REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2015/2016
  • Logistik mit Köpfchen

Knackig, saftig und am besten direkt vom Feld oder vom Baum – so lieben wir unser Obst und Gemüse. Damit der Zeitraum zwischen Ernte und Verzehr so kurz wie möglich ist, setzt die REWE Group auf neue, modernste Kopf- und die 26 bestehenden Regionallager in ganz Deutschland.

Am liebsten ist er frühmorgens in der Obst- und Gemüseabteilung „seines“ Marktes, schwärmt Martin Gruber, selbstständiger Kaufmann des REWE-Marktes Rott am Inn. Wenn die neuen Warenlieferungen säuberlich einsortiert sind und das erste Tageslicht auf seine frischen Lieblingsfrüchte fällt. Die goldene Stunde. Damit das klappt, müssen zum einen die Waren täglich zu frühester Stunde ausgepackt und einsortiert werden – und zum anderen ist eine intelligente, schnelle Logistik ausschlaggebend. Um Transportwege und Lagerzeiten weiter zu reduzieren, setzt die REWE Group auf Zentralläger, im REWE-Jargon als Kopfläger bekannt. „Damit wir unser Obst und Gemüse so kaufen können, wie wir es lieben: knackig, saftig, frisch und lecker.“

Damit wir unser Obst und Gemüse so kaufen können, wie wir es lieben: knackig, saftig, frisch und lecker.

„Obst und Gemüse sind eine sehr sensible Warengruppe. Mit der Strategie unserer Kopfläger erweitern und optimieren wir unsere Logistik für diese Warengruppe.“


Eugenio Guidoccio
Geschäftsführer der REWE Group Fruchtlogistik und Mitglied der Geschäftsleitung REWE Group Buying

Schneller auf dem Teller – und vor allem frischer

„Wir möchten einfach das beste Obst und Gemüse bieten“, sagt der Frische-Experte Matthias Geuder, ein Geschäftsführungsmitglied der REWE Group Fruchtlogistik. „Die aus überregionalen Gebieten, aus Südeuropa und Überseegebieten stammende Ware muss also so schnell wie möglich – ohne Umwege, ohne Zwischenlagerung, ohne Umpacken – direkt zu uns.“ Hier bietet das neue Kopflagerkonzept den entscheidenden Vorteil: Mussten die Lieferanten früher die vielen, in ganz Deutschland verteilten Regionalläger einzeln anfahren, konzentriert sich die Anlieferung heute auf die zentralen Kopfläger. Bundesweit sollen fünf strategische Knotenpunkte den überregionalen und internationalen Warenverkehr mit Obst und Gemüse bündeln und bedarfsorientiert die einzelnen Regionalläger beliefern. Die Positionen der Kopfläger sind strategisch gewählt: „Gut erreichbar für die Lieferanten und so nah wie möglich an den angegliederten Regionallägern, sodass wir innerhalb unserer Logistik nicht nur Zeit, sondern auch CO2-Ausstöße, gefahrene Kilometer und unsere Kraftstoffverbräuche reduzieren können“, sagt Geuder.

Heimische, frisch geerntete Produkte aus der Region – wie Äpfel vom Bodensee oder Tomaten und Paprika aus Oberbayern – werden direkt von den Herstellern an die jeweiligen Regionalläger geliefert. Denn auch hier gilt die Devise: So schnell wie möglich und ohne Umwege. Gemeinsam mit vorkommissionierter Ware aus den Kopflägern wird die Ware dann direkt an die jeweiligen REWE- oder PENNY-Märkte der Region ausgeliefert.

Das neue Kopflager in Eitting bei München ist seit November 2016 in Betrieb.
440000

Pro Jahr werden rund 440.000 Tonnen Obst und Gemüse aus Deutschland und der ganzen Welt geliefert, damit ein breites Frischeangebot in allen REWE- und PENNY-Märkten garantiert werden kann.

Logistik mit Köpfchen – die zentrale Belieferung durch Kopflager

Kurze Lagerdauer – weniger Verderb

Der bisher umfassende Obst- und Gemüsevorrat in jedem einzelnen der 26 Regionalläger lässt sich durch die zentralen Kopfläger reduzieren – damit sinkt auch die Lagerdauer. Das erhöht die Frische und verringert die Verderbquote: Allein in der Region Ost, wo das Kopflager Leipzig positioniert ist, konnte der Anteil der verdorbenen Lagerware im ersten Jahr nach Einführung des Kopflagersystems um über 30 Prozent gesenkt werden.

Auch lässt sich die benötigte Menge an Feldfrüchten besser planen, da in den Kopflägern die von den Regionallägern benötigten Volumina gebündelt werden. Die breitere Datenbasis erleichtert die Prognose und die passgenaue Versorgung der Regionalläger. Davon profitieren letztlich die Märkte, denn sie werden nicht nur schneller, sondern auch mengenmäßig präziser versorgt. Fehlartikeln – aber auch Bestellüberhängen – wird noch konsequenter vorgebeugt. Schließlich erlaubt die Bündelung der Waren eine noch effektivere Qualitätskontrolle. Bisher erfolgte diese dezentral auf Ebene der Regionalläger. „Die Bündelung erleichtert die Qualitätssicherung. Nun können wir den gesamten Bestand zentral kontrollieren“, sagt Matthias Geuder. So kann frühzeitig verdorbene Ware aus dem Umlauf gebracht werden.

Kopflager und Nachhaltigkeit

Die neuen Zentrallager der REWE Group wirken sich in mehrerer Hinsicht positiv auf eine nachhaltige Entwicklung aus:

  • Eine insgesamt geringere Vorratshaltung reduziert den Energiebedarf für die gekühlte Lagerung von Obst und Gemüse.
  • Unsere Lieferanten, die in der Vergangenheit einzelne Regionallager beliefern mussten, sparen sich durch die zentrale Zustellung der Ware Anfahrts-, Warte- und Andockzeiten. Damit lassen sich Kraftstoffverbräuche und CO2-Emissonen senken.
  • Regionales Obst und Gemüse wird weiterhin direkt an das nächstgelegene Regionallager geliefert. Die Kopflager übernehmen die Verteilung der überregional und international bezogenen Früchte.
30%

Um über 30 Prozent konnte die Verderbquote im ersten Jahr nach Einführung des Kopflagersystems in der Region Ost reduziert werden.

Frische-Offensive in der Umsetzung

„Die REWE Group entwickelt ihre REWE- und PENNY-Filialen systematisch weiter“, sagt Oliver Mans, Bereichsvorstand Handel Deutschland – Ressort Ware I „Fast täglich passen wir unsere Sortimente an die sich wandelnden Kundenwünsche an. Das kann nur gelingen, wenn wir uns auch in den rückwärtigen Bereichen und der Logistik immer weiter entwickeln. Mit den Kopflägern legen wir bereits heute die Basis für die Obst- und Gemüse-Sortimente von morgen.“

Seit gut fünf Jahren arbeitet die REWE Group an der Planung und Umsetzung, bereits 2014 ging das erste Kopflager der REWE Group Fruchtlogistik in Leipzig ans Netz. Das zweite folgte 2015 in Berkhof bei Hannover. Schließlich eröffnete im November 2016 das jüngste Kopflager in Eitting bei München. Damit können die Regionalläger im Osten und Südosten Deutschlands schon ideal versorgt werden – ausstehend ist noch der Bau eines Kopflagers in Südwest-Mitte in der Region Heidelberg und Westen in Köln. Die großen fünf Sammelpunkte können dann alle Regionalläger bedarfsgerecht mit erntefrischem Obst und Gemüse versorgen, das anschließend zeitnah an die einzelnen Märkte geliefert wird.

So passiert das auch in der Filiale Hopfenpost in München. Die Ware aus Südeuropa wird im 10.000 Quadratmeter großen Zentrallager Eitting, das über 40 An- und Auslieferungstore verfügt, angeliefert und an die umliegenden Regionalläger und insbesondere das Lager Eitting verteilt – von wo aus auch täglich früh morgens der REWE Markt in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof mit frischem, knackigem Obst und Gemüse beliefert wird. Zur Freude von Marktleiterin Violeta Tomic – und natürlich aller Kunden.

Klimaschutz im Kopflager Eitting

Bei dem neuen Kopflager in Eitting hat die REWE Group ein umfangreiches Energie- und Klimaschutzkonzept umgesetzt:

  • Für die Heizung und die Rückkühlung der Kälteanlage wird umweltfreundliche Geothermie genutzt.
  • Zusätzlich dient die Abwärme der Kälteanlage als Heizquelle.
  • Im gesamten Lager wurden effiziente LED-Beleuchtung installiert.
  • Durch ein Lastmanagementsystem wird der Strombezug so reguliert, dass ein hoher Verbrauch während Spitzenlastzeiten der Kraftwerke vermieden wird.
  • Der eigene Strombedarf wird zum Teil durch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach gedeckt.

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