REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2015/2016

Grüne Produkte

Nachhaltigkeitssäule Grüne Produkte

Die Idee der Nachhaltigkeit ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das spiegelt sich im Ernährungs- und Konsumverhalten wider genauso wie in der Wahl von touristischen Angeboten. Aktuelle Befragungen zeigen, dass etwa zwei Drittel der Bevölkerung zumindest gelegentlich Bio-Produkte kaufen (Quelle: BMEL: Ökobarometer 2017; Umweltbundesamt: Umweltbewusstsein in Deutschland 2016), während über ein Drittel der deutschen Bevölkerung nachhaltiger verreisen möchte (Quelle: BMUB: Reiseanalyse 2014). Immer mehr Menschen interessieren sich für die sozialen und ökologischen Auswirkungen ihres Handelns. Es ist ihnen wichtig, dass Produkte und Dienstleistungen unter guten Arbeitsbedingungen hergestellt und die natürlichen Lebensgrundlagen nicht geschädigt werden. Dabei gilt nach wie vor: Nachhaltigkeit ist nie das einzige Entscheidungskriterium, ebenso wichtig sind Qualität und der Preis. Gleichzeitig verbinden Konsumenten unterschiedliche Facetten mit dem Begriff Nachhaltigkeit. Für die einen geht es um den Schutz von Natur und Umwelt, während andere eher auf die sozialen Bedingungen oder Tierschutz Wert legen.

Die REWE Group will diesen Bedürfnissen Rechnung tragen und zugleich immer mehr Menschen für nachhaltigere Produkte und Dienstleistungen begeistern. Nachhaltigkeit begreift die REWE Group dabei als einen Teil der Geschäftsstrategie, der zum wirtschaftlichen Erfolg beiträgt und einen wichtigen Wachstumstreiber darstellt. Die strategische Ausrichtung der Säule Grüne Produkte setzt folgende Prioritäten:

  1. Die Gestaltung von nachhaltigeren Sortimenten
  2. Die Verbesserung von sozialen und ökologischen Standards in der Lieferkette
  3. Die Förderung des Konsums nachhaltigerer Produkte und Dienstleistungen

Strategischer Ansatz

Die REWE Group in Deutschland arbeitet mit einem Due-Diligence-Ansatz, der sich an den OECD-Richtlinien für verantwortungsvolle landwirtschaftliche Lieferketten orientiert und die Ansätze der Säule Grüne Produkte in einem fünfstufigen Prozess bündelt:

  1. Managementsysteme: Nachhaltigkeit stellt einen integrierten Bestandteil der regulären Geschäftsprozesse dar mit dem Ziel, dass Nachhaltigkeitsaspekte bei jeder Einkaufsentscheidung berücksichtigt werden.
  2. Risikoanalyse: Die REWE Group analysiert fortlaufend soziale und ökologische Risiken in den Lieferketten ihrer Produkte. Dazu führt das Unternehmen Hot Spot-Analysen durch und arbeitet eng mit Stakeholdern zusammen, etwa über den PRO PLANET-Beirat oder im Rahmen von Dialogforen. In den Jahren 2016 und 2017 hat die REWE Group ihren Ansatz deutlich ausgeweitet. Dazu hat sie für die Produkte ihrer Eigenmarken eine formalisierte Risikoanalyse für Food- und Non-Food-Produkte durchgeführt, die alle wesentlichen Warengruppen abdeckt. Im Ergebnis können Nachhaltigkeitsrisiken nach Warenclustern bewertet und priorisiert werden.
  3. Strategie: Auf Grundlage der Analysen werden Handlungsempfehlungen abgeleitet und Maßnahmen entwickelt, darunter eine Reihe von Instrumenten, die sich bereits vielfach in der Praxis bewährt haben. Dazu gehören das Nachhaltigkeitslabel PRO PLANET für Eigenmarkenprodukte der REWE Group, eigene Leitlinien für zahlreiche Rohstoffe und unabhängige Zertifizierungen, um die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards sicherzustellen. Für übergreifende Lösungen und allgemein verbindliche Standards engagiert sich die REWE Group in Brancheninitiativen, die sie zum Teil mit initiiert hat.
  4. Überprüfung: Im Rahmen von Audits oder in der Zielüberprüfung von Leitlinien werden Fortschritte erfasst und die Wirksamkeit der Maßnahmen regelmäßig bewertet.
  5. Berichterstattung: Um die Transparenz gegenüber Stakeholdern zu gewährleisten, berichtet die REWE Group über Maßnahmen und Ergebnisse ihres Nachhaltigkeitsengagements. Neben dem Nachhaltigkeitsbericht sind dabei insbesondere die PRO PLANET-Website und die REWE Group-Homepage zu nennen.

Die Handlungsfelder der Säule Grüne Produkte lauteten bis Mitte 2016 wie folgt: „Ausbau nachhaltigerer Sortimente“; „Sozialstandards in der Lieferkette“; „Produktqualität und -sicherheit“; „Biodiversität“.

Im Rahmen des Strategieprozesses Nachhaltigkeit wurden die Handlungsfelder für den Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland in 2016 neu definiert. Diese lauten nun „Fairness“, „Ernährung“, „Arbeits- und Sozialstandards“ sowie „Tier- und Umweltschutz“ (für mehr Informationen siehe auch das Kapitel Strategie).

Die Projektgruppe „Grüne Produkte“ steht seit 2016 unter der Leitung von Jan-Peer Brenneke (Geschäftsführung Eigenmarken Einkauf & Entwicklung national / international).

Key Performance Indikatoren (KPI)

Um ihre Fortschritte in der Säule Grüne Produkte messbar zu machen, hat die REWE Group im Jahr 2010 Key Performance Indikatoren (KPIs) definiert:

KPI 1 : Steigerung des Anteils nachhaltigerer Eigenmarken- und Markenprodukte

KPI 2 : Steigerung des Anteils von Non-Food-Lieferanten mit Sozialaudits (BSCI) aus Schwellenländern auf 85 Prozent bis 2015

Für den ersten KPI sind zentrale Messgrößen die Anteile der Bio-, Regional- und PRO PLANET-Produkte im Sortiment, die sich seit 2010 ausnahmslos positiv entwickelt haben. So konnte die Anzahl der PRO PLANET-Produkte in Deutschland von 256 im Jahr 2010 auf 957 im Jahr 2016 gesteigert werden, während etwa der Anteil der REWE Bio-Produkte von 2,8 Prozent im Jahr 2010 auf 4,2 Prozent im Jahr 2016 gestiegen ist (gemessen am Verkaufswert).

Für den zweiten KPI konnte der Anteil von 85 Prozent bereits im Jahr 2014 erreicht werden, im Jahr 2015 lag er bei 99,4 Prozent.

Im Rahmen des Strategieprozesses werden die KPIs aktuell überprüft und angepasst.

Sustainable Development Goals

Bei ihren Aktivitäten hat die Säule Grüne Produkte auch die globalen Ziele einer nachhaltigen Entwicklung im Blick. Dazu hat die REWE Group im Berichtszeitraum ihre Nachhaltigkeitsstrategie mit den Sustainable Development Goals (SDGs) abgeglichen und die für sie relevanten SDGs identifiziert und priorisiert (siehe Kapitel Strategie). Drei der höchst-bewerteten SDGs fallen in den Verantwortungsbereich der Säule Grüne Produkte: SDG 12: Verantwortungsvoller Konsum, SDG 15: Leben an Land, SDG 14: Leben unter dem Wasser.

Weitere Themen aus diesem Bereich:

GRI 204

Nachhaltigere Sortimente

GRI 204-1

Regionalität

GRI 204-FP1

Rohstoffe

GRI 204-FP2

Bio und PRO PLANET

GRI 304

Biodiversität

GRI 308

Ökologische Standards in der Lieferkette

GRI 412, 414

Soziale Standards in der Lieferkette

GRI 416

Kundengesundheit und -sicherheit

GRI 417

Nachhaltigen Konsum fördern

FP10

Tierwohl