• Intelligente Logistik:
    Wirksamer Hebel

Die REWE-Logistik sorgt dafür, dass die Märkte stets bedarfsgerecht versorgt sind. Dahinter steht ein komplexes Transport- und Lagersystem, das Verfügbarkeit, Qualität und Frische der Produkte gewährleistet. Die transportbedingten Emissionen haben an den gesamten Treibhausgasemissionen der REWE Group einen Anteil von etwa 10 Prozent (siehe auch Klimaschutz). Um diese zu verringern, setzt die REWE Group an folgenden Hebeln an: die Verringerung der gefahrenen Kilometer; eine hohe Auslastung der Fahrzeuge und die Reduzierung der Emissionen pro Kilometer durch differenzierte Logistikkonzepte; der Einsatz effizienter Technik und angepasstes Fahrverhalten.

Intelligente Strukturen schaffen

Die Optimierung der Lagernetzstruktur führt zu sinkenden Transport- und Lagerkosten. Aus diesem Grund hat die REWE Group seit 2009 systematisch Lagerstandorte geschlossen, um- oder neugebaut. Unter anderem wurde mit dem im April 2014 neu eröffneten Kopflager für Obst und Gemüse in Leipzig eine zentrale Anlaufstelle für Lieferanten geschaffen, die zuvor mehrere Regionallager anfahren mussten. Mit der Eröffnung des Logistikzentrums in Neu-Isenburg wurde im Mai 2014 der 2009 begonnene Um- und Ausbau der Logistikstandorte abgeschlossen. Das neue Herzstück der REWE-Logistik mit einer Gesamtfläche von 65.000 Quadratmetern wird alle Regionen in Deutschland beliefern.

Das Lager selbst wurde mit dem DGNB-Zertifikat in Gold ausgezeichnet (siehe auch Special „Vom Leuchtturm zum Standard“). Durch die Optimierung der Lagernetzstruktur konnten trotz einer steigenden Anzahl von Transporteinheiten die gefahrenen Kilometer gegenüber 2009 reduziert werden. Darüber hinaus hat auch eine bessere Auslastung der Fahrzeuge einen positiven Effekt auf die transportbedingten Umweltauswirkungen. Seit der Einführung eines deutschlandweit einheitlichen Fuhrparkmanagementsystems im Jahr 2012 konnte die Tourenplanung und damit auch die Lkw-Auslastung weiter optimiert werden.

Von 2009 bis 2014 wurde die Lagernetzstruktur optimiert

Moderne Fahrzeuge einsetzen

Die REWE Group erneuert kontinuierlich ihre Fahrzeugflotte. Der größte Teil der zugelassenen Lkw des Eigenfuhrparks erfüllt mindestens die Abgasnorm Euro 5. Seit 2014 werden nur noch Euro 6-Fahrzeuge angeschafft, sodass die Altfahrzeuge schrittweise ersetzt werden.

Darüber hinaus erprobt die REWE Group den Einsatz von alternativen Antriebstechnologien. In den Jahren 2012 und 2013 hat die REWE Group den Einsatz eines Elektro-Lkws getestet. In einer weiteren Kooperation wird ein Elektro-Lkw zur Belieferung von REWE-Märkten im Großraum Berlin eingesetzt. Dieser sogenannte „E-Force one“ spart gegenüber einem Diesel-Lkw 7,5 Tonnen CO2 pro 10.000 Kilometer ein. Nach einer Testphase wurde er im Februar 2015 in den Standardbetrieb übernommen. In Österreich setzt die REWE International AG drei Lkw mit Biogas-Antrieb ein und hat auch ein Projekt durchgeführt, bei dem aufbereitete Fette und Restaurantabfälle als Kraftstoff genutzt werden.

Als weitere Alternative im Bereich Lkw-Flotte betreibt die REWE Group den ersten Lkw mit Gasantrieb. Dieses Fahrzeug ist nicht nur in Bezug auf verringerte CO2-Emissionen nachhaltig unterwegs, sondern verbindet zudem sehr geringe Geräuschemissionen mit Kostenvorteilen bei der Kraftstoffbeschaffung.

Effizienz durch moderne Fahrzeuge

Verantwortungsbewusstes Fahren

Um die Potenziale einer modernen Fahrzeugflotte voll auszuschöpfen, werden Fahrer der REWE Group im spritsparenden Gebrauch ihrer Fahrzeuge geschult. Im Jahr 2014 wurden über 250 Fahrer entsprechend ausgebildet. Zur Verstetigung der Eco-Trainings wurden an den Standorten von REWE sechs Mitarbeiter zu Eco-Trainern ausgebildet, die entsprechende Schulungen durchführen. Neben frühzeitigen Schaltvorgängen und vorausschauendem Fahrverhalten wird auch der richtige Einsatz des Tempomats geschult. Die Fahrzeuge sind mit Tempobegrenzern ausgestattet, um auf Autobahnen die Geschwindigkeit automatisch auf 83 Kilometer je Stunde zu drosseln. Dank einem monatlichen Kraftstoff-Monitoring lässt sich die Entwicklung des Kraftstoffverbrauchs kontinuierlich analysieren. Im Jahr 2014 sank der Durchschnittsverbrauch im Eigenfuhrpark der REWE Group um 2,2 Prozent. In Österreich hat REWE International bereits 250 Fahrzeuge in das Kraftstoffmanagementsystem „Shell FuelSave Partner“ integriert. Diese Fahrzeuge sind mit einer Onboard-Unit ausgestattet, die Fahrverhalten und Werte aus der Fahrzeugelektronik aufzeichnet. Aus der Analyse dieser Daten werden dann individuelle Schulungsmaßnahmen abgeleitet. Seit Einführung des Systems im Jahr 2011 konnten pro Fahrzeug etwa 3,5 Prozent Kraftstoff eingespart werden.

2014 sank der Kraftstofffverbrauch im Eigenfuhrpark der REWE Group um
2.2%

Innovationen für die urbane Logistik

Eine besondere logistische Herausforderung stellt die Versorgung urbaner Zentren dar. Bei insgesamt zunehmendem Lieferverkehr stößt die städtische Infrastruktur an ihre Grenzen. Zudem wird gerade der städtische Lieferverkehr aufgrund von Lärmentwicklung, Luftverschmutzung und Verkehrsbehinderung als besonders störend empfunden. Gleichzeitig entsteht bei dem Warentransport auf der „letzten Meile“ ein Großteil der transportbedingten CO2-Emissionen. Die REWE Group hat sich an zwei Forschungsvorhaben zu diesen Zukunftsfragen beteiligt. Im Projekt „Urban Retail Logistics“ (URL) stand die Entwicklung alternativer Konzepte für die Feindistribution im Vordergrund. So wurde in Kooperation mit anderen Handelsunternehmen unter anderem das Konzept eines „Urban Hubs“ entwickelt, der als zentraler Umschlagspunkt Warenlieferungen bündelt. Im Projekt „Geräuscharme Nachtlogistik“ (GENALOG) werden Konzepte zur Verlagerung von Transporten in die Nachtstunden entwickelt. In beiden Projekten spielt unter anderem die geräuscharme Elektromobilität eine große Rolle.