REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2015/2016
  • Begleitung beim Ankommen
    und Weiterkommen

Endlich da – doch wie geht‘s weiter? Mit der Ankunft Hunderttausender Flüchtlinge in Europa stellen sich viele Fragen. In Deutschland trafen die frisch Angekommenen auf eine Welle des Engagements. Die REWE Group beteiligte sich in der Ankommensphase aktiv durch Aktionen, Hilfsgüter und Geldspenden. Damit Integration gelingt, unterstützt das Unternehmen seither verstärkt das „Weiterkommen“ der Geflüchteten im Arbeitsmarkt durch Praktika, Ausbildungsplätze und Mentoringprogramme.

Soforthilfe der REWE Group:

Als 2015 die Not am größten war, leistete die REWE Group schnell und unbürokratisch Hilfe. Mit großem Engagement sprangen die Unternehmen der REWE Group, Marktmanager und Selbstständige Kaufleute bei Aktionen in der Flüchtlingshilfe ein und verteilten gemeinsam mit sozialen Organisationen dringend benötigtes Material wie Nahrungsmittel, Decken, Winterkleidung und Hygieneartikel.

Tatkräftige Unterstützung leisteten auch die Mitarbeiter der REWE Group. Für sie hielt die unternehmensinterne Börse für soziales Engagement Angebote zur Flüchtlingshilfe bereit, wie z.B. Sachspenden abgeben und sortieren oder bei der Hausaufgabenbetreuung mithelfen.

REWE-Willkommensrucksäcke für alleinreisende minderjährige Flüchtlinge (München 2015).

1.000 Care-Pakete für Erstankömmlinge

Inhalt: Hygieneartikel, Wasser und Lebensmittel
Empfänger: DRK und Johanniter

1.500 Willkommensrucksäcke für alleinreisende minderjährige Flüchtlinge

Inhalt: 1.500 Hygieneartikel, Textilien und Spielzeug
Empfänger: Stadt München

Winterware für die kalte Jahreszeit

Spende: 11.000 Jacken, 2.000 Hosen und 10.000 Decken
Empfänger: 8 DRK Landesverbände deutschlandweit

Waren des täglichen Bedarfs für Flüchtlingsunterkünfte

Spende: Getränke, Baby-Hygieneartikel, Körperpflegemittel, Schreibartikel
Empfänger: Arbeiter-Samariter-Bund NRW

„Eine Decke zum Schlafen.
Das muss doch das Mindeste sein.“


Martin Bondzio,
Mitarbeiter der Unternehmenskommunikation,
organisierte einen Hilfstransport für Flüchtlinge nach Kroatien.

Weihnachts­feiern in Erst- und Not­aufnahme­ein­richtungen

Unterstützung: Rahmenprogramm, Spiele, Süßigkeiten und Bastelmaterial, Geschenke
Veranstaltungsort: 6 Einrichtungen des DRK

500.000 Euro für Flüchtlingshilfe Caritas Österreich

Spende der REWE International AG für die Einrichtung von Wohngemein­schaften für Kinder und Jugendliche

Spontane Hilfsaktionen

Mitarbeiter und Kunden von REWE- und PENNY-Märkten unterstützen die Flüchtlingshelfer vor Ort

Ehrenamtliche Hilfsaktionen der REWE-Mitarbeiter

Freiwillige organisieren Hilfe – vom Kinderfest in Köln bis zum Hilfstransport nach Kroatien

„Die Männer, Frauen und Kinder, die aus den Krisengebieten zu uns nach Deutschland oder Österreich kommen, mussten alles zurücklassen: ihr Hab und Gut, ihre Angehörigen und Freunde – ihr ganzes bisheriges Leben. Diesen Menschen in Not zu helfen, ist für mich eine humanitäre Selbstverständlichkeit und zugleich Teil der gesellschaftlichen Verantwortung, die wir als Unternehmen haben.“


Alain Caparros,
ehemaliger Vorstandsvorsitzender der REWE Group

Fürs Weiterkommen: Paten und Praktika

Damit Geflüchtete dauerhaft in Deutschland ankommen können, brauchen sie Arbeit. Die REWE Group geht die Integration strategisch mit verschiedenen Kooperationspartnern an.

REWE-Mitarbeiter können sich als Paten im Programm „Ehrensache“ gezielt für die Integration von Flüchtlingen engagieren. Dafür wurde die Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation JOBLINGE um das Angebot „JOBLINGE Kompass“ erweitert. Es soll Flüchtlinge auf dem Weg in Arbeit und eine berufsbegleitende Ausbildung unterstützen. Dazu gehören Sprachkurse und intensive Praxiserfahrungen im Unternehmen.

Um den Alltag in Deutschland zu meistern – von Bahnfahrt über Einkäufe bis zu Behördengängen, braucht es Sprachkenntnisse. Die REWE Group will Flüchtlinge beim Deutschlernen unterstützen und hat deshalb 2016 das Pilotprojekt „Sprachcafé“ ins Leben gerufen. Dabei kommen ehrenamtlich tätige Mitarbeiter der REWE Group in Köln und Flüchtlinge miteinander ins Gespräch und üben Basiswissen in Deutsch.

Zahlreiche Märkte der REWE Group bieten Geflüchteten Möglichkeiten, Arbeitsluft zu schnuppern. In Nordrhein-Westfalen bietet der örtliche toom Baumarkt Brakel Praktikumsplätze für Flüchtlinge im Rahmen eines Projekts der VHS Höxter: „Integration durch Qualifizierung“ gibt jungen motivierten Menschen wie Mohammaed Mazen Maoula aus Syrien einen Einblick in den Berufsalltag.

„Integration geht nur über Beschäftigung. Wir müssen versuchen, den Menschen schnelle Wege ins Berufsleben aufzuzeigen. Auch wir als Unternehmen können so vom großen Potenzial der Flüchtlinge profitieren.“


Dr. Daniela Büchel,
Bereichsvorstand Handel Deutschland - Ressorts HR und Nachhaltigkeit

Für Integration: Brücken zwischen Herkunft und Zukunft

In Bayern verfolgt die REWE-Region Süd seit Anfang 2016 einen systematischen Ansatz: Das „Konzept zur Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt und in den Teams“ (KIMAT) soll das Unternehmen fit für Diversität und die Migranten bereit für die Arbeitsmarktintegration machen. Zahlreiche Netzwerkpartner sowie die Agentur für Arbeit unterstützen die REWE dabei.

Ausbilder, Führungskräfte, Marktleiter und HR-Partner erhalten Trainings in eigens entwickelten Workshops und Seminaren zu den Themen Diversität, Interkulturalität und Arbeitsmarktintegration. Mit Checklisten und Informationsmaterialien können sie die besonderen Regelungen bei der Einstellung von Geflüchteten verstehen. Migranten und Geflüchtete können ein bis zu vierwöchiges Praktikum in einem REWE-Markt oder einem Logistikcenter absolvieren. Dabei begleitet sie ein erfahrener Marktmitarbeiter als Pate. Zusätzlich erhalten sie Informationsmaterialien zu Umgangsformen und besonderen Begrifflichkeiten in der REWE-Welt.

Erste Erfolge von KIMAT in der Region Süd

115

Praktikanten
eingestellt

40

Netzwerkpartner


13

Festanstellungen als
Ungelernte

10

Einstellungen
auf Basis einer
Einstiegsqualifizierung

19

kostenlose Sprachkurse für
Migranten mit Aussicht auf
Führungsposition

7

Mentoring-Tandems
mit Geflüchteten und
erfahrenen Mitarbeitern

2016

Human Resource Excellence Award des HR Manager Magazins für KIMAT

„Wir sollten nicht nur möglichst vielen Geflüchteten eine Beschäftigung bei REWE vermitteln, sondern sie auch an das Unternehmen binden.“


Ibrahim Dourra Maiga,
Integrationsbeauftragter der Region Süd

Erfolgreich angekommen: Vom Praktikum in die Ausbildung

Ohne Deutschkenntnisse kam Mohamad Aslami 2012 aus Afghanistan nach Deutschland. Inzwischen hat er sich bei toom Baumarkt in Duisburg-Rheinhausen fest etabliert und macht hier seine Ausbildung. Das Team im Baumarkt empfing ihn mit offenen Armen: „In einem vierwöchigen Praktikum lernte ich nicht nur Leben und Sprache in Deutschland besser kennen, sondern konnte auch hilfreiche Erfahrungen im Baumarktbereich sammeln. Alle bei Olaf de Waal und seinem Team waren sehr hilfsbereit und ich hatte Spaß an meiner Arbeit.“ Schnell stand für Mohamad Aslami fest, dass er bleiben möchte. So bemühte er sich um eine Aushilfsstelle – und bekam von seinem Marktleiter eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann angeboten. „Ich habe mich vom ersten Tag an in Deutschland willkommen gefühlt und ich wünsche dieses schöne Gefühl den anderen Migranten, die derzeit eine neue Heimat suchen, ebenfalls.“

Mohamad Aslami aus Afghanistan traf bei toom in Duisburg auf offene Türen.

Das multinationale Team des REWE-Marktes Stenten in Aachen freute sich ebenfalls über Zuwachs: 2016 kam der 26-jährige Nigerianer Austin Ekwealor-Obiorah in die Mannschaft. Als ehemaliger Profifußballer bewies er Teamgeist und Ausdauer: An zwei Tagen in der Woche paukt er Deutsch, an den restlichen Tagen prüft er als Praktikant den Bestand der Molkereiprodukte in seinem REWE-Markt und füllt frische Ware nach. Zur Seite steht ihm dabei die Auszubildende Shqipe Berisha, die ebenfalls eine Migrationsgeschichte hat. Zudem kommt jeden Dienstag ein „Hauslehrer“ in den Markt, der mit Austin und den Markt-Azubis Fachausdrücke übt. Inzwischen ist Austin Ekwealor-Obiorah im Rahmen einer Eingliederungsqualifizierungsmaßnahme im Markt beschäftigt und strebt eine Ausbildung an. „Die Arbeit im Markt ist etwas, das mir gefällt“, sagt er.

Marktleiter Josef Stenten heißt Austin Ekwealor-Obiorah gemeinsam mit Natalie Eisfelder und Shqipe Berisha in seinem REWE-Markt willkommen. Letztere wurde für den Nigerianer zur Mentorin.

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