Holler,
Leiter HR Zentrale National der REWE Group

Doch nicht nur die organisatorischen Rahmenbedingungen sind notwendig, um Frauen im Unternehmen zu fördern. Vielmehr muss ein Kultur- und Verständniswandel eintreten. Die Bereitschaft, neue Lösungen und Kompromisse zu finden, Mut für Neues und der Wille, etwas zu verändern – es bedarf der Lernprozesse und Akzeptanz auf beiden Seiten, um die Schere in den Köpfen zu schließen. „Für das Unternehmen bedeutet es, Vertrauen in seine Führungskräfte zu haben“, erklärt Andreas Gutt, Leiter Human Resources der REWE Markt GmbH.

Begleitung auf dem Weg zur Führungskraft

Haben die REWE Group-Mitarbeiterinnen erste Führungserfahrungen gesammelt, so werden sie weiter gefördert: Das Programm Women’s Drive bietet gezieltes Training und ein begleitendes Mentoring, um die Frauen auf ihrem Karriereweg zu begleiten. Zur Seite steht ihnen dabei ein unternehmensinterner Mentor mit Führungserfahrung. Die Frauen können so ihre Rolle als Führungskraft weiterentwickeln und wertvolle Netzwerke im Unternehmen aufbauen.

Gleichberechtigung durch Quote?

Seit 2016 soll die gesetzliche Frauenquote dafür sorgen, den Anteil von Frauen in den Aufsichtsgremien zu erhöhen. Außerdem verpflichtet sie die Unternehmen, eigene Ziele zur Erhöhung des Frauenanteils in den oberen drei Führungsebenen zu formulieren. Seither hat sich viel getan – das Thema wurde ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt und lebhaft wie kontrovers diskutiert. Und auch bei den Mitarbeiterinnen der REWE Group gehen die Meinungen zur Frauenquote auseinander:

„Ich bin auf jeden Fall für mehr Frauen in Führungspositionen. Allerdings denke ich, dass eine Frauenquote zu kurz greift.“


Ricarda Hofmann,
Pressereferentin, DER Touristik

„Grundsätzlich glaube ich, dass durch die Frauenquote ein Umdenken der Unternehmen stattfinden kann.“


Laura Wagner,
Duale Studentin Handelsmanagement

„Unternehmen sollten so eine Unternehmenskultur haben, dass sie nicht zwanghaft darauf angewiesen sind, einen politischen Schlüssel an die Hand zu bekommen. Sie sollten es schaffen, ohne die gesetzliche Frauenquote die Posten zu besetzen.“


Katrin Kranepuhl,
IT Business Analyst Senior, REWE Systems

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