• PRO PLANET:
    Nachhaltigkeit in die Breite tragen

PRO PLANET steht für das Ziel der REWE Group, konventionelle Produkte im Massenmarkt nachhaltiger zu gestalten und nachhaltigen Konsum in der Breite zu fördern. Als Teil der Gesamtstrategie für Grüne Produkte hat das Unternehmen den PRO PLANET-Prozess entwickelt: Mit dem PRO PLANET-Label gibt die REWE Group ihren Kunden ein verständliches und transparentes Navigationssystem für nachhaltigere Produkte an die Hand. Und sie setzt sich mit konkreten PRO PLANET-Projekten für mehr Nachhaltigkeit in Produktion und Verarbeitung ein.

Der PRO PLANET-Prozess für nachhaltigere Produkte

Mit dem PRO PLANET-Label kennzeichnet die REWE Group Produkte ihrer Eigenmarken, bei deren Herstellung und Verwendung ökologische und/oder soziale Aspekte berücksichtigt wurden. Die Anzahl der PRO PLANET-Artikel in Deutschland stieg von 407 im Jahr 2012 auf 622 im Jahr 2014. In Österreich konnte die Anzahl von 119 im Jahr 2012 auf 251 im Jahr 2014 gesteigert werden. Dazu gehören neben Fisch, Obst und Gemüse zahlreiche Lebensmittel, aber auch Non-Food-Produkte wie Textilien, Rosen und Farben. So konnten im Jahr 2014 etwa 710 Millionen Kundenkontakte in Deutschland und Österreich verzeichnet werden. Damit wurde das im Nachhaltigkeitsbericht 2011/2012 formulierte Ziel von 700 Millionen Kundenkontakten knapp übertroffen.

„Die Förderung des nachhaltigen Konsums ist eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit. Die REWE Group bietet mit dem PRO PLANET-Label hierzu die notwendige Orientierungshilfe.“

Bernward Geier, Vorsitzender des PRO PLANET-Beirats

Bevor ein Produkt das PRO PLANET-Label erhält, muss es einen mehrstufigen Prozess durchlaufen, der durch einen unabhängigen Beirat (mehr dazu) begleitet wird. Der PRO PLANET-Beirat wurde 2010 etabliert. Seine Mitglieder tagen sechsmal jährlich für jeweils zwei Tage, bringen ihre Expertise ein und erteilen die Freigabe für die Kennzeichnung von Produkten mit dem PRO PLANET-Label.

Darüber hinaus bindet die REWE Group während des gesamten Vergabeprozesses verschiedene Projektpartner aus wissenschaftlichen oder staatlichen Instituten sowie NGOs und Vereine mit der jeweils projektspezifisch benötigten Expertise ein. Im ersten Schritt werden die wesentlichen sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitsauswirkungen – sogenannte Hot Spots – über die gesamte Wertschöpfungskette identifiziert und bewertet. Daraufhin werden konkrete Maßnahmen zur Verringerung oder Auflösung des Hot Spots entwickelt.

So wird sichergestellt, dass das PRO PLANET-Label für wirksame Verbesserungen steht, die eine tatsächliche Nachhaltigkeitswirkung erzeugen. Erst wenn durch ein solches Projekt die Nachhaltigkeitseigenschaften eines Produkts verbessert wurden, erteilt der PRO PLANET-Beirat die Freigabe zur Verwendung des Labels. Nach drei Jahren folgt eine Revision, in der das Produkt erneut überprüft wird und über die erneute Label-Vergabe für die nächste Periode von drei Jahren entschieden wird. Auf dem Label stellt der sogenannte Nachhaltigkeitsaspekt die Art der Verbesserung dar; durch eine Kennziffer lassen sich weitere Informationen auf www.proplanet-label.com finden.

Der PRO PLANET-Prozess am Beispiel Eier

Im PRO PLANET-Prozess zu Eiern der Eigenmarken wurden beispielsweise zwei wesentliche Hot Spots identifiziert und entsprechende Maßnahmen umgesetzt:

  • Erstens müssen die Legehennenbetriebe auf die Verfütterung von gentechnisch veränderten Futtermitteln verzichten. Da in Futtermitteln zudem häufig Soja aus Übersee zum Einsatz kommt, sind die Betriebe verpflichtet, im Rahmen eines mehrstufigen Prozesses den Anteil an Soja aus Übersee zu reduzieren. Da als Alternative so immer mehr europäische Eiweißfuttermittel (vorzugsweise Leguminosen) verfüttert werden, hat das Projekt auch einen positiven Effekt auf die europäische Landwirtschaft.
  • Zweitens verpflichten sich die PRO PLANET-Eierlieferanten auf einzelbetrieblicher Ebene, die Anzahl an Herden mit ungekürzten Schnäbeln zu steigern. So können in den Betrieben Maßnahmen zur Haltung dieser Herden entwickelt werden, die das Tierwohl verbessern sollen. Da das Halten von Legehennen mit ungekürzten Schnäbeln erhebliche Anpassungen erfordert, hat die REWE Group gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück einen Train-the-Trainer-Ansatz entwickelt. Damit werden Farmleiter, Betriebsleiter und andere Multiplikatoren zu Fragen der Haltung von Legehennen mit ungekürzten Schnäbeln geschult. Im September 2014 wurde ein Versuchsstall mit 46.000 Tieren mit ungekürzten Schnäbeln eingerichtet. Mitarbeiter der Hochschule Osnabrück und der Tierärztlichen Hochschule Hannover erforschen dort, wie Haltungsbedingungen für diese Hennen angepasst werden müssen, damit die Verhaltensstörungen Federpicken und Kannibalismus verhindert oder verringert werden können (mehr dazu).
Bei Eiern garantiert das PRO PLANET-Label verbesserte Tierhaltung und den Verzicht auf gentechnisch veränderte Futtermittel

PRO PLANET setzt Impulse für Brancheninitiativen

Um eine möglichst breite Wirkung zu erzeugen, unternimmt die REWE Group weitere Aktivitäten, die über den eigentlichen Rahmen von PRO PLANET hinausgehen. Dazu gehört die Erstellung von warengruppenübergreifenden Leitlinien für kritische Rohstoffe ebenso wie ihr Engagement in Brancheninitiativen.

Zum Teil bilden dabei die PRO PLANET-Projekte die Grundlage für das weitere Engagement. Ausgehend von Projekten bei der Erzeugung von tierischen Veredlungsprodukten (Eier, Milch, Fleisch) wurde im Juni 2013 die „Leitlinie für Soja als Futtermittel“ veröffentlicht. Sie fordert von Lieferanten für Eigenmarken den Verzicht auf den Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln und stärkt die Nutzung europäischer Eiweißfuttermittel. So ist aus einer Projektanforderung ein übergreifendes Ziel für Eigenmarkenlieferanten geworden.

Der Anspruch der REWE Group reicht weit über den Bereich der Eigenmarkenprodukte hinaus. Um eine grundsätzliche Veränderung in der Nutztierhaltung zu bewirken, hat die REWE Group als Initiativpartner im Berichtszeitraum federführend an der Entwicklung der „Initiative Tierwohl“ mitgewirkt. Seit dem 1. Januar 2015 zahlt die REWE Group als Gründungsmitglied 4 Cent pro verkauftem Kilo Schweinefleisch in einen Fonds ein, der jenen Landwirten hilft, die entsprechende Maßnahmen freiwillig umsetzen. Im Herbst 2015 ist die Ausweitung der Initiative auch auf Geflügel geplant.

95 %
beträgt der Anteil PRO PLANET-gelabelter Hähnchen am Verkaufswert des Hähnchenfleischs

Brancheninitiativen für Kakao und Palmöl

Ganz ähnlich haben sich die von der REWE Group mit angestoßenen Brancheninitiativen zu nachhaltigerem Palmöl und zertifiziertem Kakao aus der Arbeit an PRO PLANET entwickelt. Die REWE Group ist Initiativpartner sowohl des Forums für nachhaltiges Palmöl (FONAP) als auch des Forums nachhaltiger Kakao (GISCO). Beide haben eine vollständige Umstellung des Sektors zum Ziel. So können aus dem PRO PLANET-Prozess Leitlinien für Eigenmarken und zugleich Impulse für ganze Branchenlösungen entstehen.

Den strategischen Ansatz weiterentwickeln

Die letzten Jahre haben gezeigt: Sortimente können nachhaltiger gestaltet werden, wenn wie im Falle von PRO PLANET ergänzende Maßnahmen in den betroffenen Lieferketten umgesetzt werden. Diese müssen dazu beitragen, dass wesentliche Hot Spots reduziert oder im besten Fall eliminiert werden. Ein wichtiges Element ist die gezielte und selektive Auswahl von Lieferanten, die den Grundsätzen der „Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften“ der REWE Group entsprechen. Dazu hat die REWE Group ein Befragungstool entwickelt, das Lieferanten individuell in Bezug auf ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten und ihre sozial-ökologische Kompetenz bewerten soll. Ende 2014 waren die Entwicklungsarbeiten abgeschlossen. Die Implementierung des Lieferantenbefragungstools wird nach einer Pilotphase voraussichtlich im Jahr 2015 begonnen.

Lieferanten­befragungstool trägt Nach­haltigkeit in die Lieferkette